Jan Gruber

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Jan Gruber

Alrosa schickt letzte Tu-154M in den Ruhestand

Die russische Fluggesellschaft Alrosa führte auf der Strecke Mirny-Nowosibirsk den letzten Passagierflug mit Tupolew Tu-154M durch. Mit der RA-85757 tritt die letzte noch aktive Einheit dieses Typs den Ruhestand an. Alrosa war der letzte Betreiber dieses Typs. Die Tu-154 war einst das Rückgrat der Flotten vieler Airlines im ehemaligen Ostblock, doch damit ist seit 28. Oktober 2020 endgültig Schluss. Die RA-85757 versah seit 1992 ihren Dienst bei verschiedenen Fluggesellschaften, zuletzt eben bei Alrosa. An Bord des letzten Linienflugs befanden sich nach Angaben des Carriers 141 Passagiere. Das Unternehmen liebte die Tu-154M regelrecht und betrieb diese länger im Passagierverkehr als jede andere Airline. So fällt auch der Abschied schwer, denn in der offiziellen Medienmitteilung ist zu lesen, dass man traurig ist. Die betroffene Tu-154M hatte Alrosa seit 2002 in der Flotte. Das weitere Schicksal der RA-85757 ist noch völlig offen. Sowohl ein Ehrenplatz in einem Museum als auch die Verschrottung werden derzeit geprüft. Die Tu-154M ist damit nicht mehr im regulären Linienverkehr anzutreffen. Das B-Modell ist allerdings weiterhin – zumindest offiziell – bei der nordkoreanischen Air Koryo in der Flotte. Diese verfügt über insgesamt vier Tu-154B-2. Weiters ist die Airlines aus dem abgeschotteten Land auch letzte zivile Betreiberin der Tu-134B-3.

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Ryanair streicht in Wien weitere 15 Strecken

Für Lauda Europe gibt es im November 2020 nochmals deutlich weniger Flugaufträge von Ryanair, denn weitere 15 Strecken werden aufgrund der geringen Nachfrage für mindestens vier Wochen eingestellt. Mit Paphos, Larnaka und Tel Aviv befinden sich Ziele in zwei Länder, in die Österreicher derzeit nur schwer einreisen können, auf der Streichliste. Allerdings wird Ryanair auch Málaga, Alicante, Faro, Sofia, Edinburgh, Porto, Luqa (Malta), Barcelona, Bergamo und Charleroi aussetzen. Je nach Destination tritt die temporäre Einstellung spätestens Mitte November 2020 in Kraft und soll zumindest bis Mitte Dezember 2020 andauern. Der Billigflieger achtet offensichtlich tunlichst genau darauf, dass die Stornierung von Bestandsbuchungen außerhalb der 14-tägigen Frist erfolgt, um etwaige Entschädigungsansprüche vermeiden zu können. Hinsichtlich Umbuchungen verschlechterte der Konzern die Bedingungen drastisch, wie Aviation Direct berichtete. Auch Mitbewerber wie Austrian Airlines, Wizzair und Eurowings nahmen bereits drastische Kürzungen ab Österreich vor. Viele Routen sind temporär eingestellt oder werden nur noch in stark reduziertem Umfang bedient. Lufthansa wird die Verbindung München-Wien vorläufig einstellen. Dem aktuellen Informationsstand nach wird Konzerntochter Austrian Airlines weiterhin fliegen.

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Eurowings stellt Klagenfurt-Köln/Bonn temporär ein

Eurowings wird aufgrund der Corona-Pandemie die Nonstop-Verbindung zwischen Klagenfurt und Köln/Bonn temporär einstellen. Hintergrund sind die ab 8. November 2020 von der Bundesrepublik Deutschland geplanten Einreise- und Quarantänebestimmungen. Kärnten ist derzeit das einzige Bundesland Österreichs, das der Nachbarstaat noch nicht als so genanntes Risikogebiet eingestuft hat. Die vorläufig letzte Rotation soll am 1. November 2020 durchgeführt werden. Anschließend wird Köln/Bonn-Klagenfurt-Köln/Bon für mindestens zwei Wochen pausieren. Ab 16. November 2020 sind drei wöchentliche Umläufe – Montags, Freitags und Sonntags – buchbar. Im Dezember gleicht der Eurowings-Flugplan für Klagenfurt derzeit einem Flickenteppich, denn die Frequenzen und Flugtage sind Woche für Woche unterschiedlich. Angesichts der momentanen politischen Entwicklungen in Deutschland, die seitens der Regierung in Richtung eines Lockdowns ab Anfang November 2020 geführt werden könnten, bleibt es abzuwarten wie lange Eurowings die Klagenfurt-Strecke pausieren wird. Für den Airport ist die temporäre Einstellung nicht gerade zur Freude, denn mit der AUA-Wien-Anbindung hat man dann vorläufig nur noch eine einzige Liniendestination.

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Laudamotion: Gericht kippt Kündigungen schwangerer Mitarbeiterinnen

Die österreichische Ryanair-Tochter Lauda kassierte die nächste Niederlage vor Gericht: Ende Juni schmiss das Unternehmen eine hochschwangere Crewtrainerin raus und missachtete dabei den Kündigungsschutz. Doch nicht nur das: Bei 17 weiteren Damen, die Nachwuchs erwarten, klagte Laudamotion auf Zustimmung zur Kündigung. Das wurde nun vom Gericht abgelehnt. Die Gewerkschaft begrüßt die Entscheidung. „Ryanair betreibt seit Monaten eine skrupellose Dumpingpolitik in Österreich. Das Personalmanagement folgt dem Prinzip der Angst. Um die Beschäftigten einzuschüchtern und verschlechternden Bedingungen zuzustimmen, bricht der Konzern immer wieder österreichische Gesetze“, so Vida-Fachgruppenleiter Daniel Liebhart. „Damit der Kündigungsschutz und die besonderen Arbeitnehmerinnenschutzvorschriften wirksam werden können, sollten Arbeitgeber so rasch wie möglich über die Schwangerschaft in Kenntnis gesetzt werden. Auch Laudamotion kann sich nicht österreichischen Gesetzen widersetzen, sondern muss sich daran halten. Diese patriarchalische Vorgehensweise gegenüber Mitarbeiterinnen ist eine bodenlose Frechheit, der ein Riegel vorgeschoben gehört“. Die Politik sei gefordert, solche Machenschaften in Österreich bereits im Vorhinein zu unterbinden. „Die Gerichtsurteile bei Laudamotion zeigen zwar, dass unser Rechtssystem funktioniert, allerdings ist die Belastung für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bis zu einer Urteilsverkündung nicht zumutbar“, sagt Liebhart. Der Ryanair-Konzern setze unterdessen genau auf diese Karte und hofft, dass sich die Mitarbeiter bedingungslos dem „mittelalterlichen Führungsstil des Managements unterstellen, da es Monate dauern würde, bis ein Gericht wieder österreichisches Recht herstellt“. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wüssten auch, dass dies mit weiteren Konsequenzen und neuerlichen Rechtsbrüchen einhergeht. 

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KLM lagert 12 Jets in Groningen ein

Das Skyteam-Mitglied KLM lagert über den Winter insgesamt 12 Verkehrsflugzeuge auf dem Groningen Airport ein. Das Unternehmen erklärt dazu, dass die betroffenen Maschinen temporär nicht benötigt werden und in Amsterdam-Schiphol der Platz ausgeht. Konkret werden zwei Airbus A330 und zehn Boeing 737 in Groningen abgestellt. Die Techniktochter wird die 12 Jets flugfähig halten und gegen Witterungseinflüsse schützen. Der Carrier will damit in der Lage sein die Flugzeuge bei Bedarf rasch aus dem „Winterschlaf“ holen zu können. KLM teilte weiters mit, dass die im November 2020 angebotene Kapazität bei etwa 49 Prozent der Vorjahresleistung liegt.

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Subventionen: Lufthansa droht EuGH-Schlappe im „Hahn-Streit“

Ein langjähriger Rechtsstreit rund um Subventionen, die in den Jahren 2001 bis 2012 am Flughafen Hahn an Ryanair geflossen sind, steht nun kurz vor einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs. Generalanwalt Maciej Szpunar empfiehlt nun die Beschwerde von Lufthansa zurückzuweisen. Die Richter sind daran nicht gebunden, folgen dieser jedoch häufig. Die Angelegenheit liegt schon sehr lange zurück, denn damals wurde Hahn noch von Fraport betrieben. Gemeinsam mit den Ländern Hessen und Rheinland-Pfalz wurde Ryanair unterstützt. Auch bemängelte der Kranich den Vertrag über die Flughafenentgelte. Die EU-Kommission gab jedoch im Jahr 2014 grünes Licht und dagegen zog Lufthansa vor Gericht. Das Gericht der Europäischen Union – die Vorinstanz des EuGH – wies das Lufthansa-Rechtsmittel ab, denn der Kranich nutze den Flughafen Hahn überhaupt nicht und habe daher kein Klagerecht. Diese Entscheidung ficht Lufthansa vor dem Europäischen Gerichtshof an. Der Generalanwalt empfiehlt nun die Abweisung. Wie die Richter entscheiden werden, ist noch offen.

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Urteil: Easyjet muss Ticketpreise genau aufschlüsseln

Insbesondere die Billigfluggesellschaften Ryanair, Easyjet und Wizzair zieren sich davor die Steuern und Gebühren genau aufzuschlüsseln. Das hat seinen sehr guten Grund, denn diese sind erstattbar und fliegt der Kunde nicht, will aber die Taxen zurück haben, so wimmelt man mit der Begründung, dass man ja gar keine bezahlt habe ab. Das Kammergericht Berlin untersagte Easyjet nun diese Praxis. Die Verbraucherzentrale zog vor Gericht und bekam bereits in erster Instanz recht. Das Berufungsgericht bestätigte das Ersturteil nun. Easyjet argumentierte vereinfacht gesagt damit, dass das Ausweisen des Endpreises ausreichend wäre. Das sahen die Richter anders. Das Urteil kann unter diesem Link nachgelesen werden.

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Sechs Boeing 747 der Lufthansa sitzen in Twente fest

Sechs Boeing 747-400, die seit dem Frühjahr auf dem Flughafen Twente abgestellt sind, bereiten Lufthansa nun heftige Probleme. Der Airport verfügt zwar über Zulassung für Landungen von Jumbojets, doch Starts sind nicht erlaubt. Davon wusste man offenbar weder beim Kranich noch beim Flughafen etwas. In Twente ist ein Verwertungsunternehmen ansässig, so dass tatsächliche “Oneway-Landungen” dort öfters vorkommen. Lufthansa will die sechs Boeing 747-400 allerdings nicht in die Schrottpresse strecken, sondern in die Mojave-Wüste überstellen, um sie dort einzulagern. Genau das erweist sich laut lokalen Medienberichten als handfestes Problem, denn Boeing 747 dürfen in Twente gar nicht starten. In der Zeitung “Tubantia” erhebt der Flughafen Twente schwere Vorwürfe gegen die niederländische Luftfahrtbehörde ILT und behauptet, dass diese die Zulassung einseitig geändert habe. Sollte es kein Einlenken geben, werde man vor Gericht ziehen. Die Situation nennt die Chefin einfach nur “absurd”. Die Behörde hingegen hat Sicherheitsbedenken. Wie sich das weiterentwickeln wird und ob Lufthansa die sechs Boeing 747-400 auf dem Luftweg aus Twente herausbekommt, wird sich zeigen.

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Trotz geringer Nachfrage: AUA will Dash 8 ausflotten

Ungeachtet dessen, dass sich der Maschinentyp DHC Dash 8-400 derzeit als für die äußerst überschaubare Nachfrage optimales Arbeitstier auf der Austrian-Airlines-Kurzstrecke erweist, hält das Unternehmen am Zeitplan der Ausflottung fest. Bis Ende des ersten Quartals des Jahres 2021 sollen die Turbopropflugzeuge der sprichwörtlich “wegkommen”. In der laufenden Winterflugplanperiode 2020/21 haben die DHC Dash 8-400 aber äußerst viel Arbeit, denn Austrian Airlines bestätigte auf Anfrage, dass man verstärkt auf dieses Muster setzt. Übrigens sollen auch die die Airbus A319 – wie geplant – im kommenden Jahr die Flotte verlassen. Die Anzahl der Turbopropflugzeuge ist bei der AUA zwischenzeitlich auf neun Maschinen geschrumpft. Eine Sprecherin erklärt zu diesem Themenkomplex: “Am Timing der Dash sowie A319 Ausflottung ändert sich aktuell nichts. Die Ausflottung der neun verbleibenden Dash ist wie bisher angekündigt bis Q1 2021 geplant und der Phase-out des A319 ebenfalls im Laufe des nächsten Jahres. Details stehen hier noch nicht fest. Wir setzen jetzt im Winterflugplan verstärkt auf den Einsatz der kleineren Flugzeugmodelle, das ist richtig. Jedoch bleibt unser Ziel für den ‚normalen‘ Flugbetrieb weiterhin die Senkung unserer Stückkosten und damit auch die Nutzung der größeren Flugzeugmodelle. Zusätzlich ist das natürlich auch ökologisch sinnvoller.”

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„Österreichische Lösung“ ist Geschichte – Das war’s dann mit Laudamotion

Die österreichische Fluggesellschaft Laudamotion ist nun Geschichte. Der Flugbetrieb wurde endgültig eingestellt und das Unternehmen wird in Kürze in die freiwillige Liquidation treten. Der Carrier bestätigte gegenüber Aviation Direct, dass keine Flüge mehr durchgeführt werden. Laudamotion war damit eine sehr kurzlebige Linienfluggesellschaft, die im Jahr 2018 aus den Resten der insolventen Air-Berlin-Tochter Niki hervorgegangen ist. Nach einer regelrechten Seifenoper um die Gerichtszuständigkeit für das Insolvenzverfahren wurde der vom deutschen Masseverwalter geschlossene Kaufvertrag mit der IAG-Tochter Niki gekippt. Im zweiten Anlauf ging der Zuschlag für die Niki-Assets an die damalige Laudamotion GmbH, ein Bedarfsluftfahrtunternehmen des Niki Lauda, das aus Amira Air hervorgegangen ist. Der Businessjet-Bereich wurde rasch in die Laudamotion Executive GmbH abgespalten und befindet sich heute im Eigentum eines schweizerischen Unternehmens und hat daher mit der Billigfluggesellschaft nichts mehr gemeinsam. Die Niki Luftfahrt GmbH, deren Assets auf die Laudamotion GmbH aufgesetzt wurden, ging im November 2003 aus der Aero Llyod Austria GmbH hervor. Die deutsche Mutter des Ferienfliegers ging pleite und Niki Lauda übernahm die Mehrheit. Die Partnerschaft mit Air Berlin, die ein paar Jahre später in einer vollständigen Übernahme mündete, wurde Niki letztlich zum Verhängnis. Der Kollaps der Air Berlin riss die österreichische Tochter gleichermaßen wie ihre Schwester in der Schweiz mit. Niki Lauda kündigte – nachdem er im zweiten Anlauf die insolvente Niki erhalten hatte – zunächst einen Fullservice-Carrier an. Als Kooperationspartner fungierte für eine ganz kurze Zeit Condor, eher im Zuge des Erstflugs – eine Medienpräsentationsveranstaltung – Ryanair als Partner vorstellte. Der von Michael O’Leary geleitete Konzern

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