
Historische Neuausrichtung zum hundertsten Gründungsjubiläum der Lufthansa
Die Deutsche Lufthansa AG vollzieht anlässlich des 100. Jahrestages ihrer ersten Firmengründung eine tiefgreifende Korrektur in der Darstellung der eigenen Unternehmenshistorie. Mit der Entscheidung von Konzernchef Carsten Spohr, das Jubiläum explizit auf die Gründung der ersten Deutschen Luft Hansa im Jahr 1926 zu beziehen, rückt die enge Verflechtung mit dem nationalsozialistischen Regime in das Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit. Über Jahrzehnte hinweg berief sich das Unternehmen auf eine strikte rechtliche Trennung zwischen der 1946 liquidierten Vorgängergesellschaft und der 1953 neu gegründeten Aktiengesellschaft. Diese Haltung wird nun zugunsten einer umfassenden Transparenz aufgegeben, die auch die systematische Ausbeutung von Zwangsarbeitern und die Rolle als staatstragendes Rüstungsunternehmen umfasst. Wandel in der Erinnerungskultur und personelle Konsequenzen In der Nachkriegszeit war die Strategie der Lufthansa von dem Bemühen geprägt, Reputationsschäden und potenzielle Haftungsansprüche durch die Betonung der Diskontinuität abzuwenden. Diese Phase der Verdrängung wird nun offiziell für beendet erklärt. Carsten Spohr betonte in einem aktuellen Pressegespräch, dass es unehrlich wäre, die dunklen Jahre auszublenden, während man gleichzeitig Stolz auf die heutigen Leistungen des Konzerns empfinde. Die neue Marschrichtung sieht vor, Verantwortung für alle Phasen der Unternehmensgeschichte zu übernehmen, unabhängig von den juristischen Strukturen der Gründungsjahre. Historiker wie Manfred Grieger von der Universität Göttingen weisen darauf hin, dass die frühere Selbstdarstellung als zwei historisch getrennte Entitäten der Faktenlage nicht gerecht wurde. Insbesondere die personelle Kontinuität in den Führungsetagen der Nachkriegs-Lufthansa belegt, dass die Verbindungen zur alten Luft Hansa weit über die bloße Namensgebung hinausgingen. Das Management räumt heute ein, dass der frühere Umgang mit kritischen Forschern wie








