
Betriebsstörungen: Schlichtungsanträge im Verkehrssektor steigen im ersten Halbjahr deutlich an
Die unabhängige Schlichtungsstelle Reise & Verkehr hat in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 eine deutliche Zunahme an Schlichtungsbegehren registriert. Mit rund 29.000 neu erfassten Anträgen liegt das Aufkommen im ersten Halbjahr mehr als 50 Prozent über den Werten der beiden vorangegangenen Jahre. Neben den bekannten operativen Problemen im Luft- und Schienenverkehr identifiziert die Organisation einen neuartigen Faktor für diese Entwicklung: Die zunehmende Verbreitung von Anwendungen der Künstlichen Intelligenz erleichtert es Verbrauchern erheblich, ihre Rechte zu identifizieren und Anträge formalisiert einzureichen. Dies führt zu einer anhaltend hohen Belastung der Schlichtungsinfrastruktur, die sich zunehmend von saisonalen Schwankungen entkoppelt. Ungewöhnlicher Verlauf der Fallzahlen im Jahresbeginn Die statistische Auswertung für die erste Jahreshälfte 2026 offenbart eine signifikante Abweichung von den historischen Trends. In den Vergleichszeiträumen der Vorjahre bewegten sich die Antragszahlen auf einem stabileren Niveau. Im ersten Halbjahr 2024 wurden 19.492 Anträge verzeichnet, während im ersten Halbjahr 2025 ein leichter Rückgang auf 18.836 Fälle zu beobachten war. Der sprunghafte Anstieg auf etwa 29.000 Fälle im laufenden Jahr markiert somit eine Zäsur in der Arbeit der Schlichtungsstelle. Besonders auffällig ist der veränderte monatliche Verlauf im Frühjahr und Frühsommer 2026. In der Vergangenheit war zwischen den Monaten Februar und Juni regelmäßig ein saisonal bedingter Rückgang der Anträge zu beobachten, da in diesem Zeitraum abseits der Osterfeiertage weniger Urlaubsreisen stattfinden und sich der Flug- und Bahnbetrieb oft stabilisiert. Im Jahr 2026 blieb dieser Rückgang jedoch vollständig aus. Stattdessen verzeichnete der Monat Juni eine Verdopplung der Anträge im direkten Vergleich zum Juni des Vorjahres. Diese kontinuierliche








