
Airbus bereitet Klage gegen Pratt & Whitney wegen Lieferverzögerungen vor
Der langjährige Streit zwischen dem europäischen Flugzeugbauer Airbus und dem Triebwerkshersteller Pratt & Whitney (P&W) erreicht eine neue, juristisch geprägte Eskalationsstufe. Berichten zufolge bereitet Airbus Schadenersatzforderungen gegen die US-amerikanische Tochtergesellschaft von RTX vor, da anhaltende Verzögerungen bei der Auslieferung der Geared Turbofan-Triebwerke (GTF) die Produktion der wichtigsten Flugzeugfamilie massiv behindern. Was als technisches Zuverlässigkeitsproblem begann, hat sich mittlerweile zu einer existenziellen Krise für die gesamte Wertschöpfungskette entwickelt. Airbus macht deutlich, dass die mangelnde Liefertreue des Partners nicht nur die aktuellen Auslieferungsziele gefährdet, sondern den strategischen Hochlauf der Schmalrumpfflugzeuge (Narrowbodies) um Jahre zurückwirft. Während Hunderte von bereits ausgelieferten Flugzeugen weltweit aufgrund von Materialmängeln am Boden bleiben müssen, stauen sich in den Endmontagewerken von Toulouse bis Mobile unfertige Maschinen, denen der Antrieb fehlt. Die Ankündigung möglicher rechtlicher Schritte oder eines Schiedsverfahrens markiert das Ende der stillen Diplomatie und signalisiert den Investoren sowie den betroffenen Fluggesellschaften, dass Airbus die Verantwortung für die Produktionsengpässe klar beim Zulieferer verortet. Systemische Folgen der GTF-Krise für die Luftfahrtindustrie Die Problematik um das PW1100G-Triebwerk, das Herzstück der modernen A320neo-Familie, ist weit mehr als eine reine Wartungsangelegenheit. Es handelt sich um eine systemische Krise, die die globale Flugzeugkapazität einschränkt. Pratt & Whitney kämpft seit geraumer Zeit mit mikroskopisch kleinen Verunreinigungen in einem Metallpulver, das für die Herstellung von Hochdruck-Turbinenscheiben verwendet wird. Dieser Materialfehler zwingt die Betreiber zu vorzeitigen und langwierigen Inspektionen, was Ende 2025 dazu führte, dass weltweit über 800 Jets der A320-Familie am Boden bleiben mussten oder eingelagert wurden. Für Airbus bedeutet dies ein doppeltes Dilemma: Einerseits fordern







