Jan Gruber

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Jan Gruber

Österreichs Bahnindustrie fordert stärkere politische Rückendeckung

Der Verband der Bahnindustrie in Österreich (VBI) hat im Rahmen des ersten Parlamentarischen Tages der Bahnindustrie die wirtschaftliche Tragweite des Sektors unterstrichen. Bei einem Austausch mit Abgeordneten des Nationalrats im Südwesten des Landes betonten Branchenvertreter die Notwendigkeit stabiler politischer Rahmenbedingungen, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern. Die Branche, die laut dem Austrian Rail Report 2025 über 34.000 Menschen beschäftigt, sieht sich mit steigenden Kosten und einem verschärften globalen Wettbewerb konfrontiert. Ein zentraler Punkt der Beratungen war der Rückfall Österreichs im globalen Exportranking von Platz vier auf Platz sieben, was die Forderung nach einer gezielten industriepolitischen Neuausrichtung befeuerte. Die wirtschaftlichen Kennzahlen verdeutlichen die Rolle der Bahnindustrie als eine der innovationsstärksten Branchen des Landes. Mit einer Bruttowertschöpfung von rund 3,02 Milliarden Euro und Steuerleistungen in Höhe von 1,17 Milliarden Euro bildet sie ein massives finanzielles Fundament für den Staatshaushalt. Besonders hervorzuheben ist die Exportquote von 68 Prozent, die Österreich im europäischen Pro-Kopf-Vergleich an die Spitze stellt. Um diesen Vorsprung zu halten, investiert der Sektor massiv in Forschung und Entwicklung; die entsprechenden Ausgaben liegen bei 16,50 Euro pro Kopf und markieren damit ebenfalls einen europäischen Spitzenwert. Die Unternehmen fungieren dabei als regionale Anker, die hochwertige Arbeitsplätze entlang der gesamten Wertschöpfungskette garantieren. Angesichts der wachsenden Konkurrenz aus Übersee plädiert der Verband für eine „Europe First“-Strategie bei der Vergabe öffentlicher Mittel. Investitionen aus Steuergeldern sollten nach Ansicht des VBI stärker an die europäische Wertschöpfung und technologische Souveränität gekoppelt werden. Ziel ist es, die industrielle Basis und die Versorgungssicherheit innerhalb Europas zu stärken. Regierungsvertreter signalisierten

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Absage der Branchenmesse Ebace 2026 in Genf

Die European Business Aviation Association (EBAA) hat die für Juni 2026 geplante Fachmesse Ebace überraschend abgesagt. Die Veranstaltung, die als wichtigstes Branchenevent für die europäische Geschäftsluftfahrt gilt, hätte vom 2. bis 4. Juni auf dem Messegelände Palexpo in Genf stattfinden sollen. Trotz umfassender Anpassungen am Messekonzept, die eine stärkere Ausrichtung auf Networking-Formate und die Rückkehr der beliebten Flugzeugschau auf dem Außengelände (Static Display) vorsahen, blieb der Rücklauf seitens der Aussteller und Teilnehmer deutlich hinter den notwendigen Erwartungen zurück. Laut Verbandsangaben fehlte die wirtschaftliche Dynamik, um eine Durchführung auf gewohntem Qualitätsniveau zu gewährleisten. Hintergrund dieser Entscheidung ist eine spürbare Konsolidierung innerhalb der Branche. Führende Hersteller von Geschäftsreiseflugzeugen und Zulieferer haben in den vergangenen Monaten ihre Marketingbudgets für klassische Messen reduziert und setzen vermehrt auf dezentrale Kundenveranstaltungen. Zudem steht die Business Aviation unter erheblichem politischen Druck in Europa, was zu einer allgemeinen Verunsicherung im Markt führt. Die EBAA betonte, dass die Ressourcen des Verbandes nun verstärkt in die Kernaufgaben fließen sollen. Dazu gehört insbesondere die politische Interessenvertretung in Brüssel und die Positionierung der Branche in regulatorischen Debatten, um die Wettbewerbsfähigkeit des Sektors zu sichern. Zusätzliche Marktbeobachtungen deuten darauf hin, dass die Absage auch eine Reaktion auf logistische Herausforderungen am Standort Genf sein könnte. Die Organisation der Static Display am Flughafen Genf gestaltete sich in den letzten Jahren aufgrund von Platzmangel und strengen Betriebsauflagen zunehmend schwierig. Für die europäische Geschäftsluftfahrt bedeutet der Ausfall der Ebace den Verlust ihrer zentralen Kommunikationsplattform, auf der traditionell wichtige Verkaufsabschlüsse und strategische Allianzen verkündet wurden. Der Verband prüft

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Kulinarik Wolken: Air France erweitert Business Class Menü mit Kreationen der Weltkonditorin Nina Métayer

Die französische Fluggesellschaft Air France setzt im Frühjahr 2026 neue Maßstäbe im Bereich des Bord-Caterings und intensiviert die Zusammenarbeit mit einer der profiliertesten Persönlichkeiten der internationalen Gastronomieszene. Seit April dieses Jahres präsentiert die Fluglinie eine exklusive Kollektion von Desserts, die von der renommierten Konditorin Nina Métayer entworfen wurden. Métayer, die im Jahr 2023 zur weltbesten Konditorin gekürt wurde, setzt damit eine erfolgreiche Kooperation fort, die bereits im Jahr 2024 ihren Anfang nahm. Die neuen Kreationen sind fester Bestandteil des kulinarischen Angebots in der Business Class auf Langstreckenflügen ab Paris. Ziel dieser Initiative ist es, das Reiseerlebnis durch französische Handwerkskunst und gastronomische Raffinesse auf ein neues Niveau zu heben und die Positionierung von Air France als Botschafterin der französischen Lebensart im internationalen Luftverkehr zu festigen. Präzision und Innovation in der Patisserie an Bord Die Herausforderungen bei der Gestaltung von Speisen für den Verzehr in großen Höhen sind vielfältig. Durch den veränderten Luftdruck und die geringe Luftfeuchtigkeit in der Kabine verändert sich die Geschmackswahrnehmung der Passagiere. Nina Métayer hat ihre neuen Desserts daher unter Berücksichtigung dieser physikalischen Rahmenbedingungen entwickelt. Jede Kreation wurde so konzipiert, dass Texturen und Aromen auch in zehntausend Metern Höhe ihre volle Intensität entfalten. Das Sortiment umfasst eine Auswahl an süßen Köstlichkeiten, die sich durch eine präzise Balance zwischen Leichtigkeit und geschmacklicher Tiefe auszeichnen. Besondere Aufmerksamkeit widmet die Fachwelt den beiden neuesten Neuzugängen auf der Speisekarte: dem Himbeer-Kokos-Törtchen und dem Zitronen-Verbene-Törtchen. Das Himbeer-Kokos-Törtchen kombiniert eine cremige Kokosmousse mit einer frischen Himbeerkonfitüre, umhüllt von einer zarten Schicht weißer Schokolade. Das

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Westbahn startet eigene Vollausbildung für Triebfahrzeugführer

Das private Eisenbahnunternehmen Westbahn erweitert sein betriebliches Spektrum und bietet ab dem 1. September 2026 erstmals eine vollständige interne Ausbildung für Triebfahrzeugführer an. Damit reagiert das Unternehmen auf den akuten Fachkräftemangel in der europäischen Bahnbranche und emanzipiert sich von externen Schulungseinrichtungen. Die Ausbildung ist auf eine Dauer von 12 bis 16 Monaten ausgelegt und richtet sich gezielt an Quereinsteiger, die über eine abgeschlossene Lehre oder Matura verfügen. Der Fokus der ersten Kurse liegt dabei auf den Regionen Salzburg, Innsbruck und Villach, um die personelle Abdeckung entlang der wichtigsten West- und Südverbindungen sicherzustellen. Die Ausbildung findet schwerpunktmäßig in Salzburg statt und beinhaltet für Teilnehmer aus dem Westen Österreichs zusätzlich die Qualifikation für das deutsche Streckennetz. Dies ist ein strategisch wichtiger Schritt, da die Westbahn ihre grenzüberschreitenden Verbindungen, insbesondere in Richtung München, kontinuierlich ausbaut. Die Schulung erfolgt direkt an der bestehenden Flotte, die derzeit 19 Doppelstockzüge und drei Hochgeschwindigkeitszüge umfasst. Durch die In-House-Lösung kann das Unternehmen die Lehrinhalte präzise auf die technische Ausstattung der eigenen Garnituren und die spezifischen betrieblichen Abläufe abstimmen, was die Einsatzbereitschaft nach Abschluss der Prüfungen beschleunigt. Derzeit beschäftigt die Westbahn rund 500 Mitarbeiter, wovon etwa 130 im Führerstand tätig sind. Mit einem Frauenanteil von etwa 10 Prozent im Bereich der Triebfahrzeugführung liegt das Unternehmen im Branchenschnitt, strebt jedoch durch die neue Kampagne eine breitere Diversifizierung an. Voraussetzung für die Bewerber ist ein Mindestalter von 20 Jahren bei Ausbildungsbeginn, da die gesetzliche Abschlussprüfung erst mit 21 Jahren abgelegt werden darf. Während der gesamten Ausbildungsphase erhalten die angehenden Lokführer eine

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Auch American Airlines erhöht Gebühren für Aufgabegepäck infolge der Energiekrise

Die Dynamik auf dem US-amerikanischen Luftfahrtmarkt hat sich im April 2026 drastisch verschärft. Als fünfte große Fluggesellschaft innerhalb weniger Tage hat American Airlines eine signifikante Erhöhung der Gebühren für Aufgabegepäck angekündigt. Diese Entscheidung folgt auf ähnliche Schritte von Branchenriesen wie Delta Air Lines, United Airlines, JetBlue und Southwest Airlines. Hintergrund dieser koordinierten Preissteigerungen sind die massiv gestiegenen Betriebskosten, die insbesondere durch die geopolitischen Verwerfungen im Nahen Osten und die damit verbundene Verknappung von Flugkraftstoff befeuert werden. Für Reisende, die sich für den Basistarif entscheiden, bedeutet dies eine spürbare finanzielle Mehrbelastung. Die Neuregelung greift für alle Buchungen, die ab dem 9. April getätigt werden, und betrifft primär Inlandsflüge sowie internationale Kurzstreckenverbindungen. Experten sehen in diesem Schritt eine notwendige Reaktion der Industrie auf ein Marktumfeld, das durch extreme Volatilität bei den Treibstoffpreisen und eine eingeschränkte globale Versorgungskette geprägt ist. Geopolitische Blockaden und die Auswirkungen auf den Kerosinpreis Der Haupttreiber für die aktuelle Preisspirale im US-Luftverkehr ist die kritische Lage an der Straße von Hormus. Da mehr als 20 Prozent der weltweiten Erdölvorräte diese Meerenge zwischen dem Iran und dem Oman passieren, hat die jüngste Eskalation des Konflikts in der Region zu einer faktischen Drosselung der globalen Versorgung mit Rohöl und raffiniertem Kerosin geführt. Flugkraftstoff stellt für Fluggesellschaften nach den Personalkosten den zweitgrößten operativen Ausgabeposten dar. Durch die Unterbrechung der Lieferwege sind die Preise für Jet Fuel auf ein Niveau gestiegen, das von den Airlines nicht mehr allein durch interne Effizienzsteigerungen aufgefangen werden kann. American Airlines betonte bei der Bekanntgabe der Maßnahmen, dass

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Initiative „Herz am Herd“: Spitzenköche unterstützen Team Österreich Tafel

Angesichts einer prekären sozialen Lage in Österreich, in der laut aktuellen Erhebungen rund 1,53 Millionen Menschen als armuts- oder ausgrenzungsgefährdet gelten, haben das Österreichische Rote Kreuz und Hitradio Ö3 die Cooking-Roadshow „Herz am Herd“ ins Leben gerufen. Ziel dieser Initiative ist es, die Aufmerksamkeit auf die wachsende Zahl von Personen zu lenken, die auf leistbare Lebensmittel angewiesen sind. Rund 336.000 Menschen im Land leben in absoluter Armut und können sich alltägliche Dinge wie Restaurantbesuche oder eine warme Mahlzeit oft nicht leisten. Um hier ein Zeichen der Solidarität zu setzen, engagieren sich insgesamt 18 renommierte Köche, darunter Parvin Razavi, Paul Ivic und Toni Mörwald, ehrenamtlich für das Projekt. Die Aktion unterstützt direkt die Arbeit der Team Österreich Tafel, die seit ihrer Gründung im Jahr 2010 ein weitreichendes Versorgungsnetz aufgebaut hat. An mittlerweile 127 Standorten im gesamten Bundesgebiet werden Woche für Woche überschüssige, aber qualitativ einwandfreie Lebensmittel an einkommensschwache Haushalte verteilt. Rund 6.000 freiwillige Helfer sichern den Betrieb dieser Ausgabestellen, wodurch regelmäßig mehr als 58.000 Menschen beziehungsweise 24.000 Familien unterstützt werden. Im Rahmen der Roadshow interpretieren die Spitzenköche den Klassiker Erdäpfelgulasch neu und geben die Mahlzeiten an acht verschiedenen Ausgabestellen persönlich an die Betroffenen aus. Die Roadshow startete im Wiener Restaurant &flora und führt die teilnehmenden Gastronomen bis Ende Juni durch alle Bundesländer. Zu den beteiligten Akteuren gehören unter anderem Philip Rachinger, Vitus Winkler und Hubert Wallner, die ihre handwerkliche Expertise in den Dienst der guten Sache stellen. Das Projekt wird von namhaften Partnern aus der Wirtschaft sowie prominenten Unterstützern aus Kultur

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Erhebliche Einschränkungen im Regionalverkehr zum Flughafen BER am Osterwochenende

Reisende, die am Ende der Osterferien den Flughafen Berlin Brandenburg (BER) nutzen möchten, müssen sich auf massive Behinderungen im Schienenverkehr einstellen. Aufgrund umfangreicher Bauarbeiten der Deutschen Bahn ist die wichtigste Verbindung zwischen der Berliner Innenstadt und dem Flughafen, der Flughafenexpress (FEX), am kommenden Wochenende vollständig unterbrochen. Die Sperrungen beginnen am Freitagabend um 21:00 Uhr und dauern bis Montagmorgen um 05:00 Uhr an. Diese Maßnahme trifft den Rückreiseverkehr der Osterferien empfindlich, da der FEX normalerweise die schnellste Anbindung vom Hauptbahnhof darstellt. Neben dem Ausfall des FEX sind weitere Regionalbahnlinien von den Baumaßnahmen betroffen. Der Regionalexpress RE20 verkehrt im genannten Zeitraum nicht zwischen dem Berliner Hauptbahnhof und dem Flughafen. Auch die Linie RB22, die Potsdam mit dem BER verbindet, ist unterbrochen; hier endet der Zugbetrieb bereits am Halt Ludwigsfelde-Struveshof. Wer aus der Berliner Stadtmitte zum Flughafen gelangen will, muss auf die Linien RB24 oder RB32 ausweichen, die über Berlin-Ostkreuz verkehren. Fahrgäste sollten jedoch beachten, dass auch diese Linien über den BER hinaus nicht weiterfahren, da Streckenabschnitte Richtung Blankenfelde und Ludwigsfelde ebenfalls gesperrt sind. Der Grund für die weitreichenden Sperrungen liegt in notwendigen Instandhaltungs- und Modernisierungsarbeiten auf dem Korridor zwischen Zossen und Schönefeld. Die Deutsche Bahn führt am Bahnhof Wünsdorf-Waldstadt Schienenschleif- und Kabeltiefbauarbeiten durch, während am Bahnhof Zossen Erdarbeiten sowie Gleisbauarbeiten auf dem Programm stehen. Diese Maßnahmen sind Teil der langfristigen Ertüchtigung der Dresdner Bahn, um die Schienenanbindung des Flughafens und die Fernverkehrskapazitäten Richtung Süden dauerhaft zu erhöhen. Trotz der kurzzeitigen Behinderungen ist das Ziel dieser Arbeiten eine höhere Zuverlässigkeit des Streckennetzes. Für

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Airbus verzeichnet Auftragsboom im ersten Quartal 2026

Der europäische Flugzeugbauer Airbus hat das erste Quartal des Jahres 2026 mit einer deutlichen Steigerung der Auslieferungen und einer außergewöhnlich hohen Zahl an Neuaufträgen abgeschlossen. Allein im März meldete der Konzern 331 feste Bestellungen, was das Vertrauen der Branche in die Kapazitätserweiterungen der kommenden Jahre unterstreicht. Insgesamt lieferte Airbus im März 60 Verkehrsflugzeuge aus, wodurch sich die Gesamtzahl der Auslieferungen für das erste Quartal auf 114 Einheiten erhöht. Das Unternehmen hält damit an seinem ehrgeizigen Ziel fest, im gesamten Kalenderjahr 870 Flugzeuge an Kunden weltweit zu übergeben. Ein wesentlicher Teil des Auftragsvolumens entfällt auf den US-amerikanischen Markt. Die Frachtfluggesellschaft Atlas Air sicherte sich 20 Exemplare des neuen Vollfrachters A350F und hält zudem Optionen auf weitere 20 Maschinen dieses Typs. Auch Delta Air Lines festigte ihre Partnerschaft mit dem Hersteller durch zwei umfangreiche Bestellungen innerhalb eines Monats: Zu Beginn des März orderte die Airline 34 A321neo, gefolgt von weiteren 16 A330-900 und 15 A350-900 gegen Monatsende. Zudem zeichnete die Leasinggesellschaft AerCap über das Vehikel „NAS Aviation Services“ für insgesamt 100 Maschinen der A320neo-Familie verantwortlich, die größtenteils für den Einsatz bei Frontier Airlines vorgesehen sind. Parallel dazu treibt das starke Wachstum im asiatischen Luftverkehrssektor die Absatzzahlen weiter voran. China Eastern Airlines platzierte einen bedeutenden Folgeauftrag über 101 Flugzeuge der A320neo-Reihe, darunter 83 Exemplare der größeren Variante A321neo. Auch Juneyao Airlines erweiterte ihre Flotte durch die Bestellung von 25 zusätzlichen Maschinen der Typen A320neo und A321neo. Branchenanalysten werten diese Zahlen als Indikator für eine weitreichende Erholung der globalen Luftfahrt, wobei insbesondere hocheffiziente Schmalrumpfflugzeuge

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Lufthansa City Airlines und Verdi vereinbaren ersten Tarifvertrag

Die neu gegründete Konzerntochter Lufthansa City Airlines hat mit der Gewerkschaft Verdi einen umfassenden Tarifabschluss für das Cockpit- und Kabinenpersonal erzielt. Die Vereinbarung, die rückwirkend zum 1. April 2026 in Kraft tritt, sichert dem fliegenden Personal eine feste Tarifstruktur bis zum Jahr 2029. Mit dieser Ersttarifierung schafft das Unternehmen die notwendige Planungssicherheit für die laufende Aufbauphase und den geplanten Flottenausbau. Laut Unternehmensangaben hat sich die Belegschaft mehrheitlich für Verdi als Verhandlungspartner entschieden, was die Basis für die künftige Sozialpartnerschaft bildet. Die Einigung umfasst neben Vergütungsstrukturen auch Regelungen zu den Einsatzbedingungen und zur betrieblichen Altersvorsorge. Die Tarifverträge sind strategisch darauf ausgelegt, die Wettbewerbsfähigkeit der Lufthansa-Gruppe im hart umkämpften europäischen Kurzstreckenmarkt zu stärken. Durch einheitliche Einsatzbedingungen für Cockpit und Kabine soll eine höhere operationelle Stabilität erreicht werden, was insbesondere an den Drehkreuzen München und Frankfurt von Bedeutung ist. Lufthansa City Airlines fungiert hierbei als Zubringergesellschaft, die durch eine optimierte Kostenstruktur gegen preisaggressive Konkurrenten bestehen soll. Der Abschluss beinhaltet zudem Bestimmungen über eine ergebnisvariable Vergütung, die die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens direkt mit der Entlohnung der Mitarbeiter verknüpft. Zusätzliche Marktanalysen verdeutlichen, dass dieser Tarifabschluss auch eine Reaktion auf die angespannte Personalsituation in der Luftfahrtbranche ist. Um die ambitionierten Wachstumsziele zu erreichen, muss das Unternehmen als attraktiver Arbeitgeber am Standort Deutschland wahrgenommen werden. Der operative Geschäftsführer Peter Albers betonte, dass die Vereinbarung eine stabile Grundlage für die Schaffung zusätzlicher Arbeitsplätze und beruflicher Perspektiven bietet. Gleichzeitig bleibt der Kostendruck im Kurzstreckensegment hoch, weshalb die Laufzeit von drei Jahren dem Management den nötigen Spielraum gibt, die

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Passagierplus am Flughafen Berlin Brandenburg trotz regionaler Krisen und Warnstreik

Der Flughafen Berlin Brandenburg (BER) verzeichnete im März 2026 einen Zuwachs bei den Passagierzahlen, obwohl externe Faktoren den Flugbetrieb erheblich belasteten. Mit insgesamt 1,98 Millionen Fluggästen stieg das Aufkommen im Vergleich zum März des Vorjahres um 1,2 Prozent. Dieser Zuwachs verdeutlicht eine robuste Nachfrage im europäischen Reiseverkehr, die die negativen Effekte geopolitischer Spannungen und punktueller Arbeitsniederlegungen kompensieren konnte. Dennoch hinterließen der militärische Konflikt zwischen dem Iran und seinen Gegnern sowie ein großflächiger Warnstreik der Gewerkschaft ver.di am 18. März deutliche Spuren in der operativen Bilanz des Hauptstadtflughafens. Die Anzahl der Flugbewegungen ging im Berichtszeitraum um 3,6 Prozent auf rund 14.700 Starts und Landungen zurück. Hauptverantwortlich für diesen Rückgang waren massive Flugstreichungen in Richtung Nahost. Aufgrund der instabilen Sicherheitslage im iranischen Luftraum und angrenzender Regionen annullierten die Fluggesellschaften rund 450 Verbindungen. Betroffen waren hiervon insbesondere wichtige Drehkreuze wie Dubai, Doha und Abu Dhabi, aber auch Direktverbindungen nach Tel Aviv und Beirut. Zusätzlich führte der eintägige Warnstreik am 18. März zum Ausfall von etwa 430 Flügen, da der Sicherheitscheck und die Bodenverkehrsdienste weitgehend zum Erliegen kamen, was Tausende Reisende zur Umbuchung zwang. Besonders drastisch stellten sich die Auswirkungen auf den Güterverkehr dar. Der Frachtumschlag am BER brach im März 2026 um ein Drittel gegenüber dem Vorjahresmonat ein und sank auf 2.900 Tonnen. Da ein erheblicher Teil der Luftfracht in Berlin als sogenannte Beiladung in Passagiermaschinen transportiert wird, führten die gestrichenen Langstreckenflüge nach Asien und in den Orient zu einem unmittelbaren Kapazitätsmangel. Branchenexperten weisen zudem darauf hin, dass die veränderten Flugrouten zur Umgehung

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