Jan Gruber

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Jan Gruber

Cabo Verde: Kein Geld für Löhne – Staat springt ein

Nach elf Monaten Grounding ist Cabo Verde Airlines nicht mehr in der Lage die Löhne der Mitarbeiter zu bezahlen. Der Staat gewährt aus diesem Grund ein weiteres Darlehen, das über die Caixa Económica de Cabo Verde ausbezahlt wird. Die Höhe des Notkredits beläuft sich auf umgerechnet 1,2 Millionen U.S.-Dollar. Laut offizieller Erklärung von Finanzminister José Ulisses de Pina Correia e Silva beträgt die Laufzeit des staatlich garantierten Kredits 12 Monate. Das Gesamtvolumen, das Cabo Verde Airlines gewährt wurde, beläuft sich auf 3,4 Millionen U.S.-Dollar. Ein Teil der Darlehen wurde auch für die Wartung der geparkten Maschinen des Typs Boeing 757-200 verwendet. Den letzten kommerziellen Flug führte Cabo Verde Airlines am 18. März 2020 durch. Aufgrund der harten Einreise- und Quarantänebestimmungen ruht der Flugverkehr seither. Vor der Insolvenz wurde der Carrier nur deshalb bewahrt, weil der Staat Bürgschaften für insgesamt drei Kredite eingegangen ist. Ein exakter Termin für die Wiederaufnahme des Flugbetriebs steht noch nicht fest. Jedenfalls betont man, dass diverse Verträge neu verhandelt wurden, um so die Kosten absenken zu können.

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Kuwait: Weiterhin Einreiseverbot für Ausländer

Kuwait verlängert das Einreiseverbot für Nicht-Staatsbürger auf unbestimmte Zeit. Ursprünglich war dieses auf 14 Tage befristet. Damit will der Golfstaat das Einschleppen von Corona-Mutationen verhindern. Bereits zuvor hatte Kuwait komplizierte Einreisebestimmungen. Lokale Medien berichten, dass die touristische Buchungslage „gut“ sein soll, jedoch die Hoteliers nun um ihr Geschäft bangen müssen, da die Gäste gar nicht einreisen dürfen. Da Kuwait insgesamt 35 Länder auf eine rote Liste gesetzt hatte und verlangte, dass man sich vor der Einreise 14 Tage lang in einem Drittsaat aufgehalten haben muss, sind nun viele in Dubai „gestrandet“. Dies betrifft nicht unbedingt Touristen, sondern eher Personen, die in Kuwait arbeiten, jedoch nicht über die Staatsbürgerschaft verfügen. Beispielsweise sollen einige indische Servicemitarbeiter schon seit rund vier Wochen in Dubai festsitzen. Bis zum 7. Feber 2021 galt die Regel, dass eine 14-tägige Quarantäne in einem Drittstaat notwendig ist. Kuwait überraschte dann viele mit einem generellen Einreiseverbot für Ausländer, das nun unbefristet verlängert wurde.

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Ägypten will mit neuem Lowcoster Europäer „abholen“

Das ägyptische Tourismusministerium will, dass Egyptair eine Low-Cost-Abteilung oder –Tochter ins Leben ruft, die ab Urlauber aus Europa und dem Mittleren Osten beispielsweise nach Marsa Alam, Hurghada, Sharm El Sheikh und Taba bringt. Tourismusminister Khaled Al-Anani und Luftfahrtminister Mohamed Manar kündigten an, dass der neue Billigflieger mit bestehenden Charterangeboten in den direkten Wettbewerb treten soll. Man will mehr Individualtouristen ins Land bringen und sich damit von Pauschalreiseveranstaltern unabhängiger machen. Wie das genau funktionieren soll, sagten die beiden Regierungsmitglieder nicht. Naheliegend wäre, dass die Tochtergesellschaft Ai Cairo diese Aufgabe übernehmen könnte, doch das wurde explizit ausgeschlossen. Dieser Carrier soll weiterhin das Chartergeschäft bedienen. Auch wurde die Frage, ob Egyptair für das Lowcost-Projekt eine neue Tochtergesellschaft samt eigenem AOC gründen wird oder lediglich ein paar Flugzeuge unter einer anderen Marke betreiben wird, nicht beantwortet. Interessant ist auch, dass Taba explizit als Destination genannt wurde. Der Badeort befindet sich direkt an der Grenze zu Eilat (Israel) und hat seine besten Zeiten offensichtlich hinter sich. Der Ort ist sehr klein und besteht überwiegend aus Hotels und Spielcasinos. Der Airport verfügt über zwei 4.000 Meter lange Pisten und ist durchaus verschlafen, da es auch vor der Corona-Pandemie nur wenig Flugverkehr gab. Der Flughafen wurde allerdings nicht überdimensioniert, sondern ist eine Hinterlassenschaft Israels, denn bis zur Rückgabe der Sinai-Halbinsel bestand hier die Luftwaffenbasis Etzion. Staat will von geschlossenen Grenzen profitieren Ägypten will sich mit dem geplanten Lowcoster auch in Sachen Tourismus-Reaktivierung in eine Pole-Position bringen. Die Regierungsmitglieder rechnen damit, dass im Sommer 2021 zahlreiche bei Europäern

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Regierung droht TAP-Mitarbeitern: Lohnkürzung oder gefeuert werden

Die Regierung Portugals erhöht den Druck auf das fliegende Personal von TAP Air Portugal. Sollten diese eine Vereinbarung, die zur Senkung der Löhne führt, nicht akzeptieren, soll mindestens die Hälfte der Belegschaft abgebaut werden. Das Ausmaß der Gehaltskürzungen beziffern lokale Medien mit 35 bis 50 Prozent. Für die Arbeitnehmervertreter ist das inakzeptabel, denn im Zuge der Krise wurden die Bezüge bereits um 25 Prozent reduziert. Der bevorstehende Abschlag bezieht sich nicht auf den ursprünglichen Lohn, sondern den bereits gekürzten, so dass die Einbußen drastisch ausfallen. Der portugiesische Staat hält die Mehrheit an TAP Air Portugal und will die Kosten radikal kürzen. Sollte das Personal den im Sanierungsplan vorgesehenen Maßnahmen, die bis vorerst 2024 befristet sind, nicht zustimmen, werde man einen großangelegten Personalabbau durchführen. Diese „Drohung“ stammt nicht aus der Geschäftsleitung, sondern aus dem Verkehrsministerium. Offiziell basiert alles auf Freiwilligkeit, doch damit ist es nicht weit. Wer bis Ende Feber 2021 nicht zustimmt, riskiert ab 1. März 2021 die Kündigung ausgehändigt zu bekommen. Jene, die nicht abgebaut werden, sollen zwangsweise Gehaltseinbußen erfahren. Gekürzt werden sollen alle Löhne ab 900 Euro brutto. Das Verkehrsministerium betonte in einer Medienmitteilung auch, dass es in diesem Zusammenhang keine Verhandlungen mehr geben wird. Die Lage der TAP Air Portugal wäre so prekär, dass keine Zeit mehr ist und der Staat ist nicht bereit alternative Lösungsoptionen anzunehmen. Die Vorgehensweise Portugals erinnert stark an eine große Billigfluggesellschaft, die für „zustimmen oder gefeuert werden“ immer wieder in die Schlagzeilen gerät.

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Anleihe: Genf organisiert sich 180 Millionen Franken

Der Flughafen Genf organisiert sich auf dem Kapitalmarkt über eine Anleihe 180 Millionen Schweizer Franken. Die Verzinsung liegt bei 0,95 Prozent. Die Laufzeit endet am 25. März 2031. Die Finanzmittel sollen den Fortbestand des Airports sichern. Genf schrieb im Jahr 2020 erstmals in der Firmengeschichte rote Zahlen. Der Verlust wurde seitens der Geschäftsleitung mit 129,5 Millionen Schweizer Franken beziffert. Hintergrund ist das aufgrund der Corona-Pandemie stark rückläufige Flugaufkommen. Flughafenchef André Schneider ist erfreut, dass die Anleihe von Investorenseite her gut angenommen wurde. Weiters verweist er darauf, dass sich die Schweizerische Eidgenossenschaft als starker Eigentümer erweist. Derzeit führt Swiss ab Genf ein stark ausgedünntes Flugangebot durch. Aufgrund der harten Einreise- und Quarantänebestimmungen werden nur noch drei Ziele angeflogen.

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Reisebüros: Emirates führt GDS-Gebühr ein

Der Golfcarrier Emirates führt eine Gebühr für Buchungen, die über GDS-Systeme getätigt werden, ein. Die Höhe ist abhängig von der Distanz und beträgt mindestens 12 Euro und maximal 21 pro Ticket. Betroffen sind in erster Linie Reisebüros und Firmenstellen, die GDS-Systeme wie Galileo, Sabre oder Amadeus nutzen. Vor einigen Jahren sorgte Lufthansa für Aufregung als ein solcher Zuschlag eingeführt wurde. Mittlerweile zogen zahlreiche Fluggesellschaften nach. Emirates hatte bislang eine solche Gebühr nicht, jedoch setzt der Carrier künftig auf „Emirates Gateway“, das auf der NDC-Technologie basiert. So ist es auch nicht verwunderlich, dass die Fluggesellschaft mit Hauptsitz in Dubai für Buchungen, die darüber getätigt werden, keine Gebühr verlangt. Reisebüros benötigen allerdings eine Vereinbarung zur Nutzung von „Emirates Gateway“.

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Österreich: Gratis-Wohnzimmertests nur für ELGA-Teilnehmer

Der Gesundheitsausschuss des österreichischen Nationalrats brachte am Montagabend die rechtliche Grundlage für die von der Regierung angekündigten „Wohnzimmer-Tests“ auf den Weg. Personen, die über eine österreichische Krankenversicherung verfügen und vor dem 1. Jänner 2006 geboren sind, sollen monatlich eine Packung mit fünf Antigen-Schnelltests zur Eigenanwendung erhalten. Doch die Angelegenheit hat einen gewaltigen Haken: ELGA kommt wieder ins Spiel und sämtliche Personen, die der eMedikation oder der Teilnahme an der umstrittenen elektronischen Gesundheitsakte widersprochen habe, gehen komplett leer aus. Die Parlamentsdirektion schreibt dazu wortwörtlich: „Allerdings ist eine Abgabe nur an jene Personen möglich, die der Teilnahme an der eMedikation oder an ELGA generell nicht widersprochen haben, ist der Begründung des vorliegenden Abänderungsantrags zu entnehmen“. Somit führt die Regierung einen indirekten Zwang zur Teilnahme an ELGA ein – andernfalls erhält man keine kostenlosen „Wohnzimmer-Nasenbohrer-Tests“. Jede Packung, die von einer Apotheke ausgehändigt wird, soll in der persönlichen ELGA-Akte vermerkt werden. Wozu diese Datensammlung erfolgt, sagte die Regierung nicht. Hebammen sollen Nasenabstriche nehmen Die Apotheken sollen ein Pauschalhonorar von zehn Euro pro Abgabe erhalten. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass die von Apotheken durchgeführten Gratis-Schnelltests erst jetzt eine rechtliche Grundlage erhalten. Laut Parlamentsdirektion werden diese bereits seit 8. Feber 2020 angeboten. Für die Pharmazeuten dürfte das ein äußerst lohnendes Geschäft sein, denn die Nachfrage ist sehr groß und der Staat entlohnt mit 25 Euro pro durchgeführtem Test. In dem genannten Honorar sind die Materialkosten, die separat abrechnet werden können, nicht enthalten. Die Regierung will künftig auch Angehörigen des gehobenen Dienstes der Gesundheits- und

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Langstrecke: Edelweiss prüft reine A340-Flotte

Der Ferienflieger Edelweiss Air plant die beiden Langstreckenjets des Typs Airbus A330-200 im Laufe des Jahres 2021 auszuflotten. Damit würde man in diesem Segment nur noch vier Airbus A340-300 betreiben, berichtet CH-Aviation.com unter Berufung auf ein internes Rundschreiben. Die Swiss-Konzernschwester ist der Ansicht, dass sämtliche Langstreckenziele mit den Vierstrahlern angeflogen werden können. Die Entscheidung ist unter der Berücksichtigung des Umstands, dass Swiss den Betrieb des Musters A330-200 bereits im Jahr 2021 eingestellt hat, nicht verwunderlich. Die HB-JHR befindet sich im Eigentum der Konzernschwester, während die HB-JHQ Eigentum von Edelweiss ist. Weltweit ist aber ein ganz anderer Trend zu verspüren: Immer mehr Fluggesellschaften erklären, dass sie ihre Vierstrahler nicht mehr reaktivieren wollen. Lufthansa will der A340-600-Flotte sowie den A380-Maschinen sprichwörtlich an den Kragen gehen. Edelweiss hingegen will zumindest temporär auf den A340-300 setzen. Diese befinden sich im Eigentum des Leisure Carriers. Allerdings betonte das Unternehmen im Rundschreiben, dass diese Maßnahme nicht indiziert, dass man sich dauerhaft auf ein Langstreckenmuster konzentrieren wird. Weiters verweist man darauf, dass noch keine finale Entscheidung gefallen ist und man diese dann entsprechend kommunizieren werde. Offiziell wollte sich Edelweiss nicht zu dem Thema äußern und verwies lediglich darauf, dass man „sämtliche Optionen zur Reduktion der Fixkosten prüft“.

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Kein Kredit: Orange2Fly pleite und am Boden

Die griechische Fluggesellschaft Orange2Fly hat den Flugbetrieb eingestellt. Hintergrund ist, dass ein Bankdarlehen in der Höhe von acht Millionen Euro nicht gewährt wurde. Der Carrier befindet sich nun unter Gläubigerschutz. Lokale Medien berichten, dass die National Bank of Greece, die sich in privater Hand befindet, die Gewährung eines Darlehens, das Orange2Fly als Überbrückung benötigt hätte, als „nicht nachhaltig“ ansehen soll. Das Unternehmen verweist darauf, dass man keine nennenswerten Schulden habe. Das Kreditinstitut verweist darauf, dass der Carrier die Richtlinien für die Vergabe von Darlehen nicht erfüllen konnte. Daher habe man den Antrag von Orange2Fly, die rund 200 Mitarbeiter beschäftigt, ablehnen müssen. Der Carrier sagte daraufhin alle Flüge ab. Flotte schrumpfte auf ein Flugzeug Anschließend meldete die Charterfluggesellschaft ein Gläubigerschutzverfahren nach griechischem Recht an. Dieses wurde zwischenzeitlich durch ein Gericht in Athen in erster Instanz bewilligt. Über diese Maßnahme will sich Orange2Fly neu aufstellen. Das Unternehmen erhielt im Vorjahr eine finanzielle Unterstützung seitens des Staats. Die überwiegende Mehrheit der Summe wurde in Form von Steuererlässen gewährt. Die Flotte von Orange2Fly schrumpfte aufgrund der Corona-Pandemie auf nur noch einen Airbus A320 zusammen. Die anderen drei Maschinen wurden zwischen März und Juli 2020 an die Leasinggeber zurückgegeben. Das zuletzt noch aktive Flugzeug trägt die Registrierung SX-SOF.

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Frankfurt: Eurowings Discover fliegt nach Rom und Barcelona

Der neue Lufthansa-Ableger Eurowings Discover wird im Sommerflugplan 2021 ab Frankfurt am Main auch Kurzstreckenflüge anbieten. Ursprünglich war die Neugründung, die einige Zeit unter dem Projektnamen Ocean bekannt war, nur für die Langstrecke vorgesehen. Das könnte sich jetzt ändern. Das Portal „Frankfurt Flyer“ berichtet, dass im April und Mai 2020 morgens Umläufe mit Airbus A330 nach Rom geplant sind. Nachmittags soll es nach Barcelona gehen. Durchgeführt werden die Verbindungen unter Flugnummern der Air Dolomiti im Codeshare mit Konzernmutter Lufthansa. Tickets können bereits über die üblichen Kanäle gebucht werden. Aufgrund des Einsatzes von Langstreckenmaschinen des Typs Airbus A330-200 ist damit zu rechnen, dass diese Verbindungen auch dem Training der Piloten dienen könnten. Eurowings Discover soll im Juni 2020 Langstreckenziele aufnehmen. Unter anderem werden Anchorage, Punta Cana, Mauritius, Las Vegas und Windhuk die Initial-Ziele bilden. Pläne für München sind derzeit in der Warteschleife, jedoch nicht generell ausgeschlossen. Verdrängungswettbewerb gegen Condor Ob Eurowings Discover auch touristische Kurzstreckenziele anbieten wird, ist noch offen. Eigentlich sollte dieses Segment der Konzernschwester Eurowings Deutschland – inklusive ihrer Ableger – überlassen werden. Generell ist aber nicht ausgeschlossen, dass es auch hier nach und nach zu einer Verlagerung kommen könnte, denn Eurowings Discover hat keine Tarifverträge. Dieser Umstand wird von den Gewerkschaften heftig kritisiert, denn diese werfen die Umgehung der bestehenden Vereinbarungen vor. Lufthansa versucht den neuen touristischen Langstreckenableger, dessen Streckennetz sich zumindest teilweise mit jenem des Mitbewerbers Condor überlappt, durch die Kündigung der seit vielen Jahrzehnten bestehenden Kooperation mit Condor besser auszulasten. Der Ferienflieger lässt sich den „blauen

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