Jan Gruber

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Jan Gruber

Kommentar: Ready2Fly – Wenn die Bordkarte nach dem Abflug kommt…

Einige Fluggesellschaften, darunter auch Air France, bieten das Vorab-Einreichen von „Corona-Unterlagen“ an. Das Versprechen der Airlines: Das Reisen soll durch den digitalen Dokumentencheck vereinfacht werden. Allerdings kann dies auch ad-absurdum geführt werden. Air France schickt ein paar Tage vor dem Abflug eine Einladung zur Teilnahme am so genannten Read2Fly-Programm. Die Passagiere laden ihren Impf-, Genesungs-, und/oder Testnachweis sowie – falls erforderlich – die ausgefüllten Einreisedokumente hoch und sollen – sofern alles passt – dann einen Vermerk auf die Bordkarte bekommen. Diese soll man dann online oder über das Smartphone erhalten, so dass bei Reisenden ohne Aufgabegepäck der Gang zum Check-in-Schalter entfällt. Soweit die Theorie. In der Praxis kann es aber unrund laufen und zwar dann, wenn die elektronische Bordkarte erst rund eine Stunde nach dem Start des Flugzeugs zugeschickt wird. Somit bleibt Reisenden nichts anderes übrig als sich am Check-in-Schalter anzustellen. Wenn dann der Counter-Agent ausschließlich am Reisepass interessiert ist und die „Corona-Dokumente“ gar nicht „kontrolliert“, wirkt es schon ein wenig absurd. Es kann ja mal etwas schief gehen, denn die digitalen Prüfverfahren sind recht neu und die Nutzung durch die Reisenden ist stark schwankend, so dass der Personalbedarf im Hintergrund schwer kalkulierbar ist. Doch unabhängig davon, ob man nun den „Ready2Fly“-Vermerk auf der Bordkarte hat oder nicht, lässt sich das Bodenpersonal beim Boarding die „Corona-Dokumente“ zeigen oder eben nicht. Ganz unabhängig davon, ob man mit Air France oder einer anderen Airline fliegt: Es hängt sehr stark vom jeweiligen Airport und der aktuellen Laune des Boarding-Personals ab. Mal prüft man

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Air Europa vor schwierigem Winter

In Spanien läuft das Kurzarbeitsprogramm (ERTE) in der momentanen Form mit 30. September 2021 aus. Das betrifft auch den Globalia-Konzern, dem unter anderem die Fluggesellschaft Air Europa angehört. Man versucht nun mit den Gewerkschaften alternative Vereinbarungen abzuschließen. Betroffen sind etwa 9.000 Mitarbeiter, die der Globalia-Konzern aufgrund niedrigerer Nachfrage während der Herbst- und Wintersaison nicht benötigen wird. Sollte sich die spanische Regierung nicht zu einer kurzfristigen Verlängerung des ERTE-Programms entscheiden oder aber mit den Arbeitnehmervertretern eine Vereinbarung zur nicht ganz freiwilligen Inanspruchnahme von Urlauben geschlossen werden, so stehen laut der Zeitung El Confidencial viele Jobs bei Air Europa auf der Kippe. Die Verhandlungen sind durchaus kompliziert, denn im Juli 2021 wollte Air Europa die Bezüge um sechs Prozent kürzen. Dies lehnten die Arbeitnehmervertreter ab und verwiesen auf die durchaus hohen Gehälter in der Vorstandsetage. Die aktuelle Situation könnte auch die Übernahme durch die IAG ins Wanken bringen, denn der Mitbewerber könnte abermals einen Preisnachlass fordern. Derzeit hat man sich auf 500 Millionen Euro geeinigt, aber Iberia-Chef Javier Sánchez-Prieto sagte gegenüber der Zeitung El Independiente unter anderem, dass man die weitere Entwicklung von Air Europa beobachtet und insbesondere dann, wenn zusätzlicher Kapitalbedarf besteht, werde man auch über den Kaufpreis sprechen müssen. Die EU-Kommission verlängerte erst kürzlich das Prüfverfahren bis zum 3. Dezember 2021. Die bisher gemachten Zugeständnisse waren nicht ausreichend. Der Ausgang des Verfahrens ist völlig offen, denn zumindest in der Theorie ist auch eine Untersagung möglich. Anzunehmen ist, dass Iberia und Air Europa harte Auflagen gemacht werden.

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Oman Air will Oneworld beitreten

Golfcarrier Oman Air will dem Luftfahrtbündnis Oneworld beitreten und fragte dazu bei Mitbewerber Qatar Airways um Unterstützung bei den Vorbereitungen an. Der Carrier teilte seine Absicht am Sonntag offiziell mit. Im Zuge von Beitritten zu Allianzen ist es üblich, dass designierte Mitglieder von einer anderen Airline begleitet werden. Dabei werden die Prozesse auf jene der Oneworld angeglichen. Im konkreten Fall fragte Oman Air die Unterstützung durch Qatar Airways an. Derzeit hat die Oneworld-Allianz 14 Mitglieder. Unter anderem gehören Qantas, American Airlines, British Airways, Cathay Pacific und Qatar Airways dem Bündnis an. Die Flotte von Oman Air besteht derzeit aus 47 Maschinen. Bedient werden 34 Ziele.

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KLM nimmt zusätzliche USA-Ziele auf

Im Angesicht der angekündigten Lockerung der Einreisebestimmungen der Vereinigten Staaten von Amerika kündigt KLM die Wiederaufnahme zusätzlicher USA-Verbindungen an. Unter anderem handelt es sich um die Destinationen Las Vegas und Miami. Die niederländische Regierung beschloss außerdem, die zuvor angekündigten Quarantänebestimmungen für geimpfte Reisende aus den USA zurückzuziehen. Zuvor war KLM aufgrund dieser Vorschriften gezwungen gewesen, Flüge zu streichen. Die Lockerung der Beschränkungen veranlasste KLM, den Dienst nach Las Vegas und Miami ab dem 7. Dezember wiederaufzunehmen. Passagiere zu diesen Zielen, die zuvor umgebucht wurden, können sich für eine kostenlose Umbuchung auf diese Nonstopflüge an KLM wenden. KLM hatte zuvor angekündigt, seinen Winterflugplan um vier neue Ziele zu erweitern: Cancun (Mexiko), Port of Spain (Trinidad & Tobago), Bridgetown (Barbados) und Mombasa (Kenia). Der Flugplan ab 6. Dezember 2021 auf einen Blick: Flight number From/to Days of the week Departure Arrival KL0627 Amsterdam – Miami Tues./Fri./Sun. 10:20 14:20 KL0628 Miami – Amsterdam Tues./Fri./Sun. 16:30 06:50* Flight number From/to Days of the week Departure Arrival KL0635 Amsterdam – Las Vegas Tues./Thurs./Sun. 12:35 14:10 KL0636 Las Vegas – Amsterdam Tues./Thurs./Sun. 15:59 10:50* *arrival the next day

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MD-83-Ausflottung: DAT kündigt Sonderflug an

Nach rund 30 Jahren im Flugdienst soll die McDonnell Douglas MD-83 mit der Registrierung OY-RUE im Oktober 2021 in den Ruhestand treten. Danish Air Transport beabsichtigt aus diesem Anlass einen Farewell-Flug durchzuführen. Dieser soll am 16. Oktober 2021 ab Kopenhagen stattfinden und rund 1,5 Stunden dauern. Interessierte können sich unter diesem Link voranmelden. Der Ticketpreis beträgt 1.990 Dänische Kronen. Laut Veranstalter wird der Sonderflug nur dann durchgeführt, wenn mindestens fünfzig Flugscheine verkauft werden. Die betroffene McDonnell Douglas MD-83 wurde im Jahr 1989 gefertigt und in 1990 in den aktiven Flugdienst gestellt. Die Seriennummer lautet 49936.

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Norwegian schielt wieder auf die Boeing 737 Max

Vor noch nicht gar so langer Zeit hat Norwegian Air Shuttle eine große Order für das Muster Boeing 737 Max abbestellt. Im Zuge des Insolvenzverfahrens entledigte man sich auch einer A320neo-Großbestellung. Nun hat der Carrier erneut ein Auge auf die Max geworfen. Gegenüber dem dänischen Portal Check-in.dk sagte Firmenchef Geir Karlsen unter anderem, dass es höchstwahrscheinlich ist, dass dieser Maschinentyp künftig Teil der Norwegian-Flotte sein wird. Derzeit fliegt man ausschließlich mit Boeing 737-800. Bemerkenswert ist auch, dass sich die Fluggesellschaft und der Hersteller noch immer in einer juristischen Auseinandersetzung befinden. Mit Airbus konnte ein Deal geschlossen werden, jedoch nicht mit Boeing. Bereits im Juni des Vorjahres erklärte Norwegian, dass man die Order über 92 B737-Max-8 und fünf B787-9 nicht abnehmen wird. Im Zuge des Insolvenzverfahrens forderte man Schadenersatz und zusätzlich die bereits geleisteten Anzahlungen. Boeing kam dem bislang nicht nach und daher reichte Norwegian eine Klage ein. Ob man sich mit dem U.S.-amerikanischen Hersteller einig wird und eine kleine Stückzahl abnehmen wird oder aber ob die künftigen Boeing 737 Max über Lessoren bezogen werden, ist derzeit nicht bekannt.

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United Airlines kehrt nach Berlin zurück

United Airlines will ab Mitte Dezember wieder zwischen New York-Newark und Berlin fliegen. Als Fluggerät sollen Maschinen des Typs Boeing 767-300 zum Einsatz kommen. Das Star-Alliance-Mitglied beabsichtigt diese Route ab 20. Dezember 2020 täglich zu bedienen. Die Entscheidung steht im direkten Zusammenhang mit den seitens der USA angekündigten Einreise-Lockerungen für EU-Bürger. Vollständig geimpfte Personen können ab November 2021 wieder in die Vereinigten Staaten von Amerika einreisen. Die Vorlage eines negativen PCR-Tests ist allerdings zusätzlich erforderlich. Nach und nach kündigen immer mehr Fluggesellschaften die Wiederaufnahme bzw. Aufstockung ihrer Flüge zwischen Europa und den USA an.

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Erste Testflüge: Cebu Pacific bekommt A330neo mit 460 Sitzen

Derzeit ist der Airbus A330-900 für die Beförderung von maximal 440 Passagieren zugelassen. Das ist Cebu Pacific aber zu wenig, denn man will bis zu 460 Reisende an Bord haben. Selbstredend ist die Kabine in All-Eco-Bestuhlung. Dieser Kundenwunsch muss von den Luftfahrtbehörden abgenommen und bewilligt werden. Aus diesem Grund wurde mit der F-WWKP, die für die Auslieferung an Cebu Pacific bestimmt ist, ein Testflug ab Toulouse durchgeführt. Die Maschine hat bereits 460 Sitzplätze für Passagiere an Bord. Im November 2019 entschied sich der Carrier für die Bestellung von insgesamt 16 Airbus A330-900. Die maximale Kapazität von 440 Passagieren war Cebu Pacific aber zu gering weshalb man mit dem besonderen Wunsch nach mehr Sitzplätzen an Airbus herangetreten ist. Vor der Übergabe der ersten Maschine in der besonders engen Bestuhlung müssen offizielle Zulassungen eingeholt werden. Aus diesem Grund werden diverse Tests und Abnahmeflüge in Frankreich durchgeführt. Wie viele das sein werden, ist noch offen. Zuletzt war die F-WWKP am 22. September 2021 über Frankreich in der Luft. Cebu Pacific wird weiters zehn Airbus A321XLR und fünf A320neo erhalten. Über mögliche XLR-Strecken schweigt sich der Carrier momentan noch aus. Angedeutet wurde lediglich, dass man einen Mischbetrieb mit dem Muster A330neo auf Strecken nach Australien, Asien und in den Mittleren Osten anstrebt. Die A330-900 in der besonders engen Bestuhlung will man aber auch auf “Rennstrecken” innerhalb der Philippinen einsetzen.

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IAG-Chef liebäugelt mit Easyjet-Übernahme

Mit einem Übernahmeangebot, das nicht angenommen wurde und letztlich auch zurückgezogen wurde, lenkte Wizz Air die Aufmerksamkeit auf den Mitbewerber Easyjet. Nun wurde bekannt, dass offenbar auch die International Airlines Group ein Auge auf den orangefarbenen Billigflieger geworfen hat. Im Gespräch mit der Sunday Times sagte IAG-Konzernchef Luis Gallego unter anderem, dass er Easyjet “interessant” findet und man mit “allen Airlines, die für uns interessant sein können” sprechen würde. Wie erst gemeint das ist, wird sich noch zeigen, denn eine Übernahme von Easyjet durch die IAG würde die Kartellbehörden wohl länger beschäftigen. Noch ist der Zukauf der spanischen Air Europa nicht in trockenen Tüchern, denn die EU-Kommission prüft noch bis mindestens 5. November 2021. Eine eventuelle Übernahme von Easyjet durch die International Airlines Group dürfte wohl im Vereinigten Königreich kaum bewilligungsfähig sein, da die Firmengruppe bereits jetzt einen äußerst hohen Marktanteil hat. Es ist auch mit Widerstand seitens der EU-Kommission zu rechnen, denn in vielen Märkten gilt der orangefarbene Lowcoster als Preisbrecher.

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Comeback: South African ist wieder in der Luft

Nach rund 1,5 Jahren am Boden erhob sich South African Airways wieder in die Luft. Der Carrier ist nach Insolvenzverfahren und Teilprivatisierung deutlich kleiner. Nur noch sechs Flugzeuge hat man in der Flotte. Am Donnerstag führte SAA den Comeback-Flug auf der Strecke Johannesburg-Kapstadt durch. In der kommenden Woche werden Routen nach Ghana, Zimbabwe, Mozambique und in die DR Kongo folgen. Zunächst wird sich der Carrier auf das Geschäft innerhalb des afrikanischen Kontinents konzentrieren. Die Homepage von South African Airways weist noch immer die einst aus 46 Flugzeugen bestehende Flotte aus, jedoch hat man nur noch sechs Stück in Betrieb. Der Neustart der ehemals zweitgrößten Airline Afrikas ging auch mit einem starken Personalabbau einher. Viele Beschäftigte haben während dem Insolvenzverfahren ihre Jobs verloren. Auch wurde das Unternehmen mehrheitlich an ein Konsortium verkauft. Der Staat ist weiterhin mit 49 Prozent an Bord. South African Airways war nur indirekt ein Opfer der Corona-Pandemie. Seit dem Jahr 2011 häufte das Unternehmen horrende Verluste an und wurde wiederholt mittels Staatshilfe vor dem Bankrott bewahrt. Die Krise gab dem Carrier dann den sprichwörtlichen Rest und während dem Insolvenzverfahren wurden harte Umbaumaßnahmen gesetzt. Bei der Tochtergesellschaft Mango ist weiterhin unklar, ob diese jemals wieder abheben wird. Diese konnte sich länger in der Luft halten, musste jedoch heuer ebenfalls Insolvenz anmelden. Zwar strebt das Management einen Neustart an, aber es fehlt insbesondere am notwendigen Kleingeld.

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