Klein, aber fein: Malta Aviation Museum

Douglas C-47 Dakota IV (Foto: Jan Gruber).
Douglas C-47 Dakota IV (Foto: Jan Gruber).

Klein, aber fein: Malta Aviation Museum

Douglas C-47 Dakota IV (Foto: Jan Gruber).
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Leider ist es in Festland-Europa fast in Vergessenheit geraten, dass die maltesischen Inseln im Zweiten Weltkrieg Schauplatz erbitterter Luftschlachten war. Malta war damals eine Kronkolonie des Vereinigten Königreich und und galt für die Kriegsschauplätze Afrika und Italien als strategisch besonders wichtig. Das hatte natürlich fatale Folgen für die Bevölkerung.

Die Royal Air Force überzog die Insel Malta mit Stützpunkten und die Vereinigten Staaten übernahmen die Insel Gozo und errichteten dort eine Air-Force-Base, die aus bis heute ungeklärten Gründen nur sechs Wochen in Betrieb war. Die Achsenmächte wollten den Alliierten den strategischen Vorteil Malta nehmen und bombardierten die Inseln schwer. Auf beiden Seiten kam es zu schweren Verlusten, wobei enorm viele Menschen der Zivilbevölkerung ebenfalls umgekommen sind. Im heute unabhängigen Malta gibt es keinen einzigen ausländischen Militärstützpunkt mehr, jedoch sind deren Hinterlassenschaften bis heute sichtbar.

Armstong Siddely Cheetah XI (Foto: Jan Gruber).

Das Malta Aviation Museum befindet sich auf dem Areal der ehemaligen RAF-Base Ta Qali. Sonderlich viel erinnert nicht mehr an einen Flugplatz, denn die Ausstellung befindet sich direkt neben einer Basketballhalle und einem Fußballstadion. Klein wie der Staat selbst ist auch das Aviation Museum, doch Liebhaber historischen Fluggeräts können hier einige Exponate bestaunen. Dabei handelt es sich überwiegend um Fluggerät, das in den Luftschlachten um Malta im Einsatz war und mühevoll restauriert wurde. Gerade im Bereich technischer Komponenten hat man sogar teilweise die letzten erhaltenen Stücke überhaupt.

Slideshow: Fotografischer Rundgang durch das Malta Aviation Museum Ta Qali

Wer nun eine Außenstelle des Londoner RAF-Museums erwartet, wird schon ein bisschen enttäuscht. Das Malta Aviation Museum ist klein, aber fein. Dazu sollte man auch wissen, dass die Ausstellung eine private Initiative ist und die Restaurierungen fast ausnahmslos von Ehrenamtlichen durchgeführt werden. Manche oder deren Eltern haben einen sehr direkten Bezug: Sie oder ihre Eltern haben auf einer der zahlreichen RAF-Bases gedient. Genau das macht die Ausstellung auch einzigartig, denn neben den Static Displays gibt es enorm viele Ausstellungsgegenstände und andere Zeitzeugen, die alles sehr genau dokumentieren. Besonders viele Fotos und sogar Einrichtungsgegenstände aus Beständen der Royal Air Force sind zu sehen.

Das Museum ist auf drei Hallen aufgeteilt und hat ein sehr starkes Community Flair. So kann es passieren, dass ein älterer Herr, der gerade ein noch nicht ausgestelltes Flugzeug restauriert, zu Besuchern kommt und seine Erinnerungen an diese Maschine erzählt und da ist schon die eine oder andere spannende Geschichte dabei. Das eine oder andere Kampfflugzeug wurde nämlich aus dem Meer geborgen und in jahrelanger Arbeit wieder zu einem Schmuckstück für das Museum gemacht. Das eine oder andere Einzelstück ist natürlich auch dabei.

North American T-6G (Foto: Jan Gruber).

Der Eintrittspreis für Erwachsene beträgt sieben Euro. Der Erlös wird in den Erhalt des Museums, der Ausstellungsstücke und weitere Restaurierungen investiert. Für besonders aufwendige Projekte kann ohne Zwang gespendet werden. Wer möchte kann Geld in die Spendenboxen einwerfen oder eben auch nicht. Fachliteratur zu seltenen Maschinen ist übrigens zu sehr günstigen Preisen vor Ort erhältlich. Teilweise wurde diese von den Vereinsmitgliedern unter Mitarbeit von Zeitzeugen selbst geschrieben, denn im Zweiten Weltkrieg legte man wenig Wert auf historische Dokumentation. Dafür war keine Zeit.

Das Aviation Museum Malta verfügt über eigene Parkplätze, die sich übrigens direkt vor dem Hangar befinden. Weiters halten öffentliche Linienbusse der Linien 56, 186 und 202 in unmittelbarer Nähe. Die Haltestelle heißt “Stadium”. Kostenfreie Toiletten sind genauso vorhanden wie ein kleines Cafe, das derzeit aufgrund der Corona-Pandemie nur mit Getränke- und Snackautomaten betrieben wird. Eben auch deswegen besteht in den Hangars Maskenpflicht. 

Tipp: Der Eintrittspreis kann in bar und mit Debit-/Kreditkarten bezahlt werden. Da das Malta Aviation Museum die Bankkarten klassisch über einen Magnetstreifenleser annimmt, muss der “Stripe” funktionieren. Zahlung mittels NFC oder Chip ist nicht möglich.

Malta Aviation Museum (Foto: Jan Gruber).

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