Auch am Montag setzte sich das „Streichkonzert“ bei Austrian Airlines fort. Erneut sind enorm viele Passagiere in Wien und an anderen Flughäfen, die von der österreichischen Lufthansa-Tochter angeflogen werden, gestrandet. Wegen Personalmangel musste die AUA bereits am Wochenende zahlreiche Flüge absagen. Neben den Streichungen gab es in den letzten Tagen auch einige AUA-Kurse, die erheblich verspätet waren. Bis zu elf Stunden später waren zwei Kurse unterwegs. Angesichts dessen, dass AUA-Chefin Annette Mann noch vor wenigen Tagen, zuletzt am Samstag im Ö1-Morgenjournal, behauptete, dass man alles im Griff hat und es keinen Personalmangel gibt, steht die Glaubwürdigkeit des Unternehmens durchaus in Frage. So ist es auch nicht verwunderlich, dass es immer mehr Passagiere gibt, die behaupten, dass Austrian Airlines das Thema Passagierrechte mancherorts sehr mangelhaft einhalten würde. Konkret geht es um den gesetzlichen Anspruch auf Ersatzbeförderung, denn mehrere gestrandete Fluggäste haben unabhängig voneinander berichtet, dass Umbuchungen auf Verfügbare Flüge anderer Airlines, die nicht der Lufthansa Group bzw. Star Alliance angehören, verweigert worden sein sollen. An manchen Airports sollen die von Austrian Airlines beauftragten Bodendienstleister lediglich Zettel mit der Telefonnummer der Hotline ausgeteilt haben. Diese soll stark überlastet gewesen sein und in vielen Fällen keine kurzfristige Lösung gewesen sein. Der Fairness halber muss man Austrian Airlines aber auch zu Gute halten, dass Fälle vorliegen, in denen Passagiere sowohl die angebotene Ersatzbeförderung als auch Hotels abgelehnt haben. Beispielsweise argumentierten Reisende damit, dass sie einen „Direktflug“ (ohnehin falsch, den „Direktflüge“ können im Gegensatz zu „Nonstopflügen“ Zwischenstopps haben) gebucht hätten und nicht „irgendwo“ umsteigen wollen.