2025

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2025

German Airways erwägt Umrüstung von Embraer E190-Jets zu Frachtern

Die deutsche Fluggesellschaft German Airways, eine Spezialistin im ACMI- und Chartergeschäft, prüft in den kommenden Jahren eine strategische Diversifizierung ihres Geschäftsfelds durch die Umrüstung von bis zu fünf ihrer Embraer E190 Passagierflugzeuge in Frachtmaschinen. Dies erklärten die Geschäftsführer Maren Wolters und Wolfram Simon-Schröter am Rande der Generalversammlung des europäischen Regionalverbandes ERA in Estoril, Portugal. Trotz der Überlegungen bleibt der Passagierverkehr das Kerngeschäft der Airline. Die Fluggesellschaft sieht eine Marktlücke für eine solche Frachtkonversion der E1-Serie (Embraer E-Jet der ersten Generation). Die umgerüstete E190 würde sich nach Einschätzung der Airline zwischen den größeren Boeing 737-Frachtern und den kleineren Turboprop-Frachtern der ATR-Serie positionieren. Durch ihre Reichweite eigne sich das Flugzeugmuster gut für Expressfrachtdienste innerhalb Europas. Eine endgültige Entscheidung über die Umrüstungen stehe zwar noch aus, da auch Alternativen wie die Zerlegung der Maschinen geprüft würden, jedoch hänge die Wahl stark von der wirtschaftlichen Bewertung der Frachtumrüstung und der zukünftigen Flottenstrategie ab. Wolfram Simon-Schröter verwies darauf, dass die Entscheidung unter anderem vom Marktgeschehen und insbesondere von der Verfügbarkeit und den Problemen der Triebwerke abhänge. Bei einer anhaltend hohen Nachfrage nach Passagiermaschinen des Typs E1 und einer guten Auslastung könnte die Umrüstung entfallen. Sollte es jedoch zu Frachtumbauten kommen, plant German Airways, die Flotte an Passagierflugzeugen durch gleichwertige neue Maschinen zu ersetzen. Parallel zu den langfristigen Frachtüberlegungen plant German Airways kurzfristig ein Flottenwachstum um ein bis zwei weitere Flugzeuge noch in diesem Winter. Die Herkunft dieser zusätzlichen Maschinen ist noch unbestimmt; die Airline erwägt sogar den Kauf anstatt des Leasings. Maren Wolters betonte, dass

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Namibias ehrgeiziger Neuanfang in der Luftfahrt: Staatliche Namibia Air soll ab dem nächsten Geschäftsjahr fliegen

Die namibische Regierung treibt die Gründung einer neuen nationalen Fluggesellschaft voran. Das Kabinett hat den Namen des künftigen staatlichen Unternehmens als Namibia Air (Pty) Ltd. bestätigt, wie der Minister für Bauwesen und Verkehr, Veikko Nekundi, mitteilte. Die Fluggesellschaft wird sich zu 100 Prozent in Staatsbesitz befinden und soll planmäßig im kommenden Geschäftsjahr den Betrieb aufnehmen. Dieses Vorhaben ist ein zentraler Bestandteil des Implementierungsplans des Regierungsprogramms der regierenden South West African People’s Organisation (SWAPO), die sich seit 2022 für einen Nachfolger der 2021 liquidierten Air Namibia eingesetzt hat. Der Neustart zielt darauf ab, die nationale Anbindung zu stärken, die regionale Integration in Afrika zu fördern und zugleich die finanziellen Fehler der Vergangenheit konsequent zu vermeiden. Lehren aus dem Zusammenbruch der Vorgängergesellschaft Die Neugründung von Namibia Air erfolgt vor dem Hintergrund der schmerzhaften Liquidierung des früheren staatlichen Flag-Carriers Air Namibia. Die Vorgängergesellschaft hatte über drei Jahrzehnte hinweg staatliche Beihilfen in Höhe von rund 8 Milliarden Namibischen Dollar (etwa 467 Millionen US-Dollar) erhalten, ohne jemals profitabel zu arbeiten. Am Ende führten ein untragbarer Schuldenberg von geschätzt über 3 Milliarden Namibischen Dollar, unrentable Leasingverträge für Flugzeuge wie die A330-200, Ineffizienzen in der Personalstruktur und defizitäre Langstreckenverbindungen, insbesondere nach Frankfurt am Main, zum endgültigen Aus im März 2021. Die Regierung sah sich gezwungen, die staatliche Unterstützung einzustellen, um die nationalen Finanzen zu entlasten und Mittel für andere dringende Prioritäten wie das Gesundheitswesen und das Bildungswesen freizumachen. Die endgültige Liquidation wurde von Gläubigern wie der Namibia Airports Company (NAC) vorangetrieben, der Air Namibia hohe Gebühren schuldete.

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Abschaffung der Flugabgabe: FPÖ-Antrag an den Verkehrsausschuss verwiesen

Die Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) hat im Nationalrat einen Antrag auf ersatzlose Abschaffung der österreichischen Flugabgabe eingebracht. Die Abgabe, die derzeit 12 Euro pro Passagier beträgt, bei Kurzstreckenflügen unter 350 Kilometern sogar 30 Euro, wurde von der FPÖ und dem Digitalisierungssprecher Gerhard Deimek als „Urlaubssteuer“ und „Strafsteuer für Mobilität“ scharf kritisiert. Die Flugabgabe führe zu einem erheblichen Wettbewerbsnachteil für österreichische Flughäfen, mindere die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts und schade dem regionalen Tourismus. Nach der Ersten Lesung wurde die Forderung nun zur weiteren Beratung an den Verkehrsausschuss verwiesen. Somit ist es noch zu keiner Abstimmung im Nationalrat gekommen. Die FPÖ argumentiert, die Abgabe verursache einen starken Rückgang des Flugverkehrs und führe zur Verlagerung von Flügen und Arbeitsplätzen in Nachbarstaaten wie die Slowakei, Ungarn und Italien, die ihre nationalen Luftverkehrssteuern bereits abgeschafft oder Gebühren gesenkt haben. Die Abschaffung der Steuer würde nach Auffassung der Antragsteller die Kostenbelastung der Passagiere reduzieren, Regionalflughäfen entlasten und die internationale Anbindung sowie den Tourismusstandort Österreich stärken. Die aktuell generierten Einnahmen der Abgabe von unter 160 Millionen Euro pro Jahr stünden in keinem Verhältnis zu den befürchteten Milliardenverlusten durch entgangene Tourismuseinnahmen. Die Position der FPÖ wird von der Fluggesellschaft Ryanair nachdrücklich unterstützt. Europas nach Passagierzahlen größte Fluglinie begrüßte den parlamentarischen Antrag und forderte die österreichische Regierung auf, die „schädliche“ Abgabe bis zum 31. Dezember 2025 abzuschaffen. Ryanair-Vertreter kritisierten die Regierung scharf dafür, dass sie tatenlos zusehe, wie der Flugverkehr in Österreich zurückgehe und der Standort unwirtschaftlich werde. Sie betonen, dass die Abschaffung der Steuer Wachstum und Beschäftigung ankurbeln würde.

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Kampfjet stürzt bei Flugshow in Dubai ab

Ein schwerer Zwischenfall hat die Dubai Air Show am Freitag, dem 21. November 2025, überschattet. Gegen 14:10 Uhr Ortszeit stürzte während einer Flugvorführung ein Kampfflugzeug über dem Gelände des Al Maktoum International Airport ab. Bei dem verunglückten Flugzeug handelt es sich um eine HAL Tejas, ein Mehrzweckkampfflugzeug des indischen Herstellers Hindustan Aeronautics Limited (HAL). Augenzeugenberichten und in sozialen Medien verbreiteten Aufnahmen zufolge stieg eine dicke Rauchwolke über der Start- und Landebahn auf, nachdem die Maschine mutmaßlich mit dem Boden kollidiert und explodiert war. Der Absturz ereignete sich während eines Demonstrationsflugs, den eine große Menge von Zuschauern, darunter auch Familien, am Flughafen beobachtete. Die HAL Tejas, deren Name im Sanskrit „Strahlkraft“ bedeutet, ist ein von Indien selbst entwickeltes, leichtes Überschallkampfflugzeug der 4.5-Generation und sollte bei der Fachmesse die Fortschritte der indischen Rüstungsindustrie demonstrieren. Erst am Vortag hatte das indische Verteidigungsministerium Meldungen in sozialen Medien, die über ein angebliches Ölleck an der Tejas kursierten, als falsch und bewusst irreführend zurückgewiesen. Das Schicksal des Piloten blieb zunächst unklar. Es gab keine sofortige offizielle Bestätigung, ob der Pilot den Schleudersitz erfolgreich betätigen konnte und den Absturz überlebte. Unbestätigte erste Berichte aus der Region legen jedoch nahe, dass der Pilot ums Leben kam, da eine Betätigung des Schleudersitzes nicht beobachtet wurde. Der Vorfall markiert einen Rückschlag für die indischen Bemühungen, das Flugzeug international zu vermarkten. Es handelt sich um den zweiten Absturz einer Tejas in weniger als zwei Jahren; bei einem Trainingsunfall in Jaisalmer (Rajasthan) im März 2024 hatte der Pilot den Schleudersitz erfolgreich genutzt.

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MD-11F-Absturz in Louisville: Ermittler untersuchen mögliches Materialversagen der Triebwerksaufhängung

Nach dem Absturz eines Frachtflugzeugs des Typs MD-11F der Fluggesellschaft UPS am 4. November 2025 auf dem Flughafen Louisville hat die US-Verkehrssicherheitsbehörde NTSB (National Transportation Safety Board) erste Hinweise zur Unfallursache veröffentlicht. Der Frachter mit dem Kennzeichen N259UP stürzte kurz nach dem Abheben in ein nahegelegenes Gewerbegebiet, wobei 14 Menschen – alle drei Insassen sowie elf Personen am Boden – ums Leben kamen. Zwei weitere Personen wurden schwer verletzt. Der Unfall ereignete sich, als das linke CF-6-Triebwerk kurz nach Beginn der Startrotation von der Tragfläche abriss. Videoaufnahmen einer Überwachungskamera belegten den Moment, in dem das Triebwerk weggeschleudert wurde. Die Ermittler des NTSB stießen bei der Untersuchung der Wrackteile auf Risse an tragenden Teilen der Triebwerksaufhängung, genauer gesagt am hinteren Montagepunkt des sogenannten Pylons, der das Triebwerk hält. Im vorläufigen Bericht halten die Experten fest, dass die Risse auf ein „Überlastungsversagen“ hindeuten. Eine Laboruntersuchung der später gefundenen gebrochenen Nabe legt zudem den Verdacht auf Materialversagen durch Ermüdungsrisse nahe. Die US-Luftfahrtaufsicht FAA (Federal Aviation Administration) reagierte umgehend auf den schweren Zwischenfall und verhängte vorsorglich ein Flugverbot für alle MD-11-Frachter in den USA, um weitere Flugzeuge auf mögliche vergleichbare Schwachstellen an der Triebwerksaufhängung zu untersuchen. Die abgestürzte, 34 Jahre alte Maschine hatte zum Unfallzeitpunkt eine hohe Beanspruchung von 92.992 Flugstunden und 21.043 Flugzyklen absolviert. Die Ermittler prüfen nun die Wartungsprotokolle des UPS-Frachters, der zuletzt von September bis Oktober 2025 eine Großwartung bei ST Engineering in Texas durchlaufen hatte. Die Untersuchungen des NTSB konzentrieren sich aktuell darauf, ob die vorgeschriebenen Inspektionsintervalle des Herstellers ausreichend

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TAP Air Portugal meldet Milliardenerlöse, aber sinkende Margen

Die portugiesische Fluggesellschaft TAP Air Portugal hat in den ersten neun Monaten des Jahres 2025 einen Nettogewinn von 55,2 Millionen Euro erzielt, wobei das dritte Quartal mit 126 Millionen Euro besonders stark zum positiven Ergebnis beitrug. Dieser Quartalsgewinn konnte die Verluste aus der ersten Jahreshälfte vollständig ausgleichen. Die Betriebserträge beliefen sich in den ersten neun Monaten auf insgesamt 3,281 Milliarden Euro, ein leichter Anstieg um 0,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Trotz des Zuwachses beim Umsatz und der beförderten Passagiere – mit 12,7 Millionen Fluggästen bis September ein Plus von 2,9 Prozent – stehen die operativen Kennzahlen unter Druck. So sank der Erlös pro verfügbarer Sitzkilometer (PRASK) um 3,0 Prozent auf 7,07 Cent. Gleichzeitig stiegen die wiederkehrenden Betriebskosten in den ersten neun Monaten um 4,3 Prozent auf 3,054 Milliarden Euro, was sich in einem Anstieg der wiederkehrenden Kosten pro verfügbarer Sitzkilometer (CASK) um 1,3 Prozent auf 7,33 Cent widerspiegelt. Die wiederkehrende EBITDA-Marge sank um 11,0 Prozent auf 18,0 Prozent, und die wiederkehrende EBIT-Marge verringerte sich sogar um 32,7 Prozent auf 6,9 Prozent. Der Sommer 2025, der laut CEO Luís Rodrigues operativ einer der erfolgreichsten in Bezug auf Kapazität und Passagierzahlen war, stellte das Unternehmen aufgrund mehrerer Betriebsstörungen vor große Herausforderungen. Dazu zählten Streiks, insbesondere in der Abfertigung, Einschränkungen bei der Grenzkontrolle an nationalen Flughäfen und im europäischen Luftraum sowie widrige Wetterereignisse. Die portugiesische Regierung hat unterdessen den Prozess zur Teilprivatisierung von TAP genehmigt, ein Vorhaben, das sich voraussichtlich über mehrere Quartale erstrecken wird. Die Regierung plant, bis zu 44,9 Prozent der

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Linz: Turkish Cargo erwägt Verlegung der Frachtflüge nach Wien

Der Flughafen Linz-Hörsching steht möglicherweise vor einem weiteren empfindlichen Rückschlag in seinem Geschäftsbetrieb. Während das Passagieraufkommen seit Längerem als schwierig gilt, war das Frachtgeschäft bislang eine zentrale Stütze des Unternehmens. Nun droht der Verlust eines der wichtigsten Frachtkunden: Die Frachtdivision der Turkish Airlines, die derzeit viermal wöchentlich die Verbindung zwischen Linz und Istanbul bedient, bestätigt Verhandlungen über eine mögliche Verlegung dieser Flüge zum Flughafen Wien-Schwechat. Obwohl noch keine endgültige Entscheidung getroffen wurde und die Gespräche zuletzt verlangsamt wurden, würde der Wegfall dieser Flüge den Linzer Flughafen in seiner Rolle als wichtiger regionaler Frachtumschlagplatz massiv schwächen. Sollte es zur Verlagerung kommen, würde lediglich noch der Dienst von DHL Express in Linz verbleiben, was die Abhängigkeit des Flughafens von wenigen Anbietern drastisch erhöht. Gegenüber dem ORF Oberösterreich bestätigte das türkische Unternehmen, dass es entsprechende Überlegungen zum Abzug aus Linz gibt. Final entschieden hat man aber noch nicht. Der Frachtumschlag als Lebensader des Linzer Flughafens Der Flughafen Linz hat in den letzten Jahren immer stärker auf das Frachtgeschäft gesetzt, um die Lücken im Passagierverkehr zu kompensieren. Die geografische Lage in Oberösterreich, einem wirtschaftlich starken Bundesland mit zahlreichen produzierenden und exportorientierten Unternehmen, bietet theoretisch gute Voraussetzungen für den Transport von hochwertigen Gütern. Das Frachtgeschäft, das in Linz von der Frachtabteilung des Flughafens aktiv betreut wird, ist weniger saisonabhängig als der Passagierverkehr und trägt maßgeblich zur finanziellen Stabilität und zur Beschäftigung am Standort bei. Die Verbindung mit Turkish Cargo ist dabei von besonderer Bedeutung. Die Fluggesellschaft nutzt Linz als wichtigen Knotenpunkt für den Transport von

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Middle East Airlines gründet Billigfluggesellschaft Fly Beirut ab 2027

Die nationale libanesische Fluggesellschaft Middle East Airlines (MEA) plant die Gründung einer eigenen Billigfluggesellschaft mit dem Namen Fly Beirut. Der Vorstandsvorsitzende der MEA, Mohammad El Hout, gab das Vorhaben im Rahmen der Feierlichkeiten zum 80-jährigen Firmenjubiläum der Airline bekannt. Die neue Tochtergesellschaft soll voraussichtlich im Jahr 2027 ihren Betrieb aufnehmen und ist Teil einer umfassenden Strategie zur Diversifizierung des Geschäftsmodells und zur Stärkung des Luftfahrtstandorts Beirut. Mit der Gründung von Fly Beirut reagiert die MEA auf die langjährigen Beschwerden der libanesischen Diaspora und von Vielfliegern über die hohen Ticketpreise der nationalen Fluggesellschaft. Die neue Billig-Airline soll als hundertprozentige Tochtergesellschaft der MEA, aber mit einer unabhängigen Betriebsstruktur agieren und Flüge zu Preisen anbieten, die Berichten zufolge etwa 30 Prozent unter den Tarifen der Hauptgesellschaft liegen sollen. Fokusmärkte für Fly Beirut werden voraussichtlich Routen in den Nahen Osten und nach Europa sein. Die MEA will dadurch ihre Reichweite erhöhen und gleichzeitig eine klarere operative Unterscheidung zwischen ihrem Full-Service- und dem neuen Low-Cost-Angebot schaffen. Die Gründung der neuen Billig-Airline geht mit weiteren Expansionsplänen der MEA einher. Die Fluggesellschaft erwartet, im kommenden Jahr (2026) sechs neue Airbus-Maschinen in ihre Flotte aufzunehmen. Die neue Billigfluggesellschaft soll Berichten zufolge mit zunächst vier Airbus Narrowbody-Jets starten, wobei A320neo-Flugzeuge von Leasinggebern im Gespräch sind. Parallel zur Expansion der Flugkapazität strebt die MEA die Wiederherstellung der Rolle Beiruts als regionaler Wartungshub für ausländische Fluggesellschaften an. Dazu sind der Bau neuer Einrichtungen und Infrastruktur-Upgrades am Rafic Hariri International Airport notwendig, um die technische Kapazität des Libanon im Luftfahrtsektor zu erhöhen.

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EASA und IATA arbeiten an Harmonisierung von Flugemissionsdaten

Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) und die International Air Transport Association (IATA) haben eine Absichtserklärung (MoU) unterzeichnet, um eine engere Kooperation beim Management von Flugemissionsdaten zu prüfen. Die Partnerschaft soll Synergien zwischen dem von der EU eingeführten Flugemissionslabel (FEL) und den bestehenden Datensystemen der IATA, dem IATA EcoHub und dem IATA CO2 Connect-Rechner, schaffen. Ziel der Vereinbarung ist es, einen standardisierten und kosteneffizienten Prozess für Fluggesellschaften zu etablieren, um Passagieren beim Buchen von Flügen transparente und vor allem einheitliche CO₂-Emissionsdaten zur Verfügung zu stellen. Das EASA-Flugemissionslabel, das auf einer EU-Verordnung von 2024 basiert, bietet Fluggesellschaften einen verlässlichen Rahmen für die Offenlegung von Emissionsdaten. Die IATA-Plattformen, insbesondere IATA CO₂ Connect, sammeln bereits Betriebsdaten von über 90 Fluggesellschaften und berechnen die CO₂-Bilanz, was ähnliche Daten wie jene für das FEL liefert. Willie Walsh, Generaldirektor der IATA, betonte, dass die Bereitstellung präziser Emissionsdaten entscheidend für fundierte Entscheidungen der Kunden und das Vertrauen in den Luftverkehr sei. Die angestrebte Zusammenarbeit soll den Verwaltungsaufwand für Fluggesellschaften reduzieren und langfristig Kosteneinsparungen ermöglichen, indem der Datenaustausch harmonisiert wird. Das FEL soll die Transparenz durch eine einheitliche Berechnungsmethode und Darstellung der Emissionen innerhalb der Europäischen Union erhöhen. Die Teilnahme am FEL ist für Fluggesellschaften, die unter die EU-Verordnung 2023/2405 („ReFuelEU Aviation“) fallen, freiwillig. Allerdings dürfen nur beigetretene Airlines ihren Passagieren in der EU Emissionsdaten anzeigen. EASA-Exekutivdirektor Florian Guillermet hob hervor, dass eine breite Beteiligung der Fluggesellschaften zu besseren Informationen für die Fluggäste führe, um fundierte Entscheidungen treffen zu können. Die Unterzeichnung des MoU fand im Rahmen der

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Spanisches Gericht verurteilt randalierenden Ryanair-Passagier zu Haftstrafe

Die Fluggesellschaft Ryanair hat das jüngste Urteil eines spanischen Gerichts in Vigo begrüßt, das einen randalierenden Passagier zu einer achtmonatigen Haftstrafe sowie einer Geldstrafe von 10.000 Euro verurteilt hat. Der Vorfall ereignete sich im Dezember 2023 an Bord eines Ryanair-Fluges von London (Stansted) nach Lissabon, als der störende Fluggast Mitreisende angriff und damit eine unmittelbare Gefahr für die Sicherheit darstellte. Aufgrund des inakzeptablen Verhaltens musste der Flug außerplanmäßig zum spanischen Flughafen Vigo umgeleitet werden. Dies führte zu einer unnötigen zweistündigen Verspätung für die übrigen 179 Passagiere, von denen viele mit kleinen Kindern reisten, sowie für die sechs Besatzungsmitglieder. Das harte Urteil spiegelt die zunehmende Haltung der Justiz wider, störendes Verhalten in der Luftfahrt nicht zu tolerieren und konsequent zu ahnden. Marcel Pouchain Meyer, Head of Communications DACH bei Ryanair, bekräftigte die Null-Toleranz-Politik der Fluggesellschaft. Er stellte klar, dass es inakzeptabel sei, dass eine kleine Minderheit von Passagieren den Flugbetrieb störe und Mitreisende unnötig verärgere oder deren Reisepläne verzögere. Ryanair kündigte an, auch weiterhin konsequent gegen solche Fluggäste vorzugehen und alle rechtlichen Möglichkeiten zur strafrechtlichen Verfolgung auszuschöpfen. Der Vorfall in Vigo reiht sich ein in eine wachsende Zahl von Fällen sogenannter „Unruly Passengers“ in der zivilen Luftfahrt. Fluggesellschaften und internationale Luftfahrtverbände wie die IATA fordern seit längerem härtere und konsistentere Strafen, um die Sicherheit an Bord zu gewährleisten und die Besatzungen zu entlasten. Die Verurteilung in Spanien sendet ein klares Signal über die Rechtsfolgen von Fehlverhalten im Luftverkehr.

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