
Langer Justizkampf um AF447: Air France und Airbus erneut wegen fahrlässiger Tötung vor Berufungsgericht
Mehr als fünfzehn Jahre nach dem tragischen Absturz des Air-France-Fluges AF447 im Atlantik, bei dem am 1. Juni 2009 insgesamt 228 Menschen, darunter 28 Deutsche, ums Leben kamen, hat in Paris der Berufungsprozeß begonnen. Die Fluggesellschaft Air France und der Flugzeughersteller Airbus stehen erneut vor Gericht unter dem schwerwiegenden Vorwurf der fahrlässigen Tötung. Im Zentrum des juristischen Verfahrens steht die Frage, inwieweit mangelhafte Technik – namentlich vereiste Pitot-Sonden – und ungenügende Pilotenschulung zu der Katastrophe auf dem Flug von Rio de Janeiro nach Paris beigetragen haben. Der Prozeß ist ein erneuter Kraftakt für die Hinterbliebenen, die seit Jahren um eine klare Zuweisung der Mitverantwortung kämpfen, nachdem die Konzerne in erster Instanz freigesprochen worden waren. Die Tragödie über dem Atlantik Der Flug AF447 war in den frühen Morgenstunden des 1. Juni 2009 von den Radarschirmen verschwunden, nachdem der Airbus A330 in eine Unwetterfront über dem Nordatlantik geraten war. Erst nach einer aufwendigen, langjährigen Suche konnten im Mai 2011 Wrackteile, die letzten Leichen und der entscheidende Flugdatenschreiber aus einer Tiefe von rund 4.000 Metern geborgen werden. Die Auswertung der Flugschreiberdaten durch die französische Untersuchungsbehörde BEA (Bureau d’Enquêtes et d’Analyses) legte später die Kette unglücklicher Ereignisse offen. Hauptauslöser der technischen Probleme war das Vereisen der Pitot-Sonden – Drucksensoren zur Messung der Fluggeschwindigkeit. Der Ausfall dieser Sonden führte dazu, daß die Piloten fehlerhafte Geschwindigkeitsdaten erhielten. Das darauffolgende Versagen der Besatzung bei der Reaktion auf diese Extremsituation war nach Ansicht von Experten entscheidend für den Absturz. Trotz der an sich beherrschbaren Situation geriet die Crew








