
Nachruf auf eine Vision: Das Tegel-Projekt verzögert sich und die Kosten explodieren
Das ehrgeizige Vorhaben, den ehemaligen Berliner Stadtflughafen Tegel in einen zukunftsweisenden Forschungs- und Technologiecampus umzuwandeln, steht vor unerwarteten und massiven Problemen. Medienberichten zufolge, die sich auf interne Dokumente des Berliner Senats berufen, verzögert sich die Fertigstellung des sogenannten „Urban Tech Republic“ um Jahre und die Sanierungskosten explodieren. Die Sanierung des charakteristischen Terminals A für die Berliner Hochschule für Technik (BHT), ein Kernstück des Projekts, wird voraussichtlich nicht wie geplant 2030, sondern erst 2035 abgeschlossen sein. Was einst als strahlendes Beispiel für die Nachnutzung städtischer Infrastruktur gefeiert wurde, droht nun, zu einem langwierigen und finanziell unkalkulierbaren Projekt zu werden. Vom Flughafen zum Forschungszentrum: Der Traum vom Campus TXL Seit der Schließung des Flughafens Tegel im November 2020, kurz nach der Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens BER, begannen die Planungen für die Nachnutzung des Areals. Das Projekt „Urban Tech Republic“, auch bekannt als Campus TXL, sollte einen Innovationspark für urbane Technologien, Wissenschaft und Industrie schaffen. Das ikonische, sechseckige Terminal A, ein denkmalgeschütztes Bauwerk, sollte zu einem modernen Hochschulstandort umgebaut werden. Die Berliner Hochschule für Technik sah vor, hier mehrere ihrer Fachbereiche unterzubringen und so eine Brücke zwischen akademischer Forschung und der praktischen Anwendung in Technologieunternehmen zu schlagen, die ebenfalls auf dem Gelände angesiedelt werden sollten. Die ursprüngliche Vision war es, aus dem ehemaligen Flughafen ein Modellprojekt für die Stadt der Zukunft zu machen. Unternehmen sollten sich hier niederlassen, um an Themen wie Mobilität, Energiesystemen, Kreislaufwirtschaft und nachhaltigem Bauen zu arbeiten. Die Größe des Geländes von 495 Hektar bot die Möglichkeit, Forschung und Produktion








