
Ocean – Lufthansas Träume von Ryanair-Löhnen?
Was Lufthansa mit der neuen Tochter-Airline Ocean GmbH so ganz genau bezweckt, wird ein bisschen wie ein Staatsgeheimnis gehütet. Bekannt ist, dass über diese Plattform touristische Flüge durchgeführt werden sollen. Der Hauptvorteil dürfte dabei sein, dass der Konzerntarifvertrag derzeit nicht anwendbar ist. Die Folge daraus sind niedrigere Lohnkosten für das fliegende Personal. Im Sommerflugplan 2021 soll der Flugbetrieb der Ocean GmbH nach und nach aufgenommen werden, erklärte eine Sprecherin gegenüber dem Portal Aero.de. Gesucht werden derzeit übrigens etwa 300 Mitarbeiter für den Maschinentyp Airbus A330. Also jener Langstreckenjet, der bei Eurowings von SunExpress Deutschland und Brussels Airlines betrieben wurde. Zunächst soll Ocean unter der Marke Eurowings am Flughafen Frankfurt am Main starten. Ob das Produkt auch nach München, Zürich oder Wien kommen wird, ist noch völlig offen. Lufthansa macht zu diesem Thema keinerlei offizielle Angaben. Nach außen hin wird für die Passagiere laut derzeitigen Planungen die Marke Eurowings sichtbar sein. Das bedeutet, dass man die bisherige Strategie mit einer neuen Plattform im Hintergrund überarbeitet, aber sich nicht wagt eine neue Marke zu etablieren. Lufthansa versuchte in der Vergangenheit über Eurowings (SunExpress Deutschland und Brussels Airlines) sowie CityLine (“Jump”) offensiv in das touristische Langstreckengeschäft einzusteigen. Es war jedoch nicht von Erfolg gekrönt, weshalb man nun offenbar den nächsten Anlauf in wesentlich kleinerem Umfang versucht. Mit der Eurowings-Long Haul verlochte Lufthansa nicht nur viel Geld, sondern brachte sich aufgrund wiederholter Probleme im Betriebsablauf mit mehrtägigen Verspätungen auch einen unrühmlichen Ruf ein. Mit Ocean soll nicht nur alles besser, sondern auch kleiner werden.








