Jan Gruber

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Jan Gruber

Geisterflüge: Air Dolomiti fliegt öfters leer nach Innsbruck

In letzter Zeit führen Lufthansa und ihre deutschen Töchter besonders häufig Leerflüge durch. Offiziell erklärt das Unternehmen, dass man die Maschinen zu anderen Einsatzorten positionieren würde, um Verspätungen zu vermeiden, jedoch fliegen die Flugzeuge auffällig oft auf der ursprünglich geplanten Route, aber die Passagiere bleiben zurück. Dieses Phänomen zeigt sich derzeit auch gehäuft auf der von Air Dolomiti bedienten Strecke Frankfurt-Innsbruck. In den letzten Tagen ist die italienische Lufthansa-Tochter wiederholt leer vom Lufthansa-Drehkreuz aus in die Tiroler Landeshauptstadt geflogen. Die Passagierflüge wurden jeweils gestrichen, aber die Embraer-Regionaljets sind dennoch nach Innsbruck ferry nach Innsbruck geflogen. Von den Anzeigetafeln in Frankfurt und Innsbruck wurden diese „Geisterflüge“ vorsorglich entfernt. Womöglich auch, um der Lobby der Umweltschützer kein zusätzliches Argumentationsmaterial zu geben, denn eine rationale Erklärung dafür, dass zahlende Fluggäste sitzen gelassen werden, leer nach Innsbruck geflogen wird, um dann mit Passagieren wieder zurück nach Frankfurt zu fliegen, gibt es nicht. Auch in den nächsten Tagen stehen wieder „Air-Dolomiti-Geisterflüge“ in die Tiroler Landeshauptstadt an. Das italienische Luftfahrtunternehmen wollte diese Thematik übrigens nicht kommentieren. In nachstehender Tabelle sind die für Innsbruck geplanten Flüge der Lufthansa-Tochter ersichtlich. Jene, bei denen bereits feststeht, dass sie ferry durchgeführt werden, sind gekennzeichnet. Flugnummer Destination Abflug Bemerkung EN8057 INN – FRA 06:35 EN8050 FRA – INN 08:55 EN8051 INN – FRA 10:40 EN8052 FRA – INN 12:40 Geisterflug/ferry EN8053 INN – FRA 14:35 EN8056 FRA – INN 21:00 Geisterflug/ferry

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Zu wenige Triebwerke: Go First muss 12 A320neo am Boden lassen

Der indischen Billigfluggesellschaft Go First gehen die Triebwerke für ihre 52 Airbus A320neo aus. Daher muss man bereits 12 Einheiten auf dem Boden halten. Hintergrund ist, dass man zahlreiche Pratt & Whitney PW1100G noch nicht von Überholungen bzw. Nachrüstungen zurückbekommen hat. Die Angelegenheit zieht sich schon einige Zeit hin, denn die lokale Zeitung „Economic Times“ berichtet, dass die betroffenen Triebwerke bereits im Jänner 2022 an den Hersteller übergeben wurden. Man hoffte darauf, dass man zwischenzeitlich einen Ersatz erhalten wird, jedoch war dies aus nicht näher bezeichneten Gründen nicht möglich. Die Rückgabe der von P&W überholten Triebwerke verzögerte sich. Derzeit geht man davon aus, dass diese voraussichtlich Mitte Juli 2022 eintreffen werden. Die Fluggesellschaft kann bis dahin rund ein Fünftel der A320neo-Flotte nicht betreiben. Go First ist der neue Name der Billigfluggesellschaft Go Air. Derzeit betreibt man unter anderem 52 Airbus A320neo sowie fünf A320ceo. Die indische Luftfahrtbehörde besteht auf Überholungen bzw. Nachrüstungen der PW1100G-Triebwerke. Der Konkurrent IndiGo Airlines hat laut CH-Aviation.com diesen Schritt bereits im August 2020 abgeschlossen. Die indische Generaldirektion für Zivilluftfahrt (DGCA) untersagte den Betrieb der nicht umgerüsteten PW1100G.

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KLM nimmt zwei Embraer 190 von German Airways ins Wetlease

German Airways wird ab 28. August 2022 mit zwei Embraer 190 im Auftrag von KLM fliegen. Der Wetlease-Auftrag ist vorerst bis zum 30. Oktober 2022 befristet. Die niederländische Airline erklärte unter anderem, dass man aufgrund von Personalmangel die beiden Regionaljets samt Besatzungen anmieten wird. Die von German Airways betriebenen Embraer 190 werden ab Amsterdam-Schiphol zum Einsatz kommen von dort aus primär auf Routen, die sonst von KLM Cityhopper bedient werden, anzutreffen sein. Unter anderem handelt es sich um die Destinationen Düsseldorf, Stuttgart, Nürnberg, Basel, Göteborg und Stavanger. KLM und der Flughafen Amsterdam-Schiphol leiden derzeit unter akutem Personalmangel. Dieser hat zur Folge, dass es am Airport regelmäßig stundenlange Wartezeiten, unter anderem vor der Sicherheitskontrolle, gibt. Das niederländische Luftfahrtunternehmen hat eine Reihe von Maßnahmen vorgestellt, die die aktuelle Situation zumindest lindern sollen.

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Verpachtung von Grundstücken: KBV erwirkt Einstweilige Verfügung im Streit mit Lilihill

Das Land Kärnten wird die Call-Option auf die Lilihill-Anteile am Klagenfurter Flughafen nicht ziehen, aber hinter den Kulissen wird weiter gestritten und das sogar vor Gericht. Es geht um die Verpachtung von Grundstücken mit einer Gesamtfläche von 130 Hektar an andere Gesellschaften des Lilihill-Konzerns. Der Aufsichtsrat, in dem der private Mehrheitseigentümer logischerweise aufgrund des Umstands, dass man rund 75 Prozent der Anteile hält, die Oberhand hat, gab hierfür grünes Licht. Die Verträge sind mit einer Laufzeit von 23 Jahren ausgestaltet und sollen für den Airport nicht vorzeitig kündbar sein. Es handelt sich um Flächen, die laut Lilihill für den Flugbetrieb nicht zwingend notwendig sind. Das passt der Kärntner Beteiligungsverwaltung, der Holdinggesellschaft des Landes Kärnten, die innerhalb der Landesregierung dem ÖVP-Landesrat Martin Gruber zugeordnet ist, so ganz und gar nicht in den Kram. Man beantragte eine Einstweilige Verfügung, die man auch bekommen hat. Der erste Verhandlungstermin vor dem Bezirksgericht Klagenfurt ging bereits über die Bühne, jedoch gab es keine finale Entscheidung. Parallel läuft ein weiteres Verfahren, das in Wien verhandelt wird. Die Verhandlung fand am Mittwoch statt und das Urteil soll den Parteien schriftlich zugestellt werden. Üblicherweise dauert es einige Wochen bis die Rechtsanwälte die Entscheidung elektronisch für ihre Mandaten übermittelt bekommen. Anschließend stehen beiden Parteien Rechtsmittel offen, wobei unklar ist, ob diese ergriffen werden oder nicht. Die KBV vertritt den Standpunkt, dass sich Lilihill dauerhaften Zugriff auf die Grundstücke, die verpachtet werden sollen, sichern will. Das Vertragswerk wäre zum Nachteil des Flughafens ausgestaltet und dagegen gehe man als Gesellschafter des

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Österreichische Bundesbahnen verteilen Gutscheine für Sitzplatzreservierungen

Nicht nur die Luftfahrt hat derzeit mit einer massiv gestiegenen Nachfrage zu kämpfen, sondern auch die Österreichischen Bundesbahnen. Der Staatskonzern hat sich nun entschieden, dass man allen registrierten Usern, die ein Kundenkonto haben, vier Gutscheine für Sitzplatzreservierungen spendiert. Dies ist insofern auch von Bedeutung, weil Inhaber des Jugend-Sommertickets heuer in den Fernzügen der Reservierungspflicht unterliegen. Sofern diese ihre Fahrkarte online über ihr ÖBB-Kundenkonto gekauft haben, profitieren auch diese von vier kostenlosen Sitzplatzreservierungen. Die Österreichischen Bundesbahnen informieren ihre Kunden nach und nach in Form eines automatischen E-Mails, dass die Gutscheine in ihrem Login hinterlegt wurden. Allerdings gibt es kein Geschenk ohne „Haken“. Im Kleingedruckten ist zu lesen, dass die vier kostenfreien Sitzplatzreservierungen bis inklusive 11. September 2022 aufgebraucht werden müssen. Danach verfallen die Gutscheine. Auch sind diese nur dann gültig, wenn die Zugfahrt von der ÖBB-Personenverkehr AG durchgeführt wird, was die Einlösung im Ausland ausschließt. Normalerweise kann man über die ÖBB auch Reservierungen bei anderen Gesellschaften, beispielsweise bei der DB kaufen. Weiters können die Gratis-Sitzplätze nur dann „bezogen“ werden, wenn man die Reservierung bzw. den Fahrkartenkauf über das Internet tätigt. Am Schalter und am Automaten ist die Einlösung nicht möglich. Der getrennte Kauf von „Nur-Reservierung“ und Ticket ist allerdings weiterhin möglich.

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Amsterdam: KLM ergreift Maßnahmen zur Chaos-Linderung

Die Fluggesellschaft KLM leidet derzeit besonders unter eigenem Personalmangel, aber auch unter den chaotischen Zuständen, die an der Homebase Amsterdam-Schiphol herrschen. Stundenlange Wartezeiten vor der Sicherheitskontrolle sind mittlerweile nicht mehr die Ausnahme, sondern der Alltag. Die Regierung der Niederlande hat zwischenzeitlich die vom Airport vorgeschlagene Begrenzung der Anzahl der Passagiere, die täglich den Airport nutzen dürfen, bewilligt. Dies hat zur Folge, dass einige Carrier ihre Angebote zumindest teilweise auf andere Flughäfen, beispielsweise Rotterdam und Maastricht, verlegt haben. Zahlreiche Verbindungen wurden ersatzlos gestrichen, so dass zum Beispiel KLM auch mit zusätzlichem Arbeitsaufwand für Umbuchungen zu kämpfen hat. Der größte Carrier der Niederlande versucht nun mit Hilfe einer Kombination verschiedener Maßnahmen das Reisen ab Amsterdam-Schiphol zumindest erträglicher zu machen. Mit einer kurzfristigen Besserung der Zustände an diesem Airport ist aufgrund von akutem Personalmangel nicht zu rechnen, lediglich mit ein bisschen Linderung. KLM teilte mit, dass man den kurzfristigen Verkauf von Tickets stark einschränkt. Hintergrund ist, dass man auf den europäischen Strecken Kapazität für Passagiere, die wegen Streichungen oder aber verpasster Flüge wegen langer Wartezeiten vor der Sicherheitskontrolle, freihalten möchte. Das Unternehmen teilte weiters mit, dass man Fluggäste, die von abgesagten Verbindungen betroffen sind, so früh wie möglich informieren möchte und Ersatzbeförderungen zum ehestmöglichen Zeitpunkt anbieten wird. Auf den von der Tochtergesellschaft Cityhopper durchgeführten Flügen wird temporär keine Fracht mehr mitfliegen. Dadurch will man den Arbeitsaufwand sowie den Druck auf das Bodenpersonal verringern. Teilweise war es in den letzten Wochen so, dass überhaupt keine Lader für die Cargogüter zur Verfügung standen und sich

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FFP2-Maske (Foto: Pixabay/NightRainer).

Zypern führt die Maskenpflicht wieder ein

Knapp über vier Wochen nachdem Zypern die Maskenpflicht abgeschafft hat, wird diese heute reaktiviert. Gesundheitsminister Michalis Hadjipantela begründet die Entscheidung damit, dass die Anzahl der Neuinfektionen in den letzten Tagen stark angestiegen wäre. Die Regierung von Zypern vertritt die Ansicht, dass man mit einer neuerlichen Verpflichtung zum Tragen von Mund-Nasen-Schutz in Innenräumen die aktuelle Welle brechen kann. Man beruft sich auf die Empfehlung lokaler Experten. Gleichzeitig betont Hadjipantela aber, dass die Situation unter Kontrolle wäre. Allerdings kann durchaus in Frage gestellt werden, ob die Bevölkerung diese Anordnung mitträgt. Bereits vor der Abschaffung der Maskenpflicht wurde diese allenfalls nur noch sporadisch eingehalten, was auch an den hohen Temperaturen, die auf der Mittelmeerinseln in dieser Jahreszeit herrschen, liegen kann. Die Bereitschaft zum „Mitmachen“ ist in ganz Europa drastisch gesunken.

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Air Malta nimmt Tiger-B737-800 von Getjet ins Wetlease

Die Fluggesellschaft Air Malta hat ein zweites Flugzeug ins Wetlease genommen. Die Boeing 737-800 trägt die Registrierung LY-DUE und wird von Getjet Airlines betrieben. Das Farbenkleid erinnert noch sehr stark an den vormaligen Betreiber. Dass die Heckflosse stark an einen Tiger erinnert, ist kein Zufall. Die LY-DUE wurde zuvor von Tigerair Australia betrieben und ist erst kürzlich zur Getjet-Flotte gestoßen. Bislang hat man diese Maschine nicht umlackiert. Laut Mavio News wurde diese Boeing 737-800 am 5. Juli 2022 erstmals im Auftrag von Air Malta eingesetzt und zwar auf dem Kurspaar KM586/587 (Luqa-Madrid-Luqa). Es handelt sich um das zweite ACMI-Flugzeug, das der maltesische Staatscarrier für den Sommer 2022 ins Wetlease genommen hat. Eine weitere Einheit, betrieben von Getjet Malta, ist bereits seit einigen Tagen für Air Malta in der Luft.

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Rechtsanwalt kritisiert „AUA-Treppen-Entscheidung“ des EuGH

Ein Wiener Rechtsanwalt stellt aufgrund einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs, dass Austrian Airlines für den Sturz, der sich auf einer Fluggastreppe ereignet hat, obwohl sich die Reisende nicht an den Handläufen festgehalten hat, in Frage. Der Jurist meint gar, dass Flugtickets gar zu einer „All-Risk-Versicherungspolizze“ werden könnten. Über die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs hatte Aviation.Direct vor einigen Wochen ausführlich berichtet. Zusammenfassend: Eine Reisende ist am Flughafen Wien auf einer Fluggasttreppe gestürzt und hat sich Verletzungen zugezogen. Das Landesgericht Korneuburg hat in zweiter Instanz den EuGH angerufen und dieser hat festgestellt, dass die AUA haftet. Allerdings liegt die endgültige Entscheidung über diesen Fall weiterhin in Korneuburg. In erster Instanz hat das Bezirksgericht Schwechat entschieden, dass der Reisenden kein Schadenersatz zusteht. Gegen dieses Urteil hatte die berufen, so dass der Fall vor dem Landesgericht Korneuburg verhandelt wird. Das Berufungsgericht hat die Angelegenheit dem Europäischen Gerichtshof vorgelegt. Dieser kommt nunmehr zu dem Schluss (C-589/20): Auch wenn dem Luftfahrtunternehmen kein Fehlverhalten vorzuwerfen ist, muss dieses nachweisen, dass der Fluggast, sei es auch nur fahrlässig, den Schaden verursacht oder zu diesem beigetragen hat, sonst hafte das Luftfahrtunternehmen. Ein Nachweis der freilich nur schwer zu erbringen sein wird. „Die immer weiter fortschreitende Haftungsausdehnung für Luftfahrtunternehmen nimmt allmählich absurde Ausmaße an“, kritisiert Martin Klemm, Rechtsanwalt und Partner bei Brenner & Klemm Rechtsanwälte. „Ein Passagier, der noch dazu nachweislich nicht die Handläufe der Passagierbrücke verwendet hat, kommt zu Fall und die Airline wird zur Kasse gebeten. Egal was passiert, es haftet immer das Luftfahrtunternehmen. Das Flugticket wird immer

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Boeing-Chef droht mit Einstellung der B737-Max-10

Die Boeing 737 Max 10 hat derzeit keine FAA-Zulassung. Nun baut Konzernchef Dave Calhoun Druck auf und droht gar mit der Einstellung des Programms, denn mit Jahresende läuft die Frist für die Zertifizierung im aktuellen Zustand aus. Gegenüber dem Branchenblatt „Aviation Week“ sagte der Manager unter anderem, dass es ohne eine Einigung mit dem Kongress dazu kommen könnte, dass Boeing dieses Modell einstellen muss. Hintergrund ist, dass der Aircraft Certification, Safety and Accountability Act ab 1. Jänner 2023 vorschreibt, dass jedes neu zertifizierte Flugzeug mit einem zentralen Warnsystem ausgestattet sein muss. Im Gegensatz zur Boeing 767 ist dieses bei der 737-Max-Reihe, die formell als Weiterentwicklung der 737NG angesehen wird, nicht vorhanden. Sollte die Max-10 nicht vor Jahresende die Typenzulassung erhalten, müssten umfangreiche Änderungen vorgenommen werden. Diese hätten zur Folge, dass die Durchgängigkeit unter den einzelnen Modellen nicht mehr gegeben wäre. Piloten würden für die Max-10 gegebenenfalls ein anderes Typrerating benötigen. Für Fluggesellschaften wäre das ein gravierender Nachteil, weshalb der Boeing-Chef nun mit der Einstellung des Programms droht. Bislang liegen etwa 600 Bestellungen für die Max-10 vor. Es gibt aber auch Anzeichen dafür, dass Boeing das Upgrade nicht umsetzen will, weil es zu teuer ist. Man verweist zwar darauf, dass die Piloten nicht dann nicht mehr problemlos zwischen den einzelnen Max-Varianten wechseln könnten, jedoch haben ehemalige Boeing-Mitarbeiter und ein früherer FAA-Beamter bereits im April 2022 vor dem U.S.-Kongress ausgesagt, dass es sich eher um eine Willensfrage und nicht um eine technische Frage handelt. Boeing versucht nun durch öffentlichen Druck die Typenzulassung

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