Coronajahr II bescherte AUA rund 264 Millionen Euro Verlust

Embraer 195 (Foto: Jan Gruber).
Embraer 195 (Foto: Jan Gruber).

Coronajahr II bescherte AUA rund 264 Millionen Euro Verlust

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Austrian Airlines verzeichnete im Geschäftsjahr 2021 einen Verlust in der Höhe von 264 Millionen Euro. Damit lag das Adjusted-Ebit zwar um 17 Prozent besser als im ersten Coronajahr, dennoch schloss man schlechter ab als in 2019. Damals hatte man ein Adjusted-Ebit von 19 Millionen Euro.

Ein ähnliches Bild zeigt sich beim Blick auf die Passagierzahlen. Im Vorjahr hatte Austrian Airlines rund fünf Millionen Reisende an Bord. Gegenüber 2020 ein Plus von 61 Prozent, jedoch weiterhin nur ein Bruchteil des Rekordjahres 2019 (14,7 Millionen Passagiere).

Im Gesamtjahr 2021 ist der Umsatz bei Austrian Airlines um 62 Prozent auf 743 Millionen Euro gestiegen (2020: 460 Mio. Euro, 2019: 2.108 Mio. Euro). Die Gesamterlöse sind um 15 Prozent auf 774 Millionen Euro angestiegen (2020: 672 Mio. Euro, darin enthalten sind u.a. 150 Mio. Euro Katastrophenbeihilfe, 2019: 2.181 Mio. Euro). Im selben Zeitraum stiegen die Gesamtaufwendungen um 5 Prozent auf 1.038 Millionen Euro (2020: 991 Mio. Euro, 2019: 2.164 Mio. Euro). Trotz geringerer Produktion bleibt die Liquidität der heimischen Airline weiterhin deutlich über Plan. Gegenüber 2020 hat sich das Adjusted EBIT, welches Bewertungsgewinne/-verluste aus Flugzeugverkäufen bzw. -bewertungen exkludiert, mit -264 Millionen Euro um 17 Prozent verbessert (2020: -319 Mio. Euro, darin enthalten sind u.a. 150 Mio. Euro Katastrophenbeihilfe, 2019: 19 Mio. Euro).

Löwenanteil des Umsatzes im Sommer 2021 gemacht

Der Umsatz von Austrian Airlines im zweiten Halbjahr machte 2021 rund Dreiviertel des Gesamtjahresumsatzes aus. So landete die heimische Airline im dritten Jahresquartal, geprägt von einem starken Sommerpeak, zum ersten Mal seit Krisenbeginn mit einem bereinigten Ergebnis von +2 Millionen Euro wieder in den schwarzen Zahlen. Dank einer guten Weihnachtssaison stieg auch im vierten Quartal 2021 der Umsatz von Austrian Airlines im Vergleich zum Vorjahresquartal (Q4 2020: 46 Mio. Euro) um 446 Prozent auf 251 Millionen Euro. Vom staatlich garantierten Kredit in der Höhe von 300 Millionen Euro wurden im Vorjahr 60 Millionen Euro zurückgeführt.

„Lockdowns, Reisebeschränkungen und neue Virusvarianten spiegeln sich in unseren Ergebnissen des letzten Jahres wider: Auch für 2021 steht ein Minus auf unserem Konto“, so Austrian Airlines CCO Michael Trestl und weiter: „Dennoch: über 500.000 Buchungen innerhalb von 14 Tagen, ein Höchstwert seit Ausbruch der Pandemie, beweisen, dass die Menschen wieder reisen wollen.“  Nach einem weiteren Jahr voller Restrukturierungsmaßnahmen und Anpassungen auf die neue Reisenormalität geben die Buchungstendenzen Grund zu Zuversicht im Flugbetrieb. „In den vergangenen zwei Jahren haben wir Resilienz bewiesen und die Austrian mit großer Flexibilität durch eine Krise voller Turbulenzen geflogen. Zusammen werden wir auch weitere Herausforderungen meistern“, sagt Austrian Airlines COO und Krisenstabsleiter Francesco Sciortino.

Der Personalstand von Austrian Airlines lag zum 31. Dezember 2021 bei 5.793 Mitarbeitern, was einem Minus von rund 650 Beschäftigten bzw. 10 Prozent gegenüber 2020 und einem Minus von rund 1.196 Mitarbeitern bzw. 17 Prozent gegenüber 2019 entspricht. Die Reduktion erfolgte durch natürliche Fluktuation sowie Nicht-Nachbesetzung von Stellen und das Auslaufen von befristeten Dienstverträgen.

In der heutigen Online-Pressekonferenz verwies der Carrier auch darauf, dass aktuell keine Kündigungswelle geplant ist. Vielmehr werden in den nächsten Monaten einige Berufsgruppen deutlich zulegen. Aufgrund der aktuell steigenden Nachfrage für den Sommer werde es in den nächsten Monaten zu einer Einstellung von Flugbegleitern im dreistelligen Bereich kommen. Die Buchungszahlen für die Sommermonate seien in den letzten Wochen dermaßen in die Höhe geschossen, dass diese Kapazitäten mit der aktuellen Anzahl an Flugbegleitern nicht machbar sein.

Neubuchungen in den letzten Wochen stark angezogen

Nach der Ankündigung großflächiger Lockerungen in Europa verzeichnete Austrian Airlines die höchsten Buchungseingänge seit Beginn der Coronakrise. Innerhalb von 14 Tagen wurden über 500.000 Austrian Flüge gebucht. Der Schwerpunkt der Buchungen liegt im Privatreisesegment – ein Trend aus dem letzten Jahr, der sich auch heuer fortsetzt. Die heimische Airline hat daher auch den diesjährigen Sommerflugplan für den touristischen Flugverkehr optimiert und bietet ein um rund 20 Prozent größeres Angebot zu europäischen Ferienzielen als vor der Pandemie. Das Austrian Flugprogramm zählt im Sommer 110 Destinationen mit neuen Zielen auf der Kurz- und Langstrecke. „Neben unserem attraktiven Urlaubsangebot wollen wir auch weiterhin unsere Rolle als Netzwerkairline stärken. Mit der Wiederaufnahme von Los Angeles etwa wird die Drehkreuzfunktion unseres Wiener Hubs erneut in den Fokus gerückt“, so CCO Michael Trestl. Der Buchungsanstieg beschränkt sich aber nicht auf den Sommer, auch für die Osterferien und spontane Wochenendreisen ist die Nachfrage aktuell groß. „Wir bleiben flexibel, wachsam und halten zusammen”, so Trestl.

Mitarbeiter in Lwiw werden unterstützt

Die Lufthansa-Tochter unterhält seit einigen Jahren ein Servicecenter in Lemberg (Lwiw). Daher ist die Airline in diesem Hinblick auch besonders von der aktuellen Lage vor Ort betroffen. In der Online-Pressekonferenz verweist der AUA-Vorstand auf erste Soforthilfen, die den Mitarbeiten bereits zugeflossen ist. So wurde drei Monatsgehälter als direkte finanzielle Hilfe im Voraus bezahlt. Die Fluggesellschaft würde darüber hinaus bereit sein, dem Personal vor Ort auch im großen Stil unter die Arme zu greifen. Beispielsweise könnten Flüge aus der Region organisiert werden. Die Kollegen wollen aber in der Ukraine wollen und zeigen keinerlei Bereitschaft, das Land zu verlassen.

„Als österreichische Heimatairline ist es auch in schwierigen Zeiten unsere Mission, Menschen und Volkswirtschaften zu verbinden. Umso betroffener macht uns die Situation in der Ukraine, die viel Leid und eine große Ungewissheit für die Weltbevölkerung mit sich bringt“, so Austrian Airlines CCO Michael Trestl. „Unsere Gedanken sind bei allen vom Krieg betroffenen Menschen und unseren Kollegen vor Ort, die wir so gut es uns möglich ist unterstützen”, so auch Austrian Airlines COO Francesco Sciortino.

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Jan Gruber ist Leitender Redakteur von Aviation.Direct. Zuvor war er seit 2012 in selbiger Funktion bei AviationNetOnline (vormals Austrian Aviation Net) tätig. Er ist auf Lowcost-Carrier, Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region und tiefgehende Recherchen spezialisiert.

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