SkyUp gründet Tochter-Airline auf Malta und will mit 19 Maschinen den EU-Markt aufmischen

Boeing 737-700 (Foto: V1Images.com/Thorsten Urbanek).
Boeing 737-700 (Foto: V1Images.com/Thorsten Urbanek).

SkyUp gründet Tochter-Airline auf Malta und will mit 19 Maschinen den EU-Markt aufmischen

Boeing 737-700 (Foto: V1Images.com/Thorsten Urbanek).
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Die ukrainische Billigfluggesellschaft SkyUp Airlines will sich dauerhaft im ACMI- und Chartergeschäft in der Europäischen Union etablieren. Dazu gründet man eine neue Tochtergesellschaft, die ein EU-AOC erhalten soll. Diese soll auch ab März 2023 ins Liniengeschäft einsteigen.

Großaktionär Alexander Alba kündigte an, dass man zunächst ab der Slowakei, Tschechien, Rumänien, Polen, Moldawien und den baltischen Staaten aus Charterflüge für Reiseveranstalter durchführen wird. Gleichzeitig wurde auch betont, dass die bestehenden ACMI-Kooperationen auf das neue AOC übertragen werden. Beispielsweise Smartwings hat derzeit eine Boeing 737-800 von SkyUp im Wetlease. Damit dürfte auch klar sein warum man beispielsweise die Slowakei und Tschechien explizit genannt hat.

Linienflüge ab Österreich und Deutschland „wahrscheinlich“

Der SkyUp-Teilhaber sagte auch, dass die Neugründung auch ab Österreich und Deutschland aktiv werden könnte. Damit sind nicht bestehende ACMI-Aufträge, beispielsweise für Corendon, sondern Charterflüge sowie Linienstrecken. Nähere Einzelheiten wurden noch nicht genannt.

Zunächst will man mit dem ACMI- und Chartergeschäft starten. In diesem ist die ukrainische SkyUp bereits tätig. Die künftige Konzernschwester SkyUp Europe soll die bestehenden Kunden in der EU „übernehmen“ und für diese weiterhin im ACMI bzw. Charter fliegen. Zusätzlich will man eigene Linienflüge ab den im zweiten Absatz genannten Staaten aufnehmen. Linienaktivitäten ab Österreich und Deutschland hält man für wahrscheinlich, befinden sich jedoch derzeit noch in Prüfung. Bedienen will man klassische Urlaubsländer, darunter die Türkei, Ägypten und auch Tansania.

Konzernschwester Join Up soll für Grundauslastung sorgen

Mit der Join-Up-Group, die Niederlassungen in den baltischen Staaten, Rumänien und Polen hat, hat man laut SkyUp-Commercial-Director Liudmyla Slobodyaniuk bereits den ersten Großkunden an der Hand. SkyUp Europe, so der offizielle Projektname der Neugründung, könnte die Linienflüge, die derzeit evaluiert werden, frühestens ab Ende März 2023 durchführen. „Die lang geplante strategische Absicht wird verwirklicht – die Schaffung einer vollwertigen europäischen Fluggesellschaft, die in der EU operieren wird“, sagt Slobodyaniuk. Dass man mit Join Up zusammenarbeitet, ist absolut kein Zufall: Dieser Tour Operator gehört ebenfalls dem Firmenimperium der Familie Alba an.

SkyUp will sich aber nicht zu tief in die Karten blicken lassen, denn „SkyUp Europe“ ist – wie erwähnt – nur der Projektname. Es ist zwar nicht ausgeschlossen, dass es der endgültige Markenauftritt wird, jedoch betont der ukrainische Billigflieger, dass man die Marke, die ersten Bases sowie das Streckennetz erst zu einem späteren Zeitpunkt kommunizieren wird. Man befinde sich momentan in finalen Verhandlungen mit diversen Stellen, darunter Flughäfen, Reiseveranstalter und Leasinggeber. Auch zu den Kosten, die SkyUp bzw. deren Aktionäre für das EU-Projekt entstehen, machte man keine Angaben.

AOC und Betriebsgenehmigung auf Malta beantragt

Sehr viel gesprächiger ist man über den EU-Staat, in dem man das AOC beantragt hat: Es handelt sich – wenig überraschend – um Malta. Die Flugzeuge von SkyUp Europe werden also ins 9H-Register eingetragen werden. Das Management begründet die Entscheidung für den Mittelmeerstaat unter anderem damit, dass die Unterstützung durch die lokalen Behörden sehr gut sein soll und natürlich soll auch die Steuergesetzgebung vorteilhaft sein, um paneuropäisch operieren zu können. Das Erlangen von AOC und Betriebsgenehmigung auf Malta wäre insofern vergleichsweise günstig, weil die Kosten (Dokumente, Behördengebühren, Genehmigungen, etc.) lediglich rund fünf Millionen Euro betragen würden. Aufgrund der maltesischen Vorgaben, die besagen, dass ein neuer AOC-Holder mindestens zwei Flugzeuge haben muss, wird man zunächst mit mindestens zwei Maschinen an den Start gehen. Die genaue Stückzahl steht aber noch nicht fest. Im Sommer 2023 will man jedenfalls 19 Flugzeuge auf dem neuen EU-AOC haben.

Die ersten Charterflüge sollen im Spätherbst 2022 aufgenommen werden. Auch sollen ACMI-Aufträge, die momentan von der ukrainischen SkyUp bedient werden, auf die neue Gesellschaft übertragen werden. Der Verkauf von Flugscheinen für die eigenwirtschaftlichen Flüge soll Ende November/Anfang Dezember 2022 aufgenommen werden. Der erste Linienflug auf eigene Rechnung soll Ende März 2023 durchgeführt werden. Die Flotte soll sukzessive auf 19 Maschinen, vermutlich Boeing 737, jedoch äußerte man sich zum Maschinentyp nicht, hochgefahren werden.

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