Jan Gruber

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Jan Gruber

ACA: „Behörden müssen Verantwortung für Flüge in Krisengebiete übernehmen“

Die österreichische Pilotenvereinigung ACA erinnert daran, dass man seit vielen Jahren empfiehlt, dass Flüge in Krisengebiete nach Möglichkeit verhindert werden müssen. Darunter fallen nicht nur Starts und Landungen in solchen Regionen, sondern auch Überflüge. Auch diese müssten diesen Sicherheitsvorkehrungen entsprechen. Gemeinsam mit dem europäischen Dachverband ECA fordert die ACA, dass es im Idealfall ein unabhängiges Risk-Assessment einer EU-Behörde gibt, die den betroffenen Luftraum für ‚gesperrt‘ erklärt. So gehen die Vereinigten Staaten etwa mit Krisengebieten um. Leider gibt es bis heute keine diesbezügliche Stelle oder Behörde. Die Austrian Cockpit Association fordert daher, dass die nationalen Behörden Verantwortung übernehmen sollen und klare Vorgaben machen sollen. Derzeit ist es so, dass – abgesehen von wenigen Ausnahmen – die Entscheidung, ob in solche bzw. über solche Gebiete geflogen wird, fast ausschließlich bei der jeweiligen Fluggesellschaft liegt. „Zu den Aufgaben der Staaten zählt, dass es adäquate Reisewarnungen gibt. Außerdem sollten Flugverbotszonen oder -Beschränkungszonen veröffentlicht werden. Das Risk-Assessment dafür sollte unter Zuhilfenahme von Experten aus Pilotenverbänden und Airlines erstellt werden“, erklärt Flugkapitän Sebastian Feiner, ACA Security Experte. So lange Flüge noch durchgeführt werden, müssen die Crews rechtzeitig und regelmäßig mit den bestmöglichen Sicherheitsinformationen versorgt werden. Der Commander eines Fluges hat die finale Entscheidung über die Durchführung zu treffen. Seine Einschätzung darf auf keinen Fall vom Management einer Airline hinterfragt oder gar missachtet werden. Feiner weiters: „Der Abschuss der MH17 über der Ukraine im Jahr 2014 ist uns Flight Crews noch im Gedächtnis. Es sollten geeignete Vorkehrungen getroffen werden, damit solche Katastrophen nie mehr passieren.“

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Fernbusse in Deutschland: Einst Kraftpost-Monopol, heute Flixbus-Defacto-Monopol

Der Fernbusverkehr in Deutschland hat in den letzten Jahrzehnten eine bemerkenswerte Transformation durchlebt, die von einer langen Geschichte, Regulierungen und letztendlich der Dominanz eines einzigen Anbieters geprägt wurde. Um diese Entwicklung zu verstehen ist auch ein Blick auf die Anfänge des Fernbusverkehrs in Deutschland, die einstigen Kraftpostlinien, und verfolgen die Liberalisierung bis zur Entstehung eines faktischen Monopols, zu werfen. Mittlerweile sind Fernbusse in Deutschland nicht mehr wegzudenken. Sie gelten als preiswerte Alternative zur häufig als hochpreisig und unpünktlich empfunden Bahn. Unmittelbar nach der Liberalisierung sahen verschiedene Unternehmer, darunter auch „große Fische“, das große Geld. Selbst die Deutsche Post versuchte ihr Comeback in der Personenbeförderung. Letztlich entwickelte sich aber ein defacto-Monopol der Firma Flixbus. Die Wurzeln des Fernbusverkehrs: Die Kraftpostlinien Der Fernbusverkehr in Deutschland hat historische Wurzeln, die bis in die Zeit der Weimarer Republik zurückreichen. In den 1920er und 1930er Jahren entwickelte sich ein dichtes Netz von Kraftpostlinien, die nicht nur Städte, sondern auch abgelegene Regionen miteinander verbanden. Diese Linien wurden von der Reichspost betrieben und nutzten bereits damals ein Straßennetz, das auch über Reichsautobahnen und Bundesautobahnen führte. Die Kraftpostlinien waren ein wichtiger Bestandteil des öffentlichen Personentransports in Deutschland. Anzumerken ist auch, dass bei der Errichtung der Reichsautobahnen die Fernbuslinien der Kraftpost berücksichtigt wurden bzw. neu aufgenommen wurden. Auf zahlreichen Strecken gab es direkt auf den Autobahnen Haltestellen. Dies ist heute aus Sicherheitsgründen unvorstellbar, doch damals war das Verkehrsaufkommen nicht nennenswert und etwaige Einzäunungen bzw. Leitplanken existierten gar nicht. Zu den Kraftpost-Haltestellen auf den Reichsautobahnen führten kleine Wege, die zumeist

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Korean Air stellt EU-Kommission Verkauf von Asiana Cargo in Aussicht

Die EU-Kommission hat vor einiger Zeit schwere Bedenken bezüglich der beabsichtigten Fusion von Asiana Airlines und Korean Air geäußert. Man befürchtet, dass die Cargoraten zwischen Südkorea und dem Unionsgebiet teurer werden könnten. Nun stellt Korean Air in Aussicht, dass man als Zugeständnis anbietet, dass die Frachtsparte von Asiana Airlines nach der Übernahme verkauft werden könnte. Damit will man Bedenken der EU-Kommission ausräumen. Zuvor gab es Überlegungen, dass einzelne Flugzeuge an anderer Operators abgegeben werden könnten.

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Ita Airways hat zwei A320neo von BOC Aviation übernommen

Das Leasingunternehmen BOC Aviation Ltd. hat in der vergangenen Woche zwei Mittelstreckenjets des Typs Airbus A320neo an Ita Airways übergeben. Es handelt sich um Maschinen, für die bereits vor einiger Zeit Verträge unterschrieben wurden. „Wir freuen uns sehr, ITA Airways bei der Erweiterung ihrer Flotte und dem Ausbau ihres Streckennetzes in Italien und international zu unterstützen. Die beiden A320neo, die wir an das Unternehmen geliefert haben, gehören zu den technologisch fortschrittlichsten und treibstoffeffizientesten Flugzeugen, die derzeit erhältlich sind“, so Robert Martin, Geschäftsführer von BOC Aviation.

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Royal Jordanian Cargo fliegt mit A321F in die EU

Die Cargosparte des Oneworld-Mitglieds Royal Jordanian plant ab Feber 2024 auch EU-Ziele mit Umbaufrachtern des Typs Airbus A321P2F anzusteuern. Dabei nimmt man Kurs auf die Niederlande und Zypern. Aus Flugplandaten des Anbieters OAG geht hervor, dass geplant ist ab 1. Feber 2024 dreimal wöchentlich zwischen Amman und Maastricht zu fliegen. Einmal die Woche wird es einen Zwischenstopp in Larnaka geben. Es handelt sich um reine Cargoflüge ohne Beförderung von Fluggästen.

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Sommer 2024: Air Canada stockt Montreal-Frankfurt auf

Das Star Alliance-Mitglied Air Canada wird im Sommer 2024 häufiger zwischen Montreal und Frankfurt am Main fliegen. Künftig wird man bis zu 13 Umläufe pro Woche bedienen. Aus vorliegenden Flugplandaten der kanadischen Fluggesellschaft geht hervor, dass mit Wirksamkeit zum 15. Juni 2024 die Anzahl der wöchentlichen Umläufe zwischen Montreal und Frankfurt am Main vice versa erhöht wird. Künftig wird der Carrier bis zu 13 Mal wöchentlich fliegen.

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Umstrittenes Ausflugsziel: Dr.-Dollfuß-Gedächtnisstätte auf der Hohen Wand

In Österreich gibt es einige „Ausflugsziele“, bei denen die kritische Frage warum es diese überhaupt (noch) gibt, durchaus angebracht ist. Ganz oben dürfte dabei die Dr.-Dollfuß-Gedächtnisstätte, die sich seit 1935 auf der Hohen Wand in Niederösterreich befindet, stehen. Kaum eine Person der österreichischen Politik, die schon lange verstorben ist, wird kontroverser diskutiert wir Engelbert Dollfuß. Je nach politischer Ansicht wird er als „Märtyrer-Kanzler“, der im Kampf gegen Hitler-Deutschland gefallen sein soll verehrt oder aber als Arbeitermörder bezeichnet. Unabhängig davon ist es eine Tatsache, dass Dollfuß zunächst als Bundeskanzler in einer bürgerlichen Koalition regierte. Im Jahr 1933 nutzte er zwei Umstände zur Abschaffung der Demokratie und zur Errichtung des austrofaschistischen Regimes: Eine Abstimmungspanne im Parlament führte dazu, dass dieses beschlussunfähig wurde. Statt ein neues Präsidium zu wählen setzte Dollfuß die Polizei ein, um eine erneute Zusammenkunft zu unterbinden. Parallel dazu unterließ Bundespräsident Wilhelm Miklas seine verfassungsmäßige Pflicht entsprechend einzugreifen. Der Verfassungsgerichtshof, der dem Treiben noch Einhalt hätte gebieten können, wurde durch den Rücktritt regierungsnaher Richter, deren Positionen nicht nachbesetzt wurden, außer Gefecht gesetzt. Gleichzeitig gab es für Dollfuß und seine Diktatur Unterstützung aus Italien und zwar in Form der katholischen Kirche, der eine regelrecht „staatstragende Rolle“ eingeräumt wurde und von Diktator Benito Mussolini, der als „Schutzmacht“ gewonnen werden konnte. Ermächtigungsgesetz aus dem Ersten Weltkrieg „ausgegraben“ Dollfuß regierte zunächst mit Hilfe von Notverordnungen, die auf dem kriegswirtschaftlichen Ermächtigungsgesetz aus der Zeit des Ersten Weltkriegs basierten. Dieses Gesetz hatte man bei der Gründung der ersten Republik nicht außer Kraft gesetzt. Warum ist übrigens

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Flyv will erstes Flugzeug in Schweden stationieren

Das deutsche Elektro-Startup Flyv hat bekanntgegeben, dass man die erste Basis auf dem schwedischen Flughafen Norrköping errichten wird. Zumindest eine Tecnam P2012 soll ab Ende 2024 auf diesem Airport stationiert werden. Das in Stuttgart ansässige Unternehmen will mit 9-Sitzern, die elektrisch angetrieben werden, Regionalflugdienste anbieten. Diese sollen auf ad-hoc-Charterbasis vermarktet werden, wobei eine ausgeklügelte Software je nach Nachfrage ein linienähnliches Konzept bewirken soll. Geschäftsführer Anton Lutz erklärte zur künftigen Basis in Schweden unter anderem: „Bei der Einführung von Flyv ist es von entscheidender Bedeutung, unterstützende Flughafenpartner zu haben, die uns bei der Positionierung und Vermarktung unserer Dienste helfen und uns bei der Gewinnung von Investoren unterstützen können. Wir haben seit dem Sommer mit dem Flughafen gesprochen, und er unterstützt unsere Philosophie voll und ganz“. Derzeit ist geplant, dass man mit zunächst vier Tecnam P2012 Traveller an den Start gehen wird. Im Laufe eines Jahrzehnts will man die Flotte auf 50 Maschinen ausbauen. Dazu hat man kürzlich 25 Alice-Maschinen bestellt.

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Schon wieder: Neuerliche Bombendrohung gegen Flughafen Basel

Am Dienstag, den 24. Oktober 2023 musste der Flughafen Basel zum dritten Mal binnen weniger Tage wegen einer Bombendrohung evakuiert werden. Der Flugbetrieb musste – mal wieder – temporär eingestellt werden. Mittlerweile sollte man annehmen, dass bei den Behörden eine gewisse Routine eingetreten ist, denn am Dienstag musste ab 17 Uhr 30 Lokalzeit der Airport wieder einmal wegen einer Bombendrohung gesperrt werden. Um 19 Uhr 15 wurde diese aufgehoben, da sich die Drohung neuerlich als Fehlalarm herausgestellt hat.

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Quartalszahlen: Pratt & Whitney mit 2,5 Milliarden U.S.-Dollar Verlust

Der U.S.-amerikanische Triebwerkshersteller Pratt & Whitney steckt tief in den roten Zahlen. Die Konzernmutter RTX musste für das dritte Quartal des laufenden Geschäftsjahres einen Verlust im Ausmaß von 984 Millionen U.S.-Dollar verkünden. Zum Vergleich: Im Vorjahresquartal hat man noch 1,4 Milliarden U.S.-Dollar verdient. Das Gruppenergebnis wurde maßgeblich von der Triebwerkssparte Pratt & Whitney in den Keller gezogen. Dieser musste einen operativen Verlust von 2,5 Milliarden U.S.-Dollar verkünden. Der Umsatz lag nur noch bei 926 Millionen U.S.-Dollar – etwa 83 Prozent weniger als im dritten Quartal des vorherigen Geschäftsjahres. Hinter der finanziellen Miesere steckt, dass es zu einem Rückruf nahezu aller GTF-Triebwerke gekommen ist. In den Scheiben ist ein Metallpulver enthalten, das sich als problematisch herausgestellt hat. Diese Triebwerke werden hauptsächlich beim Maschinentyp Airbus A320neo eingesetzt. Da Pratt & Whitney nicht schnell genug Tauschtriebwerke liefern kann, mussten zahlreiche Carrier bereits Teile ihrer A320neo-Reihe-Flugzeuge stilllegen. Indirekt sind auch andere Maschinentypen betroffen, da der Hersteller stark auf das GTF-Problem fokussiert ist und es als Folge daraus auch bei anderen Antrieben zu Lieferverzögerungen kommt. Es ist nicht damit zu rechnen, dass die Probleme binnen kurzer Zeit behoben werden können. Derzeit geht Pratt & Whitney davon aus, dass es etwa drei Jahre dauern bis alle Triebwerke überholt sind. Im Schnitt werden in diesem Zeitraum etwa 350 Maschinen pro Jahr nicht zur Verfügung stehen. Betroffen sind nur jene Flugzeuge der A320neo-Reihe, die mit Triebwerken dieses Herstellers ausgestattet sind. Jene, die zum Beispiel auf Leap der Konkurrenz setzen, sind nicht betroffen. Das Finanzergebnis des RTX-Konzerns ist jedenfalls

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