
Airbus-Auslieferungen nach China durch Zulassungsstreitigkeiten gebremst
Der europäische Luftfahrtkonzern Airbus sieht sich mit einer unerwarteten operativen Hürde auf seinem wichtigsten Wachstumsmarkt konfrontiert. Im ersten Quartal 2026 verzeichnete der Flugzeugbauer die niedrigsten Auslieferungszahlen seit siebzehn Jahren, was primär auf stockende Zulassungsverfahren in der Volksrepublik China zurückzuführen ist. Während Airbus-Chef Guillaume Faury von einer administrativen Thematik sprach, verdichten sich die Hinweise, dass Peking die Verzögerungen als politisches Druckmittel nutzt. Hintergrund ist offenbar die schleppende Zertifizierung des chinesischen Mittelstreckenjets Comac C919 durch die europäische Luftfahrtbehörde EASA. Dieser schwelende Konflikt verdeutlicht die zunehmende Verflechtung von technischer Zulassung und globalen Handelsinteressen, wobei Airbus unfreiwillig in die Rolle eines Verhandlungsobjekts zwischen den Wirtschaftsblöcken geraten ist. Trotz einer teilweisen Entspannung im April bleibt die Situation ein Indikator für die Volatilität des chinesischen Marktes und die Herausforderungen bei der Etablierung neuer Wettbewerber im globalen Flugzeugbau. Einbruch der Quartalszahlen und operative Folgen Mit lediglich 114 ausgelieferten Maschinen im ersten Quartal 2026 markiert Airbus einen historischen Tiefstand, der statistisch bis in das Krisenjahr 2009 zurückreicht. Besonders eklatant ist der Rückgang bei den Exporten nach China: Nur 16 Flugzeuge erreichten im Berichtszeitraum chinesische Kunden, was einem Minus von zwei Dritteln gegenüber dem Vorjahr entspricht. Laut Konzernangaben befanden sich zum Quartalsende 20 fertiggestellte Maschinen in einem Schwebezustand. Sie waren technisch abnahmebereit, durften jedoch aufgrund fehlender administrativer Freigaben seitens der chinesischen Luftfahrtbehörde CAAC nicht offiziell übergeben und somit auch nicht bilanziell erfasst werden. Diese Verzögerung hat direkte Auswirkungen auf die kurzfristige Liquidität und die Jahresprognosen des Konzerns. Da Auslieferungen in der Luftfahrtbranche traditionell mit der Schlusszahlung des Käufers verbunden








