
Koalitionsfraktionen fordern Kurskorrektur in der deutschen Luftfahrtpolitik
Die Regierungsfraktionen von CDU/CSU und SPD im Deutschen Bundestag haben eine umfassende parlamentarische Initiative gestartet, um dem anhaltenden strukturellen Rückstand des Luftfahrtstandorts Deutschland im europäischen Vergleich entgegenzuwirken. In einem 19 Punkte umfassenden Entschließungsantrag mit dem Titel Zukunft der Luftfahrt in Deutschland und Europa sichern, der federführend von den Koalitionsparteien eingebracht wurde, wird die Bundesregierung zu einer systematischen Überprüfung und Senkung der staatlich bedingten Betriebskosten im zivilen Luftverkehr aufgefordert. Der Vorstoß erfolgt vor dem Hintergrund alarmierender Branchenstatistiken: Während der europäische Gesamtmarkt sein Passagier- und Sitzplatzvolumen aus der Zeit vor der globalen Pandemie längst übertroffen hat, verharren die Kapazitäten an den deutschen Verkehrsflughäfen weiterhin deutlich unter dem historischen Niveau. Als direkte Konsequenz aus den stark gestiegenen Gebühren und Steuern reduzieren internationale Fluggesellschaften, insbesondere europäische Punkt-zu-Punkt-Anbieter wie Ryanair, ihre Präsenz an deutschen Drehkreuzen und verlegen Flugzeuge in kostengünstigere Nachbarländer. Der Antrag, welcher die jüngste bundespolitische Luftfahrtstrategie flankiert, soll den regulatorischen Druck auf das Kabinett erhöhen, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Flughäfen und Fluggesellschaften durch konkrete Entlastungsschritte langfristig abzusichern. Strukturelle Entkopplung vom europäischen Wachstumstrend und kapazitäre Defizite Die statistischen Erhebungen der Luftfahrtverbände zeichnen ein deutliches Bild einer fortschreitenden geografischen Sonderentwicklung im europäischen Luftraum. Im ersten Halbjahr des laufenden Jahres erreichte das kumulierte Sitzplatzangebot an den deutschen Verkehrsflughäfen lediglich 89 Prozent des Vergleichswertes aus dem Jahr 2019. Im krassen Gegensatz dazu verzeichnete der restliche europäische Kontinent im gleichen Zeitraum ein durchschnittliches Wachstum auf 113 Prozent des Vorpandemie-Niveaus. Dieser signifikante Rückstand von 24 Prozentpunkten markiert den vierten kontinuierlichen Rückgang der deutschen Marktanteile in Folge. In








