
Geopolitische Luftbrücke: Indien und Russland vereinbaren Superjet-Produktion
Die staatliche indische Luft- und Raumfahrtgesellschaft Hindustan Aeronautics Limited (HAL) und ihr russisches Pendant United Aircraft Corporation (UAC) haben am 28. Oktober 2025 in Moskau ein bedeutendes Memorandum of Understanding (MoU) zur gemeinsamen Herstellung des Regionalflugzeugs Sukhoi Superjet 100 (jetzt als Yakovlev SJ-100 vermarktet) in Indien unterzeichnet. Diese Vereinbarung markiert nicht nur die Rückkehr Indiens zur vollständigen Produktion von Passagierflugzeugen nach Jahrzehnten, sondern wird in den indischen Medien auch als strategisches und möglicherweise politisches Signal in einem komplexen globalen Umfeld gewertet. Die Allianz zielt darauf ab, die starke Nachfrage im indischen Inlandsflugverkehr zu bedienen, insbesondere im Rahmen des Ude Desh ka Aam Nagrik (UDAN)-Programms der indischen Regierung, das die regionale Flugverbindung durch Subventionen und den Ausbau regionaler Flughäfen fördern soll. Experten schätzen den Bedarf Indiens an Regionaljets dieser Klasse in den kommenden zehn Jahren auf über 200 Flugzeuge, mit einem zusätzlichen potenziellen Markt in der weiteren Region. Während HAL die Möglichkeit erhält, das zweistrahlige Schmalrumpfflugzeug in Indien zu montieren und letztendlich lokal zu fertigen, steht die Partnerschaft vor erheblichen industriellen und geopolitischen Herausforderungen. Die UAC, der russische Partner, steht unter Sanktionen der Vereinigten Staaten und der Europäischen Union, was Fragen zur Lieferkette, zur Technologie und zur Gesamtrentabilität des Projekts aufwirft. Ein ziviles Novum mit militärischer Vorgeschichte Für HAL ist die Zusammenarbeit mit Russland in der Luftfahrtindustrie keine Neuheit. Historisch gesehen konzentrierte sich diese Partnerschaft jedoch ausschließlich auf militärische Programme. Indien hat über HAL bereits erfolgreich Kampfflugzeuge russischer (oder früher sowjetischer) Bauart wie die MiG-21, MiG-27 und die hochmoderne Su-30MKI in








