Jan Gruber

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Jan Gruber

Mailand: Gericht erklärt Ernest Airlines insolvent

Ein mögliches Comeback der Ernest Airlines ist nun in weitere Ferne gerückt, denn ein Gericht entschied diese Woche, dass das Unternehmen insolvent ist und abgewickelt werden muss. Der Flugbetrieb wurde bereits vor knapp einem Jahr eingestellt. Bis 19. April 2021 können Gläubiger ihre Forderungen anmelden. Dies schließt auch Inhaber von Flugtickets, die nicht mehr genutzt werden konnten, ein. Das Gericht beraumte die erste Gläubigerversammlung für den 19. Mai 2021 an. Die Gewerkschaft Uiltrasporti sieht die Entscheidung des Gerichts positiv, denn Ernest Airlines würde nur noch als Firmenhülse existieren. Die Wiederaufnahme des Flugbetriebs wäre von Anfang an unwahrscheinlich gewesen. Für die Mitarbeiter hatte dies aber Folgen, denn formell sind diese noch immer bei der Fluggesellschaft angestellt und hatten daher keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld. Das ändert sich nun mit dem Gerichtsbeschluss. Die Arbeitnehmervertreter fordern, dass den Betroffenen so rasch wie möglich das Insolvenzentgelt nach italienischem Recht gewährt wird.

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Wizzair versucht Geschäftsreisenden Charterflüge anzubieten

Bei Verfügbarkeit bieten die meisten Linienfluggesellschaften das Chartern ihrer Flugzeuge an. Bei Lowcostern kommt dies allerdings eher selten vor, da in normalen Zeiten die Flotte durchgetaktet ist und wenig Zeit für Sonderflüge bleibt. Wizzair bietet nun auf der Startseite der Homepage das Chartern ihrer Maschinen an. Interessant ist dabei der Slogan, der verwendet wird, denn dieser erinnert äußerst stark an jenen des Mitbewerbers Ryanair. Unter dem Claim „Charter Flights Made Simple“ versucht Wizzair Firmen bzw. Geschäftsreisende anzusprechen. Eine Onlinebuchung ist allerdings nicht möglich, denn es muss eine Anfrage in englischer Sprache an eine E-Mail-Adresse geschickt werden. Vorsorglich weist der Carrier sogar darauf hin, dass dieses Postfach nur für Anfragen für Vollcharterflüge und nicht für Auskünfte zu Linienflügen bestimmt ist. Ryanair wirbt mit dem Slogan „Low Fares Made Simple” und gründete vor einiger Zeit einen Ableger in Polen. Unter der Marke Ryanair Sun war die Tochtergesellschaft zunächst fast ausschließlich im Charter für Veranstalter tätig. Mittlerweile verpasste man dem Unternehmen den Namen Buzz und es fliegt primär im Auftrag der Konzernschwester Ryanair DAC. Allerdings führt man weiterhin vereinzelt Sonderflüge für polnische Tour Operator durch.

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Geisteraktie von Air Berlin erlebt unheimlichen Höhenflug

Eine Fluggesellschaft, die nicht fliegt und noch dazu pleite ist, scheint derzeit bei Börsenspekulanten interessant zu sein. Die Rede ist von Air Berlin, denn das noch immer börsennotierte Papier legte in den letzten Tagen auffällig stark zu. Im August 2017 musste die damals zweitgrößte Fluggesellschaft Deutschlands Insolvenz anmelden und befindet sich seither in Abwicklung. Allerdings wird die Aktie noch immer an der Börse gehandelt und es gibt tatsächlich Spekulanten, die dieses Papier erwerben und das ungeachtet dessen, dass schon lange kein Geschäftsbericht mehr veröffentlicht wird und eigentlich jedem klar sein sollte, dass sich Air Berlin in Abwicklung befindet. Innerhalb eines Jahres konnte die Aktie an der Börse Stuttgart um stolze 198,1 Prozent zulegen. In den letzten vier Wochen war das Papier besonders stark gefragt und steigerte sich um 210 Prozent. Innerhalb der letzten sieben Tage lag der Wertzuwachs bei 63,2 Prozent. Selbstverständlich ist das Papier ein so genannter Penny-Stock und die Kursgewinne spielen sich im Cent-Bereich ab. Die Air-Berlin-Aktie hatte am 22. Jänner 2020 an der Börse Frankfurt mit 0,0026 ihr 52-Wochen-Tief. Am 16. November 2020 wurde das Papier mit 0,0260 Euro gehandelt. Ein beachtlicher Anstieg, wenn man bedenkt, dass das Unternehmen pleite ist und sich in Abwicklung befindet. Am Donnerstag pendelte sich der Kurs bei etwa 21 Cent ein. Dass es Spekulanten gibt, die sich für insolvente Firmen interessieren, ist besonders in Deutschland kein Einzelfall. Die wohl berühmteste „Geisteraktie“ war jene der IG Farbenindustrie AG. Im Jahr 1952 wurde die Liquidation angeordnet und 1955 beschloss die Hauptversammlung die Abwicklung.

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Entscheidung liegt bei Trump: USA prüfen Aufhebung des Einreiseverbots

Die Vereinigten Staaten von Amerika prüfen derzeit die Aufhebung der Reiseverbote für Personen aus Brasilien, dem Vereinigten Königreich, Irland und insgesamt 26 europäischen Ländern. Eine finale Entscheidung hat Präsident Donald Trump allerdings nicht getroffen. Nichts ändern wird sich für Nicht-US-Bürger, die sich zuletzt in China oder im Iran aufgehalten haben, berichtet Reuters. Die USA verhängten zu Beginn der Corona-Pandemie ein striktes Einreiseverbot für viele europäische Staaten. Ausgenommen waren jedoch zu jedem Zeitpunkt die eigenen Staatsbürger. Zwar haben die Corona-Taskforce und einige Bundesbehörden ihre Empfehlung zur Umsetzung des Plans abgegeben, doch die endgültige Entscheidung liegt beim kürzlich abgewählten U.S.-Präsidenten Donald Trump. Ob und wann er den Empfehlungen folgen wird, ist völlig unklar und unberechenbar. Die Behörden argumentieren die Aufhebung für das Einreiseverbot für EU-Bürger, dass diese Beschränkungen überhaupt keinen Sinn mehr machen würden, denn weltweit gesehen würden für die überwiegende Mehrheit der Staaten gar keine Einschränkungen bestehen. Allerdings wird auch befürchtet, dass viele europäische Länder Reisen in die Vereinigten Staaten untersagen könnten oder aber bei Rückkunft eine Quarantäne verhängen könnten. Umgekehrt könnte Donald Trump die momentan in Europa hohen Infektionszahlen auch als Argument dafür, dass er das Einreiseverbot nicht aufhebt, heranziehen. Erwartet wird jedenfalls, dass bei Lockerung der Beschränkungen der transatlantische Flugverkehr wieder ein wenig Schub bekommt. Dies würde primär den U.S.-amerikanischen Carriern helfen. Derzeit bestehen für die 26 Schengen-Staaten nur wenige Ausnahmen, beispielsweise Geschäftsreisende, Investoren, Studenten, Journalisten und Diplomaten. Es ist jedoch eine Genehmigung vorab einzuholen. Die amerikanische Seuchenbehörde CDC gab zwischenzeitlich auch Empfehlungen für internationale Passagiere ab. Diese sollten

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Ryanair-Chef O’Leary schraubt seinen Optimismus zurück

Der irische Lowcoster Ryanair geht davon aus, dass man bis Ende März 2021 – Ende des Geschäftsjahres – die angepeilte Marke von 38 Millionen Passagieren nicht mehr erreichen kann. Firmenchef Michael O’Leary ist nun auch nicht mehr so optimistisch und rechnet damit, dass das Niveau des Jahres 2019 „frühestens im Herbst 2021“ erreicht werden kann. Bislang gab sich der Manager äußerst zuversichtlich, dass über billige Preise ab dem Frühjahr 2021 der Rekordkurs fortgesetzt werden kann. Der jüngste Nachfrageeinbruch scheint nun auch beim Ryanair-Chef zu weniger Optimismus geführt zu haben. Gegenüber Reuters meinte O’Leary, dass er im kommenden Geschäftsjahr mit 80 bis 130 Millionen Fluggästen rechnet und fügte hinzu, dass dies stark von der Geschwindigkeit und Bereitschaft zur Durchimpfung der Bevölkerung abhängig ist. Ein weiterer Faktor, den der Ryanair-Chef erwähnt hat: Wenn bestehende Einreise- und Quarantänebeschränkungen langsam abgeschafft werden, würde sich das negativ auf die Nachfrage in der gesamten Branche auswirken. Je früher und schneller dies erfolgt, desto besser sind die Aussichten für Ryanair und alle anderen Airlines. Hinsichtlich der geplanten Kapazität sagte Michael O’Leary, dass er über das gesamte Jahr 2021 zusammengerechnet mit 60 bis 80 Prozent des Angebots von 2019 rechnet. Im Hochsommer vermutet er, dass die Ryanair Group etwa 60 bis 70 Prozent der Kapazität durchführen wird. Für den Winterflugplan 2021/2022 rechnet er der Manager damit, dass „fast der Flugplan von 2019 erreicht werden kann“.

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Liebherr-Manager Schoenemann wird neuer DFS-Chef

Da Klaus-Dieter Scheurle, Geschäftsführer der Deutsche Flugsicherung GmbH, mit Jahresende in den Ruhestand treten wird, musste man sich nach einem Nachfolger umsehen. Bei Liebherr wurde die DFS fündig und bestellt Arndt Schoenemann zum neuen Geschäftsführer. Der Aufsichtsrat der DFS gab bekannt, dass der Manager ab 1. Jänner 2021 als Vorsitzender der Geschäftsführung fungieren wird. Ihm stehen drei weitere Geschäftsführer zur Seite. Scheurle stand acht Jahre lang an der Spitze der Deutschen Flugsicherung. Schoenemann ist nicht branchenfremd, sondern fungierte bei Liebherr als kaufmännischer Geschäftsführer der Konzernsparte Aerospace. Weiters ist der Manager im Vorstand des Bundesverbands der deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie aktiv.

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Corsair wird verkauft und bekommt 297 Millionen Euro

Die französische Fluggesellschaft Corsair soll vom Staat und privaten Investoren mit insgesamt 297 Millionen Euro rekapitalisiert werden. Im Zusammenhang mit dieser Transaktion wird es zum Verkauf des Unternehmens an ein Konsortium um Eric Kourry and Patrick Vial-Collet kommen. Der momentane Mehrheitseigentümer Intro Aviation (53 Prozent) sowie Tui (27 Prozent) werden ihre Anteile verkaufen. Auch die Mitarbeiterstiftung wird ihre Minderheitsbeteiligung an das Konsortium abgeben. Dieses wird nach Abschluss der Transaktion alleiniger Eigentümer von Corsair International sein. Der genaue Plan soll laut der Tageszeitung La Tribune am 1. Dezember 2020 vorgestellt werden. Corsair erklärte, dass der nun abgeschlossene Vertrag den rund 1.200 Mitarbeitern eine Perspektive gibt und dem Unternehmen die Positionierung als wichtiger Player im Verkehr zwischen Frankreich und der Überseegebieten ermöglichen wird. Laut dem französischen Medienbericht soll der Staat 141 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Weitere 126 Millionen Euro soll die Tui Group einschießen. Die neuen Investoren bringen 30 Millionen Euro mit. Einzig von einer eventuellen Mitgift von Intro Aviation schreibt die Tageszeitung nichts. Auch will Corsair am Flottenerneuerungsplan festhalten. Im kommenden Jahr will man in folgenden Monaten fabrikneue Langstreckenjets des Typs Airbus A330-900 übernehmen: April, Mai, Juni und Dezember 2021. Eine fünfte Maschine soll im Juni 2022 folgen, so das Unternehmen. Gleichzeitig soll dann auch der letzte A330-200 ausgeflottet werden. „Neben der Stärkung der derzeitigen Verbindungen nach Martinique, Guadeloupe, Réunion, Mauritius, Abidjan und Montréal Trudeau ist eine Erweiterung des Netzwerks mit der Eröffnung neuer Ziele einschließlich Mayotte Dzaoudzi ab dem 11. Dezember 2020 geplant“, so Corsair in einem Statement.

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Graz: Mit Jahresende wechselt die Geschäftsleitung

Mit dem Jahreswechsel ändert sich am Flughafen Graz auch die Geschäftsführung. Gerhard Widmann, langjähriger Direktor des steiermärkischen Airports, wird in den Ruhestand treten. Nachfolger ist Wolfgang Grimus, der zuletzt für Qatar Airways tätig war. Der Grazer Flughafen wird auch weiterhin von zwei Managern geleitet, denn Jürgen Löschnig wird auch weiterhin als Co-Geschäftsführer fungieren. Widmann, der über viele Jahre hinweg als Direktor des Airports tätig war, geht mit Jahresende in Pension. Ehrenamtlich ist der Manager im Sport engagiert und beispielsweise Präsident der ASKÖ Steiermark. Grimus ist 55 Jahre alt und war in seiner bisherigen Laufbahn unter anderem für Austrian Airlines, Air Berlin und Qatar Airways tätig. Momentan fungiert er in Doha als Vice President Network Management. Der Österreicher wird seinen neuen Job am Flughafen Graz am 1. Jänner 2021 antreten.

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Zürich startet Corona-Schnelltests

Am Flughafen Zurück-Kloten werden nun auch Corona-Schnelltests angeboten. Diese können in der Apotheke „Amavita“, die sich im ehemaligen Ausweisbüro im ersten Geschoss des Check-in 2 befindet, in Anspruch genommen werden. Es ist allerdings eine telefonische Voranmeldung erforderlich. Die Kosten betragen 57,50 Schweizer Franken. Der Staat übernimmt jedoch die Kosten für Personen, die als Verdachtsfälle gelten oder aber typische Symptome aufweisen. Der für den Antigen-Test erforderliche Abstrich wird von medizinischem Fachpersonal abgenommen. Vorläufig steht das Angebot nur in der Zeit von 11 Uhr 30 bis 13 Uhr 30 zur Verfügung. Das Ergebnis soll nach 15 Minuten feststehen und wird den Probanden persönlich oder alternativ telefonisch mitgeteilt. Der Flughafen Zürich weist in einer Medienmitteilung darauf hin, dass die im Airport Medical Center angebotenen PCR-Testungen weiterhin zur Verfügung stehen. Manche Staaten verlangen für die Einreise die Vorlage eines negativen PCR-Befunds. Momentan erkennen die meisten Länder Antigen-Resultate noch nicht an.

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Pro Kassel-Passagier blättert der Steuerzahler 650 Euro hin

Der Flughafen Kassel-Calden war von Anfang an umstritten, doch heuer kostete den Steuerzahler rechnerisch jeder Passagier, der diesen Airport nutzte, stolze 650 Euro. Das ergibt sich daraus, dass die ursprünglich für das Jahr 2020 prognostizierten 650.000 Passagiere auch ganz ohne Corona-Pandemie in unerreichbarer Ferne sind. Im Vorjahr zählte Kassel-Calden lediglich 120.000 Reisende und liegt damit meilenweit von den ursprünglichen Prognosen, mit denen die Bauherren die Errichtung des umstrittenen Airports direkt neben einem bestehenden Verkehrslandeplatz argumentiert haben. Die Pandemie trug nun das ihrige bei, so dass „KSF“ zwischen Jänner und Oktober 2020 lediglich 27.000 Passagiere hatte. Der Hessische Rundfunk errechnete, dass im bisherigen Jahresverlauf etwa 18 Millionen Euro an die Flughafen GmbH Kassel geflossen sind und somit rechnerisch jeder Fluggast mit etwa 650 Euro „subventioniert“ wurde. Laut Hessischem Rundfunk soll der Betrieb in Erfurt und Paderborn ebenfalls ein schlechtes Geschäft für den Steuerzahler sein. Die Höhe der rechnerischen Zuschüsse ist allerdings wesentlich geringer als in Kassel-Calden. Erfurt zählte laut HR bislang 27.000 Reisende, was zu einer rechnerischen Subventionierung von 145 Euro pro Fluggast führte. In Paderborn waren es 91.800 Passagiere, die rechnerisch mit etwa 50 Euro „bezuschusst“ wurden. Anzumerken ist, dass die öffentlichen Zuschüsse nicht pro Fluggast berechnet werden, sondern sich die dargestellten Beträge lediglich rechnerisch ergeben.

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