Jan Gruber

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Jan Gruber

Rechtsschutz: HG Wien kassiert Uniqas „Ausnahmesituationsklausel“

Viele Fluggesellschaften verschleppten nach Beginn der Corona-Pandemie die Erstattung nicht nutzbarer Tickets. Wer eine Rechtsschutzversicherung mit Allgemeinem Vertragsrechtsschutz hat, dachte auf der sicheren Seite zu sein. Doch einige Assekuranzen wurden kreativ und wollten sich mit fadenscheinigen Ausreden vor der Deckung drücken. Dem schob nun das Handelsgericht Wien einen Riegel vor. Der Verein für Konsumenteninformation klagte im Auftrag des Sozialministeriums gegen einen der größten Anbieter Österreichs, die Uniqa-Versicherung. Grund dafür war, dass es laut VKI im Frühjahr 2020 vermehrt zu Beschwerden gekommen ist, dass das Unternehmen im Bereich Rechtsschutz die Deckung verweigert haben soll und sich dabei auf eine „Ausnahmesituationsklausel“ berufen haben soll. Andere Versicherer versuchten sich ebenfalls zu drücken Die Uniqa war hier kein Einzelfall, denn Aviation Direct liegt ein Fall vor, in dem eine andere Assekuranz im Mai 2020 die Deckung für rechtliches Vorgehen gegen Laudamotion GmbH ablehnte. Der Fluggast hatte ein Return-Ticket für Mitte April 2020, das im Jänner 2020 gebucht wurde, jedoch konnte dieses mangels Flugbetrieb nicht angetreten werden. Lauda erstattete das Geld nicht, sondern der Chat-Kundenservice band dem Konsumenten einen besonderen „Bären“ auf: Pro Monat könne man aus Kapazitätsgründen maximal 10.000 Flugscheine erstatten. Der Passagier hatte aber kein superbilliges Ticket, sondern bezahlte für seine Reise pro Person etwa 250 Euro. Dem Lauda-Kunden platzte der Kragen und er ersuchte seine Rechtsschutzversicherung um Deckung, da alle Versuche – auch per Einschreiben mit Rückschein – nicht zur Rückzahlung führten. Die böse Überraschung kam dann von der Assekuranz: Abgelehnt, denn aufgrund behördlicher Anordnungen hätte Lauda nicht fliegen können. Das war

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Corona versalzt Do&Co die Suppe

Das aufgrund der Corona-Pandemie stark reduzierte Flugangebot hat auch Spuren in den Finanzzahlen des Airline-Caterers Do&Co hinterlassen. Dieser Geschäftsbereich verzeichnete im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2020/21 einen 78,2-prozentigen Umsatzrückgang auf 78,81 Millionen Euro. Das EBITDA sank um 83,6 Prozent auf 6,66 Millionen Euro ab. Das EBIT ist mit -15,05 Millionen Euro tiefrot. Profitieren konnte Do&Co lediglich davon, dass einige Airlines in einzelnen Ländern wieder begonnen haben Essen an Bord und ihren Lounges anzubieten, „da die Unzufriedenheit der Passagiere, insbesondere in den Premiumklassen, bereits sehr groß wurde“. Do&Co übernahm Mitte Mai 2020 das Catering für die Langstreckenflüge von British Airways ab Heathrow. Mit 15. September 2020 folgten auch die Kurzstreckenverbindungen. Hierzu wurde im Vereinigten Königreich eine 34.000 Quadratmeter große Großküche eröffnet. „Die COVID-19 Pandemie hat Do&Co gezwungen auch in der Division Airline Catering an neuen Geschäftsmodellen und Produkten zu arbeiten. In diesem Zusammenhang wurde mit mehreren Airlines aufgrund der COVID-19 Pandemie ein neues „Premium Box“- Konzept entwickelt, um die Interaktion zwischen Crew und Passagieren zu reduzieren. Das Do&Co Produkt kann somit kontaktlos von den Flugbegleitern an die Passagiere übergeben werden“, so das Unternehmen in einer Aussendung. Die Do&Co Airline-Catering-Zahlen auf einen Blick:

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FACC AG verzeichnet wieder steigende Nachfrage

Der österreichische Luftfahrtzulieferer FACC AG musste in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres einen um 32,6 Prozent verminderten Umsatz von 392,8 Millionen Euro verzeichnen. Das operative Ergebnis beträgt minus 57,5 Millionen Euro, wobei dies laut Vorstand durch Sondereffekte einmalig mit 48,5 Millionen Euro negativ belastet ist. Dennoch: Die FACC AG konnte im September 2020 einen 30-prozentigen Nachfrageanstieg und wagt sich vorsichtig von einer möglichen Trendwende zu sprechen. „Die Erholung der globalen Märkte wird voraussichtlich langsam voranschreiten, das Erreichen des Vor-Corona-Niveaus kann aus heutiger Sicht bis zum Jahr 2024 dauern. Als Reaktion auf die neuen Markteinschätzungen gab FACC Mitte September bekannt, dass eine Anpassung der Kapazitäten unausweichlich sei und als Folge der Konzern im vierten Quartal den Personalstand um 650 Mitarbeiter reduzieren werde. Für die betroffenen Mitarbeiter wurde ein Sozialplan vereinbart. Zudem beendete FACC mit Ende September die Kurzarbeit in nahezu allen Bereichen des Konzerns“, so das Unternehmen. Die weltweite Corona-Krise wird die Gesellschaft und die Märkte noch länger beschäftigen. FACC beobachtet und analysiert die Entwicklungen genau und setzt zielgerichtet strategische und operative Maßnahmen, um sich den neuen Anforderungen schnell und entschlossen anzupassen. So werden die Fixkosten mit einem konzernweiten Optimierungsprogramm reduziert, die vertikale Integration im Bereich der Metallbearbeitung zum Zweck der Materialkostensenkung weiterhin forciert und der geplante Neubau des FACC Standortes in Kroatien in Ausführung und Größe angepasst bzw. zeitverzögert realisiert. Das Insourcing von bisher ausgelagerten Bauteilen läuft planmäßig und wird ab Anfang 2021 die Auslastung der Werke erhöhen. „Mit den getroffenen Maßnahmen sichern wir langfristig rund 100 hochqualifizierte

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Emirates baut A380-Einsatz aus

Golfcarrier Emirates Airline baut die Kapazitäten nach Moskau, Manchester und London-Heathrow aus. Auf den drei genannten Strecken soll das Muster Airbus A380 zum Einsatz kommen. Zum größten Airport des Vereinigten Königreichs ab 27. November 2020 sogar viermal täglich. Manchester will der weltgrößte A380-Operator ab 2. Dezember 2020 sechsmal wöchentlich mit dem Superjumbo anfliegen. Nach Moskau geht es ab 25. November 2020 mit Airbus A380. Weiters werden die Boeing-777-Strecken nach Birmingham und Glasgow aufgestockt. Nach Manchester kommt sechsmal pro Woche der A380 zum Einsatz und viermal die Boeing 777-300ER. Der Ausbau der Emirates-Dienste nach Großbritannien folgt auf den kürzlich eingerichteten Luftverkehrskorridor zwischen Großbritannien und den Vereinigten Arabischen Emiraten, der zu einer erhöhten Nachfrage geführt hat. Im Rahmen der Vereinbarung müssen Reisende, die aus den Vereinigten Arabischen Emiraten ins Vereinigte Königreich einreisen, sich nicht mehr in Quarantäne begeben. Umgekehrt können Fluggäste aus dem Vereinigten Königreich, die nach Dubai reisen, ihren COVID-19-PCR-Test 96 Stunden vor ihrem Flug oder nach ihrer Ankunft in Dubai durchführen.

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Norwegian schickt EU-Tochter in Gläubigerschutz

Norwegian schickt die ihren EU-Ableger Norwegian Air International in die Insolvenz. Am Mittwoch wurde in Irland ein Gläubigerschutzverfahren angemeldet. Dieser Carrier führt sämtliche Flüge innerhalb der Europäischen Union durch. Ebenso wurde für die Objektgesellschaft Arctic Aviation Assets selbiges beantragt. Die Konzernmutter kündigte erst kürzlich an, dass man sich stark verkleinern wird und vorläufig mit nur wenigen Maschinen innerhalb Norwegens fliegen wird. Zuvor verweigerte die Regierung die Gewährung staatlicher Unterstützung. Norwegian teilte mit, dass der Flugbetrieb – zumindest im Inland – aufrecht bleiben soll. Man will sich mittels der Gläubigerschutzverfahren, in die die beiden irischen Töchter treten, neu aufstellen. Hierfür würde die Liquidität ausreichen. Allerdings ist auch möglich, dass im Rahmen der Verfahren ein Verkauf erfolgen könnte, denn eine EU-Tochter macht für eine Airline, die sich künftig aufs Inland fokussieren will, wenig Sinn.

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Finanzlage: Daldrup drohte mit der Schließung des BER

Es klingt wie ein Schildbürgerstreich: Der Flughafen Berlin-Brandenburg ist noch nicht einmal drei Wochen in Betrieb und schon droht die Betreibergesellschaft mit der Schließung des Airports. Wie das funktioniert weiß man in Berlin ohnehin schon, denn mit dem Dichtmachen von Tempelhof und Tegel hat man ja schon Erfahrung im Zusperren von Flughäfen. Doch es geht knallhart ums Geld. Bereits unmittelbar vor der Eröffnung des BER wurde öffentlich bekannt, dass die Finanzlage der Flughafen Berlin-Brandenburg GmbH aufgrund der Corona-Pandemie sehr stark angespannt ist. Nicht nur, dass über die Jahre hinweg die Baukosten in Sachen BER aus dem Ruder gelaufen sind, nun kam dazu, dass die Einnahmen wegen stark reduziertem Angebot regelrecht weggebrochen sind. Das Unternehmen befindet sich im Eigentum der Länder Berlin und Brandenburg sowie der Bundesrepublik Deutschland. Welchen Vorwurf will man denn Geschäftsführer Engelbert Lütke Daldrup wegen der momentanen Situation machen? Am besten überhaupt keinen, sondern die Vorwürfe sind bei den Entscheidungsträgern in der Politik besser aufgehoben. Dass der Geschäftsführer Alarm schlägt, dass es so finanziell nicht weitergehen kann, zeigt eher Verantwortungsbewusstsein. Man kann der BER-Gesellschaft so ziemlich alles in Sachen „Schlamperei in der Vergangenheit“ vorwerfen, aber für die Corona-Pandemie und die nochmals knallhart verschärften Einreisebedingungen der Bundesrepublik Deutschland kann das Team rund um Daldrup definitiv nichts. Eine Frage ist aber durchaus berechtigt: Wozu hat man denn mitten in der Coronakrise, nur zwei Tage vor dem deutschen „Lockdown light“, wissentlich, dass die Nachfrage wegen der bevorstehenden neuen Quarantänebestimmungen nochmals einknicken wird, überhaupt das Terminal 1 in Betrieb genommen? Das momentan

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Swiss: Drei CEO-Wechsel bei LH-Töchtern nach Klühr-Rücktritt

Bei drei Lufthansa-Töchtern kommt es zum Führungswechsel: Brussels-CEO Dieter Vranckx wechselt nach Zürich und wird dort Swiss-Chef. Ihm folgt in Brüssel Peter Gerber nach. Lufthansa Cargo AG wird künftig von Dorothea von Boxberg geleitet. Bei Swiss wird der Chefsessel aufgrund des Rücktritts von Thomas Klühr vakant. Er wird in der Luftfahrtstiftung ein Mandat für die Lufthansa-Gruppe übernehmen. Der schweizerische Carrier wird ab 1. Jänner 2021 von Dieter Vranckx, derzeit CEO von Brussels Airlines, geleitet. Der Manager ist seit 2001 in verschiedenen Positionen für die Lufthansa Group tätig. In Belgien wird Peter Gerber übernehmen. Derzeit ist der Manager Vorstandsvorsitzender der Lufthansa Cargo AG. Vorbehaltlich der Zustimmung des Verwaltungsrats der SN Airholding wird er mit 1. März 2021 zur Brussels Airlines wechseln. Gerber ist seit 1992 für die Lufthansa Gruppe tätig. Bei der Frachtfluggesellschaft des Konzerns übernimmt Andrea von Boxberg per 1. März 2021 den Vorstandsvorsitz. Sie ist seit 2007 für den Kranich-Konzern tätig und wurde am 1. August 2018 in das Leitungsgremium von Lufthansa Cargo berufen. „Mit den heutigen Entscheidungen übernehmen gleich drei erfahrene und versierte Führungskräfte aus unseren eigenen Reihen wichtige Managementaufgaben im Kerngeschäft unseres Konzerns. Dieter Vranckx war in verschiedenen Airlines und auf drei Kontinenten erfolgreich für die Lufthansa Group tätig. Seine enorme internationale Erfahrung und seine breite Airline Expertise machen ihn zu einer erstklassigen Besetzung für die Führung der SWISS. Peter Gerber hat innerhalb der Lufthansa Group in vielen Führungspositionen bewiesen, dass er nicht nur ein herausragender Airline-Manager ist, sondern auch schwierige politische Verhandlungen zu einem guten Ergebnis

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Air Asia Japan meldet Insolvenz an – Indische Schwester könnte verkauft werden

Das endgültige Aus des Billigfliegers Air Asia Japan ist in greifbarer Nähe, denn der Carrier stellte am Dienstag bei einem japanischen Gericht einen Insolvenzantrag. Konzernmutter Air Asia Group erklärte in einer Börsenmitteilung, dass das Investment in den Ableger in Japan, an dem man 33 Prozent hält, vollständig abgeschrieben wird. Der japanische Lowcoster stellte am 5. Oktober 2020 aufgrund der Coronakrise den Flugbetrieb ein. Mit nur drei Airbus A320 war es der kleinste operative Air-Asia-Ableger. Die Firmengruppe will auch künftig in Japan präsent sein, jedoch nur mehr hereinfliegend aus anderen Staaten. Die Schulden, die im Zuge des Insolvenzantrags angegeben wurden, betragen umgerechnet etwa 209 Millionen U.S.-Dollar. Die Verbindlichkeiten für Tickets, die nicht mehr genutzt werden können, liegen bei etwa fünf Millionen U.S.-Dollar. Von den etwa 280 Mitarbeitern wurden bereits alle, bis auf ein 50-köpfiges Abwicklungsteam, gekündigt. In einer Börsenmitteilung stellt die Air Asia Group überraschend auch die Zukunft von Air Asia India in Frage. An diesem Ableger ist man mit 49 Prozent beteiligt. Die Konzernmutter teilte mit, dass man einen Ausstieg prüft. „Unsere Geschäfte in Japan und Indien haben Bargeld verbraucht, was die Gruppe finanziell stark belastet hat. Die Kostendämpfung und die Reduzierung des Geldverbrauchs bleiben wichtige Prioritäten, die sich aus der kürzlich erfolgten Schließung von AirAsia Japan und einer laufenden Überprüfung unserer Investition in AirAsia India ergeben. Im gesamten Netzwerk wurde eine detaillierte Strategie zur Netzwerk- und Flottenoptimierung implementiert, die die richtigen Grundlagen für eine nachhaltige und tragfähige Zukunft schafft. Wir überprüfen unser Netzwerk kontinuierlich, um sicherzustellen, dass wir die

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UK und USA unterschreiben Openskies-Vertrag

Da mit Jahresende die Übergangsfrist, die mit dem Brexit vereinbart wurde, endet, muss sich das Vereinigte Königreich selbst um neue Luftfahrtabkommen kümmern. Mit den Vereinigten Staaten von Amerika wurde nun ein Open-Skies-Vertrag unterschrieben. Dies gaben die Verkehrsministerien der beiden Länder bekannt. In beiden Erklärungen ist zu lesen, dass es als historischer und wichtiger Schritt angesehen ist. Geplant ist, dass dieses am 1. Jänner 2021 in Kraft treten wird. Sofern die Europäische Union und das Vereinigte Königreich keine Fristverlängerung der Übergangsbeziehungen vereinbaren sollten, scheidet der Insel-Staat mir 31. Jänner 2020 aus den EU-Verkehrsabkommen aus.

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Kein Weihnachts- und Urlaubsgeld für Cityline-Flugbegleiter

Die Flugbegleitergewerkschaft Ufo und die Geschäftsführung der Lufthansa CityLine konnten sich auf das Tarifpaket „Coronakrise und Restart“ einigen. Den ging jedoch vorher, dass die Firmenleitung beim vorherigen Abschluss kurz vor dem Ende der Frist einen Rückzieher gemacht hat. Dies stieß den Arbeitnehmervertretern sauer auf. Ufo teilt mit, dass mit der nunmehrigen Vereinbarung eine langfristige Perspektive für das Kabinenpersonal der Cityline besteht. Das Weihnachts- und Urlaubsgeld werden allerdings entfallen. Im Gegenzug wird es aber einen Kündigungsschutz bis Ende 2023 geben. Befristete Arbeitsverträge werden, sofern die bisher vereinbarte Befristung nicht ohnehin länger dauert, bis Ende 2021 verlängert. „Wir freuen uns, dass mitten in dieser schweren Luftfahrtkrise durch den erreichten Kündigungsschutz eine langfristige Perspektive für die CityLiner geschaffen werden konnte“, resümiert UFO-Verhandlungsführer Rainer Bauer. Das vereinbarte Tarifpaket steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die UFO-Mitglieder bei CityLine. Eine entsprechende Urabstimmung wird im Zeitraum vom 23. bis 27. November durchgeführt. UFO empfiehlt den Mitgliedern eine Annahme des Tarifpakets.

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