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Europäischer Gerichtshof bestätigt Nichtigkeit der Lufthansa Staatshilfen

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat in einem richtungsweisenden Urteil die ursprüngliche Genehmigung der milliardenschweren Corona-Staatshilfen für die Deutsche Lufthansa AG durch die Europäische Kommission für nichtig erklärt. Damit bestätigten die Luxemburger Richter die vorangegangene Entscheidung der ersten Instanz aus dem Jahr 2023 und wiesen die Berufung der Fluggesellschaft zurück. Im Zentrum des juristischen Streits stand das im Frühjahr 2020 geschnürte Rettungspaket der Bundesrepublik Deutschland in Höhe von sechs Milliarden Euro, welches dem Konzern in der schwersten Krise der Luftfahrtgeschichte das Überleben sichern sollte. Während die Lufthansa die Hilfen bereits vollständig zurückgezahlt hat, wirft das Urteil grundlegende Fragen zur Kontrollfunktion der Brüsseler Wettbewerbshüter und zur Gleichbehandlung innerhalb des europäischen Binnenmarktes auf. Die Richter sahen insbesondere bei der Festsetzung des Aktienpreises für den Einstieg des Staates erhebliche Versäumnisse seitens der EU-Kommission, die nun vor der Aufgabe steht, das gesamte Verfahren rechtlich neu zu bewerten. Die Hintergründe des milliardenschweren Rettungsschirms Im Zuge der weltweiten Reisebeschränkungen während der Pandemie geriet die Lufthansa Group, wie nahezu alle global agierenden Airlines, in eine existenzbedrohende Liquiditätskrise. Um den drohenden Zusammenbruch abzuwenden, handelten die Bundesregierung und der Konzern ein umfassendes Stabilisierungspaket aus. Dieses sah unter anderem eine direkte Beteiligung des Bundes über den Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) vor. Der Bund erwarb im Rahmen einer Kapitalerhöhung ein Aktienpaket von 20 Prozent zum Nennwert von 2,56 Euro pro Aktie. Hinzu kamen stille Beteiligungen, die unter bestimmten Bedingungen in Aktien umgewandelt werden konnten. Die Europäische Kommission genehmigte diese Maßnahmen unter dem sogenannten Befristeten Rahmen für staatliche Beihilfen, der eigens zur Bewältigung der wirtschaftlichen

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Lufthansa nimmt ersten modernisierten Airbus A380 in den Liniendienst auf

Die Deutsche Lufthansa hat die umfassende Modernisierung ihrer Airbus A380-Flotte gestartet und das erste umgerüstete Flugzeug erfolgreich in den operativen Betrieb integriert. Am 23. April 2026 hob der Gigant mit der Kennung D-AIMC unter der Flugnummer LH452 von München in Richtung Los Angeles ab. Nach einem zwölfwöchigen Aufenthalt in den Elbe Flugzeugwerken in Dresden wurde das Flaggschiff mit einer völlig neuen Kabinenausstattung versehen. Zentrales Element des Umbaus ist die neue Business Class, die nun 68 Einzelsitze des Herstellers Thompson umfasst. Diese bieten eine Bettlänge von zwei Metern und ermöglichen durch ihre versetzte Anordnung jedem Passagier einen direkten Zugang zum Gang, was die Privatsphäre im Vergleich zum Vorgängermodell erheblich steigert. Neben der Hardware wurde das technologische Angebot an Bord umfassend erneuert. Das neue Inflight-Entertainment-System von Panasonic verfügt über 18-Zoll-Bildschirme und ermöglicht die drahtlose Kopplung privater Kopfhörer via Bluetooth. Eine interaktive 3D-Karte sowie hochauflösende Außenkameras ergänzen das Informationsangebot für die Fluggäste. Der Retrofit-Prozess umfasst jedoch mehr als nur optische und technische Neuerungen; parallel zur Kabinenaufrüstung führt Lufthansa an den Standorten Dresden und Manila notwendige Routine-Wartungsarbeiten durch, um die Einsatzfähigkeit der acht reaktivierten Airbus A380 bis weit in das nächste Jahrzehnt hinein sicherzustellen. Die Modernisierungsstrategie ist Teil eines großangelegten Investitionsprogramms, um die Attraktivität des Drehkreuzes München zu stärken. Da die Auslieferung neuer Langstreckenflugzeuge wie des Boeing 777-9 weiterhin Verzögerungen unterliegt, fungiert der Airbus A380 als unverzichtbarer Kapazitätsträger auf nachfragestarken Routen nach Nordamerika und Asien. Unmittelbar nach der Fertigstellung des ersten Flugzeugs wurde bereits der Airbus A380 mit der Kennung D-AIMH in die Werft

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Tarif-Degradierung bei der Lufthansa Group: Der Einzug von Billigflug-Methoden im „Premium-Segment“

Die Lufthansa Group vollzieht mit der Einführung des „Economy Basic“-Tarifs eine radikale Abkehr von traditionellen Serviceversprechen und nähert sich operativ dem Geschäftsmodell von Ultra-Low-Cost-Carriern an. Während der Konzern die Neuerung als „Wahlmöglichkeit“ deklariert, bewerten Branchenexperten diesen Schritt als Fortsetzung einer schleichenden Entwertung des Flugtickets. Durch die Streichung des inkludierten Handgepäcks in der günstigsten Kategorie bricht Lufthansa mit einem Standard, der lange Zeit den wesentlichen Unterschied zu Billigfliegern wie Ryanair markierte. Passagiere werden nun faktisch dazu gezwungen, für Leistungen extra zu bezahlen, die früher selbstverständlich zum Kernprodukt gehörten. Ein direkter Vergleich der neuen Bestimmungen mit dem Modell von Ryanair zeigt frappierende Parallelen, aber auch preisliche Diskrepanzen. Ryanair führte bereits vor Jahren das System ein, bei dem im Basistarif lediglich eine kleine Tasche (40x20x25 cm) erlaubt ist, die unter den Vordersitz passen muss. Lufthansa übernimmt nun exakt dieses Prinzip: Im neuen Basic-Tarif ist nur noch ein „persönlicher Gegenstand“ enthalten. Wer bei Ryanair ein großes Handgepäckstück mitnehmen möchte, muss „Priority“ oder einen höheren Tarif buchen – bei Lufthansa führt der Weg nun ebenfalls über teurere Tarifstufen oder kostenpflichtige Zusatzbuchungen. Kritiker weisen darauf hin, dass die Grundpreise bei Lufthansa trotz der Leistungskürzung oft deutlich über dem Niveau der irischen Konkurrenz liegen, womit das Preis-Leistungs-Verhältnis für den Kunden massiv sinkt. Die Einführung der Umbuchungsoption im „Light“-Tarif gegen Gebühr wirkt vor diesem Hintergrund wie ein schwacher Trost für die gleichzeitige Beschneidung beim Gepäck. Während Ryanair für seine strikten Regeln und hohen Gebühren bekannt ist, jedoch durch eine aggressive Niedrigpreispolitik punktet, gerät Lufthansa in ein strategisches Dilemma:

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Miles & More führt digitale Umbuchungsfunktion für Prämienflüge ein

Das Vielflieger- und Prämienprogramm Miles & More hat sein digitales Dienstleistungsangebot erweitert und ermöglicht Teilnehmern ab sofort die eigenständige Online-Umbuchung von Prämienflügen. Bisher waren solche Anpassungen oft mit zeitaufwendigen Anrufen in den Service-Centern verbunden. Die neue Funktion ist direkt über das Nutzerkonto im Bereich der aktuellen Buchungen zugänglich. Sie steht für alle regulären Prämienfahrkarten zur Verfügung, deren Tarifkonditionen eine Umbuchung grundsätzlich zulassen. Damit reagiert das zur Lufthansa-Gruppe gehörende Programm auf die gestiegene Erwartungshaltung der Kunden nach mehr Flexibilität und Autonomie bei der Reiseverwaltung. Technisch integriert Miles & More die Funktion in die bestehende Infrastruktur der Buchungsplattform. Nutzer können nun innerhalb ihres Profils nach verfügbaren Alternativverbindungen suchen und die Änderung direkt bestätigen. Sofern für die gewählte neue Verbindung Gebühren anfallen oder eine Differenz bei den Steuern und Zuschlägen besteht, werden diese im Zuge des Online-Prozesses neu berechnet und eingezogen. Wichtig für die Anwendung ist, dass der ursprüngliche Flugstatus noch nicht angetreten wurde und die Ticketausstellung über die Lufthansa-Gruppe oder teilnehmende Partner wie Swiss, Austrian Airlines oder Brussels Airlines erfolgte. Die Einführung ist Teil einer umfassenderen Modernisierungsstrategie der Lufthansa-IT, die darauf abzielt, die personellen Ressourcen im Kundenservice zu entlasten. In Branchenkreisen wird darauf hingewiesen, dass die manuelle Bearbeitung von Prämienbuchungen bisher einen erheblichen Teil der Callcenter-Kapazitäten band. Durch die Automatisierung dieser Standardprozesse sollen Wartezeiten bei komplexeren Anfragen reduziert werden. Die Neuerung gilt für Prämienflüge in allen verfügbaren Reiseklassen, sofern der zugrunde liegende Meilen-Tarif nicht explizit als nicht umbuchbar (wie bei bestimmten Sonderaktionen) gekennzeichnet ist. Zusätzliche Daten aus dem Flugverkehrssektor belegen, dass die

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Kapazitätssicherung im Münchner Zubringernetz durch Helvetic Airways

Die Einstellung des Flugbetriebs von Lufthansa Cityline zwingt den Lufthansa-Konzern zu einer umfassenden Umgestaltung seines Zubringernetzes. Um die Anbindung an das Drehkreuz München aufrechtzuerhalten, kooperiert die deutsche Fluggesellschaft ab dem 1. Mai 2026 verstärkt mit dem Schweizer Wet-Lease-Spezialisten Helvetic Airways. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit wird ein Flugzeug vom Typ Embraer E195 dauerhaft am Flughafen München stationiert. Dieser Schritt ist Teil einer kurzfristigen Strategie, um die durch das Ausscheiden der Cityline entstandenen Lücken in der Flottenkapazität zu schließen und die Konnektivität für Langstreckenpassagiere zu gewährleisten. Der Wegfall der Lufthansa Cityline, die über Jahrzehnte als wesentliche Stütze im Regionalverkehr fungierte, hat bereits zu massiven Anpassungen im Flugplan geführt. Branchenexperten weisen darauf hin, dass Lufthansa bis Ende Oktober 2026 etwa 20.000 Flüge streichen musste, um auf den Personalmangel und die operative Umstrukturierung zu reagieren. Die Stationierung der Schweizer Embraer-Maschine in München dient primär dazu, hochfrequente Zubringerstrecken zu stabilisieren, auf denen der Einsatz größerer Airbus-Maschinen der Kernflotte wirtschaftlich nicht darstellbar ist. Die Embraer E195 bietet hierfür mit ihrer Kapazität von rund 120 Sitzen eine effiziente Lösung. Zusätzliche Recherchen im Luftfahrtsektor verdeutlichen, dass Lufthansa verstärkt auf externe Partner im Rahmen von Wet-Lease-Abkommen setzt, um operative Engpässe abzufedern. Helvetic Airways verfügt über eine hochmoderne Flotte und ist bereits seit Jahren ein etablierter Partner für verschiedene europäische Fluggesellschaften. Die nun intensivierte Kooperation am Standort München unterstreicht den hohen Druck, unter dem das europäische Regionalnetz derzeit steht. Während die neue Konzerntochter City Airlines – oft als „City Airlines 2.0“ bezeichnet – erst schrittweise ihren Betrieb aufnimmt, überbrücken Partner

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Rekordjahr für den Flughafen Nürnberg trotz wirtschaftlicher Herausforderungen

Der Flughafen Nürnberg hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem historischen Höchstwert abgeschlossen und verzeichnete mit 4,51 Millionen Passagieren das verkehrsstärkste Jahr seit seinem Bestehen. Dies entspricht einer Steigerung von 11,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr und übertrifft sogar das bisherige Rekordjahr 2018. Während der bundesweite Durchschnitt der deutschen Verkehrsflughäfen aufgrund hoher Standortkosten und der Luftverkehrsteuer noch unter dem Vorkrisenniveau liegt, erreichte Nürnberg ein Recovery-Level von 110 Prozent im Vergleich zu 2019. Die durchschnittliche Auslastung der Maschinen kletterte auf einen Spitzenwert von 83,2 Prozent, wobei besonders das vierte Quartal mit einem Zuwachs von rund 20 Prozent herausragte. Wachstumstreiber waren vor allem die Low-Cost-Airlines sowie ein dynamischer Touristikverkehr. Ryanair festigte seine Position als Marktführer in Nürnberg mit einem Anteil von 28 Prozent, während Wizz Air zur zweitgrößten Fluggesellschaft am Standort aufstieg. Auch das Full-Service-Segment entwickelte sich positiv; so steigerte die Lufthansa ihr Passagieraufkommen um 11,5 Prozent. Im touristischen Sektor, der insgesamt 1,63 Millionen Reisende zählte, sorgte insbesondere die Stationierung eines zweiten Flugzeugs durch Marabu Airlines für Impulse. Das nachfragestärkste Ziel blieb mit über 600.000 Passagieren Antalya, gefolgt von Palma de Mallorca und wichtigen europäischen Drehkreuzen wie Istanbul, Frankfurt und Amsterdam. Trotz der operativen Rekordzahlen schloss der Flughafen das Geschäftsjahr mit einem Jahresfehlbetrag von rund 1,1 Millionen Euro ab. Dies stellt jedoch eine signifikante Verbesserung zum Vorjahr dar, da das operative Ergebnis (EBITDA) auf 11,8 Millionen Euro gesteigert werden konnte. Höhere Umsätze im Bereich Einzelhandel, Gastronomie und Parken trugen maßgeblich dazu bei. Parallel dazu investierte der Airport massiv in seine Infrastruktur: Von den insgesamt

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Massive Kraftstoffpreissteigerungen belasten die globale Luftfahrtindustrie

Die weltweite Luftfahrtbranche sieht sich kurz vor Beginn der Sommersaison 2026 mit einer existenzbedrohenden Kostenexplosion konfrontiert. Seit dem Beginn militärischer Operationen gegen den Iran Ende Februar haben sich die Preise für Flugkraftstoff mehr als verdoppelt. Laut dem Jet Fuel Price Monitor der IATA kletterte der Preis pro Barrel von etwa 96 US-Dollar auf einen Höchststand von 209 US-Dollar Anfang April. Zwar hat sich das Preisniveau zuletzt in einer Spanne zwischen 165 und 198 US-Dollar stabilisiert, doch die Volatilität bleibt extrem hoch. Da Treibstoffkosten herkömmlich 25 bis 30 Prozent der gesamten Betriebskosten einer Fluggesellschaft ausmachen, geraten die Kalkulationen für den bevorstehenden Sommerreiseverkehr massiv unter Druck. Besonders kritisch bewertet die Internationale Energieagentur (IEA) die Versorgungslage in Europa. IEA-Direktor Fatih Birol warnte in aktuellen Stellungnahmen vor einer Verknappung der Bestände und bezeichnete die aktuelle Situation als die schwerste Energiekrise der Weltgeschichte. Den Berichten zufolge verfügt Europa derzeit nur noch über Vorräte für etwa sechs Wochen. In einigen europäischen Ländern sind die Reserven sogar auf unter 20 Tage gesunken, was deutlich unter dem seit 2020 verzeichneten Minimum von 29 Tagen liegt. Die effektive Schließung der Straße von Hormuz, einer zentralen Schlagader für den globalen Ölhandel, erschwert die logistische Nachversorgung der Raffinerien zusätzlich und führt zu Engpässen in der gesamten Lieferkette. Erste Fluggesellschaften haben bereits mit drastischen Maßnahmen auf die veränderten Rahmenbedingungen reagiert. Die Lufthansa stellte den Betrieb ihrer Tochtergesellschaft CityLine ein und legte 27 ältere Maschinen still, deren Betrieb aufgrund des hohen Verbrauchs nicht mehr wirtschaftlich darstellbar war. Die niederländische KLM strich kurzfristig 160

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TAP: Portugiesische Regierung übernimmt Haftung für Altschulden gegenüber Azul

Im Rahmen des laufenden Privatisierungsprozesses der nationalen Fluggesellschaft TAP Air Portugal hat die portugiesische Regierung eine weitreichende Entscheidung zur Absicherung potenzieller Investoren getroffen. Infrastrukturminister Miguel Pinto Luz gab bekannt, dass der Staat für eine strittige Forderung der brasilianischen Fluggesellschaft Azul Linhas Aéreas in Höhe von 90 Millionen Euro einstehen wird, sollte ein entsprechendes Gerichtsurteil zugunsten der Brasilianer ausfallen. Diese Zusage ist ein entscheidender Schritt, um die verbliebenen Bietergruppen – namentlich die Air France-KLM-Gruppe und die Lufthansa-Gruppe – vor unvorhersehbaren finanziellen Altlasten zu schützen. Der Konflikt um die ausstehende Summe reicht in die Phase der Pandemie-bedingten Verstaatlichung zurück, als Kredite, die der einstige Anteilseigner David Neeleman vermittelte, rechtlich angefochten wurden. Durch die Übernahme der Haftungsverantwortung signalisiert Lissabon Entschlossenheit, den Verkauf von 44,9 % der Staatsanteile zügig und rechtssicher zum Abschluss zu bringen. Hintergrund der finanziellen Verflechtungen mit Azul Die Ursprünge der aktuellen juristischen Auseinandersetzung liegen im Jahr 2016, als die Fluggesellschaft Azul über ihren Gründer David Neeleman massiv in die damals angeschlagene TAP Air Portugal investierte. Im Zuge dieser strategischen Partnerschaft wurden Wandelanleihen und Kredite bereitgestellt, um die Liquidität der portugiesischen Airline zu sichern. Das Volumen dieser spezifischen Forderung beläuft sich auf rund 90 Millionen Euro. Mit dem Ausbruch der globalen Pandemie im Jahr 2020 änderte sich die Situation jedoch grundlegend. Die portugiesische Regierung sah sich gezwungen, TAP zu verstaatlichen, um den drohenden Zusammenbruch der nationalen Infrastruktur zu verhindern. In diesem Prozess wurden die Beteiligungsverhältnisse neu geordnet, wobei die Ansprüche von Azul und Neeleman in die juristische Prüfung gerieten. Die brasilianische

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Lufthansa: Fokus auf Großraumflugzeuge und struktureller Umbau der Kernmarke

Die Deutsche Lufthansa AG forciert im Rahmen ihres Maßnahmenpakets Turnaround eine tiefgreifende Umgestaltung ihrer Flotten- und Netzstrategie. Entgegen dem Branchentrend, der verstärkt auf den Einsatz von schmalrumpfigen Langstreckenflugzeugen wie dem Airbus A321XLR setzt, bekennt sich Konzernchef Carsten Spohr klar zum klassischen Drehkreuzmodell mit Großraumgerät. Während Wettbewerber wie United Airlines oder Air Canada den A321XLR nutzen, um neue Punkt-zu-Punkt-Verbindungen über den Atlantik zu etablieren, investiert die Lufthansa bevorzugt in größere Muster wie die Boeing 787 und den Airbus A350. Ziel dieser Strategie ist eine Vereinfachung der Flottenstruktur bei gleichzeitiger Stärkung der Profitabilität der Kernmarke Lufthansa Classic. Diese befindet sich gegenwärtig in einem schwierigen Fahrwasser: Dünne Gewinnmargen, geopolitische Krisen und eskalierende Tarifkonflikte zwingen den Konzern zu drastischen Schritten. Dazu gehören die vorgezogene Stilllegung der Regionaltochter Lufthansa Cityline sowie die beschleunigte Ausflottung älterer, treibstoffintensiver Vierstrahler wie der Airbus A340-600 und der Boeing 747-400. Diese Maßnahmen lösen jedoch erhebliche Spannungen mit den Gewerkschaften aus, da die Belegschaft eine Entkernung der Kernmarke befürchtet. Absage an den Airbus A321XLR und Fokus auf den Hub-Verkehr Trotz einer intensiven Analyse des Airbus A321XLR, die bis Ende 2025 andauerte, hat sich der Lufthansa-Vorstand gegen eine Bestellung dieses Typs entschieden. Das Flugzeug, das durch technische Modifikationen wie einen integrierten Rumpftank eine Reichweite von bis zu 8.700 Kilometern erzielt, wird von Konkurrenten genutzt, um Nischenmärkte direkt zu bedienen. So plant Air Canada für 2026 beispielsweise Verbindungen von Montreal nach Berlin oder Palma de Mallorca. Lufthansa-Chef Carsten Spohr begründet die Ablehnung damit, dass Langstreckenflüge im Lufthansa-System ein reines Drehkreuzgeschäft bleiben sollen. Da

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Tarifkonflikt im Lufthansa-Konzern: Die Stilllegung der Cityline löst heftige Debatten aus

Die deutsche Luftfahrtbranche steht vor einer weitreichenden Zäsur, die nicht nur das operative Netz der Lufthansa, sondern auch das Verhältnis zwischen Management und Arbeitnehmervertretern grundlegend erschüttert. Im Zentrum der aktuellen Auseinandersetzung steht die angekündigte kurzfristige Stilllegung der Tochtergesellschaft Lufthansa Cityline, eines zentralen Pfeilers im Zubringersystem der Drehkreuze Frankfurt und München. Während externe Investoren und Teile des Verwaltungsrats den Gewerkschaften vorwerfen, durch unverhältnismäßige Streiks die wirtschaftliche Stabilität des Gesamtkonzerns zu gefährden, sieht die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit darin ein kalkuliertes Spiel mit der Existenzberechtigung der Belegschaft. Die Gewerkschaft bewertet die Maßnahmen als rein tarifpolitisch motiviert und wirft der Konzernspitze vor, eine Krise zu instrumentalisieren, um schlechtere Arbeitsbedingungen durchzusetzen. Die betroffenen Mitarbeiter stehen vor einer ungewissen Zukunft, da grundlegende Fragen zu Lizenzen, Flugstunden und beruflichen Perspektiven nach Ablauf der Schutzfristen bisher unbeantwortet bleiben. Der Konflikt hat sich zudem auf die Ebene öffentlicher Briefwechsel verlagert, wobei prominente Stimmen aus dem Umfeld der Großaktionäre den Druck auf die Fachgewerkschaften massiv erhöhen. Die Argumentation der Investorenebene und der Vorwurf des Missbrauchs Ein wesentlicher Auslöser für die jüngste Eskalation war ein offener Brief von Karl Gernandt, dem Präsidenten des Verwaltungsrats der Kühne Holding. In diesem Schreiben griff Gernandt die Fachgewerkschaften Vereinigung Cockpit und die Flugbegleiterorganisation UFO scharf an. Er warf ihnen vor, das verfassungsmäßig garantierte Streikrecht in einer Art und Weise zu missbrauchen, die nicht mehr im Verhältnis zum angestrebten Ziel stehe. Gernandt kritisierte, dass persönlicher Egoismus über die Interessen der Gesamtheit des Unternehmens und seiner Kunden gestellt werde. Diese Position spiegelt die wachsende Ungeduld bedeutender Anteilseigner

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