Jan Gruber

Weitere Artikel aus der Rubrik

Jan Gruber

Staatshilfen: EU-Gericht weist erste Ryanair-Klagen ab

Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair erlitt vor dem Gericht der Europäischen Union eine Schlappe. Die Vorstufe des EuGH entschied, dass die Genehmigung der staatlichen Beihilfen für SAS und Air France rechtmäßig ist. Die Klage des Lowcosters richtete sich gegen das grüne Licht der EU-Kommission. Das EU-Gericht, das seinen Sitz in Luxemburg hat, folgte der Argumentation von Ryanair, dass diese Hilfsmaßnahmen nur Carriern, die im jeweiligen Land ihren Sitz haben, nicht. „Die Ausweitung dieser Behilfe auf Unternehmen, die nicht in Frankreich ansässig sind, hätte es im Gegensatz dazu nicht möglich gemacht das Ziel zu erreichen, den wirtschaftlichen Schaden der in Frankreich tätigen Fluggesellschaften so präzise und ohne das Risiko einer Überkompensation auszugleichen”, so das Gericht. Auch im schwedischen Fall wurde die Klage von Ryanair abgewiesen. In einer ersten Reaktion nimmt der irische Billigflieger die Entscheidung zunächst zur Kenntnis. Man schreibt jedoch, dass man sich eine Berufung an den Europäischen Gerichtshof vorbehält, da sowohl in Schweden als auch in Frankreich der Zugang zu den Beihilfen an Airlines, die ihren Sitz im jeweiligen Land haben, vorbehalten sind. Der Carrier schreibt auch, dass die Angelegenheit nun an den EuGH verwiesen werde. Ryanair stellt Irland als armes Land dar In einer Aussendung erklärt ein Ryanair-Sprecher: „Eine der größten Errungenschaften der EU ist die Schaffung eines echten Binnenmarktes für den Luftverkehr, der auf dem Prinzip einer gemeinsamen EU-Luftfahrtlizenz beruht – eine für jede Fluggesellschaft. Eine Staatsangehörigkeitsbedingung in einem staatlichen Beihilfesystem ist eindeutig nicht mit dem Binnenmarkt vereinbar. Ryanair ist eine wirklich europäische Fluggesellschaft. Wir haben kein reiches

weiterlesen »

Deutschland: Lufthansa krempelt Piloten-Ausbildung um

Die Lufthansa Group kündigte am Mittwoch an, dass die Ausbildung von Flugzeugführern im Rahmen des Programms “ReNew” neu ausgerichtet wird. Zuvor sorgte der Abbruch der Ausbildungen am Standort Bremen für Aufregung und brockte dem Konzern auch zahlreiche Klagen ein. Die größte Fluggesellschaft Deutschlands geht davon aus, dass aufgrund der Pandemie der Bedarf für Neueinstellungen weggebrochen ist. Die Erholung wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Daher will man nun das Ausbildungskonzept überarbeiten und betont, dass man “am seit Jahrzehnten bewährten Prinzip einer ab-initio Ausbildung festhalten wird”. Allerdings will man in Zukunft auf digitale Ausbildungsformen sowie Auswahlverfahren setzen. “Diese ermöglichen eine bedarfsgerechtere Ausbildung für die verschiedenen Airlines der Lufthansa Group und tragen den Nachfrageschwankungen im Luftverkehr Rechnung”, so der Kranich in einer Aussendung. „In der größten Krise der weltweiten Luftfahrt müssen wir im Lufthansa Konzern alles auf den Prüfstand stellen – so auch unser Jahrzehnte altes Ausbildungskonzept für unsere Pilotinnen und Piloten. Damit konnten wir in den vergangenen Jahrzehnten höchste und weltweit anerkannte Qualitätsstandards bei Auswahl und Ausbildung für unsere Cockpits setzen. Unter Beibehaltung dieser Qualitätsstandards wollen wir das bewährte Konzept nun modernisieren, effizienter und verlässlicher gestalten und mit digitalen Modulen in ein neues Zeitalter führen. Wir reichen damit zugleich unseren aktuellen Flugschülerinnen und Flugschülern die Hand, weil sie unter den neuen Kriterien zu einem späteren Zeitpunkt wieder Chancen auf einen Arbeitsplatz im Cockpit unserer Airlines haben. Die Entwicklung des neuen Campus-Modells ist ein gutes Beispiel dafür, wie wir mit unserem Konzernprogramm ReNew Lufthansa modernisieren, indem wir Strukturen zeitgemäß, besser und

weiterlesen »

Ukraine International bietet Tschernobyl-Rundflug an

Immer mehr Fluggesellschaften bieten aufgrund der weltweiten Einreise- und Quarantänebestimmungen Rundflüge an. Manchmal werden diese auch als “Flüge ins Nirgendwo” bezeichnet. Ukraine International bietet dies im wahrsten Sinne des Wortes an, denn es werden neuerdings “Ausflüge” über Tschernobyl und Pripjat angeboten. Das Sperrgebiet ist seit einigen Jahren ein regelrechter Touristen-Hotspot geworden, denn zahlreiche Reiseveranstalter bieten mit offizieller behördlicher Genehmigung Rundgänge durch Pripjat an. Selbstverständlich gibt es dort auch den neuen Sarkophag des im Jahr 1986 havarierten Reaktors zu sehen. Je nach Anbieter ist sogar ein Mittagessen in der Kantine des Kraftwerks inkludiert. Aviation Direct empfiehlt in diesem Zusammenhang einen ausführlichen Bericht über Dark Tourism in Tschernobyl. Ein Redakteur war selbst vor Ort und berichtet umfangreich. Auch sind zahlreiche Fotos im Bericht enthalten. In der Ukraine betrachten mittlerweile viele Menschen das Sperrgebiet als Einnahmequelle, denn allein der Name “Tschernobyl” zieht jährlich tausende Touristen an. Rundflüge über das Gebiet gibt es immer wieder, jedoch ist die offensive Vermarktung durch die Fluggesellschaft Ukraine International neu. Laut Mitteilung des Carriers wird ein Regionaljet des Typs Embraer 190 eingesetzt. Es sollen einzigartige Ausblicke auf die verlassene Stadt Pripjat, die Radaranlage Duga und natürlich den Sarkophag des Unfallreaktors ermöglicht werden. Antonow Werksflughafen wird ebenfalls überflogen Die Maschinen heben auf den Flughafen Borispil ab und werden in niedriger Flughöhe von etwa 900 Metern über die Hauptstadt Kiew geführt. Dort sollen auch der Flughafen Kiew (Schuljany) sowie der Fluß Dnepr überflogen werden. Für Luftfahrtinteressierte hat der Carrier noch ein Highlight auf Lager, denn der Gostomel Airport, Werksflughafen von

weiterlesen »

Air Canada: Brüssel bringt Transat-Übernahme ins Wanken

Die EU-Kommission könnte die Übernahme von Air Transat durch Air Canada ins Wanken bringen, denn die Wettbewerbshüter äußern – im Gegensatz zu jenen in Kanada – schwere Bedenken. Im Heimatland der beiden Airlines wurde die Transaktion vergangene Wochen unter Auflagen durchgewunken. Für Air Canada wäre der Kauf des Mitbewerbers ein regelrechtes Schnäppchen, denn durch die Corona-Pandemie senkte sich der ursprünglich vereinbarte Preis von 720 Millionen U.S.-Dollar auf 190 Millionen U.S.-Dollar. Air Transat bestätigt, dass die kartellrechtliche Bewilligung in Europa noch nicht in trockenen Tüchern ist. Die EU-Kommission habe zusätzliche Informationen angefordert. Weiters sollen die Wettbewerbshüter Bedenken signalisiert haben. Der Transat-Konzern hofft, dass im ersten Halbjahr 2021 grünes Licht erteilt wird, doch zwischenzeitlich fanden sich auch mehrere Alternativen. Laut der kanadischen Fluggesellschaft können nun beide Vertragsseiten ohne Angaben von Gründen und “zu jedem Zeitpunkt” vom Vertrag zurücktreten. Die Frist für die kartellrechtlichen Genehmigungen sind am Montag abgelaufen. Mittlerweile bekundet der Unternehmer Pierre Karl Peladeau sein Interesse an einer möglichen Übernahme von Air Transat. Bereits seit einigen Tagen macht er unter anderem über soziale Medien gezielt Stimmung gegen den kauf durch Air Canada. Er verweist unter anderem darauf, dass der gemeinsame Marktanteil im Verkehr zwischen Europa und Kanada bei über 60 Prozent liegen würde. Dies wäre – so Peladeau – nicht bewilligungsfähig, weshalb Air Transat Alternativen brauche. Gleichzeitig bietet er sich selbst als Käufer an.

weiterlesen »

Utair: Mi-26-Helikopter schleppt ATR42 sieben Kilometer durch die Luft

Eigentlich sind Turbopropflugzeuge des Typs ATR42-300 in der Lage eigenständig zu fliegen, doch Utair beförderte ein seit vielen Jahren abgestelltes Exemplar mit einem Mi-26-Helikopter.  Grund dafür ist, dass die betroffene Maschine nicht flugfähig ist. Das hinderte Utair aber nicht daran diese von einem Schwerlast-Hubschrauber transportieren zu lassen. Dieser holte die ATR42-300 auf dem russischen Flughafen Roshchino ab und flog sie ins rund sieben Kilometer entfernte Flugfeld Plekhanovo. So langsam war das Turbopropflugzeug möglicherweise noch nie in der Luft, denn laut Utair lag die Reisegeschwindigkeit bei etwa 50 km/h. Der Helikopter ist übrigens Teil der Flotte des russischen Carriers. Dieser verfügt über zahlreiche Hubschrauber, die überwiegend im Schwerlasttransport-Bereich eingesetzt werden. Somit konnte die Airline den speziellen “ATR-Flug” mit eigenem Fluggerät und eigenem Personal organisieren. Der “Flug” der ATR42-300 ist kein Einzelfall und wird auch keiner bleiben. Zuvor transportiere Utair mit der gleichen Methode eine Antonow 74. Das Unternehmen erklärt, dass auch zumindest je eine Yak-40 und An-24 eine solche Reise antreten werden. Der Grund dafür liegt darin, dass die Stadt Tjumen ein Luftfahrtmuseum errichtet und Utair offenbar ganz glücklich darüber ist, dass einige Maschinen, die seit vielen Jahren nutzlos herumstehen und nicht mehr eigenständig flugtauglich sind, andernorts eine gute Verwendung als Static-Display haben werden. Utair setzt seit dem Jahr 2008 das Muster ATR42-300 nicht mehr linienmäßig ein. Die mittlerweile stillgelegte Tochter Utair Ukraine war mit solchen Turbopropflugzeugen noch etwas länger in der Luft. Ins russische Register waren die ATRs nie eingetragen, sondern in jenes der Bermuda-Inseln. Erst vor wenigen Tagen feierte

weiterlesen »

Staatliche Bank verklagt Utair

Die russische Fluggesellschaft Utair handelte sich eine Klage der staatlichen VEB Bank ein. Das Kreditinstitut brachte einen entsprechenden Schriftsatz am 12. Feber 2021 bei einem Gericht in Moskau ein. Gefordert werden 2.331.014,40 Euro. Welchen Anspruch die VEB Bank geltend macht, ist derzeit unklar. Es soll sich um ein Darlehen handeln, das im Jahr 2019 von der Svyaz-Bank auf die VEB übertragen wurde. Gegen Utair wurde in besagtem Jahr ein Insolvenzantrag eingebracht, jedoch wurde dieser vom zuständigen Gericht abgewiesen. In den letzten Tagen kam es bei der privaten Fluggesellschaft zu mehreren Zwischenfällen. So musste am Montag dermit der VQ-BJH durchgeführte Inlandsflug von Moskau-Vnukovo nach Mineralnye Vody rücklanden. Der Kabinendruck ist abgefallen, so dass die Maschine nicht höher als drei Kilometer fliegen konnte. Dies wurde nach rund 40 Minuten Flugzeit festgestellt. Anschließend wurde die Rückkehr angetreten und die Boeing 737-800 musste auch noch Treibstoffmangel melden. Die Landung in Vnukovo erfolgte sicher. Die Passagiere wurden mit der VQ-BQP, die als Ersatzmaschine fungierte, nach Mineralnye Vody gebracht. Am 1. Feber 2021 wurde eine ATR72 des Carriers, die sich auf dem Weg von Ufa nach Tjumen befand, von einer Lichtsignalrakete beschossen. Es bestand keine unmittelbare Gefahr, jedoch fühlten sich die Piloten stark geblendet und entschieden sich aus Sicherheitsgründen eine Landung in Schukowski einzulegen.

weiterlesen »

Nürnberg: Flughafen spendet Gummibärchen ans Krankenhaus

Der Flughafen Nürnberg stellt dem örtlichen Krankenhaus insgesamt 9.000 Sackerl Gummibärchen in Flugzeugform zur Verfügung, um diese an die Mitarbeiter verteilen zu können. Weiters wurden 4.000 Packungen Traubenzucker gespendet. Normalerweise werden die mit dem Logo des Airports versehenen Werbegeschenke an Passagiere verteilt, doch aufgrund des derzeit niedrigen Aufkommens ist viel übrig geblieben. Die Geschäftsleitung des Flughafens will durch die Spende an das Klinikum Nürnberg dem Krankenhauspersonal eine kleine Freude machen. „Herzlichen Dank auch im Namen unserer Mitarbeitenden, deren Einsatz wir – im wahrsten Sinne des Wortes – damit etwas versüßen können!“, freut sich Daniela Schindler, Referentin Fundraising am Klinikum.

weiterlesen »

Übelkeit an Bord: Lufthansa kehrte nach Newark zurück

Der Airbus A350-900 mit der Registrierung D-AIXJ, betrieben von Lufthansa, musste am 6. Feber 2021 kurz nach dem Start in Newark umkehren. Die Maschine befand sich laut Flightradar24 bereits kurz nach Boston. Die Ursache ist noch nicht geklärt. Laut lokalen Medienberichten sollen sich zahlreiche Passagiere und Besatzungsmitglieder, die sich im hinteren Bereich des Langstreckenjets befanden, über plötzlich auftretende Übelkeit beklagt haben. Der Kapitän entschied sich zur Rückkehr auf den Flughafen New York-Newark, wo die Betroffenen medizinisch untersucht wurden. Auch der Airbus A350-900 wurde umfangreich unter die Lupe genommen werden. Auf Flug LH413 befanden sich inklusive Crew 41 Personen. Die Ursache der plötzlichen Übelkeit ist noch nicht geklärt, jedoch sollen die Betroffenen wohlauf sein und sich bereits kurz nach dem Verlassen der Maschine wieder erholt haben. Der Geruch wird als eine Art Salbe oder Balsam bezeichnet. Ob ein Passagier ein Produkt an Bord hatte oder aber ein Defekt vorgelegen hat, spielte für den Lufthansa-Kapitän keine Rolle. Nach dem Grundsatz “Safety First” entschied er sich für die Rücklandung in Newark. Wartungstechniker nahmen den Jet dann umfangreich unter die Lupe und gaben diesen nach drei Tagen vorläufig frei. Die Maschine kehrte dann ferry nach München zurück und ist seit 11. Feber 2021 wieder im regulären Liniendienst. Gefunden wurde übrigens nichts, das auf eine Fehlfunktion der D-AIXJ hindeuten würde.

weiterlesen »

Russland: Serienfertigung des MS-21-Turbofans startet

Die russische Zivilluftfahrtbehörde gab grünes Licht für die Serienfertigung des neu entwickelten Turbofans Awiadwigatel PD-14. Dieses soll unter anderem die Irkut MS-21 antreiben. Es handelt sich um die erste Neuentwicklung seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion. Das Projekt wird äußerst ambitioniert vorangetrieben, denn das vor der Serienproduktion stehende PD-14 soll der Auftakt für eine ganze Reihe neuer Turbofan-Antriebe werden. Damit will sich die Russische Föderation unabhängiger von westlichen Herstellern machen und quasi wieder wie früher Flugzeuge und Triebwerk aus heimischer Produktion anbieten. Der Hersteller gibt an, dass der Kerosinverbrauch des PD-14 um bis zu 17 Prozent unter jenen vergleichbarer Konkurrenzmodelle liegen soll. Die Betriebs- und Wartungskosten sollen ebenfalls günstiger sein. Hinter Awiadwigatel steht der Staatskonzern Rostec, so dass die Entwicklungskosten eine nur untergeordnete Rolle gespielt haben. Einige Prototypen wurden bereits an die fünf Versuchsmodelle der MS-21 montiert. In Kürze soll mit dem PD-8 auch ein neuentwickelter Antrieb aus russischer Produktion für den Regionaljet Sukhoi SSJ-100 zur Verfügung stehen. Dieser befindet sich bereits in einer sehr weit fortgeschrittenen Phase. Mit dem PD-35 will man auch einen Turbofan für Langstreckenflugzeuge entwickeln.

weiterlesen »

Genf steckt tief in den roten Zahlen

Der Flughafen Genf erwirtschaftete im Vorjahr einen Verlust in der Höhe von 84,1 Millionen Schweizer Franken. Dies ist eine negative Premiere in der langjährigen Geschichte des Airports, denn zuvor war dieser stets profitabel. Das Jahr 2019 schloss man noch mit einem Plus von 84,1 Millionen Schweizer Franken ab. Der Umsatz reduzierte sich im “Corona-Jahr 2020” von 494 Millionen Schweizer Franken auf 191,2 Millionen Schweizer Franken. Der Airport führte verschiedene Sparmaßnahmen durch, um das Defizit so niedrig wie möglich zu halten. Dennoch schrieb man erstmals rote Zahlen. Genf wurde von 5.600.906 Reisenden genutzt. Gegenüber dem Jahr 2019 ein Rückgang um 68,8 Prozent. Die Aussichten sind zumindest kurzfristig schwierig, denn Swiss bedient derzeit nur die Ziele Zürich, Pristina und Frankfurt am Main. Alle anderen Destinationen wurden aufgrund der verschärften Einreise- und Quarantänebestimmungen ausgesetzt. Die Lufthansa-Tochter bekennt sich zum Standort Genf und will die pausierenden Routen so bald wie möglich reaktivieren.

weiterlesen »