Jan Gruber

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Jan Gruber

Deutsche Reisebüros kassieren mehr Stornos und weniger Neuaufträge

Im Oktober 2020 konnten die deutschen Reisebüros um 94 Prozent weniger Flugscheine vermitteln. Auch im Bereich der Kreuzfahrten sah es kaum besser aus, denn es wurde ein Rückgang um 81 Prozent verzeichnet. In der Touristik wurden 82 Prozent weniger Pauschalreisen verkauft, geht aus dem Tats-Reisebürospiegel hervor. Bedingt durch zahlreiche Stornierungen ist es sogar so, dass die Agenturen unter dem Strich sogar im Minus waren. Im Bereich der Pauschalreisen führt dies zu einem Rückgang von 114 Prozent. Bei den Kreuzfahrten waren es sogar Minus 133 Prozent. Kumuliert wurde in der Touristik ein Auftragsbestand von minus 66 Prozent verzeichnet. Das bedeutet, dass wesentlich mehr Reisen storniert als neu gebucht wurden. Bei der Online-Konkurrenz läuft es kaum besser, denn beispielsweise Holidaycheck erwirtschaftete in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres ein Minus von 31 Millionen Euro. Der Umsatz reduzierte sich von 103,7 Millionen Euro auf 11,2 Millionen Euro. Der Internet-Reisevermittler baute bereits kräftig Personal ab und trennte sich auch von einer in Amsterdam ansässigen Tochtergesellschaft. Die Auswirkungen der Krise sind dennoch heftig, denn die liquiden Mittel wurden durch die Ziehung von Kreditlinien und durch spezielle Covid-Kredite aufgestockt. Der Verkauf der niederländischen Tochter brachte 14,4 Millionen Euro. Zu bedenken gilt es, dass die Verbesserung der Liquidität auf 44,6 Millionen Euro über Kredite erfolgt ist. Diese müssen irgendwann zurückbezahlt werden.

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Gericht: Airlines müssen Umrechnungsgebühren ausweisen

Viele Fluggesellschaften bieten bei der Buchung von Flugtickets, die in Fremdwährung bezahlt werden müssen, die Umrechnung und Bezahlung in Euro an. Bei manchen Anbietern ist der Wechselkurs nicht nur grottenschlecht, sondern ein nettes “Körberlgeld” für die Airlines. Dem schiebt nun das Landgericht Berlin einen Riegel vor. Der Bundesverband Verbraucherzentrale hatte geklagt, weil eine Fluggesellschaft die zusätzlichen Kosten, die für die Umrechnung von Britischem Pfund in Euro entstehen, nicht explizit ausgewiesen hatte. Die Konsumentenschützer vertreten die Ansicht, dass der Endpreis bereits zu Beginn der Buchung angegeben werden muss. Dabei beruft man sich auf die entsprechende Richtlinie der Europäischen Union. Das Landgericht Berlin schloss sich der Ansicht an. Erschwerend kommt dazu, dass die Zusatzkosten, die mittels schlechtem Wechselkurs generiert wurden, überhaupt nicht ausgewiesen wurden. Es wurde nicht darauf hingewiesen, dass bei Bezahlung in Euro ein zusätzliches Entgelt entsteht. Erst kürzlich verdonnerte das Kammergericht Berlin die Billigfluggesellschaft Easyjet dazu, dass bereits zu Beginn der Buchung der Preis für das Ticket genau aufgeschlüsselt werden muss. Das schließt auch das Ausweisen von Steuern und Gebühren ein, denn genau das machen auch Ryanair und Easyjet nicht. Im Erstattungsfall argumentiert der Kundenservice dann gerne damit, dass man ja gar keine Taxen bezahlt hätte. Auch in diesem Zusammenhang gibt es schon Urteile und zwar gegen Ryanair und Laudamotion.

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Kanaren: FTI bietet Schnelltests für 16 Euro an

Nach Tui hat sich auch der Reiseveranstalter FTI eine Lösung für das “Testproblem”, das Urlaubern ab 14. November 2020 auf den Kanaren blüht, gefunden. Die Passagiere sollen während ihrem Transfer vom Airport zum Hotel einen Zwischenstopp bei einer Teststation einlegen. Dort kann zum Preis von 16 Euro ein Antigen-Test vorgenommen werden. Das Ergebnis soll laut FTI innerhalb von maximal einer halben Stunde feststehen. Tui stellte eine Lösung im “Do-it-yourself-Verfahren” unter Online-Aufsicht medizinischen Personals fest. Im Tui-Artikel wurde fälschlicherweise erwähnt, dass für die Einreise auf die Kanaren lediglich PCR-Tests anerkannt sind. Die Regionalregierung änderte zuvor die Praxis und lässt auch Antigen-Tests zu. Damit ist die spanische Region ein regelrechter Pionier, denn andere Staaten, beispielsweise Deutschland, stemmen sich sprichwörtlich mit Händen und Füßen gegen den Einsatz von Schnelltests im Reiseverkehr. Allerdings ist anzunehmen, dass man die Erfahrungen der Kanaren von vielen Ländern Europas aus beobachten wird, denn die Branche steckt mit Antigentests vor jedem Abflug in den Startlöchern. Damit will man der Politik eine “schlüsselfertige” Lösung liefern, die als Ersatz für den Flickenteppich an Einreise- und Quarantänebestimmungen dienen soll. Auf europäischer Ebene gibt es dafür Unterstützung von der EU-Kommission, die für genau diesen Zweck eine große Anzahl Antigen-Testkits bestellt hat.

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Tunesien, Barbados und Seychellen stecken Urlauber in Quarantäne

Der weltweite Flickenteppich der Einreisebestimmungen, die aufgrund der Corona-Pandemie erlassen wurden, ist seit Anfang der Woche um eine Maßnahme Tunesiens reicher. Einwöchige Pauschalurlaube sind mit den neuen Vorschriften nicht mehr möglich, denn zunächst muss einen siebentägige Quarantäne angetreten werden. Das afrikanische Land ist insbesondere in der kalten Jahreszeit ein beliebtes Urlaubsziel von Deutschen, Österreichern und Schweizern. Die jüngste Einreisevorschrift dürfte sich allerdings erheblich negativ auf die Nachfrage auswirken, denn bei der Grenzkontrolle muss ein negativer PCR-Test vorgelegt werden. Laut deutschem Außenministerium darf dieser bei der Abreise nicht älter als 72 Stunden sein und bei der Ankunft in Tunesien dürfen 120 Stunden nicht überschritten werden. Der Befund befreit allerdings nicht von der Quarantäne. Nach der Einreise muss unverzüglich eine Absonderung in einem Hotel oder in einer Wohnung angetreten werden. Von dieser kann man sich nach sieben Tagen durch die Vorlage eines weiteren negativen PCR-Tests befreien. Andernfalls dauert die Absonderung 14 Tage an. Das gilt ausdrücklich auch für Pauschaltouristen.  Eurowings setzt Flüge nach Barbados wieder aus Die Seychellen und Barbados haben Deutschland als Risikogebiet eingestuft. Das hat zur Folge, dass Urlauber eine Quarantäne antreten müssen. In Barbados muss ein negativer PCR-Befund in englischer Sprache vorgelegt werden, der nicht älter als 72 Stunden sein darf. Anschließend muss ein weiterer PCR-Test absolviert werden, fällt dieser negativ aus, ist die Quarantäne beendet. Die Absonderung findet im Hotel statt. Barbados Tourism Marketing teilte mit, dass die Hälfte der Kosten für die zweite Testung übernommen wird. Diese Maßnahme hat bereits Konsequenzen im Flugverkehr, denn Eurowings setzt die

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Gespräche: Tui braucht womöglich noch mehr Staatshilfe

Der Reisekonzern Tui hat bereits rund drei Milliarden Euro an Staatshilfen erhalten und soll sich nun in Verhandlungen über weitere zwei Milliarden Euro befinden. Die Gespräche stehen laut Reuters noch am Anfang. Weder Tui noch das deutsche Bundeswirtschaftsministerium wollten sich zu dem Bericht äußern. Ein formaler Antrag wurde bislang nicht eingereicht, jedoch soll die Tui Group ein Finanzloch zwischen 1,5 und 1,8 Milliarden Euro haben. Dies berichtet Reuters unter Berufung auf Insiderinformationen. Im Gespräch ist eine Option, dass der deutsche Staat mit Eigenkapital einsteigen könnte, denn bislang wurden staatlich besicherte Kredite gewährt, jedoch sind die jährlichen Zinsen auf lange Sicht regelrecht erdrückend für die Tui Group. Der Reisekonzern erhielt im Frühjahr ein Darlehen in der Höhe von 1,8 Milliarden Euro. Erst vor wenigen Wochen wurde ein weiterer KfW-Kredit von 1,2 Milliarden Euro bewilligt. Weiters zeichnete die Bundesrepublik Deutschland über den Wirtschaftsstabilisierungsfonds eine Wandelanleihe in der Höhe von 150 Millionen Euro.  Die zweite Corona-Welle und damit verbundene Reiseeinschränkungen dürften die Situation bei Tui nochmals verschärft haben. Konzernchef Fritz Joussen deutete Ende September 2020 an, dass kurz- oder mittelfristig eine Kapitalerhöhung notwendig werden könnten. Auch wurde die Veräußerung von Tochtergesellschaften oder aber konzerninterne Fusionen nicht ausgeschlossen. Konkreter wurde der Manager aber nicht. Der Reiseveranstalter hofft darauf, dass sich im kommenden Jahr – auch mit der Verfügbarkeit eines Impfstoffs und dem Einsatz von Antigen-Schnelltests – die Nachfrage stabilisieren könnte. Derzeit ist ein Angebot geplant, das in etwa 80 Prozent des Niveaus des Jahres 2019 entspricht. Tui lässt allerdings eventuelle Nachjustierungen offen, denn das

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Remco Steenbergen wird Lufthansa-Finanzchef

Die Deutsche Lufthansa AG bestellt mit Wirksamkeit zum 1. Jänner 2021 mit Remco Steenbergen einen neuen Finanzchef. Nach dem Ausscheiden von Ulrik Svensson und Thorsten Dirks leitete zuletzt Konzernchef Carsten Spohr diesen Bereich interimistisch. Mit der Berufung von Remco Steenbergen wird nun wieder ein Finanzressort eingerichtet, in dem die Bereiche Controlling und Risikomanagement, Corporate Finance, Rechnungswesen und Bilanzen, Steuern, Einkauf sowie Mergers & Acquisitions gebündelt werden. Der Vertrag des Managers läuft vorerst bis zum 31. Dezember 2023. „Mit Remco Steenbergen gewinnen wir einen kapitalmarkterfahrenen Finanzfachmann als neuen CFO für die Lufthansa Group“, sagt Karl-Ludwig Kley, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Deutschen Lufthansa AG. „Er bringt exzellente Finanzexpertise aus verschiedenen Unternehmen und Branchen mit und hat auch den Aufsichtsrat durch seine Persönlichkeit überzeugt. Gerade jetzt, in dieser schwierigen Pandemie mit ihren gravierenden Folgen für den Luftverkehr, ist ein international erfahrener und anerkannter CFO für die Lufthansa Group wichtiger denn je. Das gilt sowohl für die Bewältigung der aktuellen Krise als auch für die folgenden Jahre, in denen wir die staatlichen Stabilisierungsmittel zurückführen müssen und wollen.“ Remco Steenbergen war zuletzt Group Chief Financial Officer von Barry Callebaut Group mit Sitz in Zürich, Schweiz. Davor war der Niederländer für Philips und KPMG tätig. Im Laufe seiner Karriere arbeitete er in einer Vielzahl von Unternehmen in verschiedenen globalen Führungs- und Finanzmanagementpositionen in den Niederlanden, Großbritannien, Taiwan, Belgien, Irland, den USA und der Schweiz. Remco Steenbergen hält einen MBA vom Institute for Management and Development (IMD) in Lausanne, Schweiz, und einen Abschluss in Rechnungswesen der Erasmus-Universität

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Österreich: Geschäfte an Airports dürfen weiterhin länger aufsperren

Ab Mittwoch, 11. November 2020, sind die Öffnungszeiten im Handel in Österreich beschränkt. Über eine Verordnung ist nun geregelt, dass um 19 Uhr 00 Sperrstunde ist. Für Reisende gibt es allerdings Ausnahmen an Flughäfen und Bahnhöfen. An diesen Orten dürfen die Läden weiterhin länger geöffnet bleiben. Allerdings müssen sich Passagiere an Österreichs Flughäfen auch darauf einstellen, dass das eine oder andere Geschäft mangels Nachfrage freiwillig kürzere Öffnungszeiten praktiziert oder aber gänzlich geschlossen ist. An manchen Bundesländerflughäfen sind derzeit mangels Linienflüge alle Shops sowie die Gastronomie temporär geschlossen. Die neue Verordnung der Regierung betrifft lediglich den Handel. Die Gastronomie darf weiterhin nur die Mitnahme von Speisen und Getränken anbieten. Das gilt ausdrücklich auch für Flughafenlounges, so auch Austrian Airlines beim Verlassen des exklusiven Wartebereichs Snacks und Getränke einpackt. In den Lounges darf nichts konsumiert werden und es besteht Maskenpflicht – auch am Tisch.

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Korean Air: Quartalsgewinn dank starker Fracht-Nachfrage

Die südkoreanische Fluggesellschaft Korean Air konnte im dritten Quartal des Jahres 2020 einen Betriebsgewinn in der Höhe von 6,47 Millionen U.S.-Dollar einfliegen. Der Umsatz lag bei 1,32 Milliarden U.S.-Dollar. Das Geld verdiente man aber nicht im Passagierbereich, sondern mit Frachtflügen. Korean Air teilte mit, dass die Frachtbetriebsraten stark angestiegen sind. Aus diesem Grund habe man dieses Segment stark ausgebaut und setzt auch Passagierflugzeuge temporär als Cargo-Maschinen ein. Dennoch: Der Umsatz ging aufgrund der Corona-Pandemie um 53 Prozent zurück, denn viele ertragreiche Passagierstrecken sind aufgrund von Restriktionen oder aber mangels Nachfrage weggefallen. „Die Luftfahrtindustrie leidet weiterhin unter der Pandemie und die Aussichten sind immer noch schlecht. Aufgrund unseres starken Frachtgeschäfts und der Opfer, die unsere Mitarbeiter erbracht haben, konnten wir ein zweites profitables Quartal erzielen“, so Walter Cho, CEO von Korean Air. „Ich bin sehr dankbar und stolz auf unsere Mitarbeiter für ihre harte Arbeit und ihren Einsatz.“ Der Umsatz, der im Frachtgeschäft erzielt wurde, beträgt 988 Millionen U.S.-Dollar und liegt damit höher als im zweiten Quartal 2020 (852 Millionen U.S.-Dollar). Die Differenz zur eingangs genannten Zahl sind die Erlöse aus Passagierflügen und sonstigen Bereichen von Korean Air. Der Carrier erklärt in einer Aussendung, dass die Nachfrage im Passagierbereich aufgrund der Corona-Pandemie „schleppend“ ist. Der Betrieb von Mittel- und Langstrecken wie nach Amerika, Europa und Ostasien hat im Vergleich zum zweiten Quartal leicht zugenommen. Zurückzuführen ist dieses auf einen Anstieg der Charterflüge unter anderem für Geschäftsreisen, die Lockerung der internationalen Reisebeschränkungen in einigen Ländern wie Singapur und Malaysia sowie eine Erhöhung

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Austrian Airlines streicht das Streckennetz weiter zusammen

Nach Ryanair, Wizzair und weiteren Airlines muss auch Austrian Airlines das Angebot weiter reduzieren. Vergangene Woche bestätigte das Unternehmen, das bereits nach dem ersten Lockdown Staatshilfe in Anspruch nehmen musste, dass die Produktion auf etwa zehn Prozent des Vorjahresniveaus zurückgefahren wird. Das hat zur Folge, dass weitere Destinationen – zumindest temporär – eingestellt werden müssen. Mit Bangkok und Chicago befinden sich auch zwei Langstreckenziele auf der Streichliste. Auf der Kurz- und Mittelstrecke fallen Klagenfurt, Köln/Bonn, Kosice, Podgorica, Bologna, Eriwan und Nizza weg. Laut einem Sprecher soll die Maßnahme zumindest bis Mitte Dezember 2020 andauern. Das Streckennetz schrumpft daher auf etwa 40 Ziele zusammen. Dem Vernehmen nach stehen einige weitere Ziele auf der Kippe. Zur genauen Dauer der Reduktion kann aufgrund des Pandemieverlaufs keine Aussage gemacht werden. Allerdings ist anzunehmen, dass Austrian Airlines, Wizzair und Ryanair im Dezember 2020 ihre Produktionen nicht hochfahren können, da die Nachfrage auch dann gering sein wird. Derzeit ist auch nicht absehbar ob und wann Antigen-Tests für Einreiseerleichterungen sorgen können.

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Boeing 737-Max soll knapp vor der Wiederzulassung stehen

Die U.S.-amerikanische Zivilluftfahrtbehörde könnte das Flugverbot für die Boeing 737-Max am 18. November 2020 aufheben. Das berichtet die Agentur Reuters unter Berufung auf drei unterschiedliche Quellen. FAA-Chef Steve Dickson sagte, dass man sich in der finalen Phase befinde und diese in den nächsten Tagen abgeschlossen sein wird. Es wird auch damit gerechnet, dass andere Behörden, beispielsweise die EASA, die Wiederzulassung in den nächsten Wochen erteilen könnten. Diesbezüglich äußerte sich das Amt bereits vor einigen Tagen zuversichtlich. Laut FAA ist der Ablauf dann so: Nachdem grünes Licht erteilt wurde, müssen die Airlines die Software-Updates aufspielen und mit ihren Piloten Trainings durchführen. Dieser Prozess wird mindestens 30 Tage in Anspruch nehmen, so dass nicht damit zu rechnen ist, dass sofort nach der Wiederzulassung das Muster kommerziell eingesetzt werden kann. Southwest Airlines, derzeit größter Betreiber der Boeing 737-Max, erklärte gegenüber Reuters, dass die Vorgehensweise mehrere Monate in Anspruch nehmen wird. Daher plane man gar nicht vor dem zweiten Quartal 2021 mit diesem Muster. Auch andere Airlines gehen davon aus, dass es noch einige Zeit dauern könnte.

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