Jan Gruber

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Jan Gruber

Anstieg ziviler Luftfahrtvorfälle im Sicherheitsbericht 2024 – Rückgang tödlicher Bahnunfälle

Der jährliche Sicherheitsbericht des österreichischen Verkehrsministeriums für 2024, der Unfälle in den Bereichen Schiene, Schifffahrt, Seilbahnen und Zivilluftfahrt beleuchtet, weist eine deutliche Zunahme der Vorfälle in der zivilen Luftfahrt auf. Mit 10.710 gemeldeten Vorfällen und Ereignissen wurde ein neuer Höchstwert seit Inkrafttreten der entsprechenden Meldepflichten erreicht. Davon wurden 112 als Unfälle und 162 als schwere Störungen klassifiziert. Die Leiterin der Sicherheitsuntersuchungsstelle des Bundes (SUB) führte diesen Anstieg auf eine verbesserte „Meldekultur“ zurück, wobei Vorfälle oftmals mehrfach gemeldet werden. Die SUB betonte, dass der ausschließliche Zweck der Untersuchungen die Verhütung künftiger Unfälle und Störungen sei und keine Schuld- oder Haftungsfragen geklärt würden. Im Gegensatz zur Luftfahrt verzeichnet der Schienenverkehr eine positive Entwicklung bei den Unfallfolgen. Obwohl insgesamt 3.919 Vorfälle gemeldet wurden (ein leichter Rückgang gegenüber 3.998 im Vorjahr), sank die Zahl der getöteten Personen (Suizide nicht eingerechnet) von 25 im Jahr 2023 auf 11 im Jahr 2024. Diese Verbesserung wird seitens der Politik auf die Wirksamkeit von sicherheitstechnischen Verbesserungen an Eisenbahnkreuzungen zurückgeführt. Im Bereich Schifffahrt wurden 2024 insgesamt 35 Vorfälle gemeldet, wovon 19 als Unfälle und einer als schwerer Unfall eingestuft wurden. Auch bei den Seilbahnen gab es 14 Vorfälle. Das allgemeine Sicherheitsniveau in allen untersuchten Verkehrsbereichen wird von der SUB als grundsätzlich hoch eingestuft. Die Sicherheitsuntersuchungsstelle des Bundes stand im Ausschuss aufgrund verschiedener Punkte in der Kritik. Abgeordnete der Grünen thematisierten Ermittlungen gegen mehrere Personen in der SUB wegen des Verdachts des Amtsmissbrauchs, was die bereits seit längerem geforderte Neustrukturierung der Stelle unterstreicht. Verkehrsminister Peter Hanke hob zwar die Unabhängigkeit

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Qatar Airways beendet Beteiligung an Cathay Pacific: Strategischer Rückzug für 896 Millionen US-Dollar

Nach achtjähriger Beteiligung hat Qatar Airways den Verkauf ihrer gesamten Anteile an der Hongkonger Fluggesellschaft Cathay Pacific Airways bekannt gegeben. Die in Doha ansässige Airline trennt sich von ihrem 9,6-prozentigen Aktienpaket, das im Jahr 2017 für 662 Millionen US-Dollar erworben wurde, und erzielt nun einen Verkaufspreis von 896 Millionen US-Dollar. Cathay Pacific wird die Aktien zu einem Preis von 1,40 US-Dollar (10,8374 Hongkong-Dollar) pro Stück zurückkaufen. Die Transaktion, die am 5. November 2025 der Hongkonger Börse gemeldet wurde, ist noch von der Zustimmung der unabhängigen Aktionäre von Cathay Pacific im Rahmen einer außerordentlichen Hauptversammlung abhängig. Dieser strategische Rückzug ist Teil der Neuausrichtung des Investitionsportfolios von Qatar Airways und wird von Cathay Pacific als Ausdruck des starken Vertrauens in die eigene Zukunft gewertet. Trotz des Endes der Kapitalbeteiligung haben beide Fluggesellschaften bekräftigt, ihre enge operative Zusammenarbeit innerhalb der globalen Luftfahrtallianz Oneworld fortzusetzen. Details der Transaktion und die historische Beteiligung Die nun beschlossene Veräußerung beendet eine bedeutende, achtjährige Investitionsbeziehung. Qatar Airways erwarb die 9,6-prozentige Beteiligung an Cathay Pacific im Jahr 2017 von der Hongkonger Kingboard Chemical Holdings und anderen Unternehmen. Diese Akquisition war seinerzeit bemerkenswert, da sie die erste Investition eines großen Luftfahrtunternehmens aus dem Nahen Osten in eine Fluggesellschaft in Ostasien darstellte. Die formelle Mitteilung, die der Hongkonger Börse am 5. November 2025 übermittelt wurde, besagt, dass Qatar Airways eine verbindliche Zusage, die sogenannte „Deed of Undertaking“, unterzeichnet hat. Gemäß dieser Zusage hat sich Qatar Airways unwiderruflich verpflichtet, die 643.076.181 Aktien an Cathay Pacific im Rahmen eines außerbörslichen Rückkaufs an das

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Europäischer Luftverkehr trotzt Wirtschaftsdämpfer: Passagierwachstum hält an, getragen von Nicht-EU-Märkten

Der europäische Flughafenverband ACI Europe meldet in seinem vorläufigen Luftverkehrsbericht für September und das dritte Quartal 2025 ein anhaltendes Passagierwachstum auf dem gesamten Kontinent. Im September 2025 stieg der Passagierverkehr im europäischen Flughafennetz im Vergleich zum Vorjahresmonat um 3,6 Prozent. Dieses Ergebnis festigt die positive Entwicklung des Sommers, wie Generaldirektor Olivier Jankovec betonte, und das trotz weiterhin schwachen Wirtschaftswachstums. Die Wachstumsdynamik ist regional stark unterschiedlich ausgeprägt: Der Nicht-EU+-Raum (darunter die Türkei, Israel, Moldawien, Bosnien und Herzegowina) verzeichnete mit 8,3 Prozent mehr als doppelt so hohe Zuwächse wie der reife EU+-Markt (EU, EWR, Schweiz und Vereinigtes Königreich) mit lediglich 2,7 Prozent. Innerhalb der EU+-Zone wiesen osteuropäische Länder wie die Slowakei (+14,7 %) und Polen (+13,2 %) das stärkste Wachstum auf, während etablierte Märkte wie Frankreich (-1 %) und das Vereinigte Königreich (-0,3 %) sogar Rückgänge hinnehmen mussten. Die großen Wirtschaftsmärkte Deutschland (+3,2 %), Spanien (+2,5 %) und Italien (+1,7 %) zeigten zwar Wachstum, blieben aber hinter dem kontinentalen Durchschnitt zurück, was ACI Europe unter anderem mit hohen Steuern und wirtschaftlichen Divergenzen in diesen Ländern erklärt. Der internationale Passagierverkehr (+4,3 %) blieb weiterhin der wichtigste Wachstumsmotor. Im gesamten dritten Quartal erhöhte sich das Passagieraufkommen um 3,9 Prozent, was eine leichte Abschwächung der Dynamik im Vergleich zu den ersten beiden Quartalen 2025 bedeutet. Auch der Frachtverkehr entwickelte sich positiv und wuchs im September um 4,3 Prozent. Der Frachtsektor liegt damit 17,6 Prozent über dem Niveau vor der Coronapandemie, was die anhaltende Bedeutung des Luftfrachttransports, insbesondere im E-Commerce-Bereich, unterstreicht. Bei den großen Drehkreuzen verzeichnete

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Etihad Airways expandiert Streckennetz: Vier neue Destinationen in drei Tagen

Die Fluggesellschaft Etihad Airways hat einen bedeutenden Expansionsschritt vollzogen und binnen dreier Tage vier neue Strecken in ihr globales Netzwerk aufgenommen. Mit den Erstflügen nach Tunis, Hanoi, Chiang Mai und Hongkong erweitert die Airline ihr Angebot auf nunmehr über 85 Destinationen und festigt damit die Rolle von Abu Dhabi als wichtiges internationales Drehkreuz. Die neuen Verbindungen sollen den Tourismus und Handel ankurbeln und nach Unternehmensangaben voraussichtlich zu fast 45 Prozent des gesamten Luftfahrtwachstums der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) im Jahr 2025 beitragen. Durch die Hinzufügung Tausender neuer Sitzplätze wird das Reisen in die VAE für Passagiere aus Afrika und Asien vereinfacht. Gleichzeitig erhalten die Bewohner der VAE neue Geschäfts- und Urlaubsziele. Antonoaldo Neves, Chief Executive Officer von Etihad Airways, betonte, dass die neuen Ziele nicht nur das Angebot für die Gäste erweiterten, sondern auch mehr Besucher in die Emirate brächten. Die vier neuen Routen wurden zwischen dem 1. und 3. November 2025 in Betrieb genommen. Tunis wird dreimal wöchentlich mit einem Airbus A321LR angeflogen, was die Anbindung an Nordafrika stärkt. Hanoi erhält eine sechsmal wöchentliche direkte Verbindung – die erste Direktstrecke Etihads in die vietnamesische Hauptstadt – betrieben mit einer Boeing 787. Auch Chiang Mai in Nordthailand wird viermal wöchentlich mit einem A321LR bedient. Die Strecke nach Hongkong wird fünfmal wöchentlich mit einer Boeing 787 aufgenommen; ergänzend wurde die Codeshare-Partnerschaft mit Hong Kong Airlines wiederbelebt, um die Konnektivität in Asien zu erweitern. Die strategische Expansion unterstreicht das Engagement von Etihad, die globale Erreichbarkeit von Abu Dhabi zu verbessern und die

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Das Phantom der Oper fasziniert im Wiener Raimund Theater

Andrew Lloyd Webbers zeitloses Meisterwerk Das Phantom der Oper ist in einer Neuinszenierung ins Raimund Theater zurückgekehrt. Die Produktion verspricht, den Klassiker behutsam zu entstauben und für eine neue Generation erlebbar zu machen, ohne die monumentale Wucht der Originalkomposition zu verlieren. Die dargebotene Fassung besticht durch opulente Bühnenbilder und eine stimmlich brillante Besetzung, die den ewigen Konflikt zwischen besessener Kunst, großer Tragik und reiner Liebe mit voller Kraft auf die Bühne bringt. Das Phantom der Oper (Originaltitel: The Phantom of the Opera) ist ein Musical in zwei Akten von Andrew Lloyd Webber. Die literarische Vorlage stammt von dem französischen Journalisten und Schriftsteller Gaston Leroux, dessen Roman Le Fantôme de l’Opéra von 1910/1911 in Fortsetzungen veröffentlicht wurde. Leroux ließ sich von Berichten über mysteriöse Vorkommnisse in der Pariser Opéra Garnier inspirieren, darunter die Legenden um einen verborgenen See in den Fundamenten und den tatsächlichen Absturz eines Kronleuchters im Jahr 1896. Andrew Lloyd Webber, damals bereits bekannt durch Erfolge wie Cats und Evita, beschloss Mitte der 1980er Jahre, den Stoff zu vertonen. Die englischen Liedtexte stammen von Charles Hart und Richard Stilgoe, während die bis heute verwendete deutsche Übersetzung von Michael Kunze angefertigt wurde. Die Uraufführung feierte das Musical 1986 in London. Es entwickelte sich zu einem globalen Phänomen, brach am Broadway alle Kassenrekorde und lief dort über 35 Jahre lang. Webbers Musik, eine meisterhafte Mischung aus Opernpathos und Musical-Melodik, mit Titeln wie Music of the Night und dem Titellied, gilt als eine seiner besten Kompositionen und ist maßgeblich für den anhaltenden

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Wiener MAK wird Treffpunkt für pflanzliche Vielfalt: Vegan Planet erwartet Besucherrekord

Zum elften Mal öffnet die Vegan Planet Wien am 15. und 16. November 2025 im MAK – Museum für angewandte Kunst ihre Tore und präsentiert die neuesten Trends rund um den pflanzlichen Lebensstil. Die Veranstaltung hat sich von einem Nischen-Event zur größten Messe für den Plant-based Lifestyle in Österreich entwickelt und zieht neben überzeugten Veganern auch zunehmend Neugierige an. Besucher erwartet ein breites Spektrum an pflanzlicher Kulinarik und Produktinnovationen. Das gastronomische Angebot reicht von Streetfood-Klassikern wie Grammelknödeln und Krautstrudel in veganer Ausführung bis hin zu internationalen Gerichten wie äthiopischen Eintöpfen. Auch Feinkost wird angeboten, darunter französischer Bio-Cashewkäse, fermentierter Tempeh sowie heimische Alternativen wie Wiener Miso und handgemachte Pralinen. Neben dem Essen bietet die Messe auch Produkte aus den Bereichen Mode, Schmuck, Kosmetik und Lifestyle an, wodurch Besucher erfahren können, wie sich der pflanzliche Lebensstil in viele Alltagsbereiche übertragen lässt. Das Rahmenprogramm umfasst zahlreiche Kochshows, unter anderem mit den Gastronomen Karl & Leo Wrenkh und der Patisserie Chez Fritz, sowie Vorträge und Paneldiskussionen zu Themen wie Gesundheit, Ernährung und Ethik. Allgemeinmediziner Dr. Markus Kolm klärt evidenzbasiert über kritische Nährstoffe auf. Ein besonderes Highlight ist der Auftritt des österreichischen Kabarettpreisträgers 2024, Sonja Pikart, und der Vortrag des Spitzensportlers Andreas Vojta. Vojta, der seit dem Vienna City Marathon als schnellster Österreicher gilt, demonstriert, dass sportliche Höchstleistung und eine vegane Lebensweise vereinbar sind. Felix Hnat, Obmann der veranstaltenden Veganen Gesellschaft Österreich, rechnet für 2025 mit einem Besucherrekord, gestützt auf steigende Ticketverkäufe und Ausstellerzahlen. Der Erfolg der Messe spiegelt das wachsende Interesse in der Bevölkerung

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Stuttgart: Eurowings startet mit drei neuen Zielen in den Winterflugplan

Die Fluggesellschaft Eurowings hat mit der Umstellung auf den Winterflugplan 2025/2026 ihr Streckennetz gezielt erweitert und konzentriert sich dabei auf Ziele im Nahen Osten und in Nordafrika. Im Zentrum der Erweiterung stehen die neuen Verbindungen nach Jeddah (Saudi-Arabien), Amman (Jordanien) und Marrakesch (Marokko), die sowohl für Urlauber als auch für Geschäftsreisende konzipiert sind. Die neue Verbindung von Stuttgart nach Jeddah, der bedeutendsten Hafenstadt Saudi-Arabiens am Roten Meer, wurde mit Erstflug am 5. November 2025 aufgenommen und wird zweimal wöchentlich (mittwochs und samstags) bedient. Die Strecke stärkt die Anbindung des Landesflughafens an den arabischen Raum und ist sowohl für die Förderung wirtschaftlicher Kooperationen als auch für den Pilgerverkehr von Relevanz. Neben Jeddah ergänzt Eurowings ihr Programm mit der jordanischen Hauptstadt Amman, die Reisenden Zugang zur weltberühmten Felsenstadt Petra und zum Toten Meer bietet. Darüber hinaus stärkt die Airline ihr Angebot nach Nordafrika mit Flügen in die marokkanische Stadt Marrakesch. Die „Perle des Südens“ gilt als beliebtes Ganzjahresziel, das mit farbenfrohen Souks und mildem Winterklima lockt. Generell baut Eurowings ihre Präsenz in der Golfregion stark aus: Neben den neuen Zielen steht auch Dubai täglich im Programm, was Passagieren erhöhte Flexibilität und Auswahl bietet. Die Erweiterung des Streckennetzes in dieser Region ist Teil der Strategie von Eurowings, das Mittelstreckenportfolio auch im Winter kontinuierlich auszubauen und als Value-Carrier in Europa eine größere Vielfalt an Destinationen anzubieten. Die drei neuen Destinationen sind Teil eines insgesamt um fünf Prozent erweiterten Winterflugplans am Stuttgarter Flughafen, der bis zum 28. März 2026 gilt und rund 26.000 Flugbewegungen umfasst.

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Strategische Beschaffung aus Asien: Westbahn fordert durch Markteintritt von CRRC mehr Wettbewerb im europäischen Bahnsektor

Die Ankündigung der österreichischen Privatbahn Westbahn, neue Doppelstockzüge des chinesischen Herstellers CRRC (China Railway Rolling Stock Corporation) für ihre Dienste auf der stark frequentierten Weststrecke zu beschaffen, hat eine intensive Debatte über die Wettbewerbsbedingungen in der europäischen Bahnindustrie ausgelöst. Die Westbahn selbst tritt als klarer Befürworter eines offenen Marktes auf und positioniert ihre Entscheidung als notwendige Reaktion auf ein europäisches Hersteller-Oligopol, das durch mangelnde Verfügbarkeit, extrem lange Lieferzeiten und explodierende Preise gekennzeichnet sei. Die Beschaffung von vier Zügen des weltweit größten Herstellers CRRC wird von der Westbahn nicht als „Dammbruch“, sondern als Initialzündung und Chance gesehen, echten Wettbewerb zu fördern und die Marktstrukturen zugunsten der Bahnbetreiber und letztlich der Fahrgäste zu verändern. Das Unternehmen kritisiert die derzeitige Situation als schädlich für Innovation und Effizienz im europäischen Schienenverkehrssektor, da Bahnbetreiber kaum Wahlmöglichkeiten hätten und jahrelang auf neue, teure Fahrzeuge warten müssten. Die Marktanalyse der Westbahn: Das Oligopol der Schienenfahrzeughersteller Die Westbahn beschreibt die aktuelle Situation auf dem europäischen Markt für Schienenfahrzeuge als ein funktionsgestörtes Oligopol. Im Wesentlichen gebe es nur zwei dominante Hersteller aus Frankreich und Deutschland, zusätzlich ergänzt durch einen aufstrebenden Anbieter aus der Schweiz. Damit sind primär Alstom (Frankreich/Weltmarktführer seit der Übernahme von Bombardier Transportation) und Siemens Mobility (Deutschland) gemeint, sowie der Schweizer Hersteller Stadler Rail. Diese Marktkonstellation führe laut Westbahn zu folgenden kritischen Auswirkungen: Die Westbahn argumentiert, dass diese strukturellen Probleme, anders als in der europäischen Automobilindustrie, die mit anderen Herausforderungen kämpfe, den gesamten Bahnbetrieb in Europa beeinträchtigen. Teure Züge, mangelnde Innovationen und lange Lieferzeiten würden nicht nur

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Ryanair kritisiert EU-Flugsicherung: 33 Millionen Passagiere von Verspätungen betroffen

Die Fluggesellschaft Ryanair hat am Mittwoch, dem 5. November 2025, erneut scharfe Kritik an der Leistung der europäischen Flugsicherungsdienste (ATC) geäußert und die Präsidentin der EU-Kommission, Ursula von der Leyen, zu dringenden Reformen aufgefordert. Nach Angaben von Ryanair waren im laufenden Jahr bis zum 27. Oktober bereits 33 Millionen Passagiere von ATC-bedingten Verspätungen betroffen. Ryanair veröffentlichte eine sogenannte „ATC Delays League“, aus der hervorgeht, dass die Flugsicherungen in Frankreich, Spanien, Deutschland und Großbritannien die schlechteste Performance in Bezug auf Verspätungen und Annullierungen aufweisen. Die Airline wirft den Regierungen dieser Länder vor, ihre Flugsicherungsdienste nicht angemessen zu besetzen und ineffizient zu verwalten, was zu Personalengpässen und Missmanagement führe. Im Gegensatz dazu hebt Ryanair Länder wie Bulgarien, die Slowakei, die Niederlande, Belgien und Dänemark hervor, deren Flugsicherungen effizient betrieben würden und daher die wenigsten Ausfälle verzeichneten. Michael O’Leary, Chef von Ryanair, bezeichnete die Situation als „unverzeihlich“ und mahnte, dass die Passagiere den Preis für das Versagen der Flugsicherung zahlen müssten. Die Forderungen von Ryanair und der Airline-Vereinigung A4E zielen auf zwei zentrale Reformen ab: Erstens sollen nationale Flugsicherungsdienste bei Nichterfüllung der vollen Besetzung für die morgendliche Flugwelle mit Geldstrafen belegt werden. Zweitens soll der Überflugverkehr sowie der Binnenmarkt während nationaler ATC-Streiks geschützt werden, um die Auswirkungen auf Reisende in anderen Ländern zu minimieren. Die anhaltende Kritik an den Flugsicherungsdiensten beleuchtet die komplexen Herausforderungen im europäischen Luftraum, die über die reinen Kapazitätsgrenzen hinausgehen. Während die Airlines die volle Verantwortung bei den nationalen Betreibern und der EU-Kommission sehen, verweisen Flugsicherungen ihrerseits oft auf wachsende

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Flugbetriebssicherheit in Manila: Pistenunbefugtes Rollen löst Notfallmanöver aus

Am 4. November 2025 ereignete sich am internationalen Flughafen von Manila (MNL) ein sicherheitsrelevanter Vorfall, als ein Boeing 787-9-Flugzeug der Fluggesellschaft Gulf Air, das als Flug 155 nach Bahrain (BAH) unterwegs war, unerlaubt auf die aktive Start- und Landebahn 06 rollte. Dieser Zwischenfall, bekannt als runway incursion oder Pistenunbefugtes Rollen, erforderte ein schnelles und entschlossenes Eingreifen der Fluglotsen. Diese wiesen umgehend ein im Endanflug befindliches Landeflugzeug an, einen Fehlanflug, oder go-around, durchzuführen, während die Gulf Air Maschine aufgefordert wurde, die Piste unverzüglich über den nächsten Rollweg zu verlassen. Dank der Standard-Abwehrmaßnahmen der Flugsicherung konnte die unmittelbare Gefahr neutralisiert werden. Es gab keine Verletzungen, Sachschäden oder abgebrochene Starts. Der Flugbetrieb normalisierte sich rasch wieder, und der Gulf Air Flug konnte kurz darauf mit minimaler Gesamtverzögerung seine Reise antreten. Der Vorfall wird nun von den zuständigen Luftfahrtbehörden untersucht, um die genauen Umstände des Fehlers zu klären. Detaillierte Rekonstruktion des Zwischenfalls Der Vorfall ereignete sich lokalen Berichten zufolge gegen 16:39 Uhr Ortszeit. Die Boeing 787-9 von Gulf Air mit dem Rufzeichen Gulf Air 155 befand sich auf dem Weg zur Startposition. Anstatt dem zugewiesenen Rollweg C zu folgen, rollte die Besatzung des Langstreckenjets versehentlich direkt auf die Start- und Landebahn 06. Zu diesem Zeitpunkt befand sich ein anderes Flugzeug im kurzen Endanflug zur Landung auf derselben Piste. Die Fluglotsen im Tower von Manila erkannten die kritische Situation sofort. Die Pistenfreigabe hat in der Luftfahrt oberste Priorität, und eine unbefugte Anwesenheit stellt eine unmittelbare Bedrohung der Sicherheit dar. In Übereinstimmung mit den etablierten Sicherheitsprotokollen

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