Die Flugbegleitergewerkschaft UFO, die Vereinigung Cockpit und Verdi werfen der Lufthansa-Geschäftsleitung vor, dass diese mit neun Milliarden Euro Staatshilfe untarifierte Arbeitsplätze „zu Dumping-Bedingungen beim Projekt Ocean“ schaffen würde. Die Mitarbeiter „der gesamten Branche und kritisieren das Vorhaben massiv gegenüber der Bundesregierung.“ Insgesamt 14 Personalvertretungen und Betriebsräte fordern branchenübergreifend in einem offenen Brief die Pläne umgehend zu stoppen. Zur Not durch eine politische Intervention. Die Gewerkschaften Vereinigung Cockpit, Verdi und UFO unterstützen diese Forderung und sehen die Bundesregierung in der Pflicht, Sorge für einen angemessenen Umgang mit Steuergeldern zu tragen. „Im Windschatten der Krise versucht der Konzern sein lang gehegtes Projekt ‘Ocean’ durchzuziehen, um in einem wiederholten Anlauf Arbeitsplätze ohne Einfluss von Gewerkschaften aufzubauen und sich erfolgreicher Konkurrenz in diesem Sektor zu entledigen. Diesmal jedoch auf Staatskosten, denn ohne das Geld der Steuerzahler wäre das Unternehmen pleite; damit nun einerseits Tausende rauszuwerfen, um andererseits zu 1.400 Euro brutto wieder einzustellen, ist unverfroren und unanständig“, erklärt Daniel Flohr, UFO-Vorsitzender. „Staatshilfen sind dazu da, Arbeitsplätze zu retten. Das offenkundige Hauptmotiv der Neugründung „Ocean“ ist es, Tarifflucht auf Staatskosten zu begehen. Es wird mitten in der größten Krise der Luftfahrt viel Geld in eine Plattform investiert, bei der mit jahrelangen Anlaufverlusten zu rechnen ist. Wir fordern die Politik auf, genauer hinzusehen, wie mit Milliarden an Staatshilfen umgegangen wird,“ so Marcel Gröls, Vorsitzender Tarifpolitik der Vereinigung Cockpit. Auch die Unternehmen Tui und Condor haben Staatsgeld in der Krise erhalten. Lufthansas Projekt „Ocean“ geht in Verdrängungswettbewerb zu diesen Unternehmen – ein Vernichtungskampf auf Staatskosten ist damit