Jan Gruber

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Jan Gruber

Schweiz: Führungsteam der Luftfahrtstiftung steht

Lufthansa nominierte für die Schweizer Luftfahrtstiftung, die im Zuge der Staatshilfen für Swiss und Edelweiss ins Leben gerufen wurde, einen Vertreter. Antonio Schuthess, der zuletzt bei Lufthansa Technik im Vorstand tätig war, wird ein Mandat bei der Stiftung übernehmen. Das Gremium soll in den nächsten Wochen die Arbeit aufnehmen. Die Regierung der Eidgenossenschaft ernannte die ehemalige Nationalrätin Brigitta M. Gadient zur Präsidentin der Stiftung. Weitere Vertreter des Bundes sind Peter Müller, vormals Leiter der Zivilluftfahrtbehörde Bazl sowie Lino Guzello, ehemals Rektor der Zürcher ETH. Für Swiss wird der scheidende CEO Thomas Klühr in das Gremium einziehen.  Eine der Auflagen für die Vergabe der Kreditgarantie des Bundes in der Schweiz an Swiss und Edelweiss war die Gründung einer Luftfahrtstiftung. Ihre Aufgabe wird es unter anderem sein, die Einhaltung der Standortvereinbarung am Swiss-Drehkreuz in Zürich sicher zu stellen. Antonio Schulthess ist Schweizer. Er war in den vergangenen 17 Jahren in verschiedenen Managementfunktionen innerhalb der Lufthansa Group tätig, unter anderem als Personalchef von Swiss und der Lufthansa Airlines. Er ist noch bis Ende des Jahres Mitglied des Vorstandes der Lufthansa Technik AG.

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Oktober: 95 Prozent weniger Passagiere in Heathrow

Der größte Flughafen des Vereinigten Königreichs, London-Heathrow, verzeichnete im Oktober 2020 einen 95-prozentigen Rückgang. Gezählt wurden 1,25 Millionen Passagiere. Im Vorjahresmonat waren es 7,06 Millionen Fluggäste. Ähnlich wie die Konkurrenz in Luton geht auch das Management in Heathrow davon aus, dass der Rückgang im November 2020 noch drastischer Ausfallen wird. Hintergrund ist, dass der britische Lockdown einige Reiserestriktionen, die sich sehr nachteilig auf die Nachfrage auswirken, vorsieht. Flughafenchef John Hollande-Kaye kritisiert, dass die Regierung auf starrer Quarantäne beharre und kaum Testmöglichkeiten für Reisende ermöglicht. Das “Freitesten” ist in UK derzeit nicht möglich. Die Nachfrage bricht daher immer weiter ein. Auch soll es aus der Sicht des Heathrow-Vorstands kaum Unterstützung für die Airports, Airlines und Tour Operator geben.

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SkyWork-Konkurs beförderte Kreditgeber in die Privatinsolvenz

Der Konkurs der schweizerischen Regionalfluggesellschaft SkyWork Airlines führt auch dazu, dass der österreichische Reiseveranstalter Rhomberg Reisen um etwa 100.000 Schweizer Franken bangt. Die Aussichten das Geld zurückzubekommen sind gering, allenfalls eine siebenprozentige Quote könnte der Tour Operator aus der Konkursmasse bekommen. Einen privaten Kreditgeber traf es noch härter: Er borgte dem Carrier zehn Millionen Franken und schlitterte selbst in die Privatinsolvenz Rhomberg Reisen steht aber nicht alleine da, denn mit 280.000 Schweizer Franken ist Hotelplan einer der größten Gläubiger in diesem Segment. SkyWork hat bei Aaretal Reisen Schulden in der Höhe von 230.000 Franken und bei Tui Suisse und Belpmoos Reisen steht man mit jeweils 100.000 Franken in der Kreide. Laut “Der Bund” (Printausgabe) betragen die Verbindlichkeiten bei Saab, Rolls-Royce und Eurocontrol rund 460.000 Schweizer Franken. Der Flughafen Bern-Belp schrieb die rund 1,5 Millionen Schweizer Franken, die SkyWork aufgrund des Konkurses nicht mehr bezahlen konnte, bereits ab. Einen wesentlich größeren Schaden erlitt jedoch ein privater Kreditgeber. Der lokale Immobilienentwickler Matthias Nietzke gewährte SkyWork Airlines im Jahr 2017 ein Darlehen in der Höhe von zehn MIllionen Schweizer Franken. Dabei handelt es sich um eine nachrangige Forderung, denn dies wurde im Vertrag so vereinbart. Das bedeutet, dass zunächst alle anderen angemeldeten Forderungen bedient werden und wenn noch etwas übrig bleiben sollte, wird dieser Kredit bedient. Dem aktuellen Informationsstand nach könnte Nietzke komplett leer ausgehen, da nur die Gläubiger der Klassen eins und zwei vollständig ausbezahlt werden. Jene der sogenannten dritten Klasse, also beispielsweise Ticketkunden, Reiseveranstalter und Darlehensgeber, werden laut Mitteilung des Konkursamts

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Qatar Airways schafft die First Class ab

Das waren noch Zeiten: Qatar Airways, Emirates Airline und Etihad Airways übertrumpften sich regelmäßig gegenseitig mit immer luxuriösen First-Class-Kabinen. Der Golfcarrier aus Doha zog sich früh aus diesem Rennen zurück, behielt aber in der A380 einen “Fuß in der Tür”. Damit ist jetzt Schluss. Qatar Airways bietet künftig keine First Class mehr an. Das Tarifsystem wurde grundlegend umgestellt. Künftig gibt es je drei Tarife in der Business- und Economy-Class. Zuletzt hatte man die Erste Klasse nur noch im Maschinentyp Airbus A380 eingebaut. Diese sind aber aufgrund der Corona-Pandemie auf unbestimmte Zeit abgestellt. Ob sie jemals wieder abheben werden, ist ungewiss. Qatar Airways äußerte sich in der Vergangenheit wiederholt, dass der Absatz in der First Class nicht zufriedenstellend ist. Daher baute man diese aus bzw. Neuauslieferungen hatten keine Erste Klasse mehr. Wie erwähnt: Im A380 verlieb diese noch.

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Etihad: Aus der Traum von der „weltumspannenden Airline“

Mit Hilfe einer von Swissair kopierten Hunter-Strategie wollte Etihad Airways eine weltumspannende Airline-Gruppe schaffen. Genau wie bei den Schweizern ging das Konzept sich bei kriselnden Airlines einzukaufen nicht auf. Nach vielen verbrannten Milliarden U.S.-Dollar will sich der Golfcarrier nun massiv verkleinern. Die Parallelen zur gescheiterten Hunter-Strategie der ehemaligen Swissair sind deutlich: Beide Airlines kauften sich im großen Stil bei Fluggesellschaften ein, die finanziell am Abgrund standen. Geschaffen wurde jeweils ein Vielfliegerprogramm und die Carrier sollten an der “kurzen Leine” gehalten werden. In beiden Fällen ging das Konzept aber nicht auf, denn der Kapitalbedarf der kriselnden Beteiligungen war jeweils ein Faß ohne Boden. Swissair brachte sich damit in den Konkurs und viele Airlines, bei denen man sich eingekauft hatte, existieren heute nicht. Etihad Airways drehte den “Töchtern” den Geldhahn ab und diese gingen reihenweise pleite. Übrig geblieben sind nur noch Air Serbia und Air Seychelles, wobei beide bereits vor der Corona-Pandemie stark angeschlagen waren. Die Serben können allerdings froh sein, dass der Mehrheitseigentümer – der Staat – sich klar zum Carrier bekennt und diesen in der Luft halten kann. Alitalia wurde vom italienischen Staat vor dem Grounding bewahrt und soll mal wieder neu aufgesetzt werden. Etihad Airways vernichtete mit der gescheiterten Strategie viele Milliarden U.S.-Dollar und hatte auch im eigenen Flugbetrieb wenig davon. Dieser war von Anfang an defizitär und die Hoffnung, dass über die Beteiligungen mehr Reisende in Abu Dhabi umsteigen werden, erfüllte sich nicht. Dennoch baute man die Flotte massiv aus und flottete auch den Maschinentyp Airbus A380 ein.

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Einigung mit Verdi: Kein Weihnachts- und Urlaubsgeld für Lufthansa-Bodenpersonal

Die Gewerkschaft Verdi und der Vorstand der Lufthansa Gruppe gaben am Mittwochabend die Einigung auf ein Krisenpaket bekannt. Dieses sieht unter anderem vor, dass Weihnachts- und Urlaubsgelder wegfallen. Auch soll die Aufstockung des Kurzarbeitergeldes gekürzt werden. Im Gegenzug gibt es einen Kündigungsschutz. Die Verhandlungen zwischen den Arbeitnehmervertretern und Lufthansa zogen sich lange hin. Nicht verwunderlich, denn für beide Seiten steht sehr viel auf dem Spiel. Nun einigten sich die beiden Seiten auf ein Krisenpaket, das Einsparungen in der Höhe von 200 Millionen Euro sicherstellen soll. Die Maßnahmen gelten im Wesentlichen für die tariflichen Bodenbeschäftigten der Deutschen Lufthansa AG, Lufthansa Technik AG und Lufthansa Cargo AG. Damit leisten nun auch die 24.000 Bodentarifmitarbeiter neben der Kurzarbeit einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung der gravierenden Folgen der Coronapandemie. Einsparungen werden bereits unmittelbar durch den Entfall des Weihnachtsgeldes für 2020 wirksam. Auch für 2021 wurde vereinbart, dass das Urlaubs- und Weihnachtsgeld inklusive Zuschläge entfällt. Darüber hinaus wird die Kurzarbeit konsequent fortgeführt und die Aufstockung zum Kurzarbeitergeld für das Jahr 2021 von 90 auf 87 Prozent reduziert. Insgesamt können damit im Jahr 2021 für die Beschäftigtengruppe je nach Grad des Arbeitsentfalls Personalkosteneinsparungen in Höhe von bis zu 50 Prozent erreicht werden. Im Gegenzug hat Lufthansa angekündigt, einen Kündigungsschutz für das Jahr 2021 (der vor Entlassungen bis Ende März 2022 schützt) auszusprechen und Altersteilzeit sowie betriebliche Freiwilligenprogramme anzubieten. Gespräche zu langfristigen Personalkostenreduzierungen für die Phase ab dem 1. Januar 2022, wenn das Kurzarbeitergeld entfällt, werden frühzeitig wieder aufgenommen. Die Verhandlungen über einen Interessenausgleich werden mit dem

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Friedrichshafen: Sun Air verschiebt Comeback in den August 2021

Eigentlich wollte der British-Airways-Franchisenehmer Sun Air of Scandinavia kurz vor Weihnachten 2020 ab Friedrichshafen zumindest die Düsseldorf-Strecke reaktivieren. Ab Billund wollte man schon ab Anfang November 2020 wieder fliegen. Wollte, denn daraus wird nun nichts, denn das Comeback wurde gar in den August 2021 verschoben. Auf eigene Rechnung ist Sun Air derzeit gar nicht unterwegs. Lediglich im Auftrag von Astra Zeneca, ein Pharmakonzern, auf dem Hoffnungen hinsichtlich eines Corona-Impfstoffs lasten, führt man Werksverkehrsflüge zwischen Göteborg, Cambringe und Manchester durch. Die Strecken, die man vor der Pandemie eigenwirtschaftlich bedient hatte, ruhen weiterhin. Die zuletzt angekündigten Wiederaufnahmen wurden abgesagt. Friedrichshafen war für Sun Air ein gemischter Erfolg, denn die Flüge nach Hamburg erwiesen sich als finanzieller Flop. Maßgeblich dürften sowohl die Nachfrage als auch das im Betrieb sündhaft teure Fluggerät des Typs Dornier 328-Jet beigetragen haben. Auch bediente man kurzzeitig eine Flugverbindung ins französische Toulouse, die insbesondere für Airbus und MTU interessant gewesen sein dürfte. Weder Twinjet, noch Sun Air schafften es die Strecke dauerhaft erfolgreich zu betreiben. Die Folge daraus ist, dass der BA-Franchisenehmer momentan nur noch die Wiederaufnahme der Düsseldorf-Route ins Auge fasst. Die Wiederaufnahme der Linienflüge ist allerdings um stolze neun Monate in den August 2021 verschoben worden, wie aus einer Medienmitteilung von Sun Air of Scandinavia hervorgeht. Für Friedrichshafen ist die Entscheidung der Dänen ein herber Rückschlag, denn momentan hat man gar keine regelmäßigen Linienflüge. Lufthansa stellte die Anbindung an das Drehkreuz Frankfurt am Main erneut ein. Andere Fluggesellschaften zogen sich aufgrund der Krise zumindest temporär zurück. Mit

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American Airlines führt weitere Kapitalerhöhung durch

Das Oneworld-Mitglied American Airlines beabsichtigt sich über eine weitere Kapitalerhöhung zusätzliche Liquidität auf dem Kapitalmarkt zu beschaffen. Der Konzern teilte mit, dass dazu bis zu 38,5 Millionen neue Aktien ausgegeben werden sollen. Diese sollen um etwa 13 U.S.-Dollar pro Stück zum Kauf angeboten werden. Der Carrier beabsichtigt über die Kapitalerhöhung rund 500 Millionen U.S.-Dollar in die aufgrund der Coronakrise klammen Kassen zu bekommen. Die Bank of America fungiert als Partner dieser Kapitalmarkttransaktion und will selbst 5,8 Millionen Anteilsscheine zeichnen. American Airlines gab bereits im Juni 2020 sowohl eine Wandelanleihe als auch neue Aktion aus. Dadurch wurden rund 1,5 Milliarden U.S.-Dollar eingenommen. Der Verlust ist jedoch erdrückend: Das Defizit lag allein im dritten Quartal des Jahres 2020 bei etwa 2,4 Milliarden U.S.-Dollar. Aufgrund der Beendigung eines Programms der Trump-Regierung droht nun vielen Mitarbeitern die Arbeitslosigkeit.

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Condor klagt Lot-Mutter PGL auf Schadenersatz

Die im Frühjahr geplatzte Übernahme der deutschen Ferienfluggesellschaft Condor durch die Lot-Konzernmutter PGL hat nun ein juristisches Nachspiel: Eine Schadenersatzklage wurde gegen die polnische Staatsholding eingebracht. Dies geht aus dem Jahresabschlussbericht der PGL hervor. Condor hat demnach im September 2020 gerichtlich 56 Millionen Euro gefordert. Im Bericht ist unter anderem zu lesen, dass die Beklagte gegen die Verpflichtungen, die sich aus dem Kaufvertrag ergeben, verstoßen habe und sich weiters auch weigere diesen nachzukommen. PGL weist den Vorwurf scharf zurück und behauptet, dass Condor ungerechtfertigt versuche unzulässige finanzielle Leistungen zu erhalten. Der Ferienflieger machte auf Anfrage keine Angaben zu gegenständlicher Klage und verweist darauf, dass man prinzipiell laufende Gerichtsverfahren nicht kommentiere. Anfang des Jahres ging überraschend der Zuschlag für die Ferienfluggesellschaft, die aufgrund der Pleite des Mutterkonzerns Thomas Cook in ein Schutzschirmverfahren rutschte, an PGL, der offiziellen Eigentümerin des Star-Alliance-Mitglieds Lot. Lufthansa reagierte darauf zunächst wenig erfreut und evaluierte sogar die Aufkündigung der Zubringerflüge. Dazu kam es aber nie, denn kurz nach Beginn der Coronakrise in Europa platzte der Deal mit der polnischen Staatsholding. Es war eigentlich schon alles vorbereitet und Condor hatte den Schutzschirm bereits verlassen. Die Bundesrepublik Deutschland und das Land Hessen halfen dem Ferienflieger, der einst zum Lufthansa-Konzern gehört hat, erneut aus der Patsche und gewährten über die Kreditanstalt für Wiederaufbau ein weiteres Darlehen. Diesmal wurden 550 Millionen Euro locker gemacht. Im Herbst 2019 bekam Condor bereits einen staatlich garantierten Kredit in der Höhe von 380 Millionen Euro. Der Carrier musste im Frühjahr erneut ein Schutzschirmverfahren beantragen. Die

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EU-Generalanwalt: Reiseveranstalter haften für Vergewaltigungen durch Hotelpersonal

Der EU-Generalanwalt vertritt die Ansicht, dass Reiseveranstalter für Vergewaltigungen, die durch das Personal von Hotels begangen werden, zur Haftung herangezogen werden können. Unter der Geschäftszahl C‑578/19 wird derzeit vor dem EuGH ein entsprechender Fall verhandelt. Klägerin ist eine Britin, die sich auf einer Pauschalreise in Sri Lanka befand. Dort wurde sie vom Elektriker des Hotels vergewaltigt. Zurück in UK reichte sie Klage gegen den Tour Operator ein. Das britische Höchstgericht legte den Fall dem Europäischen Gerichtshof zur Entscheidung vor. Generalanwalt Maciej Szpunar gab am Dienstagnachmittag sein Schlussstatement ab und vertritt die Rechtsansicht, dass Reiseveranstalter für Vergewaltigungen, die von Hotelpersonal begangen werden, haften. Hierbei verweist der Jurist auch darauf, dass davon auszugehen ist, dass wenn ein Hotelangestellter im Dienst ist und sogar Uniform trägt, dass davon auszugehen ist, dass die Verpflichtungen aus dem Pauschalreisevertrag erfüllt werden. Bezüglich der Vergewaltigung: Der Generalanwalt sagte dazu, dass es sich nicht um ein Ereignis handelt, das “trotz aller gebotenen Sorgfalt nicht vorhersehbar oder abwendbar war”. Anders ausgedrückt: Der Reiseveranstalter soll für den sexuellen Übergriff haften und schadenersatzpflichtig werden. Häufig folgen die Richter des EuGH dem Antrag des Generalanwalts, sind jedoch in ihrem Urteil völlig frei und unabhängig. Das europäische Höchstgericht teilte noch keinen Termin für die Verkündung des Urteils mit.

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