Jan Gruber

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Jan Gruber

AUA-Chef Hoensbroech: „Wir schulden Kunden Geld“

Ein Branchen-Kollektivvertrag ist in den Augen des Generaldirektors von Austrian Airlines keine Universallösung. Die Konkurrenz würde dann die Mitarbeiter aus dem Ausland einfliegen. Austrian-Airlines-Chef Alexis von Hoensbroech ist der Ansicht, dass das von ihm geleitete Unternehmen mit dem rund 600 Millionen Euro schweren Hilfspaket dauerhaft gerettet ist. Im Gespräch mit der Tageszeitung „Der Standard“ verweist er darauf, dass Austrian Airlines sieben Jahre lang in der Gewinnzone war. Zur Erlangung der Staatshilfe musste man sämtliche Aktien und jene 40 Flugzeuge, die sich im Eigentum von Austrian Airlines befinden, an die Republik Österreich verpfänden. Die kommentierte der Manager wie folgt: „Wenn man Geld braucht, muss man alles hergeben, was man hat.“ Bezüglich dem Mitarbeiter-Überhang sagte von Hoensbroech gegenüber dem „Standard“: „Unser Ziel sind 80 Prozent der früheren Unternehmensgröße im Jahr 2022. Da hätten wir dann aus jetziger Sicht 1100 Mitarbeiter zu viel. Wir planen zwei Jahre Kurzarbeit, so lange kann es keine Kündigungen geben, und wir gehen davon aus, dass wir einen großen Teil des Abbaus bis 2022 über die Fluktuation erreichen. Nur zum Vergleich: Ohne Hilfspaket wären wir in eine Sanierung mit Eigenverwaltung oder in eine echte Insolvenz gerutscht. Bei der Sanierung hätten wir 2500 Mitarbeiter sofort kündigen müssen, bei einem Konkurs den Großteil der Mitarbeiter. Das Hilfspaket ist ein großer gemeinschaftlicher Kraftakt von Mitarbeitern, Banken, Regierung, Lieferanten, Flughafen, Lufthansa, Steuerzahlern. Wir sind sehr dankbar dafür.“ Das Personal werde nach der Kurzarbeit auf durchschnittlich 15 Prozent verzichten. Dies gelte auch für den Vorstand, wobei er selbst auf die Hälfte seines Gesamteinkommens

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Lufthansa: Freie Mittelsitze gegen Bezahlung

Der Kranich-Konzern will mit freien Mittelsitzen gegen Aufpreis und kostenpflichtigen Corona-Tests vor dem Abflug neue Geschäftsfelder erschließen. Lufthansa wird auf Langstreckenflügen aufgrund der Corona-Krise freie Mittelsitze gegen Aufpreis anbieten. Dies soll allerdings seinen Preis haben. Vorstandsmitglied Christina Foerster kündigte gegenüber dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ an: „Billig wird das nicht“. Ein weiteres Geschäftsmodell, das Lufthansa laut dem Medienbericht aufbauen will, sind Corona-Tests an den Hubs Frankfurt am Main und München. Spätestens Anfang Juli sollen in Kooperation mit Laboren Testcenter aufgebaut werden. Innerhalb von vier Stunden sollen die Reisenden das Ergebnis erhalten. Dieses Angebot wird kostenpflichtig sein.

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Easyjet-Chef kritisiert Staatshilfen

Air France-KLM, Alitalia, Lufthansa und Austrian Airlines sind nur eine kleine Auswahl jener Fluggesellschaften, die hohe Staatskredite erhalten werden. Dagegen will nun auch Easyjet vorgehen. Nach Ryanair-Chef Michael O’Leary wird nun auch der Generaldirektor des Mitbewerbers Easyjet, Johan Lundgren, in Sachen Staatshilfen für diverse Fluggesellschaften deutlicher. Er kritisiert gegenüber dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“, dass europaweit „Abermilliarden über einige der ineffizientesten, klimaschädlichsten, schlechtesten Airlines Europas ausgeschüttet werden“. Von der EU-Kommission erwartet sich der Easyjet-Chef, dass diese der Ausschüttung von Finanzmitteln an einige wenige auswählte Carrier, darunter Lufthansa, einen Riegel vorschieben soll. Er fordert weiters, dass staatliche Unterstützung aufgrund der Corona-Pandemie allen Airlines offenstehen muss, jedoch dies in vielen Ländern nicht der Fall ist.  Dadurch würde es zu einer erheblichen Wettbewerbsverzerrung kommen.

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Israel könnte El Al verstaatlichen

Finden sich nicht ausreichend Investoren für eine Kapitalerhöhung übernimmt der Staat 61 Prozent der Anteile. Dennoch sind rund 6.000 Beschäftigte ihre Jobs los. In Israel bahnt sich derzeit ein möglicher Wiedereinstieg des Staats bei der Fluggesellschaft El Al an. Im Jahr 2004 trennte sich die öffentliche Hand unter der Führung des auch heute noch amtierenden Ministerpräsidenten von der Mehrheit. Dies könnte sich im Zusammenhang mit Hilfsmaßnahmen aufgrund der Corona-Krise nun ändern. Der Staat Israel hält derzeit überhaupt keine Aktien der börsennotierten El Al. Nun handelten das Management und Ministerpräsident Benjamin Netanyahu ein Paket aus, das den Carrier vor der Insolvenz bewahren soll. Der Kredit in der Höhe von 250 Millionen Euro soll dabei zu 75 Prozent von der öffentlichen Hand garantiert werden. Im Rahmen einer Kapitalerhöhung sollen weitere 150 Millionen Euro in die klammen Kassen von El Al fließen. Doch die Maßnahmen haben auch seinen Preis, denn der Carrier muss etwa 6.000 Mitarbeiter abbauen und die Gehälter des Managements und auch unter anderem jene der Kapitäne temporär kürzen. An die Aktionäre dürfen temporär keine Dividenden mehr ausbezahlt werden und sogar Freiflüge für Mitarbeiter sind für mindestens fünf Jahre tabu. Weiters sichert sich der Staat Israel über die Kapitalerhöhung den Zugriff auf bis zu 61 Prozent der Aktien. Finden sich auf dem freien Kapitalmarkt nicht ausreichend Investoren, steigt die öffentliche Hand ein. Allerdings würde man diese Beteiligung nach spätestens fünf Jahren wiederverkaufen.

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Condor kann Kredit in zehn Jahren zurückzahlen

Zehn Jahre hat Condor Zeit, um den Staatskredit in der Höhe von 550 Millionen Euro zurückzuzahlen, doch aktiv befindet man sich derzeit nicht auf der Suche nach einem Käufer. Die Fluggesellschaft Condor befindet sich derzeit mit den Sozialpartnern in Gesprächen und kann einen möglichen Stellenabbau nicht mehr ausschließen. Auch das Kurzarbeitergeld wird der insolvente Carrier ab Sommer nicht mehr aufstocken können. Dies erklärte Geschäftsführer Ralf Teckentrup gegen über dem Portal Aerotelegraph.com. Temporär würde Condor derzeit der niedrige Treibstoffpreis in die Hände spielen, denn aufgrund des Schutzschirmverfahrens habe man nur bis inklusive März 2020 hedgen können. Die Folge daraus ist, dass die Ferienfluggesellschaft derzeit zum tagesaktuellen Preis tankt. Dieser ist derzeit vergleichsweise gering, doch sollten die Spritpreise wieder steigen, könnte sich dies zum Bumerang für Condor entwickeln. Die Wetlease-Verträge mit Thomas Cook Aviation und Thomas Cook Balearics habe man im Hinblick auf das laufende Schutzschirmverfahren bereits gekündigt. Auch wurde laut Teckentrup bereits im Dezember des Vorjahres der Abbau von 170 Jobs eingeleitet. Die kürzlich zu Frachtern umgerüsteten Langstreckenmaschinen sollen mit der Wiederaufnahme der Long-Haul-Passagierflüge wieder ihre ursprüngliche Funktion zurückerhalten, so der Airline-Chef gegenüber Aerotelegraph.com. Das Schutzschirmverfahren will Teckentrup voraussichtlich Ende September 2020 verlassen. Allerdings ist man aufgrund der Corona-Pandemie und dem gescheiterten Verkauf an die LOT-Mutter PGL derzeit nicht auf der Suche nach einem Käufer. Der Staatskredit in der Gesamthöhe von zehn Millionen Euro soll „mehr als zehn Jahre“ laufen, erklärte der Manager gegenüber Aerotelegraph.com.

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Varna: Voyage Air wagt neuen Startversuch

Mit einer über 28 Jahre alten Boeing 737-500 will Voyage Air Varna mit diversen deutschen Städten verbinden. Der Unterschied zu den vorherigen Versuchen? Nun hat das Unternehmen AOC und OL. Das bulgarische Start-Up Voyage Air unternimmt heuer einen weiteren Anlauf, um in die Luft zu kommen. In den Jahren zuvor musste man die angekündigten Flüge, unter anderem auch nach Graz, stets wieder absagen. Ab 6. Juli 2020 will man nun mit Boeing 737-500 von Varna aus diverse deutsche Städte anfliegen. Konkret kündigt das Unternehmen Bremen, Erfurt, Münster/Osnabrück, München und Stuttgart an. Weiters will man Kiew-Boryspil und Lodz ansteuern. Im Unterschied zu den Vorjahren verfügt Voyage Air nun sowohl über ein gültiges AOC als auch über eine gültige Betriebsgenehmigung. Dies bestätigte das bulgarische Verkehrsministerium. Der seitens der IATA zugeteilte 2-Letter-Code lauter VO. Dieser wurde in der Vergangenheit von VLM und Tyrolean Airways genutzt. Nach Angaben von Voyage Air ist die eingesetzte Boeing 737-500 mit 126 Sitzplätzen bestuhlt. Die Maschine trägt die Registrierung LZ-TER und wurde im Jahr 1992 gebaut. Zuvor war der Mittelstreckenjet unter anderem bei China Southern Airlines, Transaero und Africa Charter Airline im Einsatz.

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EuGH: Randale an Bord sind außergewöhnliche Umstände

Der Europäische Gerichtshof entschied, dass Verspätungen, die aufgrund randalierender Passagiere entstehen, nicht entschädigungspflichtig sind. Die Höchstrichter stuften dies als „außergewöhnliche Umstände“ im Sinne der Fluggastrechteverordnung ein. Konkret ging es um einen Rechtsstreit zwischen einem Fluggast und TAP Air Portugal. An Bord randalierte ein Passagier und biss gar andere Reisende. Die Crew schritt ein, jedoch entschied sich der Kapitän zu einer außerplanmäßigen Zwischenlandung, um den Störenfried ausladen zu können. Die Folge daraus war, dass alle anderen Passagiere verspätet an ihrem Ziel angekommen sind. Der EuGH bestätigte die Rechtsansicht der Vorinstanzen.

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Ukraine und Polen öffnen die Grenzen

Die Ukraine wird in Kürze die Grenzen wieder öffnen und gleichzeitig internationale Flüge wieder gestatten. Seit etwa drei Monaten ist das Land abgeschottet und der Flugverkehr mit Passagieren wurde untersagt. Der Beschluss der Regierung soll am Montag formell veröffentlicht werden. Damit kann dann auch internationale Flüge wiederaufgenommen werden. Von offizieller Seite wird allerdings darauf hingewiesen, dass beim neuerlichen Anstieg der Infektionen erneute Einschränkungen kommen könnten. Bezüglich Österreich bedeutet dieser Schritt nicht, dass bei der Rückreise die Quarantäne entfällt. Derzeit muss diese, so man aus der Ukraine kommt, angetreten werden. Polen öffnete am Samstag ebenfalls sämtliche Grenzen zu EU-Nachbarländern. Auch gibt es Lockerungen an den Außengrenzen, jedoch ändert sich an den Auflagen, insbesondere zu Russland, nicht sonderlich viel.

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Wien: Ryanair nimmt drei zusätzliche Strecken auf

Köln/Bonn, Paphos und Danzig neu ab Wien-Schwechat. Auf der Strecke Wien-Köln wird sich ab 1. August 2020 der Konkurrenzkampf weiter verschärfen, denn Ryanair wird diese Route ebenfalls bedienen. Wizzair, Austrian Airlines und Eurowings sind bereits auf Wien-Köln tätig. Somit wird es nach heutigem Informationsstand vier Carrier geben, die ihre Leistungen anbieten. Wizzair wird Wien-Danzig künftig nicht mehr bedienen. Ryanair wird diese Strecke ab 2. August 2020 ab Polen bedienen. Paphos wird ebenfalls mit 1. August wiederaufgenommen, jedoch nicht mehr als Lauda-Route, sondern als Ryanair-Strecke. Nach Köln kommen auch Maschinen der österreichischen Tochter im Wetlease zum Einsatz.

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Deutschland: Lauda fliegt nur noch Wetlease

Keine Flüge auf eigene Rechnung, sondern nur noch ACMI-Dienstleistungen für Ryanair wird Lauda künftig ab Stuttgart und Düsseldorf durchführen. Auf Wien und Palma de Mallorca soll dies laut Geschäftsleitung keine Auswirkungen haben. Die Fluggesellschaft Lauda wird mit Wirksamkeit zum 1. Juli 2020 den Linienflugbetrieb in Düsseldorf und Stuttgart einstellen. Stattdessen fungiert man künftig an diesen beiden Standorten als Wetlease-Provider für Ryanair. Dies teilten die Geschäftsführer David O’Brien und Andreas Gruber am Freitag den deutschen Lauda-Beschäftigten mit. Begründet wird dieser Schritt unter anderem damit, dass Deutschland Lufthansa rund neun Milliarden Staatshilfe gewährt. Mit der Gewerkschaft Verdi will man bis zum 21. Juni 2020 einen neuen Tarifvertrag abschließen, der laut Rundschreiben dazu beitragen soll, dass die A320-Bases Düsseldorf und Stuttgart offenbleiben können und „effiziente, wettbewerbsfähige Wetlease-Services“ für Ryanair zur Verfügung stellen können. Auch schreibt man, dass dadurch die Anzahl der Kündigungen minimiert werden könnte. Interessant ist, dass darauf verwiesen wird, dass die Wiener Crews bereits einen neuen Kollektivvertrag haben und die Rettung ihrer Basis „geschafft haben“. Dennoch wird man aufgrund des reduzierten Flugplans in Düsseldorf und Stuttgart Mitarbeiter abbauen. Diese werden nun aufgefordert ihre persönlichen Umstände bis Montag, 17 Uhr 00, per E-Mail der Personalabteilung in Wien mitzuteilen. Ob die an den beiden deutschen Airports gehaltenen Start- und Landerechte bereits auf Ryanair und/oder Malta Air übertragen wurden, geht aus dem Anschreiben nicht hervor. Auch wird kein Wort darüber verloren, ob die Umwandlung in einen ACMI-Provider für Ryanair nur für Düsseldorf und Stuttgart oder aber auch für Palma de Mallorca und Wien gilt.

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