Insolvenz

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Aeroitalia plant Verkauf seiner insolventen Tochter Aeroitalia Regional bis Ende 2025

Die italienische Fluggesellschaft Aeroitalia beabsichtigt, ihre ruhende und insolvente Tochtergesellschaft Aeroitalia Regional bis zum Ende des Jahres 2025 zu verkaufen. Dies teilte der Geschäftsführer von Aeroitalia, Gaetano Intrieri, dem Luftfahrtnachrichtenportal ch-aviation mit. Die Regionalfluggesellschaft, die früher unter dem Namen AirConnect operierte, soll potentiellen Käufern angeboten werden, sobald ihr Restrukturierungsprozess abgeschlossen ist, was voraussichtlich bis Ende dieses Jahres der Fall sein wird. Vier Interessenten für Aeroitalia Regional Laut Intrieri zeigen derzeit vier Parteien Interesse am Kauf von Aeroitalia Regional. Die endgültige Entscheidung über den Verkauf soll jedoch erst nach Abschluß der Restrukturierung getroffen werden. Im vergangenen Jahr gab es in italienischen Medien Berichte, wonach das Start-up Aerolinee Siciliane Aeroitalia Regional übernommen habe, um den eigenen Markteintritt zu beschleunigen und die Notwendigkeit einer eigenen Zertifizierung zu umgehen. Intrieri dementierte dies jedoch und erklärte, daß das Start-up nie ein bindendes Angebot zur Übernahme der Regionaltochter abgegeben habe. Zuletzt betrieb Aeroitalia Regional zuvor zwei Flugzeuge des Typs ATR72-600, die später an die Hauptfluggesellschaft übertragen wurden. Aktuell verfügt die Gesellschaft über keine aktiven Flugzeuge in ihrer Flotte. Die rumänische Zivilluftfahrtbehörde hatte das Air Operator Certificate (AOC) der Fluggesellschaft am 7. November 2024 ausgesetzt, wobei der genaue Grund für diese Entscheidung nicht bekannt gegeben wurde. Das Zertifikat ist weiterhin suspendiert, wurde aber nicht widerrufen. Das Unternehmen trat im Januar 2025 aufgrund seiner Unfähigkeit, steigende Schulden zu bedienen, in ein Insolvenzreorganisationsverfahren ein. AirConnects kurzer Flug und die Übernahme durch Aeroitalia Aeroitalia Regional ging aus der rumänischen Fluggesellschaft AirConnect hervor, welche 2021 gegründet wurde und im März 2023

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Ein Jahr nach FTI-Insolvenz: Abwicklung verläuft zügig, geringe Quote für Gläubiger erwartet

Ein Jahr nach der Insolvenz von FTI Touristik und Bigxtra zieht Insolvenzverwalter Axel Bierbach eine erste Bilanz und zeigt sich mit dem bisherigen Verlauf zufrieden. Die Abwicklung des ehemals drittgrößten europäischen Reisekonzerns schreite zügig voran. Zahlreiche Beteiligungen, Markenrechte und Vermögenswerte seien verkauft oder stünden kurz vor der Veräußerung, um bestmögliche Erlöse für die über 73.000 Gläubiger zu erzielen, die Forderungen von knapp 980 Millionen Euro angemeldet haben. Wie Bierbach mitteilte, wurden unter anderem die Marken FTI, Flugbörse und drive.de sowie der IT-Dienstleister Anixe Polen, der Luxusveranstalter Windrose und das Servicecenter erf24 verkauft. Auch die Anteile an der TVG Touristik Vertriebsgesellschaft und der RT/Raiffeisen Touristik Group wurden übertragen, wodurch mehrere hundert Arbeitsplätze erhalten werden konnten. Im Hotelbereich seien von ursprünglich 54 Häusern bereits einige veräußert oder übergeben worden, unter anderem in Italien, der Türkei und Griechenland. Für zwei FTI-eigene Hotels in Ägypten stehe eine Lösung kurz bevor. Die Prüfung der angemeldeten Forderungen werde sich voraussichtlich über Jahre erstrecken, und aufgrund der Vermögenslage sei eine geringe Auszahlungsquote für die Gläubiger absehbar, die Bierbach im einstelligen Prozentbereich der Forderungssumme erwartet. Trotzdem zeigte er sich optimistisch bezüglich des bisherigen Abwicklungsprozesses des komplexen Konzerns mit einst 11.000 Beschäftigten und über 100 Gesellschaften. Rund 800 ehemalige Beschäftigte hätten bereits neue Arbeitsplätze gefunden, und etwa 6,3 Millionen Euro sollen als Differenzlöhne an freigestellte Mitarbeiter ausgezahlt werden.

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Konkursmasse Alitalia bietet Flugzeugtriebwerke und Ersatzteillager zum Verkauf an

Die Konkursverwaltung der ehemaligen italienischen Fluggesellschaft Alitalia hat öffentliche Ausschreibungen für den Verkauf von Flugzeugtriebwerken und eines umfangreichen Lagers mit Komponenten, Materialien und Ersatzteilen veröffentlicht. Dies folgt auf frühere Verkaufsbemühungen im Zuge der Insolvenz der einstigen nationalen Fluglinie. In separaten Bekanntmachungen fordern die Insolvenzverwalter Angebote für den Erwerb von drei General Electric-Triebwerken – zwei des Typs CF34-8E5 und einem GE90-90B – ein. Interessenten können bis zum 27. Juni bindende Angebote einreichen, die bis zum 31. Dezember 2025 gültig sein müssen. Des Weiteren steht der gesamte Lagerbestand eines technischen Warenhauses am Flughafen Rom Fiumicino zum Verkauf. Dieses umfaßt Flugzeugkomponenten, Materialien (Verbrauchsmaterialien, Verschleißteile, Umlaufteile, Werkzeuge und Reparaturgegenstände) sowie Ersatzteile. Die Firma Atitech S.p.A., welche bereits im Jahr 2022 den Wartungszweig von Alitalia erwarb, besitzt ein Vorkaufsrecht zum letztendlich gebotenen Preis. Für dieses Lager müssen bindende Angebote bis zum 18. Juli eingegangen sein und ebenfalls bis zum 31. Dezember 2025 gültig sein. Fortsetzung der Veräußerung von Vermögenswerten nach Insolvenz Diese aktuellen Verkaufsbemühungen sind Teil der Abwicklung der Konkursmasse von Alitalia. Bereits im Jahr 2024 hatte es eine Ausschreibung für den Verkauf einer gebrauchten Boeing 777-200ER inklusive zweier GE90-94B-Triebwerke gegeben. Alitalia und ihre regionale Tochtergesellschaft Alitalia CityLiner waren im Mai 2017 aufgrund von Zahlungsunfähigkeit unter eine gerichtlich beaufsichtigte Sonderverwaltung gestellt worden. Die italienische Regierung setzte daraufhin Verwalter ein, um die Fluggesellschaft zu stabilisieren und nach einer Restrukturierung oder einem Käufer zu suchen. Anfänglich zeigten Unternehmen wie easyJet, Ryanair und Delta Air Lines Interesse. Gründung von ITA Airways als Nachfolgegesellschaft Nach gescheiterten Verhandlungen und den

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Konkurs von Air Belgium wirft Schlaglicht auf fehlenden Insolvenzschutz für Fluggesellschaften

Das endgültige Aus für die belgische Fluggesellschaft Air Belgium, die am 30. April 2025 offiziell Insolvenz anmeldete, hat in der europäischen Reisebranche Besorgnis über den unzureichenden Schutz bei Airline-Insolvenzen ausgelöst. Der Zusammenbruch der einst ambitionierten Fluglinie hinterläßt unbezahlte Rückerstattungsforderungen in Höhe von nahezu acht Millionen Euro, wobei über fünf Millionen Euro davon Reisebüros und Reiseveranstalter tragen müssen. Air Belgium, gegründet mit dem Ziel, Belgien an Langstreckenziele anzubinden, fand nie eine stabile Geschäftsgrundlage. Anfänglich auf Linienflüge nach Asien und in die Karibik ausgerichtet, wechselte die Fluggesellschaft häufig ihre Strategie – von Passagierflügen zu Chartergeschäften und schließlich zu Fracht- und ACMI-Leasing (Aircraft, Crew, Maintenance, and Insurance). Im September 2023 kündigte sie den vollständigen Rückzug aus dem Linienpassagierverkehr an, um sich auf Fracht und Leasing zu konzentrieren. Dieser Kurswechsel erwies sich als nicht ausreichend. Reisevermittler fordern besseren Schutz vor Airline-Pleiten Der Konkurs von Air Belgium ließ nicht nur Passagiere gestrandet zurück, sondern offenbarte auch erhebliche Schwächen im europäischen Reiseökosystem. Laut dem Europäischen Reisebüro- und Veranstalterverband (ECTAA) ist die Insolvenz ein weiterer schmerzlicher Hinweis auf das systemische Risiko, das von Reisevermittlern getragen wird. Diese kleinen und mittleren Unternehmen, die 98 Prozent des Sektors ausmachen, sind rechtlich verpflichtet, Kunden bei einer Airline-Pleite alternative Beförderungsmöglichkeiten anzubieten – oft ohne Aussicht auf Erstattung durch die insolvente Fluggesellschaft. Frank Oostdam, Präsident der ECTAA, bezeichnete die Situation als „inakzeptabel“ und betonte, daß Fluggesellschaften gesetzlich verpflichtet werden müßten, finanzielle Garantien für den Fall einer Insolvenz zu leisten. „Der Konkurs von Air Belgium ist ein weiterer deutlicher Beweis dafür, daß das

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Deutscher Reisesicherungsfonds entschädigt Kunden von insolventem Aby Reisen

Nach der Insolvenz des auf Abi- und Abschlussfahrten spezialisierten Reiseveranstalters Aby Reisen am 15. April 2025 greift nun der Deutsche Reisesicherungsfonds (DRSF) ein. Der DRSF bestätigte seine Einstandspflicht und wird Reisende entschädigen, die Pauschalreisen bei Aby Reisen gebucht hatten. Die bereits geleisteten Zahlungen für diese Reisen sollen erstattet werden. Der DRSF kündigte an, sich aktiv mit den betroffenen Kunden in Verbindung zu setzen, sobald die Aby GmbH die notwendigen Kontakt- und Zahlungsinformationen übermittelt und der Fonds diese ausgewertet hat. Die Erstattungen sollen dann innerhalb weniger Wochen beginnen. Alle noch nicht angetretenen Reisen des Veranstalters wurden am 16. Mai abgesagt, und die betroffenen Reisenden wurden darüber informiert. Da es sich um saisonale Reisen handelte, befanden sich zum Zeitpunkt der Insolvenz keine Kunden von Aby Reisen im Urlaub, so daß keine Rückholaktionen notwendig waren. Für Kunden, die Fragen zur Insolvenz von Aby Reisen haben, hat der DRSF eine spezielle Hotline eingerichtet, die montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr unter der Telefonnummer 0 30 / 2 58 98 72 53 erreichbar ist. Der DRSF sichert gemäß seinem gesetzlichen Auftrag Pauschalreisen ab und gewährleistet somit die Rückerstattung geleisteter Zahlungen im Falle einer Insolvenz des Reiseveranstalters.

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Flugtaxi-Hersteller Volocopter peilt Zulassung nun für 2026 an

Beim badischen Flugtaxi-Pionier Volocopter verschieben sich die Pläne für die Aufnahme des Passagierbetriebs. Nach der Übernahme durch den chinesischen Konzern Wanfeng wird die angestrebte Musterzulassung durch die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) nun erst für das Jahr 2026 erwartet. Ein Sprecher des Unternehmens bestätigte dies auf Anfrage und begründete die Verzögerung mit dem durchlaufenen Insolvenzverfahren und den damit verbundenen Umstrukturierungsmaßnahmen. Ursprünglich hatte das Unternehmen aus Bruchsal bei Karlsruhe gehofft, bereits im vergangenen Jahr während der Olympischen Spiele in Paris Passagiere mit seinen elektrisch betriebenen Senkrechtstartern zu befördern. Diese Pläne ließen sich jedoch aufgrund der fehlenden Zulassung nicht realisieren. Nachdem Volocopter Ende des vergangenen Jahres wegen finanzieller Schwierigkeiten einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt hatte, erfolgte im März die Übernahme durch Wanfeng. Damals hieß es noch, die Zertifizierung solle noch in diesem Jahr erreicht werden. Nach der Übernahme und einer Umbenennung firmiert das Unternehmen nun als Volocopter Technologies GmbH und ist ein Schwesterunternehmen der österreichischen Wanfeng-Tochter Diamond Aircraft Industries. Die Marke Volocopter bleibt bestehen, und Bruchsal bleibt der Unternehmenssitz. Im Zuge der Akquisition wurden 160 Mitarbeiter der vorherigen Volocopter GmbH übernommen, um wichtiges Know-how und die operative Handlungsfähigkeit zu sichern. Derzeit liegt der Fokus auf der Umstrukturierung und Stabilisierung des Unternehmens.

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EU-Kommission genehmigt Staatshilfe für Condor nach erneuter Prüfung

Die EU-Kommission hat die staatliche Umstrukturierungsbeihilfe in Höhe von 321,2 Millionen Euro für die deutsche Charterfluggesellschaft Condor nach einer vertieften Prüfung erneut genehmigt. Diese Entscheidung erfolgte, nachdem das Gericht der Europäischen Union im Mai 2024 einen früheren Beschluss der Kommission aus dem Juli 2021 für nichtig erklärt hatte. Die erneute Prüfung kam zu dem Ergebnis, daß die Unterstützung gemäß den EU-Beihilfevorschriften gerechtfertigt war. Condor war im September 2019 infolge der Insolvenz seiner Muttergesellschaft, der Thomas Cook Group, selbst in finanzielle Schwierigkeiten geraten und hatte Insolvenz anmelden müssen. Die daraufhin von Deutschland gewährte Umstrukturierungsbeihilfe sollte der Fluggesellschaft die Wiederherstellung ihrer Rentabilität ermöglichen. Die ursprüngliche Genehmigung durch die EU-Kommission im Jahr 2021 umfasste unter anderem eine Abschreibung von Schulden und eine Anpassung der Rückzahlungsbedingungen eines staatlich garantierten Darlehens. Das EU-Gericht hatte den ersten Beschluss der Kommission für nichtig erklärt, weil es bemängelte, daß die Kommission nicht ausreichend geprüft habe, ob Deutschland eine angemessene Vergütung für die gewährten Schuldenerlasse erhalten habe und ob die Lasten der Umstrukturierung ausreichend auf die früheren Anteilseigner und nachrangigen Gläubiger verteilt worden seien. Nach der daraufhin eingeleiteten eingehenden Untersuchung kam die Kommission nun zu dem Schluß, daß Condor umfassende Umstrukturierungsmaßnahmen durchführe und sowohl Condor als auch der neue private Investor Attestor einen erheblichen Beitrag zu den Umstrukturierungskosten leisten. Zudem hätten die bisherigen Anteilseigner den Wert ihrer Investitionen vollständig verloren, wodurch eine angemessene Lastenverteilung erreicht worden sei und Deutschland einen ausreichenden Anteil an möglichen zukünftigen Wertsteigerungen erhalte. Die Kommission stellte abschließend fest, daß die Beihilfe angemessene Vorkehrungen zur Begrenzung

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Spirit Airlines kehrt an die New Yorker Börse zurück

Die amerikanische Billigfluggesellschaft Spirit Airlines hat die Genehmigung erhalten, ihre Aktien wieder an der New Yorker Börse (NYSE American) zu notieren. Der Handel soll voraussichtlich am 29. April wieder aufgenommen werden. Dies folgt auf eine Phase der finanziellen Restrukturierung unter Gläubigerschutz nach Chapter 11, die das Unternehmen kürzlich erfolgreich abgeschlossen hat. Die New Yorker Börse hatte den Handel mit Spirit-Aktien im November 2024 aufgrund jahrelanger Verluste, gescheiterter Fusionsversuche und hoher Schulden ausgesetzt. Die Wiederzulassung zum Handel an der NYSE American wird als wichtiger Schritt in der laufenden Transformation von Spirit Airlines gesehen. Das Unternehmen hatte im Februar gerichtlich die Genehmigung für einen Plan zur Umwandlung von Schulden in Eigenkapital in Höhe von 795 Millionen Dollar erhalten. Spirit Airlines hatte Schulden in Höhe von rund 3,3 Milliarden Dollar angehäuft, wobei die Pandemie und ein gescheiterter Fusionsversuch mit JetBlue als Hauptursachen für die finanzielle Schieflage genannt wurden. „Die Notierung unserer Stammaktien an der NYSE American ist ein wichtiger nächster Schritt in Spirits fortgesetzter Transformation, da wir uns weiterhin auf die Rückkehr zur Rentabilität und die Positionierung unserer Fluggesellschaft für langfristigen Erfolg konzentrieren“, erklärte Spirit-Chef Dave Davis. Das Unternehmen hatte im Zuge des Insolvenzverfahrens bereits operative Anpassungen vorgenommen und strebt nun eine nachhaltige finanzielle Basis an. Die Wiederaufnahme des Aktienhandels könnte das Vertrauen der Investoren in die zukünftige Entwicklung von Spirit Airlines stärken, nachdem das Unternehmen die Phase der Insolvenz hinter sich gelassen hat. Es bleibt jedoch eine Herausforderung für die Fluggesellschaft, sich in einem wettbewerbsintensiven Markt mit steigenden Betriebskosten wieder profitabel zu

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Britische Aufsicht sanktioniert EY und Prüfer wegen Thomas Cook-Prüfung

Die britische Finanzaufsichtsbehörde FRC hat die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young (EY) und den verantwortlichen Wirtschaftsprüfer Richard Wilson mit erheblichen Sanktionen belegt. Grund hierfür sind schwerwiegende Versäumnisse bei der Prüfung des Reisekonzerns Thomas Cook in den Jahren 2017 und 2018. EY muss eine Strafe von knapp 4,9 Millionen Pfund zahlen und interne Maßnahmen zur Verbesserung der Qualitätssicherung implementieren. Die FRC wirft EY vor, die Bilanzierung des Firmenwerts von Thomas Cook in Höhe von rund 2,6 Milliarden Pfund, was etwa 40 Prozent der Bilanzsumme entsprach, unzureichend geprüft zu haben. Die Aufsichtsbehörde bemängelte, dass die Prüfer die Annahmen und Modelle des Managements, die dieser Bewertung zugrunde lagen, nicht hinreichend kritisch hinterfragt hätten. Der Firmenwert umfasst immaterielle Vermögenswerte wie Markenbekanntheit und Kundenloyalität, deren Bewertung komplex ist. Besonders schwerwiegend sind laut FRC die Versäumnisse im Jahr 2018, als sich die wirtschaftliche Lage von Thomas Cook bereits deutlich verschlechtert hatte. EY habe es versäumt, ausreichende Nachweise für die Bewertungen einzuholen und die Prognosen des Managements zur Fortführung des Unternehmens nicht mit der gebotenen Sorgfalt zu prüfen. Die Finanzaufsicht argumentiert, dass die Prüfer somit ihre Kernaufgabe verfehlt hätten, nämlich sicherzustellen, dass wesentliche Unsicherheiten bezüglich der Unternehmensfortführung angemessen berücksichtigt wurden. Neben der Geldbuße gegen EY wurde auch der verantwortliche Prüfer Richard Wilson persönlich sanktioniert. Er muss eine Strafe von 105.000 Pfund zahlen und erhielt ebenfalls eine öffentliche Rüge. Die FRC betonte, dass den Beteiligten kein vorsätzliches oder betrügerisches Verhalten nachgewiesen wurde, die Versäumnisse jedoch gravierend waren und die Verlässlichkeit der Finanzberichterstattung von Thomas Cook beeinträchtigt haben. Thomas Cook

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Ungewisse Zukunft für Silver Airways: Insolvenzverwalter empfiehlt Abwicklung

Die in Florida ansässige Fluggesellschaft Silver Airways steht vor einem möglichen Aus. Ein aktueller Bericht des gerichtlich eingesetzten Insolvenzverwalters deutet darauf hin, daß eine Fortführung des Geschäftsbetriebs kaum realistisch sei. Die Traditionsairline, die seit den späten 1980er Jahren den Regionalflugverkehr in Florida und der Karibik mit Turboprop-Maschinen prägte, hat mit schwerwiegenden finanziellen und operativen Problemen zu kämpfen. Am 11. April 2025 legte der für das Insolvenzverfahren zuständige Treuhänder dem US-Konkursgericht für den südlichen Bezirk Floridas einen detaillierten Bericht vor. Darin kommt er zu dem Schluß, daß die wirtschaftliche Lage von Silver Airways keine Grundlage mehr für eine erfolgreiche Restrukturierung biete. Der Bericht spricht eine klare Empfehlung zur Abwicklung des Unternehmens aus. Silver Airways hatte am 30. Dezember 2024 Gläubigerschutz nach Kapitel 11 des US-amerikanischen Insolvenzrechts beantragt. Ziel dieses Verfahrens war es, eine geordnete finanzielle Restrukturierung durchzuführen, während der laufende Betrieb aufrechterhalten werden sollte. Öffentlich hatte das Management mehrfach betont, daß der Restrukturierungsplan „auf Kurs“ sei. Doch der Treuhänder widerspricht diesen Aussagen deutlich. Die Einnahmenprognosen, auf die sich Silver Airways stützt, seien „nicht mit der operativen Realität vereinbar“, heißt es im Bericht. Seit Beginn des Insolvenzverfahrens sei die Flotte drastisch reduziert worden. Laut Daten des Branchenportals ch-aviation bestand die aktive Flotte im April 2025 aus lediglich sechs Flugzeugen: zwei ATR 42-600 und vier ATR 72-600. Weitere fünf Maschinen – drei vom Typ ATR 42-600 und zwei ATR 72-600 – waren als inaktiv gemeldet. Ein besonders einschneidender Rückschlag ereignete sich, als der Leasinggeber TrueNoord eine mehrstellige Millionensumme einklagte und mehrere geleaste Maschinen

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