
Europas KI-Gesetz in der Kritik: Spitzenmanager warnen vor Regulierungslast und fordern Aufschub
Mehr als 40 führende Manager europäischer Unternehmen haben in einem offenen Brief an Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ihre tiefe Besorgnis über die europäische Regulierung der Künstlichen Intelligenz (KI) zum Ausdruck gebracht. Sie warnen davor, daß sich die Europäische Union in einer übermäßigen Komplexität verliere und damit ihre eigene Wettbewerbsfähigkeit im globalen Rennen um die Schlüsseltechnologie riskiere. Die Unterzeichner fordern eine Verschiebung der Umsetzung des EU-KI-Gesetzes (AI Act) um zwei Jahre, um sicherzustellen, daß Europa nicht durch überlappende und unklare Vorgaben ausgebremst wird. Dieser Alarmruf aus der Wirtschaft beleuchtet die fragile Balance zwischen der Notwendigkeit einer Regulierung und dem Gebot der Innovationsförderung. Der AI Act: Ein ambitioniertes Gesetz vor der Bewährungsprobe Der AI Act ist das weltweit erste umfassende Gesetz zur Regulierung Künstlicher Intelligenz. Er wurde von der Europäischen Kommission im Jahre 2021 vorgeschlagen und nach langen Verhandlungen im Europäischen Parlament im Frühjahr 2024 endgültig verabschiedet. Das Ziel des Gesetzes ist es, einen Rechtsrahmen für die Entwicklung und Nutzung von KI zu schaffen, der die Sicherheit und die Grundrechte der Bürger schützt, während gleichzeitig Innovationen gefördert werden. Der AI Act verfolgt einen risikobasierten Ansatz, bei dem strengere Vorschriften für KI-Systeme gelten, die als „hochriskant“ eingestuft werden, beispielsweiße in den Bereichen Gesundheit, Strafverfolgung oder kritische Infrastruktur. Obgleich die Grundzüge des Gesetzes bereits feststehen, ist die detaillierte Umsetzung und die Festlegung technischer Standards noch in vollem Gange. Viele verbindliche Vorgaben des AI Acts werden erst in den kommenden Jahren schrittweise in Kraft treten. Parallel dazu arbeitet die EU-Kommission an einem freiwilligen Verhaltenskodex








