Gastautor

Weitere Artikel aus der Rubrik

Gastautor

Test: Von Kärnten zum Flughafen Graz mit der neuen Koralmbahn

Wir schreiben Dienstag, den 30. Dezember 2025, und untersuchen minutengenau, wie viel Zeit unter Berücksichtigung sämtlicher relevanter Rahmenbedingungen für die Reise von Kärnten zum Flughafen Graz unter Nutzung der neu eröffneten Koralmbahn benötigt wird. Achtung: Die Darstellung soll konsequent aus der Perspektive eines kärntnerischen Geschäftsreisenden erfolgen, der regelmäßig das Flugzeug nützt und für den Zeit ein zentraler wirtschaftlicher Faktor ist. Desweiteren wird angenommen, dass die reisende Person mit seinem privaten KFZ zum Bahnhof fährt. Als Wohnsitz kann jeder Ort in Mittelkärnten angesehen werden, welcher im Umkreis von maximal 30km von Klagenfurt liegt, um die angegebenen Zeiten einigermaßen zu erreichen. Der Bericht berücksichtigt bewusst nicht die Perspektive von Personengruppen wie etwa Pensionistenpaaren oder Familien, die lediglich einmal jährlich eine Urlaubsreise mit dem Flugzeug antreten. Fahrt zum Bahnhof Klagenfurt mit dem Auto Um Punkt 09:00 Uhr am Morgen geht es mit dem Auto von Feldkirchen in Kärnten zum Hauptbahnhof Klagenfurt. Nach vorheriger Internet Recherche wurde bereits darauf hingewiesen, dass der Park & Ride Parkplatz südlich des Bahnhofs ständig maßlos überfüllt sein soll und eine frühzeitige Anreise für die Parkplatzsuche in der Umgebung empfohlen wird. Nach ca. 30 Minuten Fahrtzeit erreiche ich die angegebene Adresse und die Vorberichte erweisen sich sofort als bestätigt. Ich finde einen rappelvollen P&R Parkplatz vor, wo kein weiteres Auto mehr hinein passt. Nach mehreren Runden durch die umliegenden Wohnsiedlungen auf der Suche nach einem Parkplatz finde ich schließlich eine freie Parklücke vor einem Wohnblock. Dort kann ich mein Auto seitlich entlang der Straße kostenlos abstellen, da es hier

weiterlesen »

Warum es erst 2030 entscheidend für den Flughafen Klagenfurt wird – Gedankenspiele

In wenigen Tagen passiert historisches. Die Koralmbahn wird nach Jahrzehnten der Bauzeit die Bundesländer Kärnten und Steiermark miteinander noch näher bringen. Eine Fahrtzeit von nur 41 Minuten verbindet die Landeshauptstädte Graz und Klagenfurt, sofern der Express Zug ohne Zwischenstopps genommen wird. Nichtsdestotrotz ist kein Halt am Flughafen Graz eingeplant, jedoch kann dieser laut mehreren Machbarkeitsstudien der ÖBB nachträglich immer noch eingebaut werden. Infrastrukturelle Rekord Bauzeiten von wenigen Wochen wie es in China oftmals der Fall ist wird es in Österreich ganz sicher nicht geben. Gerade deshalb ist eine Haltestelle auch in den nächsten Jahren nahezu unvorstellbar. Zug Fahrtzeiten Klagenfurt – Wien Mit der Eröffnung der Koralmbahn Mitte Dezember 2025 wird sich die Fahrtzeit zwischen Klagenfurt und dem Wiener Hauptbahnhof auf 3 Stunden 11 Minuten verringern. Der etwas „langsamere“ Zug mit mehr Zwischenhalten entlang der Strecke benötigt 3 Stunden 34 Minuten. Die bisherige Fahrtzeit betrug 3 Stunden 57 Minuten. Semmering-Basistunnel Eröffnung 2030 Ab 2030 rückt Österreich endgültig näher zusammen: Die Fahrzeit zwischen Wien und Klagenfurt verkürzt sich laut Planungen dann auf 2 Stunden und 40 Minuten. Die Route führt mit Höchstgeschwindigkeit durch zwei große Gebirgsmassive – den Semmering und die Koralpe. Erstmals wird die magische Grenze von unter drei Stunden gebrochen, was den Zug schneller als das Auto macht. Rechnet man zusätzlich noch die 15 Minuten hinzu, welche ein durchgehender Railjet zum Flughafen Wien benötigt, bleibt man künftig immer noch unter drei Stunden. Diese berühmt-berüchtigte Zahl wird bei vielen luftfahrtbegeisterten Österreichern wohl Erinnerungen an bestimmte Vorschriften im Regionalluftverkehr wachrufen. Stichwort Flughafen

weiterlesen »

Nur nicht Italien!

Zugegeben: Die Überschrift klingt etwas seltsam. Gilt Italien doch völlig zurecht aus vielen Gründen als eines der beliebtesten Reiseländer. Vor mehr als zweihundert Jahren sah die Sache jedoch etwas anders aus. Im 18. Jahrhundert kam es im Bildungsbürgertum und Adel in Mode, eine „Grand Tour“ nach Italien zu unternehmen, man hatte sich ja ausführlich mit antiker Kultur und lateinischer Sprache beschäftigt. Johann Wolfgang von Goethe war neben zahlreichen anderen Schriftstellern, Malern und jungen englischen Lords der prominenteste Italienreisende. Sein ab 1813 in mehreren Teilen erschienener Bericht „Italienische Reise“ ermunterte viele, ebenfalls dorthin aufzubrechen. Doch da gab es einige nicht unwesentliche Unterschiede: Goethe konnte es sich dank Gehaltsfortzahlungen aus Weimar leisten, ziemlich lange unterwegs zu sein (von September 1786 bis Mai 1788), er sprach gut Italienisch und sah über kleine und große Widerwertigkeiten meist großzügig hinweg, denn Italien war seine langersehnte Auszeit von der stressigen Arbeit in Weimar. Manchmal ging es aber auch Goethe zu weit, dann sprach er in einem Brief an seinen Freund Johann Gottfried Herder in Weimar vom „Sauleben dieser Nation“. Anlass zum Ärger gab es oft: Ständig wurde irgendeine Hand für Trinkgelder aufgehalten, es gab unzählige Straßen- und Brückenmauten, Übernachtungen waren am Morgen plötzlich viel teurer als am Abend vereinbart, viele günstigere Unterkünfte waren unter jeder Kritik, das Essen oft ebenso (besonders für Ausländer). Und damals wie heute gilt: Wer großzügig zahlt, ist der Chef, wer kleinlich die Münzen zählt, ist unten durch. Nochmals zu Herder: Von Goethes doch überwiegend positiven Erzählungen aus Rom beeinflusst, wollte er

weiterlesen »

Mit vielen Grüßen

Wenn man heute verreist, beglückt man die Daheimgebliebenen mit Unmengen von Fotos via Whats App oder Instagramm. Personenbezogene Bilder sind dabei stark in der Überzahl, Landschaft interessiert kaum noch jemanden… Noch vor einigen Jahrzehnten war die Ansichtskarte das Hauptkommunikationsmittel zwischen Reisenden und der Verwandtschaft oder Freunden. Heute ist ihre Zeit vorbei. Es gibt zwar noch einige zu kaufen, Marken dazu gibt es noch seltener. Ansichtskarten waren für Verlage eine Goldgrube, für Touristenorte ein beliebtes Mittel der Selbstdarstellung und Werbung, für die Post eine willkommene Zusatzeinnahme und für die Touristen eine einfache Möglichkeit, mit wenigen, meist nichtssagenden Worten soziale Kontakte aufrecht zu halten und auch ein bisschen angeben zu können. Die große Zeit der Ansichtskarten begann im 19. Jahrhundert, als mit dem Bahnbau auch der Tourismus boomte. Kaum bekannt ist, dass einer der Pioniere der Ansichtskartenproduktion aus Österreich-Ungarn stammt: Max Fruchtermann (1852 in Lviv/Lemberg geboren) wanderte nach Konstantinopel aus und erkannte, dass es den Reisenden des Orient-Express und anderen Gästen ein großes Bedürfnis war, den Menschen zu Hause mitzuteilen, wo sie sich befanden und wie exklusiv der Aufenthalt in der Türkei für sie war. Ab 1890 verkaufte er massenweise selbst produzierte Ansichtskarten, die nicht gerade billig waren, aber egal, sein Geschäft lief prächtig. Als er 1918 starb, hinterließ er über 600.000 Karten, die er wegen des Krieges und fehlender Touristen nicht verkaufen konnte. Noch heute werden in Antiquariaten in Istanbul Reste aus seiner Sammlung angeboten. Gehen wir noch ein paar Jahre zurück: Um 1850, in den Anfangszeiten der Fotografie, hatten sich

weiterlesen »

Warum Wien nett ist,  jeder Regionalflughafen aber immer auf eine Anbindung an Frankfurt hofft

Österreichs Regionalflughäfen sind in der Krise. Neben Klagenfurt und Linz als Dauerbrenner der letzten Jahre ist jetzt auch noch ein dritter Player hinzugestoßen, um den man sich plötzlich Sorgen machen muss, was bisher nahezu als unvorstellbar galt. Der Flughafen Innsbruck! Eine Analyse von Andreas Knoll. Die Frankfurt Anbindung wurde gekappt und die Tiroler Wirtschaftstreibenden toben. Verständlich, gilt Tirol doch als Nummer 1 Bundesland was den Tourismus und die dazugehörigen Nächtigungszahlen betrifft, speziell im Winter. Aber warum gibt sich mit der Hauptstadt Wien als Drehkreuz selten jemand komplett zufrieden? Wer ist (noch) mit dem Flughafen Wien verbunden? Österreichs Hauptstadtairport ist eine wichtige Drehscheibe zwischen West- und Osteuropa und bedient im aktuellen Sommerflugplan Passagierflüge ohne Zwischenstopp zu 204 Zielorten in 62 Ländern an (Quelle: FlightConnections.com). Er ist zugleich der Heimatflughafen von Austrian Airlines. Die österreichischen Bundesländerflughäfen Graz, Klagenfurt sowie Innsbruck sind die letzten drei, die von der AUA mit Wien täglich angebunden sind. Der oberösterreichische Airport Linz verlor im Jahr 2018 seine Anbindung, während 2020 die letzte AUA Maschine Richtung Wien in Salzburg abgehoben ist und seitdem nie mehr aufgenommen wurde. Was sind die aktuellen Direktdestinationen, die mit einem Umstieg in Wien erreicht werden können? Codeshare Partner von Austrian Airlines Um Fluggästen ein noch umfassenderes Angebot an weltweiten Reisezielen und Abflugzeiten zu ermöglichen, kooperieren Fluglinien zusätzlich mit sogenannten Codeshare-Partnern. Dabei handelt es sich um Fluggesellschaften, mit denen Abkommen zur gemeinsamen Nutzung von Flugkapazitäten bestehen. Im Fall von Austrian Airlines sind das aktuell 30 Partner (siehe Bild), wobei in der Ukraine gerade keine

weiterlesen »

Gestrichen ohne Ersatzbeförderung: Wizz Air lenkt erst im Gerichtssaal ein

Wizz Air sorgt derzeit für viel Aufsehen. Kunden aus Österreich erhalten aktuell aufgrund mehrerer durch die Arbeiterkammer erwirkter Urteile eine E-Mail. Auch im direkten Kontakt mit Kunden und offiziellen Stellen verhält sich Wizz Air weiterhin rechtswidrig, wie wir aus der Begleitung eines Lesers selbst miterleben durften. Mit der vollmundigen Ankündigung zahlreicher neuer Strecken in den Nahen Osten buchte die Familie im Juli 2023, wie viele andere auch, einen Flug für den kommenden Winter von Wien nach Kuwait. Doch bereits im September 2023 entschied sich Wizz Air, die Strecke wieder aus dem Programm zu nehmen, und informierte die betroffenen Passagiere per E-Mail über die Streichung ohne, wie rechtlich vorgeschrieben, eine alternative Beförderung anzubieten. Hier begann der Spießrutenlauf und der Verstoß gegen geltendes österreichisches und europäisches Recht. Trotz schriftlicher und telefonischer Aufforderungen unternahm die Airline keinerlei Anstrengungen, den Beförderungsvertrag einzuhalten und die verpflichtende Ersatzbeförderung anzubieten. Erst nach mehrmaligem Nachhaken versprach ein Servicemitarbeiter, die Kosten einer selbst zu organisierenden Ersatzbeförderung von Wien nach Kuwait zu übernehmen, immerhin wurde der ursprüngliche Flugpreis von Wizzair direkt bei der Buchung von der Kreditkarte abgebucht und einbehalten. Nachdem die Rechnung für die geschuldete, aber nun selbst gebuchte Ersatzbeförderung eingereicht wurde, lehnte Wizz Air die Kostenübernahme aus abstrusen und rechtlich haltlosen Gründen ab. Die teils absurden Argumente der Airline, verfasst in fehlerhaftem Deutsch, reichten von der erneuten Berufung auf die nun gerichtlich beanstandeten AGB über die pauschale Ablehnung von Umsteigeverbindungen bis hin zur schriftlichen Weigerung, eine Ersatzbeförderung vorzunehmen, mit der absurden Begründung, dass der Flug in der Zukunft

weiterlesen »

Wie der Flughafen Klagenfurt Winter für Winter sprachlos nach Salzburg und Innsbruck blickt

Österreich ist ein Wintersport Paradies und zieht jedes Jahr Millionen von Skitouristen in das Land. Direkt in den Sinn kommen einem die Bundesländer Tirol und Salzburg, aber auch Vorarlberg, Kärnten und die Steiermark haben einiges zu bieten. Olympiasieger wie Benni Raich, Marcel Hirscher und Hermann Maier sind jedem ein Begriff in den zwei Tourismushochburgen, nichtsdestotrotz hat auch Kärnten Goldgewinner mit Franz Klammer und Matthias Mayer zu bieten. Aber was bedeutet das mit Hinblick auf den Tourismus? Bekannt ist aus Luftfahrtkreisen, dass die österreichischen Regionalairports Innsbruck & Salzburg einen Großteil ihrer Passagierzahlen hauptsächlich im Winter erwirtschaften. Vorwiegend durch Charterflüge und speziell an Samstagen, wenn der Bettenwechsel in den Hotels bevorsteht. Die Skitouristen fliegen vorwiegend aus den Regionen Nordeuropas wie Dänemark, Niederlande, Großbritannien und Irland ein. Über die Rangliste der bekanntesten Skigebiete lässt sich oftmals streiten. Folgt man aber der bekannten Seite „Bergfex.at“, eine österreichische Internetplattform für Bergtourismus und Alpinsport, erhält man folgende Top-30 Liste: Und genau diese gelb markierten Skigebiete liefern uns auch schon die Überleitung zu der Hauptfragestellung dieses Berichts, welcher lautet: „Was ist im Winter los am Flughafen Klagenfurt?“. Um dies bestmöglich zu beantworten, sollte ein Blick in die jeweiligen Ankunftspläne via „Flightradar24“ der drei Flughäfen uns einen Überblick geben, was an einem klassischen Winter Samstag so los ist. Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte Diese Bilder sollten genügen, um die Situation bestmöglich zu beschreiben! Beliebteste Skigebiete in Kärnten Kärnten hat neben großartigen Skifahrer, die regelmäßig im ÖSV Kader Punkte im Weltcup sammeln auch namhafte Skigebiete vorzuweisen. Allen

weiterlesen »

Faszination Licht: „Illumina – Lichtergarten“ im Schlosspark Laxenburg

Der Schlosspark Laxenburg bei Wien wird im Winter zur Bühne eines eindrucksvollen Spektakels: „Illumina – Lichtergarten“ lädt Besucher zu einem abendlichen Rundgang ein, bei dem Kunst, Licht und Klang eine symbiotische Verbindung eingehen. Die Veranstaltung, die vom 15. November 2024 bis zum 12. Jänner 2025 stattfindet, ist ein Highlight der kalten Jahreszeit und lockt Gäste aus Nah und Fern. Mit seiner einzigartigen Mischung aus technologischer Innovation und künstlerischer Kreativität hat „Illumina“ eine besondere Stellung im österreichischen Kulturkalender eingenommen. Die Highlights der Illumina 2024 Der Rundweg von etwa drei Kilometern führt durch den historischen Park und bietet zahlreiche Installationen, die sowohl durch ihre Größe als auch durch ihre thematische Vielfalt beeindrucken. Ein Herzstück der diesjährigen Ausgabe ist das Videomapping an der Franzensburg, das die altehrwürdige Architektur des Schlosses durch leuchtende Projektionen in eine lebendige Leinwand verwandelt. Die Illumination der Bäume und Wasserflächen schafft eine traumähnliche Atmosphäre, die von orchestralen Klängen begleitet wird. Neu in diesem Jahr ist der „sprechende Baum“, der durch Licht und Audioelemente zum Leben erweckt wird. Diese Installation, die speziell für Kinder entwickelt wurde, erzählt interaktive Geschichten und verleiht dem Lichtergarten eine spielerische Komponente. Ebenso bemerkenswert ist die Lasershow, die in Kombination mit Nebeleffekten eine futuristische Szenerie im Park entstehen läßt. Eintrittspreise und organisatorische Details Die Eintrittspreise variieren je nach Tageszeit und Alter der Besucher. Ein reguläres Ticket kostet je nach Wochentag zwischen 21 und 29 Euro, wobei ermäßigte Preise für Kinder, Jugendliche und Senioren angeboten werden.  Weiters sind auch so genannte Timeslot-Tickets verfügbar, die ein wenig günstiger

weiterlesen »

West Side Story in der Wiener Volksoper – Klassisches Musical in neuem Gewand

Die Inszenierung von Leonard Bernsteins West Side Story in der Wiener Volksoper, unter der Regie von Lotte de Beer, verspricht eine zeitgemäße Interpretation des weltberühmten Musicals. Dennoch wirft diese Neuinterpretation Fragen zur Balance zwischen Tradition und Innovation auf. Mit ihrer Premiere am 27. Januar 2024 wurde eine Inszenierung präsentiert, die sich sowohl durch mutige künstlerische Entscheidungen als auch durch Kritik an ihrer Umsetzung auszeichnet. Das Stück wird regelmäßig aufgeführt – die Termine finden sich auf der Homepage der Wiener Volksoper. Dieser Artikel beleuchtet die Inszenierung aus theaterwissenschaftlicher Perspektive, mit besonderem Augenmerk auf Dramaturgie, Bühnenbild und Darstellerführung. Minimalistisches Bühnenbild und symbolische Räume Das Bühnenbild, entworfen von Christof Hetzer, weicht deutlich von der originalen Atmosphäre der New Yorker Straßenschluchten ab. Es dominiert ein minimalistischer Ansatz: düstere Mauern und nur wenige Versatzstücke prägen die Szenen. Die Wahl, den urbanen Kontext der Handlung stark zu abstrahieren, hat polarisiert. Die Inszenierung erschafft eine „Nicht-Ort“-Ästhetik, die universelle Konflikte betont, zugleich jedoch die spezifische New Yorker Lokalkolorit fast völlig tilgt. Ein pastellfarbenes Haus, das während der Traumsequenz „Somewhere“ auftaucht, wurde von Kritikern als deplatziert und kitschig empfunden, da es den ernsthaften Ton der Szene unterbricht und die narrative Kohärenz stört. Die Choreographie: Abkehr vom Original Eines der markantesten Elemente der West Side Story ist die von Jerome Robbins entworfene Choreographie, die hier von Bryan Arias ersetzt wurde. Während Arias’ Ansatz respektable Energie und Präzision zeigt, fehlt es den Tanzszenen laut Kritik an der emotionalen Wucht und Virtuosität des Originals. Besonders die ikonischen Kämpfe zwischen den Gangs wirken

weiterlesen »