Jan Gruber

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Jan Gruber

RKI: Einreisende aus dem Ausland spielen kaum eine Rolle

Reiserückkehrer spielen in Deutschland in Sachen Corona-Pandemie eine nur untergeordnete Rolle. Dies geht aus den Anfang dieser Woche vom Robert-Koch-Institut veröffentlichten Zahlen hervor. Demnach sank der Anteil der Reisenden, die Infektionen in die Bundesrepublik importierten sogar ab. Gerechnet auf den Gesamtanteil der Neuansteckungen, die das Robert-Koch-Institut ausgewertet hat, sind sieben Prozent der Fälle auf Reisende aus dem Ausland zurückzuführen. Damit spielen diese für die epidemiologische Situation in der Bundesrepublik keine nennenswerte Rolle. Unter jenen Personen, die nach einem Auslandsaufenthalt dennoch positiv getestet wurden, rangieren Türkei-Rückkehrer ganz oben. Weitere Länder, die das RKI als wahrscheinliche Infektionsländern der Reiserückkehrer führt, sind die Tschechische Republik, Rumänien, Länder des Westbalkans, Österreich und Frankreich. Die überwiegende Mehrheit der Ansteckungen erfolgt allerdings innerhalb der Bundesrepublik und ist nicht auf Personen, die sich im Ausland aufgehalten haben, zurückzuführen. Angesichts dieser Feststellung, die das staatliche Robert-Koch-Institut im jüngsten Bericht tätigt, erscheint die seitens Deutschlands geplante Zwangsquarantäne für alle Personen, die sich in einem vom RKI definierten Risikogebiet aufgehalten haben, äußerst fraglich. Die Bundesrepublik plant, dass bei einem vorherigen Aufenthalt in einem Risikogebiet ab 15. Oktober 2020 eine Quarantäne angetreten werden muss. Liegt ein negativer PCR-Befund, der nicht älter als 48 Stunden ist, vor, so dauert die Absonderung fünf Tage. Wenn nicht, darf man zehn Tage lang die eigene Wohnung nicht verlassen, kann sich aber frühestens am fünften Tag von der Quarantäne „freitesten“. Gegen diese geplante Regelung laufen Fluggesellschaften, Airports, die IATA und weitere Interessensverbände Sturm. RKI: Positiver PCR-Test sagt nichts über die Ansteckungsfähigkeit aus Im epidemiologischen Bulletin 39/2020

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FKB-Chef Jung: „Reisen in Europa muss wieder ohne ‚Grenzen‘ möglich sein“

Der deutsche Regionalflughafen Karlsruhe/Baden-Baden (FKB) befindet sich nur einen gefühlten Steinwurf von der französischen Grenze entfernt und ist der zweitgrößte Airport Baden-Württembergs. Die 3.000 Meter lange Piste erbte man von der Royal Canadian Air Force, die hier bis 1993 einen Stützpunkt unterhielt. Nach durchaus turbulenten ersten Jahren als Zivilflughafen, die insbesondere dem ungünstigen Umstand geschuldet waren, dass die damalige Baden-Airpark AG einen windigen privaten Eigentümer hatte, der mit der Flowtex AG für einen schweren Wirtschaftsskandal sorgte, entwickelte sich der Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden (FKB) seit dem Jahr 2001 unter neuen Eigentümern solide weiter. Der Stuttgart Airport hält zwei Drittel und die übrigen Anteile befinden sich in den Händen der Region. Der Baden-Airpark war – wie viele andere Regionalflughäfen auch – von vielen Veränderungen im Flugverkehr betroffen. Fluggesellschaften kamen und gingen, wichtige Strecken gingen verloren, weil der Operator Pleite ging oder aber aus verschiedenen Gründen die Route aufgab. Tägliches Airport-Business eben. Doch die Corona-Krise war und ist auch in Karlsruhe/Baden-Baden eine noch nie dagewesene Situation. Geleitet wird die Baden-Airpark GmbH seit 19 Jahren von Manfred Jung, der mit Jahresende einen neuen „Job“ antreten wird: Der Manager wird in den wohlverdienten Ruhestand treten. Sein Nachfolger wird Uwe Kotzan, der zuletzt Geschäftsführer am Flughafen Erfurt war, sein. Im Gespräch mit Aviation.Direct erklärt Jung warum Reisen ohne Grenzen in Europa wieder möglich sein muss, welche Fragen sich hinsichtlich Schnelltests stellen und wie am Baden-Airpark der Lockdown und die Krise empfunden wurden. Durch die Vielzahl an Risikogebieten fährt der Luftverkehr seit Mitte August aber wieder herunter. Die

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Düsseldorf: 500 Euro Strafe für das Benutzen der falschen Tür

Am 1. März 2020 sorgten ein Unbekannter, ein 65-jähriger Grieche und ein 24-jähriger Student aus Hamburg für ordentlich Wirbel am Flughafen Düsseldorf. Sie betraten den Sicherheitsbereich durch eine Nottür und damit illegal. Das hatte Folgen: Das Terminal wurde evakuiert, rund 6.500 Reisende wurden erneut kontrolliert und 48 Flüge mussten gestrichen werden. Das Amtsgericht Düsseldorf verhängte nun Geldstrafen in der Höhe von jeweils 500 Euro. Die Tür wurde allerdings weder vom Rentner, noch vom jungen Mann aus Hamburg geöffnet, sondern von einer bis heute nicht identifizierten Person. Die beiden sind dieser einfach nachgelaufen und hatten nach Ansicht des Amtsgerichts Düsseldorf auch keine Absicht eine Gesetzesübertretung zu begehen. Ursprünglich wurden 2.500 Euro Strafe wegen eines fahrlässigen Verstoßes gegen das Luftsicherheitsgesetz verhängt. Das Gericht reduzierte diese auf jeweils 500 Euro.

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Lauda: O’Brien stimmt Belegschaft auf erhebliche Flugplan-Reduktion ein

Die maltesische Fluggesellschaft Lauda Europe kann am Standort Wien-Schwechat nicht mehr ausschließen, dass es zu weiteren Kürzungen im Winterflugplan 2020/21 kommen wird. Geschäftsführer David O’Brien erklärt in einem Aviation Direct vorliegenden Rundschrieben, dass es derzeit völlig unklar ist wie viele Maschinen im Winter für Ryanair eingesetzt werden können. Derzeit sind an der ehemaligen Laudamotion-Homebase zehn Airbus A320 und drei von Ryanair selbst betriebene Boeing 737-800 stationiert. Derzeit arbeite man mit der Konzernmutter daran einen „optimalen Winterflugplan“ auszuarbeiten, doch Kürzungen sind „sehr wahrscheinlich“. Im Fokus steht laut O’Brien, dass man „diesen Winter überlebt“. Für den Sommer 2021 stellt der Airline-Chef den möglichen Ausbau des Angebots ab Wien-Schwechat in Aussicht. Allerdings deutet David O’Brien auch gewisse Bedingungen an: So fordert er, dass mit dem Flughafen Wien „wettbewerbsfähigere Kosten“ vereinbart werden können und die Regierung „faire und diskriminierungsfreie Unterstützung für Jobs in der Luftfahrt“ anbietet. Sollte beides der Fall sein, könnten „hoffentlich die Kürzungen in diesem Winter“ minimiert werden. Die Konzernschwester Laudamotion sorgte kurz nach Beginn der Corona-Pandemie mit einer regelrechten PR-Schlacht rund um die Kurzarbeit für Aufsehen. Diese wurde dann einfach so beendet, da der gewünschte Kollektivvertrag nicht rechtzeitig unterschrieben wurde. Seither wurden bei Laudamotion, die rechtlich in keiner Verbindung mit der neuen Lauda Europe steht, zahlreiche Mitarbeiter, insbesondere in der Verwaltung abgebaut. Laudamotion wird den Flugbetrieb mit Ende des Monats Oktober 2020 endgültig einstellen und AOC und OL zurückgeben. Lauda Europe wird in Wien nur ein sehr kleines Verwaltungsteam unterhalten. Von etwa zehn Personen ist die Rede, jedoch wollte der Carrier

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Deutschland: Dienstreisen vermehrt mit dem Auto statt Flugzeug

Die Nachfrage im innerdeutschen Flugverkehr könnte aufgrund der aktuellen Corona-Situation noch weiter einbrechen. Eine Umfrage des Verbands Deutsches Reisemanagement hat ergeben, dass 76 Prozent der Befragten verstärkt für Dienstreisen das Auto anstatt Flüge oder Bahn nutzen. Dies wird in der „Autofahrernation Deutschland“ offenbar als sicherer empfunden. Doch gerade in größeren Firmen macht man sich offenbar viele Gedanken darüber wie der mögliche Ausfall von Spitzenkräften verhindert werden kann. Auch das hat Folgen auf die Nachfrage im innerdeutschen Reiseverkehr, denn laut VDR-Umfrage gestatten nur noch 18 Prozent der Firmen uneingeschränkte Dienstreisen innerhalb Deutschlands. Die überwiegende Mehrheit der befragten Firmen gab an, dass es Einschränkungen bis hin zu Untersagungen gibt, insbesondere dann, wenn der Zielort ein vom Robert-Koch-Institut definiertes Risikogebiet ist. Spannend ist aber auch der Blick auf eine andere Frage, die der VDR gestellt hat: Die teilnehmenden Travel Manager der Betriebe gaben an, dass sie mit den Corona-Maßnahmen nur teilweise zufrieden sind. Auch stellten diese massive Unterschiede zwischen den einzelnen Airlines fest. Die Deutsche Bahn kassierte mit 59 Prozent Ablehnung besonders schlechte Zahlen in Sachen Zustimmung zur guten Umsetzung von Sicherheits- und Hygienemaßnahmen.

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Neuseeländer dürfen wieder nach Australien, umgekehrt aber nicht

Seit Mitte März sind die Grenzen Austrialiens weitgehend geschlossen. Nebst eigenen Staatsbürgern dürfen nur wenige Personengruppen, die unter Ausnahmen fallen, einreisen. Touristische Aufenthalte sind tabu. Nun gibt es die erste Lockerung: Ab 16. Oktober 2020 dürfen Neuseeländer wieder einreisen. Doch die Sache hat einen Haken: Australier dürfen umgekehrt nicht nach Neuseeland. Voraussetzung dafür, dass Einwohner Neuseelands wieder nach Australien dürfen, ist, dass man sich in den letzten 14 Tagen an keinem „Corona-Hotspot“ aufgehalten hat. Auch ist der Grenzübertritt nicht überall gestattet. Zunächst sollen Sydney, Darwin und Adelaide für Bewohner des Nachbarlands geöffnet werden. Australier haben jedoch von der einseitigen Lockerung nicht viel, denn Neuseeland gestattet weiterhin die Einreise nicht.

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Boeing rechnet mit langer Durststrecke

Der U.S.-amerikanische Flugzeugbauer Boeing stellt sich darauf ein, dass die Nachfrage nach Verkehrsflugzeugen im laufenden Jahrzehnt deutlich geringer ausfallen wird. Mit einer echten Erholung rechnet man erst in den drauffolgenden zehn Jahren. Die Corona-Pandemie wird also nach lange nachwirken. Im aktuellen Outlook geht Boeing davon aus, dass zwischen 2020 und 2029 um elf Prozent weniger Passagier- und Cargoflugzeuge ausgeliefert werden. Man rechnet mit 18.350 Maschinen. Den Knick, den die Coronakrise verursacht hat, wird man nach Ansicht des Herstellers nie wieder aufholen können. Man geht zwar davon aus, dass der Bedarf bis zum Jahr 2039 bei 43.110 Jets liegen wird, jedoch ist diese Prognose bereits nach unten korrigiert. Mit Expansionen wie in der Zeit „vor Corona“ ist es nach Ansicht von Boeing vorbei. Im laufenden Jahrzehnt werden die Kunden eher ältere Maschinen durch neue ersetzen. Erweiterungen der Flotten sollen eher die Ausnahme darstellen. Die Beförderungsleitung des Jahres 2019 wird die Luftverkehrswirtschaft noch länger nicht erreichen. Der U.S.-amerikanische Hersteller vermutet, dass dies noch „mindestens“ fünf Jahre dauern könnte, vermutlich sogar noch länger.

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Etihad Airways verschiebt Wien-Aufnahme erneut

Eigentlich wollte Etihad Airways schon ab Mai 2020 zwischen Abu Dhabi und Wien fliegen. Bedingt durch die komplizierten Einreise- und Quarantänebestimmungen wurde die Neuaufnahme wiederholt verschoben. Zuletzt auf den 25. Oktober 2020. Daraus wird auch diesmal nichts, wie das Unternehmen gegenüber Aviation Direct bestätigte. Derzeit ist geplant, dass die Route, die mit Boeing 787-9 bedient werden soll, am 28. März 2021 aufgenommen werden soll. Das Reservierungssystem wurde zwischenzeitlich mit entsprechenden Daten bespielt, so dass die Flüge mit neuem Starttermin bereits buchbar sind. Zuletzt wurde Wien-Abu Dhabi von Niki bedient. In der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate gibt es aber auch eine andere Verzögerung. Wizzair Abu Dhabi teilte vergangene Woche mit, dass man die Aufnahme des Flugbetriebs ein zweites Mal verschieben muss. Ursprünglich wollte man am 1. Oktober 2020 erstmals abheben, verschob dann auf den 16. Oktober 2020. Der nun genannte Termin ist der 16. November 2020. Als Grund nannte Wizzair Abu Dhabi die weiterhin schwierigen Einreise- und Quarantänebestimmungen.

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Brussels-Mitarbeiter sollen temporär über Leiharbeitsfirma „ausgeliehen“ werden

Brussels Airlines kooperiert nun mit dem Personalleasing-Unternehmen Randstad. Ziel der Zusammenarbeit ist es, dass derzeit arbeitsloses Personal der Fluggesellschaft möglichst rasch in anderen Branchen untergebracht werden kann. Konkret sollen die betroffenen Brussels-Mitarbeiter über die Leiharbeitsfirma Randstad temporär in anderen Firmen untergebracht werden. Der Carrier erklärt, dass man so der sozialen Verantwortung gerecht werden würde. Sollte sich die Marktlage bessern, bietet man jedoch auch einen Wiedereinstieg bei der Fluggesellschaft an. „Wir erleben turbulente Zeiten und viele unserer Kollegen konnten seit März ihr normales Arbeitsregime nicht wieder aufnehmen. Diese Krise hat sie finanziell stark belastet, aber auch die psychosozialen Auswirkungen sind nicht zu unterschätzen. Wir suchten nach einer Möglichkeit, diese schwierige Zeit zu überbrücken, die durch die vorübergehende Arbeitslosigkeit verursacht wurde. Dank der Partnerschaft mit Randstad können wir denjenigen, die wieder arbeiten möchten, eine befristete Anstellung anbieten. Wir hoffen, dass dies dazu beitragen kann, die Belastung zu verringern, während wir auf den Neustart der Tourismusbranche warten“, so Brussels-Personalchef Bert Van Rompaey.

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KLM-Chef Elbers legt Sparplan bei Regierung vor

Die Fluggesellschaft KLM legte der niederländischen Regierung ihren Plan zur Reduktion der Kosten, aber auch zur Erfüllung der Umweltschutzauflagen vor. Dieser ist zwingende Voraussetzung dafür, dass dem Konzern Staatshilfe gewährt wird. Gerade bei Besserverdienern soll es zum Teil so starken Gehaltseinbußen kommen. Die Niederlande haben KLM eine staatlich besicherte Kredite in der Höhe von 3,4 Milliarden Euro zugesagt. Diese sind allerdings an äußerst strenge Bedingungen geknüpft, die der Carrier zu erfüllen hat. Unter anderem sollen 4.500 Jobs abgebaut werden und der Belegschaft die Gehälter gekürzt werden. Letzteres soll jedoch über freiwilligen Lohnverzicht erfolgen. Insgesamt muss KLM 15 Prozent der Kosten einsparen. Weitere Auflagen sind, dass der Carrier künftig eine Mindestmenge Bio-Kerosin einsetzt und weniger in der Nacht fliegt. Die Geschäftsleitung stand durchaus unter Zeitdruck, denn die Regierung forderte die Vorlage des Plans bis zum 1. Oktober 2020. Allerdings konnte man sich noch nicht mit allen Berufsgruppen im Konzern einigen. Mit vielen wurden Vereinbarungen über freiwilligen Gehaltsverzicht oder aber Modelle zum Austritt aus dem Unternehmen geschlossen, doch bei den Piloten war man noch nicht soweit. Das hat auch seinen guten Grund, denn die Flugzeugführer sollen bis zu 20 Prozent weniger Lohn bekommen. Das stößt naturgemäß auf wenig Zustimmung. Auch in anderen Bereichen will KLM kräftig an der Lohnschraube drehen und zwar immer dann, wenn der niederländische Durchschnittslohn deutlich überschritten wird. Finale Einigungen konnte man bislang mit den Arbeitnehmervertretern noch nicht erzielen. KLM-Chef Pieter Elbers erklärt in einer Medienaussendung: „Der Plan, den wir der Regierung vorgelegt haben, ist eine Voraussetzung für das

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