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Etihad Airways erhöht Genf-Frequenz: Schmalrumpf-Langstreckenjet A321LR kommt zum Einsatz

Etihad Airways baut ihre Präsenz in der Schweiz weiter aus. Die Fluggesellschaft aus Abu Dhabi plant, die Verbindung zwischen ihrem Drehkreuz und Genf ab dem 3. Februar 2026 deutlich zu verstärken. Berichten des Portals AeroRoutes zufolge soll die Frequenz von derzeit sieben auf zehn wöchentliche Flüge erhöht werden. Parallel zur Frequenzerhöhung wird auf der Strecke neben der Boeing 787-9 Dreamliner erstmals auch der neue Airbus A321LR der Airline eingesetzt. Der Kapazitätsausbau ermöglicht es der Fluggesellschaft, den wichtigen Schweizer Markt besser zu bedienen. Die neue abendliche Rotation mit der Flugnummer EY147/148, die dreimal pro Woche geflogen wird, kommt voraussichtlich dem Geschäftsreiseverkehr und Umsteigern entgegen, die späte Verbindungen von Genf nach Abu Dhabi und zu weiteren Zielen in Asien und Australien suchen. Die tägliche Tagesrandverbindung mit der Boeing 787-9 wird beibehalten, wodurch das Streckenangebot flexibler gestaltet wird. Die Einführung des Airbus A321LR auf der Langstrecke Genf ist Teil der konsequenten Flottenstrategie von Etihad, Schmalrumpfflugzeuge mit großer Reichweite für Routen mittlerer bis langer Distanz zu nutzen, die keine Kapazität eines Großraumflugzeugs benötigen. Der A321LR gilt als Schlüsselkomponente für das geplante Netzwerk-Wachstum der Golf-Airline in den Jahren 2025 und 2026. Etihad hat insgesamt 30 (bzw. nach jüngsten Angaben 35) Maschinen dieses Typs bestellt und stattet diese mit einer besonders hochwertigen Kabine aus, die sogar zwei private First Suiten und 14 Liegesitze in der Business Class in einer 1-1-Konfiguration umfasst. Mit dem A321LR kann Etihad neue, sekundäre Destinationen in Europa und Asien effizient erschließen oder, wie im Fall von Genf, die Frequenzen auf bestehenden Routen

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Sanierungsplan genehmigt: Spirit Airlines gibt Airbus-Flugzeuge an AerCap zurück

Die angeschlagene US-Fluggesellschaft Spirit Airlines hat im Rahmen ihres laufenden Chapter-11-Insolvenzverfahrens eine wichtige Einigung mit ihrem größten Flugzeug-Leasinggeber AerCap Ireland Limited erzielt. Diese Vereinbarung, die vom zuständigen US-Konkursgericht genehmigt wurde, ist ein zentraler Bestandteil der weitreichenden Flottenoptimierungs- und Restrukturierungsstrategie des Billigfliegers, der zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres Gläubigerschutz beantragen musste. Die Einigung sieht vor, dass Spirit Airlines die Leasingverträge für 27 Flugzeuge vorzeitig beendet und diese Maschinen an AerCap zurückgibt. Ein wesentlicher Teil des Deals ist die Abtretung von wertvollen Lieferslots für 60 Airbus A320neo-Familienflugzeuge aus Spirits Bestellbuch an AerCap. Im Gegenzug leistet AerCap eine Zahlung von 150 Millionen US-Dollar an Spirit Airlines und löst damit alle bestehenden Forderungen und Streitigkeiten zwischen den beiden Parteien. Die vorherige Kündigung von Vorfinanzierungsverträgen für 36 Airbus-Lieferungen durch AerCap und das in Verzug setzen Spirits bei Leasinggeschäften galt als maßgeblicher Auslöser für die erneute Insolvenzanmeldung der Airline im August. Der Sanierungsprozess der Spirit Airlines zielt auf eine signifikante Verkleinerung der Flotte ab, um Kosten zu senken und die Kapazität an die profitable Nachfrage anzupassen. Zusätzlich zu den 27 AerCap-Flugzeugen hat Spirit bereits die Ablehnung der Leasingverträge für weitere 87 Flugzeuge bei anderen Leasinggebern beantragt. Insgesamt plant der Carrier, seine Flotte von einst 214 auf etwa 100 Flugzeuge zu halbieren und sich zudem von über zwölf Flughäfen zurückzuziehen. Parallel zur Flottenbereinigung wurde Spirit Airlines eine Debtor-in-Possession (DIP)-Finanzierung von 475 Millionen US-Dollar gewährt, die die Liquidität im Sanierungsverfahren sichern soll. Die Einigung mit AerCap umfasst auch die künftige Leasing-Lieferung von 30 neuen A320neo- und A321neo-Flugzeugen

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ACI Europe meldet Passagierplus von 4,9 Prozent und neue Höchststände an den größten Drehkreuzen

Der europäische Flughafenverband ACI Europe hat seinen vorläufigen Luftverkehrsbericht für August 2025 veröffentlicht, der ein anhaltend starkes Wachstum im Passagierverkehr belegt. Im Vergleich zum Vorjahresmonat stieg das gesamte Passagieraufkommen über das europäische Flughafennetzwerk um 4,9 Prozent. Dieses Plus liegt über dem bisherigen Jahresdurchschnitt und bestätigt die robuste Sommernachfrage. Besonders bemerkenswert ist, dass die Passagierzahlen im August insgesamt 7 Prozent über dem Niveau von August 2019, also der Zeit vor der Pandemie, lagen. Getragen wurde das Wachstum primär durch den internationalen Flugverkehr, der um 5,6 Prozent zulegte, während der nationale Verkehr mit 1,6 Prozent deutlich verhaltener wuchs. Die Flugbewegungen nahmen insgesamt um 3,3 Prozent zu. Ein differenziertes Bild zeichnet sich bei der regionalen Betrachtung: Die Flughäfen der EU+ Region (EU, EWR, Schweiz und UK) verzeichneten mit 4 Prozent ein Wachstum unter dem kontinentalen Durchschnitt. Trotzdem gab es Ausreißer nach oben, wie in Polen (+15,1 Prozent), Slowenien (+11,7 Prozent) und Rumänien (+10,3 Prozent). Die größten Einzelmärkte in der EU+ Gruppe zeigten hingegen nur unterdurchschnittliche Zuwächse. So stieg das Fluggastaufkommen in Deutschland nur um 4,2 Prozent und in Spanien um 3,8 Prozent. Auch in Italien (+2,8 Prozent), Großbritannien (+1,7 Prozent) und Frankreich (+1 Prozent) lagen die Steigerungen im niedrigeren Bereich. Dies steht im Einklang mit der allgemeinen Entwicklung, bei der die Erholung des Passagieraufkommens in Deutschland im ersten Halbjahr 2025 deutlich schwächer ausgefallen war als in vielen anderen europäischen Ländern, wobei etwa der innerdeutsche Verkehr nur etwa die Hälfte des Niveaus von 2019 erreichte. Die Flughäfen im restlichen Europa außerhalb der EU+ Zone

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Jet Aviation Flight Services feiert 40-jähriges Bestehen in den USA

Die US-amerikanische Abteilung für Flugbetrieb und Flugzeugmanagement von Jet Aviation, bekannt als Jet Aviation Flight Services (JAFS), feiert in diesem Jahr ihr 40-jähriges Bestehen. Die 1985 in ihren Anfängen gegründete Geschäftseinheit ist heute ein zentraler Pfeiler im Dienstleistungsangebot des global tätigen Business-Aviation-Unternehmens, welches seit 2008 eine hundertprozentige Tochtergesellschaft des US-Rüstungs- und Technologiekonzerns General Dynamics (GD) ist. JAFS dient als dedizierte Drehscheibe für Flugzeugdienstleistungen in den Vereinigten Staaten, darunter Management und Charterbetrieb unter den FAA-Zertifizierungen Part 91, Part 125 und Part 135. Die Expansion der JAFS in den USA nahm ihren Lauf mit der strategischen Übernahme der Executive Air Fleet im Jahr 1988, wodurch Jet Aviation schlagartig rund 100 Flugzeuge in sein Managementportfolio in den Vereinigten Staaten integrieren konnte. Executive Air Fleet galt zu diesem Zeitpunkt als das grösste Charter- und Managementunternehmen seiner Art in den USA. Diese Akquisition bildete die Grundlage für die heutige Präsenz und das umfangreiche Dienstleistungsangebot in der Region. Die Division hat ihre Flotte kontinuierlich ausgebaut und umfasst heute eine breite Palette von Starr- und Drehflüglern, von Mid-Size-Jets bis hin zu Ultra-Langstrecken-Geschäftsreiseflugzeugen. Die Entwicklung des US-Geschäfts wird durch die jüngsten Flottenzuwächse untermauert: Allein im Jahr 2024 verzeichnete Jet Aviation einen signifikanten Zuwachs an gemanagten Flugzeugen in den USA. Berichten zufolge wurden dem Unternehmen in diesem Zeitraum 39 neue Geschäftsreiseflugzeuge zur Verwaltung übergeben. Zudem kamen 16 weitere Flugzeuge zur Charterflotte unter dem Part 135-Zertifikat hinzu. Insgesamt managt Jet Aviation derzeit weltweit über 300 Flugzeuge, wovon sich ein Grossteil, nämlich rund 200 Flugzeuge, in den USA befindet. Zu den

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Swiss nimmt ersten Airbus A350-900 in Empfang

Swiss hat am Donnerstag, den 9. Oktober 2025, ihren ersten von insgesamt zehn bestellten Airbus A350-900 in Zürich in Empfang genommen. Das neue Flaggschiff der Langstreckenflotte mit dem Kennzeichen HB-IFA wurde von einer Swiss Cockpit-Crew vom Airbus-Werk in Toulouse überführt und mit einem traditionellen Wassersalut am Flughafen Zürich begrüsst. Die Auslieferung markiert den Beginn des Flottenmodernisierungsprogramms der Lufthansa Group-Tochter und läutet das Ende der Ära der verbleibenden Airbus A340-300 ein, die bis Anfang 2028 ausgeflottet werden sollen. Der A350-900 ist das erste Langstreckenflugzeug von Swiss, das die komplett neu gestaltete „Swiss Senses“ Kabine in allen vier Reiseklassen einführt. Diese Kabinengeneration zielt darauf ab, das Reiseerlebnis durch mehr Komfort und Privatsphäre zu erhöhen. Die Konfiguration sieht vier Reiseklassen vor: Drei Suiten in der First Class, wovon eine als Grand Suite zwei Einzelsuiten verbindet, 45 Sitze in der Business Class, 38 Sitze in der Premium Economy und 156 Plätze in der Economy Class, was eine Gesamtkapazität von 242 bis 243 Sitzen ergibt. Zu den technischen Neuerungen an Bord zählen unter anderem 4K-OLED-Bildschirme, Bluetooth-Konnektivität und kabelloses Laden. In der Business Class gibt es zudem fünf verschiedene Sitztypen, darunter die Business Suite mit Schiebetür in der ersten Reihe. Der Liniendienst mit der neuen Maschine beginnt auf der Langstrecke ab Zürich zum Boston Logan International Airport. Ursprünglich für Anfang Januar 2026 geplant, wurde die Premiere auf Ende November 2025 vorgezogen, wobei der erste buchbare Flug für den 20. November angesetzt ist. Vor dem Einsatz auf der Langstrecke wird das Flugzeug, das in einer speziellen „Wanderlust“

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Embraer präsentiert C-390 in Seoul und vertieft Partnerschaft mit Südkorea

Der brasilianische Luftfahrthersteller Embraer beabsichtigt, seine Präsenz auf dem asiatischen Markt zu stärken, indem er vom 20. bis 24. Oktober auf der Seoul ADEX 2025 sein Verteidigungs- und Sicherheitsportfolio vorstellt. Im Mittelpunkt des Messeauftritts steht die C-390 Millennium, das militärische Transportflugzeug des Unternehmens. Der Auftritt unterstreicht das Engagement Embraers für die südkoreanische Verteidigungsindustrie, nachdem die Defense Acquisition Program Administration (DAPA) das Flugzeug im Jahr 2023 im Rahmen der Ausschreibung für Large Transport Aircraft (LTA-II) für die Luftwaffe der Republik Korea (ROKAF) ausgewählt hatte. Die Einführung der C-390 in Südkorea schreitet planmäßig voran. Embraer betonte die enge Zusammenarbeit mit DAPA und ROKAF bei diesem Projekt. Die C-390 Millennium wird speziell an die Anforderungen der ROKAF angepasst, wobei ein umfassendes Paket an Dienstleistungen, Ersatzteilen, Bodenausrüstung und Schulungen inbegriffen ist. Ein zentraler Bestandteil des Geschäfts ist das Industrial Cooperation Program. Dieses sieht vor, dass bedeutende Komponenten des Transportflugzeugs von lokalen südkoreanischen Partnern wie ASTG, EMK und Kencoa Aerospace gefertigt werden. Damit soll die industrielle Basis Südkoreas gestärkt und die Luftfahrtbeziehungen zwischen Korea und Brasilien gefestigt werden. Zur weiteren Identifizierung von Kooperationsbereichen fand erst im Vormonat eine Roadshow von Embraer und der Korea Trade-Investment Promotion Agency (KOTRA) in Sacheon und Busan statt. Die Präsenz von Embraer in Südkorea manifestiert sich zudem bereits durch den Betrieb einer Praetor 600 des Flight Inspection Centers seit 2024. Die C-390 Millennium, die weltweit in Konkurrenz zur Lockheed Martin C-130J Super Hercules steht, gewinnt international weiter an Bedeutung. Südkorea war das erste Land in Asien, das sich für das

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Hotel Dips&Drops erzielt Top-Platzierung bei europäischem Branchenpreis

Das familiengeführte Hotel Dips&Drops aus Flachau im Salzburger Land hat bei der Verleihung der Auszeichnung „Hotelimmobilie des Jahres 2025“ einen beachtlichen Erfolg erzielt. Bei der feierlichen Preisverleihung, die im Hotel Bayerischer Hof in München stattfand, schaffte es das Haus unter die Top 3 der besten Hotelprojekte Europas. Insgesamt hatten sich 25 Bewerber aus neun europäischen Ländern – von der Türkei bis Island – um die renommierte Auszeichnung beworben, deren Nominierung durch das 196+ forum erfolgt. Das Hotel, ein ehemaliger Tauernhof, überzeugte die Jury mit seiner modernen Architektur und seinem umfassenden Konzept als Bike- & Ski Hub. Das Angebot ist auf sportaffine und lifestyle-orientierte Gäste ausgerichtet und kombiniert Action, Erholung, und „Luxury Lifestyle“ mit speziellen Einrichtungen wie einem Loft Gym, Pools und einem Spa-Bereich. Mit 92 Zimmern und Suiten, darunter spektakuläre zweistöckige „Ultimate Champion Suiten“, sowie eigenen Living Rooms und Community Spaces setzt das Dips&Drops neue Maßstäbe im alpinen Tourismus. Das Konzept umfasst zudem einen Bike Hub mit 120 Leihbikes und einen Ski Hub mit Shop und Skischule. Geschäftsführer Hans Harml äußerte sich zur Finalteilnahme positiv: „Dass ein Betrieb unserer Größe es bis in die letzte Runde geschafft hat, zeigt, dass wir mit unserem Konzept genau den Nerv der Zeit treffen.“ Er nahm die Auszeichnung gemeinsam mit Marketing-Managerin Carmen Hauser und Vertreterinnen des Architekturbüros blocher partners, Ricarda Butenholz und Anja Pangerl, entgegen. Der Juryvorsitzende des 196+ forums, Andreas Martin, empfahl das Hotel ausdrücklich als Beispiel für einen gelungenen Perspektivwechsel im alpinen Tourismus. Das Dips&Drops verstand es, sich als Vorzeigeprojekt aus dem

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Hackerangriff und Streiks bremsen Passagierwachstum am Flughafen Brüssel

Der Flughafen Brüssel verzeichnete im September 2025 mit 2,27 Millionen Fluggästen zwar ein leichtes Wachstum von 1 Prozent gegenüber dem Vorjahr, musste aber aufgrund eines schweren Cyberangriffs und wiederholter nationaler Streiks deutliche Einbußen hinnehmen. Besonders betroffen war der Zeitraum vom 20. bis 28. September, als ein Cyberangriff auf das Check-in-System des Dienstleisters Collins Aerospace zu zahlreichen Flugstreichungen und -verspätungen führte. Collins Aerospace, ein globaler Anbieter von Passagierabfertigungssystemen, der über 170 Flughäfen weltweit beliefert, geriet ins Visier, was auch andere europäische Drehkreuze wie London Heathrow und Berlin Brandenburg traf. Der Angriff auf die MUSE (Multi-User System Environment) Software zwang die Flughäfen zur manuellen Abfertigung, wobei die Mitarbeiter in Brüssel sogar handschriftliche Bordkarten ausstellen mussten. Trotz der Beeinträchtigungen im Passagierverkehr zeigte sich der Frachtbereich als robuster Wachstumsträger. Das Gesamtfrachtvolumen stieg im September 2025 um bemerkenswerte 11 Prozent auf fast 66.000 Tonnen. Dabei legte insbesondere die Luftfracht um 17 Prozent zu, angetrieben durch ein starkes Wachstum im Bereich der Integratordienste (+29 Prozent), was auf den steigenden E-Commerce-Verkehr hindeutet. Die wichtigsten Handelsregionen für Import und Export blieben Asien, Afrika und Nordamerika. Die positive Entwicklung im Frachtbereich unterstreicht die Rolle des Flughafens Brüssel als zentrales europäisches Logistik-Drehkreuz. Zur Bewältigung der Cyberkrise reagierte der Flughafen Brüssel mit der vorzeitigen Einführung eines neuen, eigentlich erst für November 2025 geplanten Check-in-Systems. Diese Maßnahme, kombiniert mit verstärktem Personal und alternativen Abfertigungsmethoden wie Self-Service-Kiosken und Online-Check-in, verhinderte einen vollständigen Zusammenbruch. Dennoch musste der Flughafen am härtesten unter der Störung leiden und forderte an den Tagen nach dem Angriff Fluggesellschaften auf,

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Arbeitsgrenzen in Österreich verschwimmen: AK fordert Recht auf Nichterreichbarkeit

Eine aktuelle Deloitte-Studie und eine Auswertung des Arbeitsklima Index der Arbeiterkammer Oberösterreich (AK OÖ) zeigen, dass die ständige Erreichbarkeit von Beschäftigten außerhalb der regulären Arbeitszeit massive Auswirkungen auf die Gesundheit und das Privatleben hat. Laut Deloitte geben 81 Prozent der Angestellten in Österreich an, auch nach Feierabend für berufliche Anliegen erreichbar zu sein. Diese digitale Entgrenzung, befeuert durch Diensthandys und Firmenlaptops, erhöht den Stress und die psychische Belastung vieler Arbeitnehmer. Die Verfügbarkeit über digitale Geräte führt nicht nur zu einer theoretischen Erreichbarkeit, sondern dehnt die tatsächliche Arbeitszeit in die Freizeit aus. Fast ein Viertel der Beschäftigten arbeitet zumindest gelegentlich in der Freizeit, 16 Prozent sind auch im Urlaub tätig, und zwölf Prozent erledigen Aufgaben während eines Krankenstandes von zu Hause aus. Besonders betroffen sind jene, die ihr Diensthandy täglich nutzen: Hier arbeiten 37 Prozent selbst bei Krankheit sehr häufig weiter, und ein Drittel ist sehr oft in der Freizeit beschäftigt. Diese Praxis der unregulierten Verfügbarkeit hat spürbare Konsequenzen: Beinahe sechs von zehn Betroffenen leiden unter starkem Zeitdruck und 45 Prozent berichten von dauerhaftem Arbeitsdruck ohne Verschnaufpausen. Studien zur ständigen Erreichbarkeit belegen, dass die dadurch verkürzten Erholungszeiten das Risiko für psychische und körperliche Erkrankungen wie Schlafstörungen, Burnout und Depressionen erhöhen, da die Fähigkeit, von der Arbeit abzuschalten, massiv beeinträchtigt wird. Die geforderte Flexibilisierung der Arbeit erweist sich somit für viele Beschäftigte als psychisch stark belastend. Angesichts dieser alarmierenden Entwicklungen fordert AK-Präsident Andreas Stangl klare und faire Spielregeln. Er betont, dass Flexibilisierung keine Einbahnstraße sein dürfe. Die AK OÖ verlangt die gesetzliche

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Kulturauftakt in Wien: Philipp Hochmair eröffnet Jugendstiltheater mit Kafkas „Der Prozess“

Das historische Jugendstiltheater auf dem Otto Wagner Areal in Wien hat am 11. Oktober 2025 mit einer ausverkauften Vorstellung feierlich seine Wiedereröffnung als moderne Kulturstätte begangen. Den Auftakt bildete der Schauspieler Philipp Hochmair mit seinem vielbeachteten Monolog von Franz Kafkas Jahrhundertroman „Der Prozess“. Die Lesung wurde als kraftvoller Start für das sanierte Haus inszeniert, das zukünftig als Schauplatz für Kunst und gesellschaftlichen Diskurs dienen soll. Die Wahl des Stücks ist eine bewusste Entscheidung für die Aktualität des 1925 erstveröffentlichten und unvollendeten Romans. Hochmair und Regisseurin Andrea Gerck betonen die zeitlose Brisanz des Textes angesichts heutiger geopolitischer Konflikte, der Macht von Digitalgiganten und autoritärer Tendenzen. Der Monolog thematisiert die Zerrissenheit des Protagonisten Josef K., der an einer übermächtigen Bürokratie und undurchsichtigen Gesetzen zerbricht, eine Thematik, die 100 Jahre nach der Entstehung des Werks in der durch den Ersten Weltkrieg geprägten Zeit weiterhin auf Resonanz stösst. Hochmair selbst zog in seiner Erklärung eine direkte Parallele zur Geschichte des Otto Wagner Areals. Das Theater, einst als Gesellschaftshaus der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt am Steinhof errichtet, liegt in unmittelbarer Nähe eines Mahnmals, das an die dort während des Nationalsozialismus willkürlich getöteten Kinder erinnert. Für den Schauspieler bildet „Der Prozess“ eine feinfühlige Auseinandersetzung mit dem Schrecken vor der Übermacht und dem Schmerz, der diesem historischen Ort innewohnt. Hochmair, bekannt für seine intensive Bühnenpräsenz und seine Auseinandersetzung mit literarischen Klassikern, wurde einem breiteren Publikum unter anderem durch seine Rollen in der Serie „Vorstadtweiber“ sowie seine Auszeichnungen für „Wannseekonferenz“ bekannt. Die Wiedereröffnung des denkmalgeschützten Jugendstiltheaters, das mit

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