
Abschlussbericht zum Absturz der ATR 72-500 in Brasilien identifiziert vielschichtiges Ursachengeflecht
Die brasilianische Flugunfalluntersuchungsbehörde Cenipa hat ihren finalen Untersuchungsbericht zum Absturz eines Passagierflugzeugs vom Typ ATR 72-500 der Fluggesellschaft Voepass im August 2024 vorgelegt. Der Bericht kommt zu dem Ergebnis, dass ein Zusammenspiel aus 19 verschiedenen Faktoren zu der Katastrophe führte, bei der alle 62 Insassen ums Leben kamen. Als zentrale Auslöser nennt die Behörde eine ausgeprägte Vereisung der Tragflächen, wiederholte Fehlfunktionen des bordeigenen Enteisungssystems, Fehlentscheidungen der Cockpitbesatzung sowie strukturelle Versäumnisse im Betrieb der Fluggesellschaft Voepass und Mängel bei der behördlichen Aufsicht. Der Fall verdeutlicht die Risiken, die mit Vereisungsbedingungen bei Turboprop-Flugzeugen einhergehen, und wirft Fragen bezüglich der Sicherheitsstandards und Wartungsprozesse im regionalen Luftverkehr auf. Rekonstruktion des Flugverlaufs und der Tragödie von Vinhedo Das Unglück ereignete sich am 9. August 2024 auf dem Voepass-Flug 2283, der von Cascavel im Bundesstaat Paraná zum internationalen Flughafen Guarulhos in São Paulo unterwegs war. An Bord der zweimotorigen Turboprop-Maschine befanden sich 58 Passagiere und vier Besatzungsmitglieder. Während des Reiseflugs in einer Höhe von rund 17.000 Fuß geriet das Flugzeug in eine Wetterzone mit hoher Luftfeuchtigkeit und extrem niedrigen Temperaturen, was die schnelle Bildung von Klareis an den Oberflächen der Maschine begünstigte. In den letzten Flugminuten verlor die Maschine rapide an Auftrieb und geriet in einen unkontrollierten Flachrudersturz. Videoaufnahmen von Augenzeugen dokumentierten, wie das Flugzeug in einer flachen Trudelbewegung senkrecht zu Boden stürzte, bevor es in einem Wohngebiet der Ortschaft Vinhedo, etwa 80 Kilometer nordwestlich von São Paulo, aufschlug. Beim Aufprall wurden die Zelle und die Bordsysteme vollständig zerstört. Am Boden entstanden Sachschäden an Wohngebäuden, Personen




