Insolvenz

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Condor verlässt Schutzschirmverfahren

Das Schutzschirmverfahren von Condor ist beendet: Der Ferienflieger hat die finanzielle Schieflage überwunden und ist ab heute wieder ein gesundes Unternehmen – zumindest eigenen Angaben zufolge. Das teilte das Unternehmen am Dienstag mit. „Condor lässt mit dem heutigen Tag die wohl herausforderndste Zeit der Unternehmensgeschichte hinter sich und beginnt ein neues Kapitel. Für unsere Kunden und Partner bedeutet das, dass sie sich auch weiterhin auf Condor verlassen und auf uns bauen können“, so Condor-Chef Ralf Teckentrup.  Condor habe sich im Rahmen des Schutzschirmverfahrens umfassend restrukturiert und durch zahlreiche Kostensenkungs- und Effizienzmaßnahmen ein solides Fundament für die Zukunft geschaffen. Unter anderem ist der Ferienflieger umgehend in eine günstigere Unternehmenszentrale nach Neu-Isenburg umgezogen. Darüber hinaus hatte das Unternehmen mit allen Gewerkschaften bereits vor Monaten Krisen-Tarifverträge und Vereinbarungen geschlossen, die Flexibilität und Effizienz ermöglichen, und gleichzeitig verantwortungsbewusst die Arbeitsplätze der rund 4200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bis mindestens Dezember nächsten Jahres sichern. Die Fluggesellschaft steht heute somit in der Pole Position, sobald der Tourismus wieder anläuft“, so Lucas Flöther, Sachwalter des Schutzschirmverfahrens von Condor zum Abschluss. „Condor ist damit das erste Unternehmen in dieser Branche, dass ein Schutzschirmverfahren so erfolgreich durchlaufen hat. Sämtliche Beteiligte haben alles dafür getan, das Unternehmen zu retten. Das ganze Verfahren war erstklassige Teamarbeit.“

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Avion Express kündigt Insolvenzantrag an

Die Corona-Pandemie fand mit Avion Express ein weiteres Opfer. Das auf die Erbringung von ACMI- und Charterdienstleistungen spezialisierte Unternehmen teilte mit, dass man ein Insolvenzverfahren anmelden wird. Dieses ist nach litauischem Recht vergleichbar mit dem U.S.-amerikanischen Chapter-11. Derzeit laufen intensive Verhandlungen mit Dienstleistern und Lieferanten. Ziel ist, dass das Unternehmen fortgeführt werden kann. Mit dem Sanierungsverfahren will man sich finanziell neu aufstellen. Einen genauen Zeitpunkt für die Einbringung des Antrags beim zuständigen Gericht in Vilnius wurde noch nicht kommuniziert. Jedenfalls soll dies nach den Verhandlungen mit den Gläubigern „in den nächsten Wochen“ erfolgen. „Die Pandemie ist für viele Unternehmen der Luftfahrtindustrie, einschließlich Avion Express, eine schwierige Zeit. Um die Herausforderungen der Pandemie zu bewältigen, wurden im Jahr 2020 viele Änderungen im Geschäft vorgenommen“, so Firmenchef Darius Kajokas. „Als weiteren Schritt haben wir uns zusätzlich zu den jüngsten Anpassungen und Optimierungen in den letzten acht Monaten entschlossen, eine finanzielle Umstrukturierung einzuleiten und Schutz gegen die Gläubiger des Unternehmens zu suchen. Eine solche Entscheidung zielt darauf ab, die Interessen unserer Gläubiger optimal zu koordinieren und die nachhaltige Kontinuität der Aktivitäten von Avion Express sicherzustellen“

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Norwegian schickt EU-Tochter in Gläubigerschutz

Norwegian schickt die ihren EU-Ableger Norwegian Air International in die Insolvenz. Am Mittwoch wurde in Irland ein Gläubigerschutzverfahren angemeldet. Dieser Carrier führt sämtliche Flüge innerhalb der Europäischen Union durch. Ebenso wurde für die Objektgesellschaft Arctic Aviation Assets selbiges beantragt. Die Konzernmutter kündigte erst kürzlich an, dass man sich stark verkleinern wird und vorläufig mit nur wenigen Maschinen innerhalb Norwegens fliegen wird. Zuvor verweigerte die Regierung die Gewährung staatlicher Unterstützung. Norwegian teilte mit, dass der Flugbetrieb – zumindest im Inland – aufrecht bleiben soll. Man will sich mittels der Gläubigerschutzverfahren, in die die beiden irischen Töchter treten, neu aufstellen. Hierfür würde die Liquidität ausreichen. Allerdings ist auch möglich, dass im Rahmen der Verfahren ein Verkauf erfolgen könnte, denn eine EU-Tochter macht für eine Airline, die sich künftig aufs Inland fokussieren will, wenig Sinn.

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Air Asia Japan meldet Insolvenz an – Indische Schwester könnte verkauft werden

Das endgültige Aus des Billigfliegers Air Asia Japan ist in greifbarer Nähe, denn der Carrier stellte am Dienstag bei einem japanischen Gericht einen Insolvenzantrag. Konzernmutter Air Asia Group erklärte in einer Börsenmitteilung, dass das Investment in den Ableger in Japan, an dem man 33 Prozent hält, vollständig abgeschrieben wird. Der japanische Lowcoster stellte am 5. Oktober 2020 aufgrund der Coronakrise den Flugbetrieb ein. Mit nur drei Airbus A320 war es der kleinste operative Air-Asia-Ableger. Die Firmengruppe will auch künftig in Japan präsent sein, jedoch nur mehr hereinfliegend aus anderen Staaten. Die Schulden, die im Zuge des Insolvenzantrags angegeben wurden, betragen umgerechnet etwa 209 Millionen U.S.-Dollar. Die Verbindlichkeiten für Tickets, die nicht mehr genutzt werden können, liegen bei etwa fünf Millionen U.S.-Dollar. Von den etwa 280 Mitarbeitern wurden bereits alle, bis auf ein 50-köpfiges Abwicklungsteam, gekündigt. In einer Börsenmitteilung stellt die Air Asia Group überraschend auch die Zukunft von Air Asia India in Frage. An diesem Ableger ist man mit 49 Prozent beteiligt. Die Konzernmutter teilte mit, dass man einen Ausstieg prüft. „Unsere Geschäfte in Japan und Indien haben Bargeld verbraucht, was die Gruppe finanziell stark belastet hat. Die Kostendämpfung und die Reduzierung des Geldverbrauchs bleiben wichtige Prioritäten, die sich aus der kürzlich erfolgten Schließung von AirAsia Japan und einer laufenden Überprüfung unserer Investition in AirAsia India ergeben. Im gesamten Netzwerk wurde eine detaillierte Strategie zur Netzwerk- und Flottenoptimierung implementiert, die die richtigen Grundlagen für eine nachhaltige und tragfähige Zukunft schafft. Wir überprüfen unser Netzwerk kontinuierlich, um sicherzustellen, dass wir die

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Thomas-Cook-Geschädigte lassen Geld auf der Straße liegen

Im Vorjahr sorgte die Pleite von Thomas Cook für viel Aufsehen, denn diese offenbarte auch, dass Deutschland die Pauschalreiserichtlinie mangelhaft umgesetzt hat. Die Absicherung mit nur 100 Millionen Euro war nicht ausreichend. Der Staat musste daher einspringen und den Geschädigten ihre Anzahlungen oder Mehrkosten erstatten. Doch nun wurde bekannt, dass lediglich die Hälfte der Anspruchsberechtigten ihre Forderungen eingereicht haben. Das Bundesjustizministerium bestätigte gegenüber dem Tagesspiegel, dass 95.600 Anträge eingelangt sind. Die Frist zur Geltendmachung gegenüber der Bundesrepublik Deutschland läuft am 15. November 2020 ab. Der Bund stellte hierfür bislang 225 Millionen Euro bereit, wobei erst 35 Millionen Euro ausgezahlt wurden. Nach Angaben des Ministeriums ist in 23.6000 Fällen das Geld unterwegs. Die Gesamtanzahl der bislang eingebrachten Anträge entspricht in etwa der Hälfte jener, die aufgrund der Pleite des Thomas-Cook-Konzerns aufgrund von Unterversicherung nicht oder nur anteilig durch die Zürich-Versicherung entschädigt wurden.

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Paderborn behält nur 65 Mitarbeiter

Die Belegschaft des insolventen Regionalflughafens Paderborn/Lippstadt wird drastisch verkleinert. Von ehemals etwa 170 Beschäftigten werden nur etwa 65 Mitarbeiter ihre Jobs behalten können. Der Schritt wird als “unabwendbar” bezeichnet. Der Airport meldete am 22. September 2020 Insolvenz in Eigenverwaltung an. Die Gewerkschaft Komba und der Betriebsrat einigten sich am 6. November 2020 mit der Geschäftsleitung und dem vorläufigen Sachwalter auf die Details zum Stellenabbau. Jene, die nicht übernommen werden, sollen in eine so genannte Transfergesellschaft überführt werden, in der sie für bis zu 12 Monaten verbleiben können, um neue Jobs suchen zu können. Die Umstrukturierung des Flughafens Paderborn/Lippstadt soll bis ungefähr März 2021 abgeschlossen sein. Der Flugbetrieb bleibt dadurch uneingeschränkt, jedoch ist dieser aufgrund der geringen Nachfrage aufgrund der Corona-Pandemie derzeit stark reduziert. Zugelassen ist “PAD” für Maschinen der Kategorie E.

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Sundair beantragt Schutzschirmverfahren – Flöther ist Sachwalter

Die deutsche Ferien- und Charterfluggesellschaft Sundair meldete beim Amtsgericht Stralsund ein so genanntes Schutzschirmverfahren an. Dabei handelt es sich um eine Sonderform eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung, das zuletzt beispielsweise beim Mitbewerber Condor zur Anwendung gekommen ist. Der Carrier bestätigte, dass der Antrag bei Gericht eingebracht wurde, betont jedoch, dass die Löhne der Belegschaft über das Arbeitsamt gesichert sind. Mit Hilfe des Schutzschirmverfahrens will man sich rasch neu aufstellen. Das schließt auch ein, dass Leasingverträge neu verhandelt werden sollen. Die Flugtickets sollen ihre Gültigkeit behalten. Firmenchef Marcos Rossello geht davon aus, dass Sundair auch nach der Corona-Pandemie ein starker Partner für Reiseveranstalter und Flughäfen sein wird. Man habe “vor Corona” bewiesen, dass Sundair ein tragfähiges Geschäftsmodell habe. Zum vorläufigen Sachwalter bestellte das Amtsgericht Stralsund eine in der Luftfahrt mittlerweile äußerst bekannte Person: Rechtsanwalt Lucas Flöther, der bereits bei Condor und Air Berlin diese Funktion zugeteilt bekommen hat, ist auch bei Sundair eingesetzt worden.

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LG Korneuburg schließt weiteren Level-Europe-Bereich

Bei der insolventen IAG-Tochter Level Europe wurden seit Ende Juli 2020 nur noch die Bereiche „Nominated Persons“ und „Verwaltung“ fortgeführt. Nun ordnete das Landesgericht Korneuburg auch die Schließung des zuletzt genannten Unternehmensbereichs an. Weiters nahm der Masseverwalter bereits im September 2020 einige Veräußerungen vor, die in der Ediktsdatei publiziert wurden. Bei Level Europe wird nach derzeitigem Stand nur noch der Bereich „Nominated Persons“, der zur Aufrechterhaltung von AOC und Betriebsgenehmigung zwingend erforderlich ist, fortgeführt. Die Zulassungen sind weiterhin aufrecht, denn die Käufersuche läuft noch.

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Gläubiger stimmen zu: Condor verlässt den Schutzschirm

Die Gläubiger der Ferienfluggesellschaft Condor gaben für das Verlassen des so genannten Schutzschirmverfahrens grünes Licht. Der Carrier wird eigenen Angaben nach ab 1. Dezember 2020 als eigenständiges und „gesundes Unternehmen“ am Markt tätig sein. Rechtsmittel können gegen die Zustimmung der Gläubigerversammlung zum Restrukturierungsplan nicht eingelegt werden. „Der Weg ist jetzt frei, dass der 1. Dezember für Condor ein Neustart als gesundes Unternehmen sein wird“, so Ralf Teckentrup, CEO von Condor. „Für unsere Kunden und Partner bedeutet dieser Schritt, dass sie sich auch in Zukunft auf Deutschlands beliebtesten Ferienflieger verlassen können. Ich möchte mich im Namen aller Condorianerinnen und Condorianer herzlich bei allen Gläubigern für Ihre Unterstützung und Ihr Vertrauen bedanken“. Condor hätte eigentlich im Frühjahr an die polnische PGL Holding, Muttergesellschaft von LOT, verkauft werden sollen. Das Schutzschirmverfahren wurde bereits beendet, jedoch platzte der Deal aufgrund der Corona-Pandemie. Die Bundesrepublik Deutschland setzte als Bedingung für ein neuerliches Darlehen, dass ein zweites Verfahren beantragt wird. Ende August 2020 reichte die Condor-Geschäftsleitung einen neuen Plan beim Amtsgericht Frankfurt ein. Über diesen stimmte die Gläubigerversammlung am Donnerstag positiv ab. Verkauft wurde Condor bislang allerdings nicht. Stattdessen wurde eine Treuhandlösung gewählt, so dass der Carrier aus der insolventen Thomas Cook Group herausgelöst ist und bei nächster Gelegenheit zu einem akzeptablen Preis verkauft werden kann. Der Erlös wird den Gläubigern zufließen, weshalb die Anteile derzeit von einem Treuhänder verwaltet werden. Das Verlassen des Schutzschirms bedeutet auch, dass der Sachwalter abgezogen wird. Seine Tätigkeit ist damit beendet.

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Insolvente Flybe vor Comeback

Rund sieben Monate nach dem letzten Flug gibt der eigentlich insolvente Regional-Airline erste Lebenszeichen von sich. Schon im nächsten Jahr könnte der Carrier wieder abheben. Die Covid-19-Pandemie gab der britischen Flybe den Rest, am 4. März 2020 musste der Flugbetrieb eingestellt werden. Nun soll das Unternehmen von Virgin-Atlantic-Anteilseigner Thyme Opco reanimiert werden, wie airlines.de berichtet. Eine Summe für die Übernahme wurde nicht genannt. Ziel sei ein Comeback der Fluggesellschaft im kommenden Jahr. Damit würden „Arbeitsplätze, die regionale Anbindung und die lokale Wirtschaft gestützt“, heißt es in der Mitteilung der Abwickler von der Unternehmensberatung EY. Ein Sprecher von Thyme Opco sagte der Nachrichtenagentur AFP, der Neustart werde „in kleinerem Maßstab“ erfolgen. Genauere Angaben etwa zur Personalstärke machte er nicht. Flybe zählte zuletzt mit mehr als 2000 Mitarbeitern zu einer der größten Regional-Airlines Europa. 

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