
Strategien gegen die drohende Treibstoffknappheit: Lufthansa fordert politisches Handeln in Brüssel
Die europäische Luftfahrtindustrie steuert auf einen schwierigen Sommer zu, in dem die Sicherung der Treibstoffversorgung zu einer zentralen operativen Herausforderung wird. Vor dem Hintergrund massiver Verschiebungen in den globalen Lieferketten hat die Lufthansa Group einen dringenden Appell an die Europäische Union gerichtet, regulatorische Hürden abzubauen und die Risikovorsorge zu intensivieren. Während der Konzern für die unmittelbare Zukunft bis Mitte Juni keine physischen Engpässe bei der Kerosinversorgung prognostiziert, bereitet sich das Management unter Führung von Carsten Spohr bereits auf Szenarien vor, die den regulären Flugbetrieb erheblich beeinflussen könnten. Um die Stabilität des Netzwerks zu gewährleisten, schlägt die größte deutsche Fluggesellschaft eine Reihe pragmatischer Maßnahmen vor, die von der Zulassung US-amerikanischer Treibstoffsorten bis hin zur Anpassung internationaler Flugrouten reichen. Der Fokus liegt dabei auf der Sicherstellung der Mobilität in einer Zeit, in der die traditionellen Importwege aus der Golfregion zunehmend unter Druck geraten. Verschiebungen der globalen Importströme und die Rolle der Reserven Europa sah sich in den vergangenen Monaten gezwungen, seine Energiebezugsquellen grundlegend neu zu bewerten. Bisher stammten rund 25 Prozent der europäischen Kerosinimporte aus der Golfregion. Dieser Anteil muss nun aufgrund geopolitischer Instabilitäten und logistischer Hindernisse ersetzt werden. Laut Konzernchef Carsten Spohr wird derzeit etwa die Hälfte dieser wegfallenden Mengen durch verstärkte Importe aus den USA und insbesondere aus Nigeria kompensiert. Diese Diversifizierung der Lieferanten ist ein notwendiger Schritt, um die Abhängigkeit von einzelnen Regionen zu verringern, bringt jedoch neue logistische Anforderungen mit sich. Die andere Hälfte des Bedarfs kann laut Lufthansa noch mindestens bis Mitte Juni durch den Rückgriff auf








