
Fokus auf Cargo: Flughafen Lüttich steht ohne Passagierflüge da
Mit dem Abflug der letzten Maschine der Fluggesellschaft Tuifly Belgium am 4. Januar 2026 hat eine Ära am Flughafen Lüttich ihr vorläufiges Ende gefunden. Der drittgrößte Flughafen Belgiens, der über Jahrzehnte hinweg eine Mischform aus Fracht- und Passagierbetrieb verfolgte, wird ab sofort ausschließlich als Logistikdrehkreuz fungieren. Die Entscheidung der Fluggesellschaft, ihre Basis in Lüttich aufzugeben, wurde bereits im Sommer 2025 mit mangelnder Rentabilität begründet. Für den Flughafenbetreiber stellt dieser Schritt jedoch keinen wirtschaftlichen Schock dar, sondern vielmehr die konsequente Fortführung einer spezialisierten Marktstrategie. Da der Passagierverkehr zuletzt weniger als zwei Prozent des Gesamtumsatzes ausmachte, konzentriert sich das Management nun vollständig auf den Ausbau der Frachtkapazitäten. Dennoch bleibt die Infrastruktur für eine mögliche Wiederaufnahme des touristischen Flugbetriebs ab dem Winter 2026 bereit, sofern sich neue Marktpartner finden. Die Entwicklung unterstreicht den Trend zur Spezialisierung europäischer Regionalflughäfen in einem hart umkämpften Marktumfeld, in dem Effizienz und klare Standortprofile über den langfristigen Erfolg entscheiden. Die wirtschaftliche Neuausrichtung eines Luftfahrtstandorts Der Rückzug von Tuifly Belgium markiert einen signifikanten Einschnitt für die Region, da die Airline den Flughafen seit 1994 kontinuierlich bedient hatte. In den besten Zeiten nutzten Hunderttausende Urlauber Lüttich als stressfreie Alternative zu den großen Drehkreuzen in Brüssel oder Charleroi. Doch die wirtschaftliche Realität der letzten Jahre hat gezeigt, dass der Betrieb von Linien- und Charterflügen in Lüttich zunehmend unter Druck geriet. Hohe Fixkosten für die Passagierabfertigung standen einem vergleichsweise geringen Aufkommen gegenüber. Die Entscheidung der Airline im Juli 2025, den Standort aufzugeben, war die logische Konsequenz aus einer Analyse der Betriebskosten und








