Jan Gruber

Weitere Artikel aus der Rubrik

Jan Gruber

Ocean könnte zu Lasten von Eurowings Europe gehen

Die Lufthansa-Tochter Ocean GmbH soll spätestens ab Ende 2021 mit eigenem AOC und eigener Betriebsgenehmigung auf der Mittel- und Langstrecke fliegen. Primär sollen touristische Strecken bedient werden. Das hierfür erforderliche Fluggerät soll von den Konzernschwestern Eurowings und Brussels Airlines übertragen werden. Der Start in Frankfurt am Main erfolgt laut Airliners.de noch in der laufenden Winterflugplanperiode, wobei die drei eingesetzten Maschinen von Brussels Airlines unter der Marke Eurowings betrieben werden. Im Sommer 2020 sollen laut Konzernchef Carsten Spohr sieben Großraumjets auf touristischen Langstrecken eingesetzt werden. Mittelfristig ist geplant, dass die Leisurestrecken auf der Mittel- und Langstrecke, die momentan von Lufthansa, Cityline und Brussels Airlines operativ betrieben werden, zur Ocean GmbH übertragen werden. Ab welchem Airport diese abheben werden, ist noch nicht final entschieden. Fix ist jedoch, dass die Aktivitäten in diesem Segment bei der neuen Tochtergesellschaft gebündelt werden. Das Projekt kann auch Auswirkungen auf die österreichische Eurowings Europe haben, denn derzeit prüft man die Übertragung von acht Maschinen des Typs Airbus A320 zur Ocean GmbH. Diese sollen dann ab Frankfurt und München diverse Ziele in der Mittelmeerregion bedienen. Ob die österreichische Eurowings Europe als ACMI-Partner fungieren wird oder möglicherweise gar obsolet werden könnte, ist noch nicht entschieden. Das Ocean-Projekt von Konzernchef Carsten Spohr ist den Gewerkschaften ein Dorn im Auge. Diese werfen vor, dass der Kranich „Tarifflucht“ begehen würde. Definitiv ist es aber ein Eingeständnis, dass die bisherige Eurowings-Strategie grandios gescheitert ist. Der Lufthansa-Vorstand versucht die Touristik, die seit dem Verkauf der Condor-Anteile stark vernachlässigt wurde, auf neue Beine zu stellen.

weiterlesen »

Wien: Wizzair wechselt in Rom nach Ciampino

Die ungarische Billigfluggesellschaft Wizzair wird künftig nicht mehr von Wien aus nach Rom-Fiumicino fliegen, sondern wechselt nach Rom-Ciampino. Derzeit pausiert die Strecke in die italienische Hauptstadt. Die Umstellung soll mit der Wiederaufnahme per 18. Dezember 2020 vollzogen werden. Derzeit fliegt ab Wien keine andere Fluggesellschaft den kleineren der beiden Flughäfen Roms, Ciampino, an. Dieser wird überwiegend von den Billigfluggesellschaften Ryanair und Wizzair genutzt. Ab Wien fliegt Ryanair allerdings nach Fiumicino. Der Flughafen Flughafen Rom-Ciampino befindet sich rund 15 Kilometer südöstlich des Stadtzentrums. Der Airport wurde im Jahr 1916 eröffnet. Die Verkehrsanbindung erfolgt überwiegend mit Bussen. Rom-Fiumicino befindet sich rund 29 Kilometer südwestlich der Innenstadt und ist mit Zügen und Bussen angebunden. Beide Airports werden von Aeroporti di Roma, einer Tochtergesellschaft des Atlantia-Konzerns der Familie Benetton, betrieben.

weiterlesen »

Lufthansa Technik verkleinert den Vorstand

Die Lufthansa Technik AG wird künftig von einem dreiköpfigen Vorstand geführt. Constanze Hufenbecher und Antonio Schulthess werden per Jahresende das Unternehmen verlassen. Im Zuge dessen wird eine Position im Führungsgremium eingespart. Laut Medienmitteilung hängt die Maßnahme mit dem Sparprogramm „Rise“ zusammen. Zukünftig wird der Vorstand aus einem Chief Executive Officer (CEO), einem Chief Operating Officer (COO) und einem Vorstandsmitglied für Finanzen und Personal bestehen. Die Zuständigkeit für alle operativen Geschäftsbereiche wird dann beim COO gebündelt. Constanze Hufenbecher (derzeit Chief Financial Officer und verantwortlich für den Geschäftsbereich VIP & Special Mission Aircraft Services) sowie Antonio Schulthess (derzeit zuständig für Personal, Lean- und Prozessmanagement sowie die Geschäftsbereiche Engines und Aircraft Systems) haben sich im Zuge dieser Reorganisation entschieden, Lufthansa Technik zum Jahresende zu verlassen und sich neuen unternehmerischen Herausforderungen zu widmen. „Wir danken Constanze Hufenbecher für ihr sehr erfolgreiches Wirken bei Lufthansa Technik“, so Detlef Kayser, der Vorsitzende des Aufsichtsrats. „Sie hat die Prozesse in den Bereichen Finanzen, Einkauf, Recht und Außenwirtschaft sowie Infrastruktur erheblich professionalisiert und sowohl deren Effizienz als auch die Effektivität deutlich gesteigert.“ Über die Bestellung des neuen Vorstandsmitgliedes für die Ressorts Finanzen und Personal wird der Aufsichtsrat bald entscheiden. Johannes Bußmann bleibt unverändert CEO von Lufthansa Technik, Sören Stark verantwortet als COO weiterhin das operative Geschäft. „Antonio Schulthess hat viele Jahre und sehr erfolgreich in sehr unterschiedlichen Positionen im Top-Management die Lufthansa Group mitgestaltet. Dafür danken wir ihm sehr“, ergänzte Kayser. „Als Vorstandsmitglied hat er die Leistungsfähigkeit des Personalbereichs von Lufthansa Technik kontinuierlich verbessert und so das weltweite

weiterlesen »

Tui startet „Do it yourself-Coronatests“

Der deutsche Reiseveranstalter Tui bietet neuerdings für Personen, die auf die Kanaren reisen wollen, Antigen-Tests quasi über das Internet an. Dabei handelt es sich um Schnelltests, die seitens der Reisenden zu Hause durchgeführt werden. Über das Internet, beispielsweise per Videotelefonat, gibt es die vorgeschriebene Beratung durch medizinisches Personal dazu. Ist der Test negativ, so soll eine Bescheinigung per E-Mail zugestellt werden. Tui-Manager Hubert Kluske behauptet, dass der Befund in diesem Verfahren von den spanischen Behörden anerkannt wird. Allerdings ist in den Bestimmungen derzeit noch zu lesen, dass ab 14. November 2020 ein negativer PCR-Befund vorgelegt werden muss. Alternativ kann die Testung auch in Spanien vorgenommen werden. Inwiefern hier der Antigen-Test des Reiseveranstalters als Ersatz dienen soll, ist unklar. Allerdings gelten Spanien und Griechenland den Antigen-Tests im Reiseverkehr – im Gegensatz zu Deutschland – offen aufgeschlossen. Änderungen der Bestimmungen, die zur Anerkennung von Antigen-Ergebnissen führen, sind daher nicht auszuschließen. Tui setzt hierbei auf „do it yourself“ mit Online-Beratung durch medizinisches Personal. Das bedeutet konkret, dass die Reisenden ihren Schnelltest zu Hause selbst vornehmen sollen und dabei beispielsweise via Webcam von medizinischem Personal beraten und „beaufsichtigt“ werde. Ob dies allerdings in allen Fällen reibungslos funktioniert, ist zweifelhaft. In Deutschland wurde bereits lose festgelegt, dass Antigen-Schnelltests nicht selbst, sondern von medizinischem Fachpersonal vorzunehmen sind. Allerdings zeigt der Ansatz der Tui AG, dass die Branche fieberhaft auf der Suche nach Lösungen ist, um den Tourismus am Laufen zu halten. Die Kanaren verlangen ab 14. November 2020 die Vorlage eines negativen Coronatests, der nicht älter

weiterlesen »

Wien: Corona-Einreisekontrollen mit Schwachstellen

Personen, die nach Österreich einreisen wollen und aus einem Gebiet kommen, das mit einer Reisewarnung belegt ist, müssen in Quarantäne. Davon ausgenommen sind Passagiere, die einen negativen PCR-Test, dessen Abnahme nicht älter als 72 Stunden sein darf, vorweisen können. Weiters haben Einwohner Österreichs – unabhängig von ihrer Staatsbürgerschaft – die Möglichkeit binnen 48 Stunden den Test nachzuholen. Ist das Ergebnis negativ, ist die Absonderung beendet. Soweit die bekannte Theorie, doch wie läuft es in der Praxis? Grundsätzlich muss man unterscheiden, ob der Flug aus der Schengen-Region oder einem Drittstaat ankommt. Bei Ländern, die nicht dem EU-Schengengebiet angehören, ist es recht einfach, denn es findet eine verpflichtende Passkontrolle statt und zwar ganz unabhängig von der Corona-Pandemie. Unmittelbar vor der Kontrollstation der Polizei übernehmen Soldaten des Bundesheers im Auftrag der Bezirkshauptmannschaft Bruck an der Leitha (zuständige Gesundheitsbehörde) die Kontrolle der Unterlagen. Wer einen negativen PCR-Test hat, zeigt diesen gemeinsam mit dem Ausweisdokument (Reisepass oder Personalausweis) vor. Der Soldat oder die Soldatin überprüft die Unterlagen, gibt dieses anschließend wieder zurück und wünscht einen schönen Tag. Wichtig: Wer aus einem Gebiet, das quarantänepflichtig ist einreisen möchte und einen negativen PCR-Befund, der den Kriterien entspricht, vorlegen kann, muss das Formular, das per Mail durch die Airline zugeschickt wird oder aber an Bord ausgeteilt wird, nicht ausfüllen. Dieses wird nicht benötigt. Etwas anders verhält es sich, wenn man nur auf der Durchreise ist oder keinen negativen PCR-Befund hat. In diesen Fällen muss das Formular ausgefüllt werden und gemeinsam mit dem Reisepass oder Personalausweis an das Bundesheer

weiterlesen »

Lufthansa Group verkauft Corona-Versicherungen

Ab sofort bieten Lufthansa, Swiss und Austrian Airlines kostenpflichtige Versicherungspakete im Falle einer Covid-19-Infektion an. Dabei stehen die Optionen „Travel Care“ und „Travel Care Plus“ zur Auswahl. Versicherer ist die AIG Europe S.A., wobei die Produkte zunächst Passagieren mit Wohnsitz in Deutschland, Österreich und der Schweiz vorbehalten sind. Das Versicherungspaket der Travel Care-Option umfasst eine Ausgleichszahlung für den Fluggast, sollte sich dieser wegen einer Covid-19 Infektion an seinem Zielort in Quarantäne begeben müssen. Gleichzeitig beinhaltet die Option eine Reiserücktritts- und Reiseabbruchversicherung. Neben den genannten Leistungen übernimmt die Travel Care Plus-Option zusätzlich medizinische Kosten im Falle einer Covid-19 Erkrankung des Fluggastes. Auch ein eventueller medizinischer Notfallrücktransport ist abgedeckt. Alle Versicherungsleistungen unterliegen den Bedingungen und Konditionen der Police. Gekauft werden kann die Polizze während der Buchung des Tickets über die direkten Vertriebskanäle der drei Fluggesellschaften. Eigenen Angaben nach ist man unter den ersten Airlines, die eine zusätzliche Absicherung anbieten.

weiterlesen »

Lufthansa: Thiele fordert Stellenabbau und Verkauf von Beteiligungen

Lufthansa-Großaktionär Heinz-Hermann Thiele erhöht den Druck auf das Management der größten Fluggesellschaft Deutschlands. Er fordert im Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ den Abbau von etwa 30.000 Stellen sowie den Verkauf von Beteiligungen. Thiele hält etwa 12 Prozent an der Deutschen Lufthansa AG und sorgte bereits im Frühjahr und Sommer für Aufsehen, denn zunächst kündigte er an, dass er die Staatshilfe blockieren wolle. Er sprach sich klar für eine „Planinsolvenz“ aus. Den Widerstand gab der Investor allerdings auf und erteilte letztlich seine Zustimmung. Seit einigen Tagen tritt Thiele wieder mit seinen Forderungen in die Öffentlichkeit und zwar zunächst in Richtung der Gewerkschaften. Nun erhöht er den Druck auf Konzernchef Carsten Spohr, denn die Zahlen sind momentan aufgrund der Gesamtumstände der Corona-Pandemie miserabel. Im Gespräch mit dem Spiegel fordert Thiele unter anderem, dass ein „tragfähiges Sanierungskonzept“ auf den Weg gebracht werden soll. Dies schließt den Abbau von etwa 30.000 Stellen sowie den Verkauf von Beteiligungen ein. Spohr wehrt sich jedoch gegen so genannte „Notverkäufe“. Wie dieser „Machtkampf“ ausgehen wird, wird sich in den nächsten Wochen und Monaten zeigen.

weiterlesen »

Kommentar: Leere Flugzeuge – wie lange hält die Branche das noch durch?

Seit der weitgehenden Wiederaufnahme des Flugverkehrs ab etwa Mitte Juni 2020 hat sich in der Reisebranche viel verändert. Leider nicht gerade positiv, denn Passagiere und Beförderungsunternehmen sind weiterhin mit einem Flickenteppich unterschiedlichster Einreise- und Quarantänebestimmungen konfrontiert. Besonders Deutschland überschüttet momentan wieder gefühlt ganz Europa mit Reisewarnungen und definiert einen Staat nach dem anderen als so genanntes „Risikogebiet“. Für eine kurze Zeit ab Juni bzw. Juli 2020 gab es zumindest innerhalb der Schengen-Region kaum nennenswerte Einreisebestimmungen, denn es war zunächst das Bestreben der Staaten und der Europäischen Union weitgehende Normalität herzustellen. Die Auslastung der Flüge war im Juni noch recht schwach, aber es gab auch positive Ausreißer. Beispielsweise ein von Eurowings am 19. Juni 2020 durchgeführter Flug von Wien nach Stuttgart hatte nur knapp über 30 Passagiere an Bord, jedoch ein paar Tage später war der Rückflug komplett voll. Malta öffnete sich am 1. Juli 2020 für viele Staaten und verlangte lediglich das Ausfüllen zweier Formulare. So leer wie in diesem Jahr waren die wenigen Sandstrände des Inselstaats wohl schon lange nicht mehr, doch die Auslastung der Flüge entwickelte sich zunächst positiv. Im Juli 2020 war in den Flugzeugen von Wizzair, Lauda/Ryanair/Malta Air noch viel Platz, aber im August 2020 flog man weitgehend voll. In spontanen Gesprächen erklärten viele Passagiere, dass man sich aufgrund des günstigen Preises spontan für einen Urlaub auf Malta und/oder Gozo entschieden habe. Das änderte sich im September und Oktober 2020 schlagartig, denn die klassische Urlaubszeit war vorbei und somit wurden die Maschinen der Ryanair Group und

weiterlesen »

Deutschland: Corona-Testzentren an Flughäfen schließen

In Deutschland wurden im August 2020 an den meisten Flughäfen sowie an großen Bahnhöfen und teilweise auch auf Autobahnraststätten Corona-Teststationen eröffnet. Diese konnten Einreisende kostenfrei in Anspruch nehmen. Rasch flammte innerdeutsch eine politische Diskussion auf, dass Reiserückkehrer aus „Risikogebieten“ doch für ihre PCR-Tests selbst aufkommen sollen. Nun schließen die Stationen reihenweise. Beispielsweise teilte der Stuttgarter Flughafen unter Hinweis auf die seit Sonntag geltenden Einreisebestimmungen mit, dass das bislang im Terminal 1-West angesiedelte Testzentrum geschlossen wird. Seit August 2020 wurde das Angebot von rund 90.000 Reisenden genutzt. Einen Ersatz hat man noch nicht, jedoch arbeitet die Geschäftsleitung laut Medienaussendung daran. Ähnlich wie an anderen deutschen Flughäfen dürfte das neue Angebot dann für Reisende, aber auch die lokale Bevölkerung kostenpflichtig sein. Nähere Informationen zu den seit Sonntag für die Einreise in die Bundesrepublik Deutschland gültigen Vorschriften unter diesem Link.

weiterlesen »

Kanada: Staatshilfe nur dann, wenn Tickets erstattet wurden

Kanada setzt den Fluggesellschaften eine klare Bedingung für die mögliche Gewährung von staatlich besicherten Krediten und/oder anderen finanziellen Hilfsmaßnahmen. Verkehrsminister Marc Garneau sagte, dass die Airlines zunächst ihren Erstattungspflichten gegenüber kanadischen Kunden nachkommen müssen. Andernfalls werde man „keinen Penny an Steuergeldern für Fluggesellschaften ausgeben“. Derzeit evaluiert die kanadische Regierung ein umfangreiches Unterstützungspaket für den gesamten Luftfahrtsektor. Der Minister fügte auch hinzu, dass Kanada wesentlich stärker als andere Staaten auf Flugverbindungen angewiesen ist. Doch auch in diesem Nachbarstaat der Vereinigten Staaten sorgen verschleppte und zum Teil bis dato nicht erfolgte Rückzahlungen von Flugscheinen, die aufgrund des ersten Lockdowns nicht genutzt werden konnten, noch immer für Frust und Diskussionen. Der Verkehrsminister knüpft nun mögliche Hilfsgelder an die Tilgung der Schulden gegenüber den Passagieren.

weiterlesen »