
Rechtsstreit um B737 Max: Boeing wirft Lot Verfahrensfehler kurz vor Prozessbeginn vor
Der US-Flugzeugbauer Boeing versucht derzeit mit einem Eilantrag vor einem Bezirksgericht in Seattle, eine kurzfristig eingereichte Schadensersatzforderung der polnischen Fluggesellschaft Lot zu blockieren. Wenige Tage vor dem geplanten Prozessauftakt am 17. Februar 2026 wirft Boeing der polnischen Staatsairline einen „Hinterhalt“ vor. Hintergrund ist ein am 5. Februar eingereichter ergänzender Bericht des Lot-Gutachters Samuel Engel, der die Gesamtforderung um 8,4 Millionen US-Dollar auf nunmehr 203,6 Millionen US-Dollar erhöht. Boeing argumentiert, dass diese späte Offenlegung gegen geltende Fristen verstößt und dem Konzern die Zeit für eine angemessene Prüfung und Erwiderung nimmt. Der Kern der gerichtlichen Auseinandersetzung reicht bis in das Jahr 2021 zurück, als Lot Klage gegen den US-Konzern einreichte. Die Airline fordert Kompensation für die massiven finanziellen Verluste, die durch das weltweite Flugverbot der Boeing 737 Max nach den Abstürzen von Lion Air und Ethiopian Airlines entstanden sind. Lot wirft Boeing vor, Sicherheitsmängel am Flugkontrollsystem MCAS bewusst verschwiegen und die Maschine überhastet auf den Markt gebracht zu haben, um Wettbewerbsvorteile gegenüber dem Konkurrenten Airbus zu sichern. Die Airline behauptet, sie hätte die Leasingverträge für die betroffenen Flugzeuge niemals unterzeichnet, wenn die tatsächlichen Risiken bekannt gewesen wären. Boeing fordert nun Richter Ricardo S. Martinez auf, das neue Gutachten auszuschließen und die Zeugenaussage des Experten auf dessen ursprünglichen Bericht vom Mai 2025 zu beschränken. In den zusätzlich geforderten Millionenbeträgen sind laut Boeing unter anderem 6,7 Millionen US-Dollar an Vorfälligkeitszinsen enthalten, obwohl Lot zuvor signalisiert habe, solche Zinsen nicht vor die Geschworenen bringen zu wollen. Der Flugzeughersteller betont, dass die Frist für ergänzende Offenlegungen








