Jan Gruber

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Jan Gruber

Bodenpersonal: Gehaltsvorstellungen von Verdi und Lufthansa liegen weit auseinander

In den Tarifverhandlungen für das Lufthansa Bodenpersonal bahnt sich keine kurzfristige Lösung an. Die Gewerkschaft Verdi hat ein erstes Angebot als „unzureichend“ zurückgewiesen. Die Arbeitnehmervertreter sind der Ansicht, dass diese „nicht annähernd die Inflation ausgleichen“ soll. Seitens der Lufthansa wurde eine Kombination aus Festbeträgen sowie ergebnisabhängigen Bestandteilen bei einer Laufzeit von 1,5 Jahren angeboten. Verdi fordert für die rund 20.000 Beschäftigten 9,5 Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von einem Jahr. Damit liegen die Vorstellungen von Arbeitgeber und –nehmervertretern weit auseinander. „Dieses Angebot gleicht nicht annähernd die Inflation aus, angesichts der aktuellen Preissteigerungen würde das für die Beschäftigten einen deutlichen Reallohnverlust bedeuten“, so Verdi-Verhandlungsführerin Christine Behle in einer Medienmitteilung. „Die Beschäftigten brauchen dringend mehr Geld und sie brauchen Entlastung – für sich selber und für die Passagiere.“ Auch verweist man seitens Verdi darauf, dass im Hinblick auf den Verzicht von Teilen des Lohns nun deutliche Steigerungen gerechtfertigt sein sollen. Je nach Berufsgruppe sollen die Anhebungen mindestens 350 Euro betragen. Auch will man im Hinblick darauf, dass im Oktober 2022 der deutsche Mindestlohn auf 12 Euro pro Stunde angehoben wird, dass der niedrigste Stundenlohn deutlich höher ist als das gesetzliche Minimum. Die nächsten Verhandlungsrunden finden am 3. und 4. August 2022 in Frankfurt am Main statt.

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Heathrow: Emirates wegen gedeckelter Fluggastzahlen empört

Die britische Hauptstadt London gilt als wichtiger Quellmarkt für Golfcarrier Emirates Airline. Daher ist die entrüstete Reaktion auf den vom Flughafen Heathrow eingezogenen Deckel von maximal 100.000 Passagieren pro Tag auch nicht verwunderlich. Das Luftfahrtunternehmen mit Sitz in Dubai bezeichnet die Maßnahme als „unsinnig und unverantwortlich“. Die Forderung der Heathrow-Geschäftsleitung, dass die Fluggesellschaften den Ticketverkauf einschränken sollen, weist Emirates zurück. Man verweist darauf, dass man nur 36 Stunden Zeit zur Umsetzung eingeräumt bekommen habe. „Nicht nur wurde in ihrer Kommunikation die genaue Zahl der Flüge diktiert, von denen wir zahlende Passagiere rauswerfen sollten, sondern es wurde auch mit juristischen Schritten bei Nichteinhaltung gedroht“, so der Golfcarrier. Der Flughafen Heathrow kann die Kritik nicht nachvollziehen und verweist darauf, dass nur etwa 70 Prozent des Personals zur Verfügung stehen würde. Das Fluggastaufkommen habe in etwa 80 bis 85 Prozent des Wertes, den man vor der Corona-Pandemie hatte, erreicht. Weiters erklärt eine Sprecherin, dass das gesamte Netzwerk weiter „unter coronabedingten Herausforderungen leiden“ würde. Vor wenigen Tagen verkündete der Flughafen London-Heathrow, dass bis vorerst 11. September 2022 maximal 100.000 Passagiere pro Tag abgefertigt werden können. Gleichzeitig forderte man die Kunden, also die Airlines, dazu auf, dass der Ticketverkauf eingeschränkt werden soll. Begründet wurde die Maßnahme unter anderem damit, dass das Servicelevel ein „nicht akzeptables Niveau erreicht“ habe.

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Wegen langjähriger Verluste: Flughafen Doncaster Sheffield droht die Schließung

Erst im Jahr 2005 wurde der aus einer ehemaligen RAF-Base hervorgegangene Flughafen Doncaster Sheffield für Passagierflüge geöffnet. Wirklich erfolgreich war man nie, denn man häufte in den letzten 17 Jahren erhebliche Verluste an. Findet sich nicht bald ein neuer Eigentümer dann gehen Ende Oktober 2022 die Lichter aus. Der Vorstand der Peel Group hält den Regionalflughafen, der über ein überdimensioniertes „Gewächshaus-Terminal“ verfügt, für nicht mehr wirtschaftlich tragbar. Seit der Eröffnung hat man Verluste in der Höhe von 170 Millionen Pfund-Sterling angehäuft. In keinem einzigen Geschäftsjahr hat man schwarze Zahlen geschrieben. Die Prognose für die nächsten fünf Jahre ist düster: Man rechnet mit weiteren 45 Millionen Pfund Miesen. Das will der aktuelle Eigentümer nicht mehr mitmachen und will den Airport verkaufen. Findet sich kein Käufer so soll das Areal in ein Logistikzentrum samt Lagerhallen umgerüstet werden. Flugbetrieb soll es dann keinen mehr geben. Kurzzeitig hatte man Hoffnung, dass die Eröffnung einer Basis durch Wizz Air UK die Trendwende bringen könnte. Der Airport hatte nie mehr als 1,4 Millionen Passagiere pro Jahr und das ist deutlich zu wenig, um die überdimensionierte Infrastruktur wirtschaftlich betreiben zu können. Die Erwartungen an den Billigflieger haben sich nicht erfüllt, denn der Carrier hat diese Base zwischenzeitlich dichtgemacht. Es ist noch gar nicht so lange her: Doncaster Sheffield steckte kräftig Geld in den Ausbau des Terminals und hat ganz offensichtlich am Bedarf vorbeigebaut. Man hat nur noch zwei Kunden, die den Airport planmäßig ansteuern: Tui UK hat hier Maschinen stationiert und Wizz Air steuern Doncaster weiterhin von

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Italien: Streikaufruf für Beschäftigte von Easyjet, Malta Air, Ryanair und Volotea

In Italien rufen Gewerkschaften für den 17. Juli 2022 erneut zu Arbeitsniederlegungen bei Easyjet, Volotea, Ryanair und Malta Air auf. Je nach Streikbeteiligung kann es im Flugverkehr zu Einschränkungen kommen. Zuletzt war die Anzahl der italienischen Airline-Mitarbeiter, die die Arbeit niedergelegt haben, sehr unterschiedlich. Bei Malta Air und Ryanair haben nur wenige Beschäftigte teilgenommen, während bei Volotea und Easyjet die Beteiligung deutlich höher war. Passagiere, die am 17. Juli 2022 mit den genannten Fluggesellschaften von/nach Italien fliegen, sollten sich regelmäßig über den aktuellen Status ihrer Buchung informieren. Zum Streik aufgerufen sind die in Italien stationierten Beschäftigten der vier genannten Fluggesellschaften im Zeitraum von 14 Uhr 00 bis 18 Uhr 00. Aufgrund der Maschinenumläufe kann es bereits zuvor und danach zu Ausfällen und Verspätungen kommen.

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Lufthansa Group differenziert GDS-Gebühren

Vor einigen Jahren hat die Lufthansa Group unter großem Protest von Reisebüros einen Zuschlag für die Buchung über GDS-Systeme eingeführt. Derzeit verlangt man 19 Euro extra pro Flugschein, der über Systeme wie Amadeus, Galileo oder Sabre verkauft wird. Viele Agenturen greifen auf diese globalen Distributionssysteme zurück. Der Kranich-Konzern will mit dem Zuschlag erreichen, dass Vermittler die firmeneigene Plattform nutzen. Durchgesetzt hat sich das bislang nur in geringem Umfang. Nun passt die Lufthansa Group die so genannte Distribution Cost Charge“ an. Für Buchungen, die über Travelport getätigt werden, erhöht sich der Zuschlag auf 23 Euro. Über Sabre verlangt man neu 19,50 Euro. Lediglich über Amadeus wird es günstiger, denn die DCC fällt auf 17,50 Euro. Unverändert werden die Zuschläge automatisiert über den YR-Tax-Code automatisiert erhoben. In einem Vertriebsrundschreiben der Lufthansa werden die Änderungen unter anderem damit begründet, dass man mit den GDS-Kosten transparent umgehen will und diese „verursachungsgerecht weitergeben“ will. Gleichzeitig weist man darauf hin, dass bei Nutzung der eigenen Kranich-Vertriebsplattformen keine GDS-Gebühr anfällt.

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Lübeck Air hat AOC und Betriebsgenehmigung beantragt

Die Hausmarke des Lübecker Flughafens, Lübeck Air, beabsichtigt eine echte Fluggesellschaft zu werden. Derzeit befindet man sich im Zulassungsverfahren und erwartet die Erteilung von AOC und Betriebsgenehmigung Anfang kommenden Jahres. Gegründet wurde der momentan noch virtuelle Anbieter bereits in 2016. Seit August 2020 lässt man eine von der dänischen Air Alsie betriebene ATR72-500 unter anderem innerdeutsch verkehren. Das Streckennetz wurde seither ausgebaut und man hat auch internationale Ziele wie Bern und Salzburg im Programm. In der laufenden Sommersaison 2022 fliegt ein von German Airways betriebener Embraer 190 für die Lübecker, wobei es sich formell um einen Wetlease für Air Alsie handelt. Diese Maschine kommt auch ab Bern und Salzburg für Charterflüge zum Einsatz. Gemäß einem Bericht von Aero International hat man kürzlich die Erteilung von AOC und Betriebsgenehmigung beantragt. Man plant im kommenden Jahr jene ATR72-500, die momentan von Air Alsie betrieben wird, selbst mit eigenen Mitarbeitern zu bereedern.  Mittelfristig will man sowohl die Flotte als auch die Anzahl der Flugziele ausbauen. Das von Lübeck Air im Sommer 2022 angebotene Streckennetz ist nachstehend grafisch dargestellt. Einige Routen, die exklusiv über Veranstalter buchbar sind, sind nicht enthalten. Der aktuelle Sommerflugplan 2022 ist unter diesem Link als PDF bereitgestellt.

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Südtirol: Skyalps will Stuttgart-Flüge aufnehmen

Die Hausmarke dies Südtiroler Flughafens Bozen, Skyalps, will in den nächsten Jahren stark wachsen. Die Flotte soll um weitere de Havilland Dash 8-400 aufgestockt werden und auch den Betrieb von Regionaljets kann man sich vorstellen. Derzeit werden die Maschinen von der maltesischen Luxwing im Auftrag der Südtiroler betrieben. Mittelfristig wird sich das ändern, denn man möchte künftig mit eigenen, italienischen Zertifikaten in der Luft sein. Bei Luxwing hat man nicht nur „Flugdienstleistungen“ eingekauft, sondern der maltesische Carrier begeleitet Skyalps beim Aufbau der neuen Fluggesellschaft und liefert diese quasi „schlüsselfertig“. Für das fliegende Personal wird sich nach Erteilung von AOC und Betriebsgenehmigung durch die ENAC nicht sonderlich viel ändern. Dieses kann nahtlos zu Skyalps wechseln. Bozen hält man weiterhin für unterversorgt und will in den nächsten Jahren das Streckennetz stark ausbauen. Dazu benötigt man zusätzliche Verkehrsflugzeuge. Zunächst will man bei der de Havilland Dash 8-400, die sich in den Augen der Verantwortlichen bewährt hat, bleiben. Mittelfristig kann sich Firmenchef Josef Gostner durchaus auch Regionaljets vorstellen, um Ziele, die außerhalb der Range der Dash liegen, anzusteuern. Konsortium hauchte verschlafenem Provinzflughafen neues Leben ein Unter der Eigentümerschaft des Landes Südtirol dümpelte der Flughafen Bozen über viele Jahre vor sich hin. Das Streckenangebot schrumpfte nach und nach auf null Strecken zusammen. Zuletzt hatte man nicht einmal mehr typische Sommer-Charterflüge. Eine Volksabstimmung führte gar dazu, dass sich das Land Südtirol zurückziehen musste. Ein Konsortium, dem unter anderem Gostner und Haselsteiner angehören, hat den kleinen Airport dann übernommen und seither so einiges an Geld investiert. Der

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„Corona-Import“: Hongkong beendet Flugverbote

Die chinesische Sonderverwaltungszone Hongkong bestraft ab sofort Fluggesellschaften nicht mehr für den „Import“ von Corona-Fällen. Bislang kassierten die Carrier ab fünf positiv getesteten Personen Flugverbote von bis zu zwei Wochen. Diese Praxis hat man nun fallen lassen und will stattdessen das Testsystem verstärken und verschärfen. So könne man die Coronafälle besser nachvollziehen, heißt es seitens der Administration Hongkongs. Hinter dieser Umstellung dürfte aber mehr stecken, denn es wird vermutet, dass die chinesische Regierung in der Sonderverwaltungszone ein neues System testet, das auf ganz China ausgeweitet werden könnte. Man behält sich aber ausdrücklich vor, dass die Flugverbote ohne große Ankündigung wieder eingeführt werden könnten. Bislang waren die „Circuit-Breaker“ wenig erfolgreich und haben insbesondere den Fluggesellschaften massiven finanziellen Schaden zugefügt. Hongkong und China versuchen weiterhin an ihrer Null-Covid-Strategie festzuhalten, jedoch stößt diese zunehmend auf Probleme, da auch in diesem Staat die Akzeptanz stark abgenommen hat.

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Antonio Di Gennaro ist neuer ATR-Finanzchef

Der europäische Flugzeugbauer ATR hat mit Wirksamkeit zum 1. Juli 2022 einen neuen Finanzchef bekommen. Antonio Di Gennaro verantwortet künftig die finanziellen Geschicke des Herstellers von Turbopropflugzeugen. Die offizielle Amtsbezeichnung lautet „Senior Vice President Finance und Chief Financial Officer“. Di Gennaro war zuvor in vergleichbarer Position für die polnische Leonardo-Helicopter-Tochter PZL Świdnik tätig. Avions de Transport Régional (ATR) ist ein französisch-italienischer Hersteller von Regionalverkehrsflugzeugen. Das Unternehmen wurde in den 1980er-Jahren ins Leben gerufen und gehört Airbus und Leonardo je zu 50 Prozent.

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Wien: Ryanair kündigt neue Strecken an und fordert Incentive-Programm

Der Billigflieger Ryanair will im Winterflugplan 2022/23 zusätzliche von Malta Air und Buzz betriebene Boeing 737-800 auf dem Flughafen Wien-Schwechat stationieren. Mit Kopenhagen, Helsinki und Tuzla kündigt man drei zusätzliche Strecken an. Die Route in die finnische Hauptstadt ist bereits seit einigen Wochen bekannt und dient als Ersatz für das eingestellte Lappeenranta. Die Präsenz auf dem finnischen Regionalflughafen wurde stark zurückgefahren, wobei hierfür die Nähe zu Russland eine Ursache ist. Helsinki soll ab 2. Dezember 2022 an den Verkehrstagen Freitag, Samstag, Sonntag und Montag bedient werden. Kopenhagen soll ab 30. Oktober 2022 täglich angesteuert werden. Ryanair machte während der Pressekonferenz, die in einem Hotel in Wien abgehalten wurde, einen Seitenhieb auf den Mitbewerber Austrian Airlines. Man verteilte Screenshots der AUA-Buchungsseite, auf der ein Return-Preis von 814,10 Euro für den 14. Juli 2022 im Economy-Light-Tarif ersichtlich war. Man sagte aber nicht dazu, dass auch Ryanair bei kurzfristigen Buchungen erheblich höhere Ticketpreise nimmt als die bei der Medienkonferenz beworbenen 19,99 Euro. Gänzlich neu ist Kopenhagen bei Ryanair ab Wien nicht, denn in der Vergangenheit hatte die ehemalige Fluggesellschaft Laudamotion diese im Portfolio. Es wurden damals bis zu zwei tägliche Umläufe angeboten. Genau genommen handelt es sich also um eine Wiederaufnahme, jedoch nun unter Ryanair-Flugnummern. Die dritte neue Strecke, die ab Wien-Schwechat aufgenommen werden soll, ist Tuzla. Hier tritt man in den Wettbewerb mit der Billigfluggesellschaft Wizz Air, die dieses Ziel schon länger ab Wien-Schwechat im Angebot hat. Es handelt sich um eine typische VFR-Route. Aufgenommen wird diese am 1. November 2022 und

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