Jan Gruber

Weitere Artikel aus der Rubrik

Jan Gruber

Entwicklung im Luftverkehr: Aufholung im Frachtgeschäft bei anhaltend verhaltenem Passagieraufkommen

Die weltweite Luftfahrtbranche verzeichnete im Juni 2026 weiterhin gegensätzliche Entwicklungen in den Bereichen Passagierbeförderung und Gütertransport. Nach aktuellen Marktanalysen schrumpfte die Passagiernachfrage gemessen an den Einnahmen pro Passagierkilometer (RPK) im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,7 Prozent. Zwar bedeutete dies eine leichte Abschwächung gegenüber dem Mai-Minus von 2,2 Prozent, dennoch verharrt der Passagierverkehr in der Konsolidierung. Die durchschnittliche Sitzplatzauslastung sank geringfügig um 0,4 Prozentpunkte auf 84,2 Prozent. Insbesondere im Inlandsverkehr zeigten fast alle großen Märkte mit Ausnahme Brasiliens rückläufige Zahlen. Deutliche Einbußen prägten weiterhin den Raum Naher Osten, wo das Passagieraufkommen im Jahresvergleich um 13,9 Prozent nachgab. Dennoch deuten Daten zur schrittweisen Wiederaufnahme von Flugverbindungen und die Ticketbuchungen für die Sommermonate Juni bis September 2026 auf eine defensive Erholung hin, nachdem der Markt im März infolge regionaler Konflikte und Luftraumsperrungen um 63 Prozent eingebrochen war. Auch in Nordamerika und der Region Asien-Pazifik blieben die Passagierzahlen hinter den Vorjahreswerten zurück, während für den Monat Juli branchenweit erstmals wieder mit einem leichten Anstieg der Sitzplatzkapazität von 1,3 Prozent gerechnet wird. Im Gegensatz zum Passagiergeschäft legte der globale Luftfrachtmarkt im Juni deutlich zu. Die Nachfrage nach Frachttonnenkilometern (CTK) stieg im Jahresvergleich um 8,5 Prozent, während der internationale Frachtverkehr sogar um 9,6 Prozent zulegte. Wichtigste Impulsgeber waren nordamerikanische Fluggesellschaften sowie die Frachtsparten im Nahen Osten, die nach vorangegangenen Unterbrechungen wieder Zuwächse verzeichneten. Da das Kapazitätsangebot bei Frachttonnenkilometern mit einem Plus von 4,4 Prozent langsamer wuchs als die Gesamtnachfrage, stieg die Auslastung der Frachträume an. Auf der Kostenseite zeichnete sich bei den Kerosinpreisen eine leichte Entspannung

weiterlesen »

Ausbau des Nordamerika-Flugplans: Condor plant Saisonverbindung zwischen Frankfurt und Chicago

Die deutsche Ferienfluggesellschaft Condor erweitert ihr Streckennetz in die Vereinigten Staaten und nimmt im Sommerflugplan 2027 eine Direktverbindung von Frankfurt am Main nach Chicago O’Hare auf. Wie das Unternehmen mitteilte, soll die Route im Zeitraum vom 14. Mai bis zum 12. September 2027 täglich bedient werden. Für die Transatlantikflüge ist der Einsatz von Langstreckenflugzeugen des Typs Airbus A330neo vorgesehen. Mit der Ankündigung dieser Saisonverbindung tritt Condor auf der Strecke nach Chicago in direkten Wettbewerb mit etablierten Netzwerk-Carriern. Bislang wird die Verbindung zwischen dem hessischen Drehkreuz und der US-Metropole vor allem von Lufthansa und deren Joint-Adventure-Partner United Airlines dominiert, die mehrmals täglich Linienflüge auf dieser Route anbieten. Condor versucht dabei, über ein angepasstes Preisgefüge und Zubringerflüge im Rahmen von Partnerabkommen Passagiere aus Deutschland und dem europäischen Ausland zu gewinnen. Die Ausrichtung auf nordamerikanische Zielorte bildet seit der Umstrukturierung der Fluggesellschaft ein zentrales Element im Flugprogramm. Durch den Einsatz des Airbus A330neo, der über eine moderne Kabinenausstattung in verschiedenen Beförderungsklassen verfügt, strebt der Anbieter eine stärkere Positionierung im Langstreckenverkehr an. Der Erfolg auf einer Route wie Chicago, die sowohl von Urlaubsreisenden als auch von Geschäftsreisenden frequentiert wird, erfordert jedoch eine hohe Sitzplatzauslastung bei gleichzeitig konkurrenzfähigen Ticketpreisen. Branchenbeobachter weisen darauf hin, dass die Befristung der Flugverbindung auf die Sommersaison das Risiko saisonaler Nachfrageschwankungen begrenzen soll. Gleichzeitig steht das Unternehmen vor der Herausforderung, sich gegen die etablierten Drehkreuz-Strukturen der Großallianzen am Flughafen Chicago O’Hare zu behaupten. Wie sich die zusätzliche Kapazität auf die Ticketpreise und die Ertragslage der Fluggesellschaft auswirkt, wird sich im Laufe

weiterlesen »

Einstellung der Flugverbindung zwischen Graz und Wien: Branchenvertreter warnen vor Folgen für den Wirtschaftsstandort Österreich

Die angekündigte Einstellung der Flugverbindung zwischen Graz und Wien durch die Fluggesellschaft Austrian Airlines markiert einen weiteren Einschnitt in das österreichische Inlands- und Kurzstreckenflugnetz. Wie die Arbeitsgemeinschaft Österreichischer Verkehrsflughäfen bekanntgibt, reiht sich diese Maßnahme in eine Serie von Streckeneinstellungen und Kapazitätsreduzierungen ein, die die heimische Luftfahrtinfrastruktur seit Beginn des Jahres 2025 belastet. Neben der Aussetzung der Trasse Graz–Wien wurden im besagten Zeitraum unter anderem die Verbindung von Innsbruck nach Frankfurt durch die Lufthansa sowie die Strecke von Linz nach London durch Ryanair aufgegeben. Zudem zogen sich Anbieter wie Wizz Air vollends aus Salzburg und Wien zurück, während Klagenfurt eine Ausdünnung des Flugplans hinnehmen musste. Vertreter der Flugplätze und der regionalen Wirtschaft werten diese Entwicklungen als Symptom einer nachlassenden internationalen Wettbewerbsfähigkeit. Hauptursache seien im europäischen Vergleich unvorteilhafte Abgabenstrukturen und hohe Betriebskosten, die Fluggesellschaften zu einer Verlagerung ihrer Flugzeuge in andere europäische Märkte veranlassen. Strukturelle Veränderungen im Streckennetz der Regionalflughäfen Die Reduzierung des Flugangebots betrifft die österreichische Luftfahrtinfrastruktur auf mehreren Ebenen. Neben dem völligen Wegfall der Verbindung zwischen Graz und der Bundeshauptstadt sieht sich auch der Flughafen Klagenfurt mit einer Verringerung der Frequenzen nach Wien konfrontiert. Für die Regionalflughäfen bedeutet der Verlust von Zubringerstrecken zu einem internationalen Drehkreuz eine erhebliche Umstellung der bisherigen Passagierströme. Während europäische Flughäfen im Gesamtdurchschnitt ein Wachstum der Passagierzahlen und den Ausbau von Kapazitäten verzeichnen, weist der Markt in Österreich rückläufige bis stagnierende Entwicklungen auf. Die Streckeneinstellungen betreffen dabei sowohl traditionelle Netzwerkträger als auch Punkt-zu-Punkt-Fluggesellschaften. Nach Einschätzung von Branchenkennern führt der Rückzug von Anbietern wie Wizz Air oder

weiterlesen »

Gericht bewertet Stopover-Programm als Pauschalreise und verpflichtet Fluggesellschaft zu Kostenerstattung

Eine Fluggesellschaft, die zusätzlich zur Flugbeförderung einen mehrtägigen Hotelaufenthalt über ihre eigene Buchungsplattform anbietet, kann rechtlich als Reiseveranstalter eingestuft werden. Das Amtsgericht München entschied in einem aktuellen Urteil, dass ein von der Fluggesellschaft Etihad Airways angebotenes Stopover-Programm mit einer vierstündigen beziehungsweise vier-tägigen Zwischenlandung und Hotelübernachtung als Pauschalreisevertrag im Sinne des Bürgerlichen Gesetzbuches zu qualifizieren ist. Da die Fluggesellschaft das von der Kundin ausgewählte und gebuchte Hotel vor Ort nicht bereitstellte, wurde sie dazu verurteilt, der Klägerin die Kosten für eine in Eigenregie gebuchte Ersatzunterkunft in Höhe von 2.387 Euro vollumfänglich zu erstatten. Das Gericht stellte klar, dass bei einem mehrtägigen Aufenthalt die Beherbergungsleistung eine eigenständige Hauptleistung darstellt und nicht lediglich als unbedeutende Nebenleistung der Flugbeförderung anzusehen ist. Sachverhalt und Buchungsablauf über das Portal der Fluggesellschaft Der Entscheidung lag ein Fall zugrunde, bei dem eine Passagierin über die Internetseite von Etihad Airways eine Flugverbindung von München über das Drehkreuz Abu Dhabi nach Malé auf den Malediven und zurück gebucht hatte. Im Zuge des Buchungsprozesses nutzte die Kundin ein auf der Website integriertes Premium-Stopover-Angebot. Sie wählte für den Hinweg einen viertägigen Zwischenstopp in Abu Dhabi aus und entschied sich für eine Unterbringung im Hotel Bab Al Qasr. Für das Stopover-Arrangement sowie eine Buchungsgebühr entrichtete sie einen Betrag von knapp 348 Euro. Im Anschluss stellte die Fluggesellschaft die Flugbuchung und die Hotelleistung zusammen als einheitliches Paket mit einem Gesamtbetrag von 1.042,20 Euro dar. Trotz der Zahlungsabwicklung und einer automatisierten Systembenachrichtigung, dass die Buchungsdetails in Kürze per E-Mail übermittelt würden, blieb eine finale Detailbestätigung

weiterlesen »

Österreich: Differenzierte Entwicklung im ersten Halbjahr 2026

Die sechs österreichischen Verkehrsflughäfen verzeichneten von Jänner bis Juni 2026 einen Rückgang des Passagieraufkommens um 2,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Insgesamt wurden an den Standorten Wien, Salzburg, Innsbruck, Graz, Linz und Klagenfurt rund 16,41 Millionen Reisende gezählt. Während das erste Quartal 2026 mit einem Plus von 1,8 Prozent auf etwa 7,45 Millionen Passagiere noch einen leichten Zuwachs aufwies, führte ein Rückgang von 6,0 Prozent im zweiten Quartal auf rund 8,96 Millionen Passagiere zu einem insgesamt negativen Halbjahresergebnis. Parallel dazu sank die Zahl der Flugbewegungen im Linien- und Gelegenheitsverkehr um 5,2 Prozent auf 133.004 Starts und Landungen, was von Branchenvertretern auf eine höhere rechnerische Auslastung der eingesetzten Maschinen zurückgeführt wird. Das Frachtaufkommen schwächte sich um 0,9 Prozent auf 182.836 Tonnen ab. Die Verteilung auf die einzelnen Flughäfen zeigt ein uneinheitliches Bild, wobei insbesondere kleinere Regionalstandorte wie Linz und Klagenfurt zweistellige prozentuale Einbußen hinnehmen mussten. Die Branchenvertretung Arbeitsgemeinschaft Österreichischer Verkehrsflughäfen nimmt die Bilanz zum Anlass, um Anpassungen bei staatlichen Gebühren und den rahmenrechtlichen Wettbewerbsbedingungen einzufordern. Gegenläufige Entwicklung im europäischen Gesamtkontext Der Einbruch der Passagierzahlen an den österreichischen Flughäfen steht im Kontrast zur allgemeinen Entwicklung auf dem europäischen Luftverkehrsmarkt. Während die europäischen Verkehrsflughäfen im Durchschnitt des ersten Halbjahres 2026 ein Wachstum von 2,6 Prozent verbuchten, gehört Österreich im kontinentalen Vergleich zu den Standorten mit verringerter Nachfrage. Als maßgebliche Ursachen für diese Diskrepanz nennen Branchenkenner die Standortkosten, zu denen die staatliche Flugabgabe sowie Entgelte für Flugsicherung und Infrastruktur zählen. Im direkten osteuropäischen Nachbarland Slowakei, das im gleichen Zeitraum das höchste prozentuale Passagierwachstum in

weiterlesen »

Fortschritt im Zertifizierungsprozess für den Boeing 737 Max 10: Abschluss der Erprobungsflüge bringt Hersteller der Zulassung näher

Der US-amerikanische Luftfahrtkonzern Boeing hat einen wesentlichen Schritt im Zulassungsverfahren für sein größtes Schmalrumpfflugzeug der Baureihe 737 Max absolviert. Die geplante Serie von Zertifizierungsflügen für die Variante 737 Max 10 wurde von der Testflotte erfolgreich abgeschlossen. Der finale Testflug startete und landete auf dem Werksflugplatz Boeing Field in Seattle, wo unter anderem die akustische Wahrnehmbarkeit der Toiletten-Rauchmelder sowie das Passagierinformationssystem im Passagierraum überprüft wurden. Mit der Beendigung des Erprobungsprogramms richtet das Unternehmen seinen Fokus auf die Erstellung und Übermittlung der verbleibenden Sicherheits- und Entwicklungsberichte an die US-Bundesluftfahrtbehörde Federal Aviation Administration (FAA). Boeing strebt weiterhin die behördliche Musterzulassung für die Max 10 im weiteren Verlauf des Jahres 2026 an, um die ersten Kundenauslieferungen ab dem Jahr 2027 zu ermöglichen. Parallel dazu steht auch die kleinere Variante Max 7 kurz vor dem Abschluss der administrativen Dokumentationsphase. Umfangreiche Flug- und Boden-Testreihen der Erprobungsflotte Das Testprogramm für die Boeing 737 Max 10 umfasste insgesamt 976 Erprobungsflüge, bei denen mehr als 2.060 Flugstunden absolviert wurden. Ergänzend dazu absolvierte der Flugzeugtyp rund 1.040 Stunden an intensiven Tests am Boden. Die Erprobungsflotte bestand aus den drei Testmaschinen mit den Kennungen 1G001, 1G002 und 1G003. Nach Angaben des Herstellers werden diese Flugzeuge nach Abschluss der Datenanalyse von den verbauten Messeinrichtungen befreit und vor der späteren Übergabe an Kunden in reguläre Kabinenkonfigurationen umgebaut. Im Verlauf der Flugerprobung unterzogen die Ingenieure und Testpiloten das Flugzeug einer Reihe von Funktions- und Belastungstests. Schwerpunkte bildeten dabei das Hauptfahrwerk sowie das Bremsverhalten der Maschine auf nassen Start- und Landebahnen und bei Vollbremsungen mit

weiterlesen »

Flughafenneubau in Äthiopien: Washington drängt auf Einbindung amerikanischer Konzerne

Die US-amerikanische Regierung strebt eine direkte Beteiligung von Unternehmen aus den Vereinigten Staaten am Bau des neuen internationalen Flughafens in Bishoftu nahe der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba an. Bei einer Medienrunde im Rahmen des Africa Logistics and Communications Symposium in Äthiopien erklärte der stellvertretende US-Handelsminister für den Nahen Osten und Afrika, Mark Mitchell, dass das mit 12,5 Milliarden US-Dollar veranschlagte Großprojekt Gegenstand von Gesprächen mit der äthiopischen Regierung sowie der Führung von Ethiopian Airlines war. Ziel der US-Initiative ist es, die Infrastrukturförderung vor Ort eng mit weiteren Lieferverträgen für zivile Verkehrsflugzeuge des Herstellers Boeing zu verknüpfen. Der künftige Flughafen, rund 45 Kilometer außerhalb von Addis Abeba gelegen, soll nach Fertigstellung die Kapazitätsgrenzen des bisherigen Drehkreuzes aufheben und als zentraler Umsteigepunkt auf dem afrikanischen Kontinent dienen. Ethiopian Airlines hat die Präqualifikationsphase für die Vergabe der Hauptgewerke abgeschlossen. Zu den in die engere Auswahl gezahlten Bieterkonsortien für die Abschnitte Terminalbau, Infrastruktur und Anbindung gehören Bauunternehmen aus China, Europa, dem Nahen Osten, der Türkei, Indien und Russland. Die Vorarbeiten auf dem Gelände laufen seit Anfang 2026, wobei Erdarbeiten im Wert von rund 610 Millionen US-Dollar für das laufende Jahr anstehen. Die Finanzierung erfolgt zu 20 bis 30 Prozent aus Eigenmitteln der Fluggesellschaft, während der verbleibende Betrag über internationale Kreditgeber wie die Afrikanische Entwicklungsbank aufgebracht werden soll. Die Bemühungen Washingtons stehen in direktem Zusammenhang mit der Flottenpolitik von Ethiopian Airlines, die traditionell eine hohe Anzahl von Boeing-Flugzeugen mit Triebwerken des US-Herstellers GE Aerospace betreibt. Die Fluggesellschaft wandelte kürzlich Optionen über sechs Boeing 787-9 in

weiterlesen »

Jet2 schaltet Flugprogramm für die Wintersaison 2027/28 frei

Die britische Fluggesellschaft und der Reiseveranstalter Jet2 haben den Ticketverkauf für ihr Wintersport-Flugprogramm der Saison 2027/28 eröffnet. Das Angebot umfasst rund 470.000 Sitzplätze auf insgesamt 43 Flugverbindungen, die von zwölf britischen Flughäfen aus bedient werden. Im Zeitraum von Dezember 2027 bis zum Ende der Wintersaison werden acht Zielflughäfen in den Alpenregionen und den Dolomiten angeflogen, darunter Chambéry, Grenoble, Genf, Innsbruck, Lyon, Salzburg, Turin und Verona. Das Unternehmen begründet den vorgezogenen Verkaufsstart mit einer stabilen Nachfrage nach Wintersportreisen im britischen Quellmarkt. Mit dem vorgezogenen Buchungshorizont verfolgt der Konzern das Ziel, sich frühzeitig Marktanteile im Segment der Pauschal- und Individualreisen zu sichern. Das Flugangebot deckt sowohl Kurzreisen über das Wochenende als auch mehrwöchige Aufenthalte in den Skigebieten Frankreichs, Österreichs, der Schweiz und Italiens ab. Durch die Kombination aus Linienflügen und dem eigenen Reiseveranstalter Jet2holidays versucht das Unternehmen, die Auslastung auf den Strecken zwischen dem Vereinigten Königreich und dem europäischen Festland langfristig abzusichern und die Eigenkapitalbasis durch frühzeitige Kundenzahlungen zu stärken. Die Strategie des sehr frühen Verkaufsstarts bringt jedoch auch operative Herausforderungen mit sich. Ein Planungshorizont von mehr als einem Jahr setzt voraus, dass die Kapazitäten und Slot-Zuteilungen an den stark reglementierten Zielflughäfen wie Genf, Innsbruck oder Salzburg verlässlich gesichert werden können. Witterungsbedingte Störungen im Winterbetrieb, Engpässe in der Flugsicherung sowie potenzielle Schwankungen bei den Betriebskosten – etwa für Treibstoff und Abfertigungsentgelte – erschweren eine verlässliche Kalkulation über längere Zeiträume hinweg. Zudem herrscht auf den Wintersportrouten ab Großbritannien ein intensiver Preis- und Kapazitätswettbewerb mit Mitbewerbern wie Easyjet oder British Airways. Branchenanalysten verweisen darauf,

weiterlesen »

Anpassungen im russischen Zivilluftfahrtsektor: Moskau erhöht Mittel für die Flugzeugmuster MC-21 und Il-114-300

Die Regierung der Russischen Föderation hat am 30. Juli 2026 eine Aufstockung der staatlichen Finanzmittel für die Serienfertigung heimischer Verkehrsflugzeuge bekannt gegeben. Wie Ministerpräsident Michail Mischustin mitteilte, stellt der Staat zusätzliche Gelder bereit, um den Bau des Mittelstreckenflugzeugs MC-21-310 abzusichern sowie die Fertigstellung der ersten drei Serienmaschinen des Turboprop-Typs Il-114-300 zu finanzieren. Die Maßnahmen zielen darauf ab, die Abhängigkeit von westlichen Herstellern und Bauteilen im zivilen Luftverkehr schrittweise abzubauen und den heimischen Fluggesellschaften Ersatz für alternde Flottenbestände bereitzustellen. Im Werk des Herstellers Jakowlew in Irkutsk befinden sich derzeit 18 Maschinen des Typs MC-21 in unterschiedlichen Montagestadien. Hauptabnehmer der Neu- und Nachbauten ist die staatlich geprägte Fluggesellschaft Aeroflot. Allerdings verzögern technische Umstellungen bei Triebwerken und Systemkomponenten sowie behördliche Zertifizierungsprozesse den Zeitplan für die Serienauslieferungen. Erhöhung der Haushaltsmittel für das Programm MC-21-310 Die Zusage neuer Finanzmittel durch die russische Bundesregierung soll die Kontinuität der Fertigungsstraßen im Flugzeugwerk Irkutsk sichern. Ministerpräsident Michail Mischustin betonte, dass die finanzielle Ausstattung darauf ausgelegt sei, den Produktionsbetrieb ohne Unterbrechungen aufrechtzuerhalten und den bis zum Jahr 2035 geplanten Auftragsbestand abzuarbeiten. Kurz zuvor, im Verlauf des Monats Juli 2026, hatte sich auch der russische Präsident Wladimir Putin bei einem Besuch des Werks in Irkutsk über den Montagefortschritt der Passagierflugzeuge informiert. Das Modell MC-21-310 stellt die importsubstituierte Variante der ursprünglich mit westlicher Avionik und Pratt-Whitney-Triebwerken konzipierten MC-21 dar. Nach dem Erlass umfassender Wirtschaftssanktionen durch westliche Staaten als Reaktion auf den Konflikt in der Ukraine wurden die Lieferketten für ausländische Komponenten unterbrochen. Die aktuelle Ausführung setzt auf russische Baugruppen sowie das

weiterlesen »

Streit um digitale Mitgliederwerbung: Vereinigung Cockpit verklagt Lufthansa vor dem Arbeitsgericht Köln

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit hat beim Arbeitsgericht Köln Klage gegen die Deutsche Lufthansa AG eingereicht. Gegenstand des Rechtsstreits ist der Zugang zu den dienstlichen E-Mail-Adressen der Piloten des Luftfahrtkonzerns zum Zwecke der Mitgliederwerbung. Die Vereinigung Cockpit hatte den Arbeitgeber zuvor außergerichtlich aufgefordert, die Versendung eigener Informationsschreiben an das betriebliche Mail-System zu gestatten oder alternativ Gewerkschaftsmitteilungen an die Belegschaft weiterzuleiten. Lufthansa verweigerte diese Nutzung der internen Kommunikationsinfrastruktur, woraufhin die Gewerkschaft den gerichtlich zugelassenen Rechtsweg einschlug. Die Klägerseite stützt ihr Anliegen auf die verfassungsrechtlich verankerte Koalitionsfreiheit nach Artikel 9 Absatz 3 des Grundgesetzes. Nach Ansicht der Berufsvertretung muss der Schutzbereich des Grundgesetzes an die Gegebenheiten einer digitalisierten Arbeitswelt angepasst werden. Gerade im mobilen Flugbetrieb seien die Beschäftigten auf klassischen Wegen wie Aushängen oder Präsenzveranstaltungen in den Betrieben kaum mehr zu erreichen. Die dienstliche E-Mail-Adresse gelte in der Praxis als zentrales Kommunikationsmittel. Es geht der Gewerkschaft nach eigener Darstellung nicht um einen dauerhaften Zugriff auf die betrieblichen IT-Systeme, sondern um die rechtlich zugesicherte Möglichkeit zur Kontaktaufnahme zwecks Mitgliederwerbung. Der Konflikt verdeutlicht die juristische Unschärfe beim digitalen Zugangsrecht für Gewerkschaften in Deutschland. Während Gewerkschaftsvertreter auf frühere Initiativen aus der Bundespolitik verweisen, die den Handlungsbedarf für eine Anpassung der Rahmenbedingungen sahen, verweisen Arbeitgeberverbände auf Eigentumsrechte an der IT-Infrastruktur sowie das Verbot der Störung von Betriebsabläufen. In der Rechtsprechung ist der Umfang gewerkschaftlicher Nutzung betrieblicher E-Mail-Systeme bislang im Detail umstritten. Lufthansa lehnt eine pauschale Öffnung der internen Systeme für verbandsfremde Zwecke mit Verweis auf den Schutz der IT-Ressourcen ab. Das Verfahren vor dem Arbeitsgericht Köln wird

weiterlesen »