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Nordatlantik-Flugverkehr: Dominanz der Allianzen trotz Marktwachstum

Der transatlantische Flugverkehr hat sich seit 2010 zu einem der weltweit wichtigsten und lukrativsten Luftverkehrsmärkte entwickelt. Mit einem Wachstum von 55 Prozent in diesem Zeitraum rangiert die Nordatlantik-Route laut dem Flugdatendienstleister OAG mittlerweile an fünfter Stelle der größten internationalen Verkehrsmärkte. Angetrieben durch eine anhaltend hohe Nachfrage sowohl im Geschäfts- als auch im Freizeitsegment, gilt dieser Sektor als eine wichtige Ertragsquelle für die beteiligten Fluggesellschaften. Trotz der Präsenz von 49 Airlines im Sommer 2025 wird der Markt jedoch von einer starken Konzentration dominiert, die durch strategische Allianzen und den gesicherten Zugang zu zentralen Drehkreuzen charakterisiert ist. Für neue Marktteilnehmer bleiben die Hürden hoch, während die etablierten Global Player ihre Vormachtstellung durch koordinierte Netzwerke weiter festigen. Kontinuierliches Wachstum und seine Treiber Das robuste Wachstum des transatlantischen Luftverkehrs in den letzten anderthalb Jahrzehnten spiegelt die zunehmende globale Vernetzung wider. Die Belebung der Konjunktur und eine generell gesteigerte Reisefreudigkeit nach den Turbulenzen der frühen 2000er Jahre trugen maßgeblich zu dieser Entwicklung bei. Günstigere Flugtarife, die sich aus dem Wettbewerb und der Effizienzsteigerung in der Luftfahrt ergeben, beleben das Passagieraufkommen zusätzlich. Das Segment ist hochgradig attraktiv, da die Nachfrage nicht nur saisonal im Urlaubsverkehr, sondern auch durch stabile Geschäftsreisefrequenzen gestützt wird, was zu dichten Flugplänen und soliden Erträgen führt. Die Konzentration der Kapazitäten ist geografisch sehr ausgeprägt: Rund drei Viertel des gesamten transatlantischen Angebots entfallen auf Fluggesellschaften aus nur fünf Ländern. Marktanteile und nationale Verschiebungen Die Verteilung der Marktanteile zeigt eine klare Dominanz der nordamerikanischen und westeuropäischen Akteure. Im Sommer 2025 stellten US-amerikanische Airlines mit

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Norwegian Group meldet starkes Wachstum

Die Norwegian Group hat im September ein robustes Geschäftsergebnis erzielt und gleichzeitig wichtige Weichen für ihr zukünftiges Wachstum gestellt. Insgesamt beförderte die Gruppe, zu der Norwegian Air Shuttle und Widerøe gehören, im vergangenen Monat 2,7 Millionen Passagiere. Davon entfielen 2,3 Millionen auf Norwegian und knapp 400.000 auf die Regionalfluggesellschaft Widerøe. Die Auslastung der Flüge war solide und betrug bei Norwegian 86,6 Prozent und bei Widerøe 73,4 Prozent. Trotz kurzzeitiger Beeinträchtigungen durch Sperrungen des dänischen und norwegischen Luftraums aufgrund mutmaßlicher Drohnenaktivität, konnten beide Fluggesellschaften eine hohe Pünktlichkeit und Regularität aufrechterhalten. Zur Untermauerung der Wachstumsstrategie bestätigte Norwegian im September die Ausübung einer Kaufoption für 30 zusätzliche Boeing 737 MAX 8 Flugzeuge. Damit erhöht sich der Gesamtauftragsbestand der Gruppe bei Boeing auf 80 Maschinen dieses Typs. Dies ist der erste Direktauftrag der Gruppe seit 2017 und sichert das geplante Flottenwachstum. Die Auslieferung der insgesamt 80 Jets soll sich nach einer Anpassung der Liefertermine bis ins Jahr 2031 erstrecken. Der CEO von Norwegian, Geir Karlsen, hob hervor, dass die starken Passagierzahlen die Robustheit des Geschäftsmodells belegen und die Investition in die Flotte die langfristigen Expansionspläne unterstützen. Neben der Flottenerweiterung treibt Norwegian auch den Ausbau ihres Streckennetzes voran. Die Fluggesellschaft kündigte die Eröffnung von zehn neuen internationalen Routen ab dem dänischen Flughafen Billund an. Damit steigt die Zahl der Direktverbindungen ab dem wichtigen dänischen Standort, der unter anderem für die Nähe zum Legoland bekannt ist, ab 2026 von fünf auf 15. Zu den neuen Zielen gehören beliebte europäische Metropolen und Urlaubsregionen wie Barcelona, Rom, Edinburgh,

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Monatelange Reparatur: Jungfernflieger nach Vogelschlag schwer beschädigt

Der Airbus A321XLR mit der Kennung EC-OOJ der spanischen Fluggesellschaft Iberia bleibt nach einem schweren Vogelschlag beim Start in Madrid am 3. August 2025 voraussichtlich monatelang außer Betrieb. Der Vorfall, bei dem die brandneue Maschine erheblichen Schaden erlitt, unterstreicht die Komplexität und die Anfälligkeit des Flugbetriebs gegenüber solchen Naturereignissen. Erst am 2. Juli 2025 war das Flugzeug an Iberia ausgeliefert worden, die als Erstbetreiber des Langstrecken-Schmalrumpfflugzeugs gilt. Der Zwischenfall ereignete sich, als das Flugzeug auf Flug IB579 nach Paris-Orly unterwegs war und in etwa 7.000 Fuß Höhe mit einem großen Vogel, mutmaßlich einem Geier, kollidierte. Die Wucht des Aufpralls zerstörte das Radom (Flugzeugnase), hinter dem sich das Wetterradar befindet, teilweise und führte zu sichtbaren Bruchschäden. Zudem wurde der Vogel anschließend vom linken Triebwerk angesaugt, wobei Fanblätter beschädigt wurden. Die Piloten leiteten sofort das Notfallprotokoll ein und kehrten ohne weitere Komplikationen nach etwa 20 Minuten sicher zum Startflughafen Madrid-Barajas zurück. Alle Passagiere und Besatzungsmitglieder blieben unverletzt. Seit dem Vorfall befindet sich der nur wenige Wochen alte Langstreckenjet am Boden. Der erlittene Schaden ist beträchtlich und die Wiederinbetriebnahme zieht sich hin. Nach Angaben der Leiterin der Wartung bei Iberia, Natalia Martínez del Río, hat der Flugzeughersteller Airbus erst am 30. September die endgültige Reparaturanweisung für das Flugzeug übermittelt – fast zwei Monate nach dem Vogelschlag. Die Reparatur gilt als „sehr komplex“, was auf das Ausmaß der Schäden sowohl an der Flugzeugstruktur als auch am Triebwerk hindeutet. Der A321XLR ist für Iberia ein strategisch wichtiges Modell, da es auf längeren, transatlantischen Strecken eingesetzt

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Bayern forciert Drohnenabwehr: Geplante Gesetzesnovelle nach Vorfällen am Flughafen München

Die bayerische Staatsregierung plant eine umfassende Erweiterung des Polizeiaufgabengesetzes (PAG), um der Landespolizei künftig erweiterte Kompetenzen bei der Drohnenabwehr einzuräumen. Diese Initiative ist eine direkte Reaktion auf die jüngsten Drohnensichtungen am Münchner Flughafen, die Ende September 2025 den Flugbetrieb massiv beeinträchtigten. Die Vorfälle führten zur Streichung zahlreicher Flüge, wobei mehrere Tausend Passagiere am Flughafen strandeten und teilweise über Nacht in den Terminals ausharren mussten. Auch über einer nahegelegenen Bundeswehr-Einrichtung wurde ein unbefugtes Flugobjekt gesichtet, was die Brisanz der Lage weiter unterstrich. Das zentrale Ziel der geplanten Gesetzesänderung ist es, der Polizei das sofortige Aufspüren und Abschießen von Drohnen bei akuter Gefahr zu ermöglichen. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte bereits Ende September unmissverständlich gefordert: „Es braucht Fangdrohnen und Jagddrohnen… im Zweifelsfall auch abschießen zu können.“ Bisher stellt der Abschuss von Drohnen für die Polizei eine rechtliche und technische Herausforderung dar. Die Zuständigkeit für die Drohnenabwehr liegt in Deutschland primär bei den Ländern und der Bundespolizei, doch fehlt es oft an den notwendigen rechtlichen Grundlagen und der modernen Technik. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) kündigte an, die rechtlichen Möglichkeiten der Polizei signifikant zu erweitern. Die Drohnensichtungen in München stehen im Kontext einer europaweiten Häufung von Vorfällen im Bereich kritischer Infrastruktur. Nach Angaben der Bundespolizei waren am Münchner Flughafen bis zu 32 Flüge betroffen, die Flugsicherung musste die Start- und Landebahnen sperren. Die Ermittlungsbehörden leiteten ein Verfahren gegen Unbekannt ein, da der oder die Verursacher trotz intensiver Fahndung zunächst nicht identifiziert werden konnten. Unklar blieb auch, ob es sich um eine oder mehrere

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Generalstreik legt belgischen Flugverkehr lahm: Alle Flüge in Charleroi annulliert

Der Flughafen Brüssel Süd Charleroi (BSCA) hat mitgeteilt, dass am Dienstag, den 14. Oktober 2025, sämtliche geplanten Ankunfts- und Abflüge gestrichen werden müssen. Grund dafür ist ein nationaler Streiktag in Belgien, der zu einem Mangel an Personal führt, welches für einen sicheren und reibungslosen Betrieb des Flughafens notwendig ist. Die Betriebsleitung von Charleroi erklärte, dass aufgrund der zu erwartenden Personalausfälle, insbesondere bei den operativen Diensten, die Sicherheit von Passagieren und Mitarbeitern nicht gewährleistet werden könne. Die Annullierungen in Charleroi, einem Hauptstandort für Billigfluggesellschaften wie Ryanair, sind Teil eines landesweiten Aktionstages der belgischen Gewerkschaften. Die Proteste richten sich in einer Gemeinschaftsfront gegen die Sparpolitik der Regierung. Dieser Generalstreik, der sich gegen Reformen wie geplante Renten- und Sozialkürzungen richtet, wird weite Teile des öffentlichen Lebens und des Verkehrs in Belgien beeinträchtigen. Auch der größte Flughafen des Landes, Brüssel-Zaventem (BRU), sieht sich am selben Tag zu drastischen Maßnahmen gezwungen. Dort wurde in Absprache mit den Fluggesellschaften die Entscheidung getroffen, keine Passagierflüge abheben zu lassen. Dies liegt ebenfalls an der Beteiligung des Sicherheitspersonals und der Bodenabfertigung am Streik. Es wird zudem vor möglichen Ausfällen und starken Beeinträchtigungen bei ankommenden Flügen in Zaventem gewarnt. Reisende, die am 14. Oktober einen Flug in oder aus Belgien gebucht haben, müssen mit erheblichen Einschränkungen im gesamten Land rechnen. Neben dem Luftverkehr ist auch mit Störungen oder Ausfällen im Schienenverkehr und im öffentlichen Nahverkehr zu rechnen. Die Flughäfen bitten Passagiere, an diesem Tag nicht zum Terminal zu kommen und fordern sie auf, sich direkt bei ihrer jeweiligen Fluggesellschaft über

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IndiGo nimmt Langstreckenflüge nach London-Heathrow auf

Die indische Fluggesellschaft IndiGo erweitert ihre internationale Präsenz und nimmt ab dem 26. Oktober tägliche Direktflüge zwischen Mumbai und dem London Heathrow Airport (LHR) auf. Die neue Verbindung markiert einen bedeutenden Schritt in der globalen Expansionsstrategie des indischen Marktführers, der damit seine zweite Destination im Vereinigten Königreich nach Manchester bedient. Die Flüge werden mit Boeing 787-9 Dreamliner Flugzeugen durchgeführt, die im Rahmen einer „Damp-Lease“-Vereinbarung von Norse Atlantic Airways gemietet wurden. Die Aufnahme der täglichen Verbindung nach Heathrow, einem der wichtigsten Drehkreuze Europas, unterstreicht IndiGos Ambition, sich über den asiatischen Raum hinaus als wichtiger internationaler Akteur zu etablieren. Erst im Juli dieses Jahres hatte die Airline mit der Aufnahme von Flügen nach Manchester und Amsterdam ihr Langstreckendebüt in Europa gefeiert. Kurz darauf folgte die Anbindung an Kopenhagen. Die Frequenzen auf den Strecken nach Manchester und Amsterdam wurden seit dem Start im Juli sukzessive erhöht und in einigen Fällen auf tägliche Verbindungen umgestellt. Um die ehrgeizigen Langstreckenpläne zu realisieren, greift IndiGo auf geleaste Großraumflugzeuge zurück. Im Rahmen der Vereinbarung mit Norse Atlantic Airways werden bis Anfang 2026 insgesamt bis zu sechs Boeing 787-9 Dreamliner in die Flotte integriert. Das „Damp-Lease“-Modell sieht vor, dass Norse Atlantic das Flugzeug und die Cockpitbesatzung stellt, während die Kabinenbesatzung von IndiGo selbst kommt. Diese Strategie dient als Überbrückung, bis die eigenen bestellten Langstreckenflugzeuge, wie der Airbus A321XLR (Auslieferung ab Ende 2025 erwartet) und der Airbus A350-900 (Auslieferung ab 2027 erwartet), verfügbar sind. London-Heathrow wird damit die 45. internationale Destination im Streckennetz der indischen Fluggesellschaft. Die neue Verbindung

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Pratt & Whitney Triebwerksprobleme belasten Turkish Airlines bis 2027

Die türkische Fluggesellschaft Turkish Airlines sieht sich aufgrund von anhaltenden Problemen mit den Getriebefan-Triebwerken (GTF) des Herstellers Pratt & Whitney mit massiven Einschränkungen im Flugbetrieb konfrontiert. Finanzchef Murat Seker gab auf der Luftfahrtkonferenz ISTAT bekannt, dass der Wartungsstau bei den Triebwerksreparaturen die Airline noch mindestens bis Mitte 2027 belasten werde. Das Problem betrifft primär die Flugzeuge der Airbus A320neo-Familie in der Flotte von Turkish Airlines. Der Wartungsstau und der Mangel an Ersatzteilen führen dazu, dass eine erhebliche Zahl von Maschinen über ungewöhnlich lange Zeiträume am Boden bleiben muss. Seker zufolge wird Turkish Airlines das laufende Jahr mit 45 stillgelegten Airbus-Flugzeugen beenden. Dies stellt eine Steigerung dar, da zu Jahresbeginn noch von 35 betroffenen Jets ausgegangen wurde. Im vergangenen Jahr lag die durchschnittliche Anzahl der aufgrund der PW1100G-JM-Triebwerksprobleme gegroundeten Flugzeuge bei rund 40. Die durchschnittliche Reparaturdauer für ein Triebwerk bezifferte Seker auf rund 200 Tage, was weit über den üblichen Zeitrahmen hinausgeht. Die Schwierigkeiten resultieren aus einem Materialfehler in den Turbinenscheiben, die aus einem bestimmten Pulvermetall gefertigt wurden. Dieses Problem, welches von Juli 2023 an massiv bekannt wurde, betrifft weltweit rund 3000 der bisher ausgelieferten GTF-Triebwerke. Turkish Airlines ist dabei eine von mehreren internationalen Fluggesellschaften, darunter auch Wizz Air und die Lufthansa Group, die mit den Folgen des notwendigen Inspektionsprogramms und des daraus resultierenden Kapazitätsengpasses in den Wartungswerkstätten kämpfen. Um die operativen Störungen und die entstandenen Verluste auszugleichen, hat Turkish Airlines nach eigenen Angaben bereits angemessene Kompensation von Pratt & Whitney, einem Teil des US-Konzerns RTX Corp, erhalten. Trotz Zusicherungen des

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Schweden kauft Embraer C-390 Millennium und tritt europäischer Kooperation bei

Schweden hat offiziell vier militärische Transportflugzeuge des Typs C-390 Millennium beim brasilianischen Hersteller Embraer bestellt. Der Vertrag, dessen Unterzeichnung am 6. Oktober 2025 auf der Luftwaffenbasis Uppsala stattfand, umfasst zudem sieben Kaufoptionen für weitere Maschinen. Die Beschaffung ist Teil einer erweiterten trilateralen Partnerschaft mit den Niederlanden und Österreich, die eine engere Zusammenarbeit bei der Ausbildung, Wartung und Interoperabilität der neuen Transportflotte in Europa vorsieht. Die Entscheidung, die C-390 zu erwerben, war bereits im November 2024 angekündigt worden und markiert einen wesentlichen Schritt in der Modernisierung der schwedischen Luftwaffe. Das Land ersetzt damit seine in die Jahre gekommene Flotte von sechs Lockheed Martin C-130H Hercules-Transportern, von denen einige über 50 Jahre alt sind. Die C-390 Millennium bietet im Vergleich zu den Vorgängermodellen eine höhere Nutzlast von bis zu 26 Tonnen, eine schnellere Reisegeschwindigkeit von 470 Knoten und eine größere Reichweite. Diese Fähigkeiten erlauben es, ein breiteres Spektrum an Missionen durchzuführen, darunter Truppen- und Frachttransport, Luftbetankung (in der KC-390-Version), medizinische Evakuierung sowie Such- und Rettungseinsätze, auch von unbefestigten Pisten aus. Durch den Beitritt zur Kooperation mit den Niederlanden und Österreich profitiert Schweden von einem gemeinsamen europäischen Ansatz bei der Beschaffung. Die Niederlande fungieren dabei als federführender Partner. Bereits 2024 hatten die Niederlande fünf und Österreich vier C-390 bestellt, womit die Gesamtzahl der fest bestellten Maschinen in dieser Partnerschaft nun dreizehn beträgt. Weitere europäische Betreiber des Embraer-Transporters sind bereits Portugal (seit 2023), Ungarn (seit 2024) und Tschechien. Auf der Unterzeichnungszeremonie betonte der schwedische Verteidigungsminister, Pål Jonson, die Bedeutung der neuen Plattform für die

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Airbus A320neo von Go Air für den Ersatzteilmarkt zerlegt

Der Flugzeugverwerter Tarmac Aerosave hat im Auftrag des auf den Ersatzteilhandel spezialisierten Unternehmens Aer Fin vier Maschinen des Typs Airbus A320neo zerlegt. Die Flugzeuge stammten aus der Flotte der indischen Fluggesellschaft Go Air, die ihren Betrieb im Jahr 2023 aufgrund finanzieller Schwierigkeiten und Problemen mit den Triebwerken einstellen musste. Die Demontage dieser relativ jungen Flugzeuge des Typs A320neo ist bemerkenswert, da der Bedarf an diesem Modell auf dem Markt sehr hoch ist und lange Wartezeiten für Neubestellungen bestehen. Der Hauptgrund für die Zerlegung ist die hohe Nachfrage nach zertifizierten Gebrauchtteilen in der Luftfahrtindustrie. Aus den vier Flugzeugen konnten laut Tarmac Aerosave rund 1.400 der am stärksten gefragten Teile für den Weiterverkauf gewonnen werden. Die Demontage erfolgt dabei in einem etablierten Vier-Phasen-Prozess. Dieser beginnt mit der Vorbereitung, bei der alle Flüssigkeiten wie Treibstoff und Hydraulik abgelassen werden. Anschließend werden die vom Kunden Aer Fin gewünschten Komponenten, darunter oft Triebwerke und Fahrwerke, sorgfältig ausgebaut, registriert und zur Lagerung vorbereitet. Der dritte Schritt, intern als „Greening“ bezeichnet, dient der Vorbereitung des Rumpfes für die strukturelle Zerlegung. Dabei wird die gesamte Kabinenausstattung demontiert, von Sitzen und Gepäckfächern über Teppiche, Kabel und Unterhaltungssysteme bis hin zu den Verkleidungen. Alle entnommenen Komponenten werden bis zur kleinsten Schraube zerlegt und sortiert. Aer Fin und Tarmac Aerosave pflegen eine langjährige Zusammenarbeit: In der Vergangenheit wurden bereits ältere Flugzeugtypen wie der Airbus A340 und im Jahr 2024 sieben Maschinen des Typs A330 zerlegt, was die Expertise in der Verwertung von Großraumflugzeugen bestätigt. Nach der vollständigen Entleerung von Kabine, Cockpit

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ICAO verurteilt Russland und Nordkorea wegen gezielter Störung von Satellitennavigationssystemen

Die Internationale Zivilluftfahrt-Organisation (ICAO) hat mit einem ihrer schärfsten diplomatischen Schritte reagiert und Russland sowie Nordkorea offiziell wegen der wiederholten Störung von Satellitennavigationssystemen (GNSS) verurteilt. Diese Störaktionen, zu denen das sogenannte Jamming und Spoofing zählen, gefährden nach Ansicht der ICAO die Sicherheit des internationalen Luftverkehrs und stellen eine klare Verletzung der Chicagoer Konvention von 1944 dar, welche die Grundsätze der zivilen Luftfahrt festlegt. Das Ende der dreijährlichen ICAO-Versammlung am 5. Oktober 2025 in Montreal markierte den Höhepunkt einer wachsenden internationalen Besorgnis über den Einsatz elektronischer Kriegsführung, der zivile Flüge im europäischen und asiatischen Luftraum zunehmend beeinträchtigt. Die Organisation forderte beide Staaten nachdrücklich auf, diese Aktivitäten sofort einzustellen, um die Integrität der globalen Flugnavigation zu gewährleisten. Eskalierende Störfälle in Europa Die ICAO-Versammlung stützte ihre Verurteilung Russlands auf Beweise und Beschwerden von sechs europäischen Mitgliedsstaaten – Estland, Finnland, Lettland, Litauen, Polen und Schweden. Diese Länder berichteten über „nahezu tägliche“ Störungen, die den Flugbetrieb in der baltischen, osteuropäischen und nördlichen Region empfindlich beeinträchtigen. Die Quelle dieser schädlichen interferierenden Signale, so der Konsens der europäischen Staaten, liegt in Russland.4 Experten sehen in der Häufung der Störfälle einen Teil der hybriden Kriegsführung Russlands, insbesondere in Gebieten nahe der Konfliktzonen. Diese sogenannten „Baltic Jammer“ oder das „Baltic interference network“ sollen vornehmlich von elektronischen Aufklärungs- und Störsystemen wie dem R-330Zh Zhitel in Kaliningrad und entlang der westlichen Flanke Russlands ausgehen. Der R-330Zh Zhitel ist ein mobiles, auf Lastwagen montiertes System, das entwickelt wurde, um die Kommunikation und Satellitennavigation (einschließlich GPS, Galileo und BeiDou) in Frequenzbereichen von 100

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