
US-Senatoren fordern Strafverfolgung von Boeing im Fall der 737 Max-Abstürze
Zwei US-Senatoren haben das US-Justizministerium (DOJ) eindringlich aufgefordert, Boeing in einem Strafverfahren wegen Betrugs im Zusammenhang mit den beiden tödlichen Abstürzen von Flugzeugen des Typs 737 Max in den Jahren 2018 und 2019 strafrechtlich zu verfolgen und eine vorläufige Vereinbarung abzulehnen, die es dem Konzern ermöglichen würde, sich einem Schuldbekenntnis zu entziehen. Auch ein Anwalt, der die Familien der Opfer vertritt, riet dem Justizministerium, Boeing nicht einer strafrechtlichen Verfolgung entkommen zu lassen. In einem Schreiben, das der Nachrichtenagentur Reuters einsehen konnte, bezeichnete der Anwalt Paul Cassell es gegenüber dem DOJ als Justizirrtum, Boeing einen Prozeß oder ein Schuldbekenntnis zu ersparen. Er fügte hinzu, daß weitere Zugeständnisse an den Hersteller „völlig unangemessen“ wären. Das Schreiben zitierte auch Bezirksrichter Reed O’Connor, der diesen Fall als das tödlichste Unternehmensverbrechen in der Geschichte der USA bezeichnet hatte. Cassells Brief erfolgte etwa eine Woche, nachdem das DOJ den Familien der Opfer in einem Treffen eine vorläufige Vereinbarung ohne Strafverfolgung mit Boeing skizziert hatte. Eine endgültige Entscheidung, ob diese Vereinbarung abgeschlossen oder Boeing vor Gericht gebracht wird, steht jedoch noch aus. Cassell argumentierte gegenüber dem DOJ, daß der Vorschlag der Regierung es dem Flugzeugbauer faktisch ermöglichen würde, sein eigener Bewährungshelfer zu werden, indem er einen unabhängigen Aufseher umgehen und seinen eigenen Compliance-Berater einsetzen könnte. Kurz nach Cassells Schreiben forderten auch die US-Senatoren Elizabeth Warren und Richard Blumenthal das DOJ auf, den Flugzeugbauer für die tragischen Abstürze strafrechtlich zu verfolgen und den Deal abzulehnen. Sie erklärten, es wäre ein schwerwiegender Fehler, Boeing und seinen Führungskräften zu erlauben,







