Insolvenz

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Romaero: Insolvenzverfahren eröffnet

Der rumänische Luftfahrtzulieferer Romaero befindet sich in einem Insolvenzverfahren. Bereits vor Weihnachten 2023 wurde der entsprechende Antrag beim zuständigen Gericht in Bukarest eingereicht. Nun wurden das Verfahren eröffnet und ein Insolvenzverwalter bestellt. Romaero war einst selbst in der Fertigung von Verkehrsflugzeugen aktiv. Beispielsweise stellte man die Rombac One-Eleven her. Dabei handelte es sich um eine Lizenzproduktion der BAC One-Eleven. In der Vergangenheit hatte unter anderem Ryanair einige Exemplare des rumänischen Musters. Zuletzt war Romaero auf Reparaturen von militärischen Flugzeugen spezialisiert. Auch fertigte man als Subunternehmer diverse Komponenten für andere Hersteller. Auslöser der Insolvenz ist laut Unternehmensangaben, dass man ein Berufungsverfahren in einem Rechtsstreit verloren hat und eine millionenschwere Forderung in den USA zu bezahlen ist.

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Klamme Spicejet will insolvente Go First kaufen

Die indische Billigfluggesellschaft Spicejet steckt seit vielen Jahren in einer finanziellen Dauerkrise und ist immer wieder damit konfrontiert, dass Leasinggeber Flugzeuge einziehen und/oder Gläubiger Konkursanträge gegen das Unternehmen stellen. Nun beabsichtigt man den insolventen Mitbewerber Go First zu übernehmen. In der Mathematik ergibt Minus und Minus Plus. Diese Regel gilt nicht im Wirtschaftsleben, jedoch kommt es immer wieder vor, dass sich zwei oder mehrere angeschlagene Unternehmen zusammenschließen und/oder der eine Sanierungsfall den anderen übernimmt. So bahnt es sich jedenfalls in Indien an, denn Spicejet hat eine Börsenmitteilung herausgegeben, in der der Vorstand erklärt, dass man beabsichtigt die insolvente Go First zu übernehmen. Dass Spicejet, der erst kürzlich in Dubai-World Central eine Boeing 737-800 gepfändet wurde, die jedoch nach richterlicher Entscheidung wieder freigegeben wurde, das Geld dafür gar nicht hat, ist auch klar. Das will man sich aber ausleihen, sprich andere sollen für die beabsichtigte Übernahme von Go First bezahlen. Der Spicejet-Vorstand nennt auch gleich eine Summe: 270 Millionen U.S.-Dollar benötige man dafür und ganz nebenbei will man damit auch die eigene Finanzlage stabilisieren – also Schulden bezahlen, bei denen Gläubiger Druck machen. Ob Spicejet im Bieterverfahren zum Zug kommt oder nicht – das ist völlig offen. Laut lokalen Medienberichten sollen sich auch Sky One und Safrik Investments für den Kauf und die Wiederbelebung von Go First interessieren. Generell ist fraglich, ob das gelingen wird, denn ein ähnliches Projekt bezüglich Jet Airways steckt mitten im Chaos.

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Konkursverfahren gegen Ukraine International Airlines eröffnet

Gegen die Fluggesellschaft Ukraine International Airlines wurde am 22. November 2023 das Konkursverfahren eröffnet. Vorausgegangen ist ein Antrag einer staatlichen Bank, der gegen das Unternehmen eingebracht wurde. Kürzlich wurde bekannt, dass die Ukreximbank beim Handelsgericht Kiew einen Konkursantrag gegen Ukraine International gestellt hat. In diesem begehrte das staatliche Finanzinstitut auch, dass das Gericht feststellen möge, dass die Fluggesellschaft zahlungsunfähig ist. Bereits zuvor ist es auf Gläubigerantrag zur Versteigerung von Betriebsmitteln gekommen. Das Gericht hat sich am 22. November 2023 mit dem Konkursantrag, der gegen UIA eingebracht wurde, befasst und entschieden, dass das Insolvenzverfahren eröffnet wird. Gleichzeitig wurde Tatyana Nosenko zur Masseverwalterin bestimmt. Diese muss sich zunächst einen Überblick verschaffen. Es gilt aber als äußerst unwahrscheinlich, dass Ukraine International Airlines fortgeführt werden kann. Aufgrund des Krieges kann man aus Sicherheitsgründen den üblichen Linienverkehr nicht durchführen. Im Gegensatz zum Konkurrenten Skyup ist es UIA nicht gelungen sich erfolgreich außerhalb der Ukraine im ACMI- und Chartergeschäft zu etablieren. Der von Russland angezettelte Krieg hat den Niedergang von Ukraine International Airlines erheblich beschleunigt. Allerdings litt der Carrier, der sich im Privateigentum befindet, stark unter der Corona-Pandemie und war bereits vor dieser finanziell angeschlagen. Die Regierung plante die Gründung einer staatlichen Fluggesellschaft, jedoch ist das Projekt kriegsbedingt auf die lange Bank verschoben worden.

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Nordica: Ohne Käufer geht das Licht aus

Die nächsten Tage und Wochen dürften für die Zukunft des Marabu-Partners Nordica entscheidend werden, denn das Unternehmen ist nicht nur finanziell massiv angeschlagen, sondern die Regierung von Estland schließt Finanzhilfen aus. Man will das Unternehmen nach Möglichkeit verkaufen.  Sollte sich kein Käufer finden, so soll Nordica im Rahmen eines Insolvenzverfahrens abgewickelt werden. Der Carrier hat in diesem Jahr so hohe Verluste eingeflogen, dass die Finanzmittel nahezu aufgebraucht sind. Vor wenigen Wochen hat man noch dementiert, dass Insolvenzgefahr droht. Mittlerweile warnt auch das Management vor der prekären Finanzlage. Das staatliche Unternehmen kann aber auf keine finanzielle Hilfe der Regierung hoffen, denn diese will die Luftfahrtaktivitäten nicht weiter finanzieren.  Nordica ist nach dem Zusammenbruch von Estonian Air als Nachfolger an den Start gebracht worden. Zunächst war man ein reiner virtueller Carrier. Der Flugbetrieb wurde am Anfang von Adria Airways durchgeführt und dann von der Konzernschwester Xfly, die damals Regional Jet genannt wurde. Zwischenzeitlich gab es auch eine Kooperation mit der polnischen Lot, die zeitweise auch Minderheitsgesellschafter war. Diese wurde bereits vor längerer Zeit aufgelöst.  Eigentlich sollte Nordica als Linienfluggesellschaft positioniert werden. Deshalb erlangte das Unternehmen ein eigenes AOC. Die Wetlease- und ACMI-Aktivitäten sollten bei Schwestergesellschaft Xfly, die als profitabel gilt, verbleiben. Das Management ging aber einen anderen Weg und flottete den Maschinentyp Airbus A320 ein und beschloss eine Kooperaiton mit der Condor-Konzernschwester Marabu. Mit dieser war man offensichtlich massiv überfordert. Dies hatte erhebliche Verspätungen und Ausfälle bei Marabu zur Folge. Hierfür hatte man auch erhebliche Kosten zu tragen. Die Summe der Fehlentscheidungen

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Ukraine International Airlines ist pleite

Gegen die Fluggesellschaft Ukraine International Airlines wurde seitens der staatlichen Ukreximbank ein Konkursantrag gestellt. Bereits zuvor wurde bekannt, dass Betriebsgüter des Unternehmens unter den Hammer gekommen sind. Die Finanzlage des Carriers war bereits vor dem kriegerischen Angriff Russlands gegen die Ukraine angespannt.  Ukraine International Airlines ist kein staatliches Unternehmen, sondern eine private Fluggesellschaft. Fälschlicherweise wird das Unternehmen immer wieder als Staatscarrier titutliert, jedoch ist man das nicht. Über einige Jahre hinweg waren auch Swissair und Austrian Airlines an UIA beteiligt. Die AUA hat die Beteiligung kurz nachdem man selbst von Lufthansa übernommen wurde aufgelöst. Geblieben ist aber eine Codeshare-Kooperation, die kriegsbedingt nicht mehr von Bedeutung ist, weil ohnehin der Luftraum der Ukraine gesperrt ist.  Noch vor der Corona-Pandemie ist Ukraine International Airlines in Schieflage geraten. Hintergrund ist, dass man zunehmenden Konkurrenzdruck durch Billigfluggesellschaften aus dem In- und Ausland bekommen hat. Auch sind nach der Annexion der Krim durch die Russische Föderation einst ertragreiche Russland-Strecken weggefallen. Doch UIA schaffte es in der Luft zu bleiben. Auch die Coronakrise hat man überstanden.  Die Regierung der Ukraine plante vor und während der Pandemie eine neue staatliche Fluggesellschaft in die Luft zu bringen. Diese sollte, nach Möglichkeit, mit in der Ukraine gefertigtem Fluggerät fliegen. Es war vorgesehen, dass das neue Unternehmen die einstige Rolle von UIA übernehmen sollte. Ob dieses Vorhaben gelungen wäre, hätte sich zeigen müssen. Diese Frage stellt sich derzeit aber nicht, denn die Pläne für die neue nationale Fluggesellschaft liegen kriegsbedingt auf Eis und Ukraine International Airlines wurde auf Antrag der

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Hamburg: Schnieder Reisen ist insolvent

Vor wenigen Tagen musste das auf Osteuropa-Reisen spezialisierte Unternehmen Schnieder Reisen Insolvenz anmelden. Der Reiseveranstalter ist in Hamburg ansässig und hat den Rechtsanwalt Hendrik Gittermann zum vorläufigen Masseverwalter bestellt bekommen. Derzeit ist vorgesehen, dass der Geschäftsbetrieb fortgeführt werden soll. Eigenangaben nach soll die Ursache der Pleite auch im Ukraine-Krieg liegen, denn die Nachfrage nach Reisen ins Baltikum, in die Ukraine und nach Russland wäre extrem stark eingebrochen. „Nach heutigem Stand werden alle Kunden ihre bereits gebuchten Reisen antreten können und haben keinen finanziellen Schaden zu befürchten“ erklärt der Insolvenzverwalter. Der Deutsche Reisesicherungsfonds, über den die Pauschalreisen abgesichert sind, habe sich eigenen Angaben nach bereits mit dem Masseverwalter abgestimmt. Im Bedarfsfall werde man ausgefallene Reiseleistungen erstatten.

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Jet-Airways-Neustart mit neuerlichen Problemen

Über dem angekündigten Neustart der indischen Jet Airways, der schon mehrfach abgesagt und verschoben wurde, steht neuerlich kein guter Stern. Ein Gläubigerausschuss behauptet, dass noch immer kein Geld von den Käufern überwiesen worden wäre. Konkret geht es um Altlasten, die im Zuge der Übernahme durch das Jalan-Kalrock-Konsortium mitübernommen wurden. Das zuständige Insolvenzgericht hat schon mehrfach Stundungen gewährt, um Verhandlungen zu ermöglichen. Die Gruppierung behauptet nun, dass man nun versuchen will die noch vorhandenen Vermögenswerte verwerten zu lassen, falls der Käufer auch weiterhin keine Zahlungen leisten sollte. Das Committee of Creditors habt auch hervor, dass kürzlich ein Gericht in Liechtenstein nicht näher bezeichnete Vermögenswerte des Konsortiums eingefroren habe. Rechtsmittel, die dagegen ergriffen wurden, wären abgelehnt worden. Weiters läuft ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft. Die Verhandlungsbasis zwischen dem Komitee und dem Käufer-Konsortium scheint immer weiter angespannt zu sein. Einst war Jet Airways eine Beteiligung von Etihad Airways. Im April 2019 musste man aber den Flugbetrieb einstellen und Konkurs anmelden. Etwa 1,5 Jahre später ging das Jalan-Kalrock-Konsortium als Käufer der Insolvenzmasse hervor. 99 Prozent der Gläubiger hatten ihre Zustimmung erteilt, denn es wäre zugesagt worden, dass etwa 1,8 Milliarden U.S.-Dollar an Altlasten übernommen und an die Gläubiger ausbezahlt werden. Das Committee of Creditors behauptet gegenüber lokalen Medien, dass man bislang keine Zahlungen von den Käufern erhalten habe, sondern monatliche Kosten in der Höhe von 2,8 Millionen Euro habe. Dabei soll es sich um Finanzmittel handeln, die Jet Airways benötigen würde. Dem gegenüber steht aber, dass das Jalan-Kalrock-Konsortium erklärt hat, dass man unmittelbar nach der

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Air Belgium fliegt vier Monate unter Gläubigerschutz

Vor wenigen Tagen musste die Fluggesellschaft Air Belgium beim zuständigen Firmenbuchgericht in Belgien ein sanierungsverfahren anmelden. Mittlerweile hat man grünes Licht bekommen und darf den Geschäftsbetrieb bis vorerst 22. Jänner 2024 unter Gläubigerschutz fortsetzen. Seit der Unternehmensgründung war Air Belgium immer wieder in finanzieller Schieflage und stand wiederholt kurz vor dem Aus. Bislang ist es dem Unternehmen stets gelungen neue Investoren und damit frisches Geld zu bekommen. Seit der Gründung hat man aber Verluste in der Höhe von 92 Millionen Euro eingeflogen. Allein im Geschäftsjahr 2022 lag der Fehlbetrag bei 45 Millionen Euro. Wiederholt gab es in diesem Jahr lokale Medienberichte, in denen über die massiv angespannte Finanzlage des Carriers berichtet wurde. Diese wurden mehr oder weniger dementiert. Noch vor wenigen Wochen sah es ganz danach aus als wäre mit dem Einstieg eines neuen Investors die Zukunft von Air Belgium dauerhaft gesichert. Dann wurde aber nicht ganz überraschend bekanntgegeben, dass man ein Sanierungsverfahren bzw. Gläubigerschutz beantragen muss, um sich neu aufstellen zu können. Das Geschäftsmodell von Air Belgium soll grundlegend verändert werden. Linienflüge auf eigene Rechnung wird man künftig nicht mehr haben. Die letzten verbliebenen Routen werden eingestellt. Man will sich auf die Erbringung von ACMI- und Charterdienstleistungen sowie das Frachtgeschäft konzentrieren. Beispielsweise konnte man im Passagierbereich mit Lot auch schon einen Kunden gewinnen. Das Unternehmensgericht von Wallonisch-Brabant hat nun den Antrag, den die Geschäftsleitung von Air Belgium vor wenigen Tagen eingebracht hat, bearbeitet und darüber entschieden. Zunächst wird dem Carrier eine Frist bis zum 22. Jänner 2024 gewährt. Währenddessen

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Passagierflüge entfallen: Air Belgium muss Gläubigerschutz beantragen

Die im belgischen Charleroi ansässige Air Belgium hat mit Wirksamkeit zum 3. Oktober 2023 sämtliche Passagierflüge abgesagt. Man will sich künftig auf die Erbringung von Fracht- und ACMI-Aktivitäten konzentrieren. Weiters hat man am 18. September 2023 einen Antrag auf Gläubigerschutz beim zuständigen Gericht eingebracht. Bereits seit längerer Zeit befindet sich Air Belgium in Schieflage. Immer wieder dementierte das Unternehmen lokale Medienberichte, in denen von einer stark angespannten Finanzlage die Rede war. Zuletzt hieß es gar, dass man einen neuen Investor gefunden habe, der dem Carrier unter die Flügel greifen wird. Nun will sich Air Belgium im Rahmen eines Gläubigerschutzverfahrens neu aufstellen. Um die Kosten so rasch wie möglich reduzieren zu können, stellt man per 3. Oktober 2023 sämtliche Passagierflüge auf eigene Rechnung ein. Zu den Ursachen, die zum Gang zu Gericht geführt haben, schreibt das Unternehmen unter anderem, dass man in den letzten Jahren beispielsweise wegen der Corona-Pandemie und den nach dem Beginn des Ukraine-Kriegs stark gestiegenen Treibstoffpreise erheblich geschwächt worden wäre. Auch bekomme man zu spüren, dass die galoppierende Inflation die Kaufkraft im Heimatmarkt regelrecht entwertet hätte. Dies würde sich massiv negativ auf die Nachfrage auswirken. Alles in allem: Der Vorstand habe keine andere Wahl gehabt und müsse das gesamte Geschäftsmodell umgestalten, um Air Belgium zu retten. Man habe alle zur Verfügung stehenden Optionen geprüft, wäre aber zum Schluss gekommen, dass man lediglich die Möglichkeit habe die Linienflüge einzustellen und sich auf Fracht- und Wetlease-Dienstleistungen zu konzentrieren. Auf eigene Rechnung wird man ab 3. Oktober 2023 keine Passagierflüge mehr

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Indien: Go First erhält schnellen Notkredit

Die insolvente Fluggesellschaft Go First war nicht mehr in der Lage die laufenden Betriebskosten, die während dem Stillstand entstehen, zu tragen. Nun wurde nach dem lokalen Insolvenzrecht ein Notkredit in der Höhe von 12,1 Millionen U.S.-Dollar gewährt. Aus finanziellen Gründen musste Go First Anfang Mai 2023 den Flugbetrieb einstellen und in weiterer Folge Konkurs anmelden. Man hat die angekündigte Wiederaufnahme des Flugbetriebs immer wieder nach hinten verschoben. Mittlerweile kontrollieren mehrere indische Banken das Unternehmen. Diese haben auch die jüngste Notfinanzierung gewährt.

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