Vergleich: AUA-Business-Lounge vs. SkyLounge vs. Vienna Lounge

Flughafen Wien (Foto: Jan Gruber).
Flughafen Wien (Foto: Jan Gruber).

Vergleich: AUA-Business-Lounge vs. SkyLounge vs. Vienna Lounge

Flughafen Wien (Foto: Jan Gruber).
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Ende März 2022 ging am Flughafen Wien-Schwechat das Terminal 2 mit den Gatebereichen B, C und D wieder in Betrieb. Gleichzeitig öffnete die Vienna Lounge, das neue Flaggschiff der exklusiven Aufenthaltsbereich, ihre Pforten. Doch was bietet die neue Lounge im direkten Vergleich zu ihren “Mitbewerbern” im Terminal 3?

Zunächst ist festzuhalten, dass die Vienna Lounge die derzeit einzige ihrer Art im Terminalkomplex 1/2 ist. Es gibt momentan keine Alternative in diesem Gebäude, so dass Reisende auch damit leben müssen, dass derzeit mangels Verträgen Priority Pass, Lounge Key und Dragon Pass noch nicht akzeptiert werden. Auch sind noch nicht alle üblichen Kreditkarten, die Loungezutritte ermöglichen, implementiert. Im Zweifelsfall sollte man sich daher vorab über die Homepage des Airports informieren. In absehbarer Zeit sollen aber alle gängigen Karten zum Zutritt berechtigen.

In diesem Artikel werden die Business-Lounge (Terminal 3 Schengen) von Austrian Airlines, die Sky-Lounge der Flughafen Wien AG (Terminal 3 Schengen) und die neue Vienna Lounge (Terminal 2 Schengen) des Airports miteinander verglichen. Die Auswahl erfolgte mit gutem Grund genau so, denn diese exklusiven Wartebereiche sind für alle Passagiere – gegen Bezahlung – zugänglich und nicht an bestimmte Statuskarten oder Buchungsklassen geknüpft.

Der Allrounder: AUA-Business-Lounge im Terminal 3 (Schengen)

Die Schengen-Business-Lounge von Austrian Airlines und die SkyLounge des Wiener Flughafens befinden sich direkt nebeneinander im Terminal 3. Diese können mit einem Aufzug bzw. einer Rolltreppe erreicht werden. Man begibt sich nicht durch die Passkontrolle (Bereich G), sondern erreicht die exklusiven Wartebereiche nach einigen Schritten genau in die andere Richtung.

Die AUA-Lounge steht in erster Linie Status-, Business-, und First-Class-Passagieren der Star Alliance und jener Fluggesellschaften, mit denen man einen Vertrag abgeschlossen hat, offen. Seit Anfang dieses Jahres akzeptiert Austrian Airlines auch den chinesischen Dragonpass. Weiters kann sich jeder Passagier, ganz unabhängig von Buchungsklasse und Status, den Zutritt auch gegen Bezahlung von 35 Euro kaufen. Dies kann während dem Web-Check-in, aber auch vor Ort am Schalter erfolgen.

Unterteilt ist die Business-Lounge in verschiedene Bereiche: Speisezone, Relax-Zone, Arbeitszone. Auch steht ein sehr kleiner, aber abgetrennter Ruhebereich zur Verfügung. Ein Meetingraum kann gegen Aufpreis genutzt werden, wobei empfehlenswert ist diesen bei Bedarf vorab zu reservieren. Auch gibt es Duschen, wobei diese zuletzt gesperrt waren. Für WLAN sorgt die drahtlose Internetverbindung der Flughafen Wien AG. Über diese können auch kostenlose ePapers abgerufen werden.

In der Lounge von Austrian Airlines werden fast alle Getränke in Mehrweg-Glasflaschen angeboten. Man hat sich schon lange von den vormaligen Kunstoffbehältern verabschiedet. Dies wirkt nicht nur edel, sondern soll auch für die Umwelt besser sein. Der Nachteil ist, dass viele Flaschen nur 0,33 Liter Fassungsvermögen haben, so dass durstige Passagiere öfters zum Buffet gehen müssen. Man bietet überwiegend österreichische Produkte an, was auch für die alkoholischen Getränke gilt.

Während Austrian Airlines eine große Auswahl an verschiedenen Kaffee- und Mehlspeisen-Sorten vorhält, haben Teetrinker ein bisschen das Nachsehen. Es gibt nur wenige Beutel, aus denen man wählen kann. Dafür punktet man aber mit einer sehr großen Obstauswahl, die marktstandartig angerichtet ist.

Die Speisen werden vom Gastronomiebetrieb Donhauser zubereitet. Angeboten werden verschiedene warme Mahlzeiten, aber auch kalte Snacks wie Sandwiches, Joghurt, Müsli, Knabbereien und Mehlspeisen. Man ist bemüht, dass typische österreichische Speisen angeboten werden. Dies dürfte insbesondere internationale Reisende ansprechen. Die Qualität der Speisen ist gut, wobei der Geschmack nicht bewertet wird, da dies doch jeder sehr individuell empfindet.

Die Business-Lounge von Austrian Airlines ist deutlich größer als der Mitbewerber der Flughafen Wien AG, der sich unmittelbar nebenan befindet. Umso unverständlicher ist es, dass die WC-Anlagen dermaßen klein dimensioniert sind, so dass es zu Stoßzeiten zu Wartezeiten vor dem stillen Örtchen kommen kann. Auf gut Deutsch gesagt: Es gibt zu wenige Kloschüsseln und Pissoris für die durchaus hohe Kapazität, die diese Lounge hat.

Dem steht positiv gegenüber, dass das Donhauser-Personal wirklich auf Zack ist und leere Flaschen und Teller in WIndeseile abserviert. Die Mitarbeiter des Cateringbetriebs sind gefühlt wie fleißige Bienen unterwegs: Kaum hat ein Passagier die Lounge verlassen, wird schon der von ihm zuvor genutzte Sitzplatz gereinigt. Gerade in Zeiten von Corona gibt diese offensichtliche Fokussierung auf Sauberkeit und Hygiene vielen ängstlichen Passagieren bestimmt ein gutes Gefühl.

Die Austrian Airlines Lounge ist eine rudimentäre Business-Lounge, die die Grundbedürfnisse der meisten Reisenden abdecken sollte. Wer hier puren Luxus erwartet, wird allerdings enttäuscht. Der exklusive Wartebereich eignet sich gut zum Essen und Trinken sowie Arbeiten und Ausspannen. Es ist keine Lobby eines Luxushotels, sondern eine Lounge für Umsteiger und typischerweise Businesspassagiere. Jedenfalls hinterlässt Austrian Airlines gegenüber der SkyLounge (gegenüber) einen wesentlich besseren Eindruck. Mit der neuen Vienna Lounge kann man angesichts des dort deutlich größeren Angebots samt Außenterrasse noch nicht mithalten. Wer ab dem Terminal 3 fliegt und eine Karte oder ein Ticket, das von der AUA akzeptiert wird, hat bzw. den gegenüber der SkyLounge minimal niedrigeren Eintrittspreis bezahlen möchte, sollte sich eher für die AUA-Business-Lounge entscheiden. Sie ist größer, hat mehr zu bieten und zu Stoßzeiten geht es – abgesehen vom WC – nicht so eng zu. Tipp: Der linke Bereich der AUA-Business-Lounge bietet einen guten Blick auf das Vorfeld.

Für alle da: Flughafen-SkyLounge im Terminal 3 (Schengen)

Dieser exklusive Wartebereich war der Erste, der im Jahr 2020 nach der coronabedingten Schließung wieder in Betrieb genommen wurde. Es handelt sich um die kleinste der drei verglichenen Lounges. Allerdings verfügt diese kurioserweise über wesentlich größere WC-Anlagen als der sich gegenüber befindliche Mitbewerber.

Die geringe Größe der SkyLounge ist zu Stoßzeiten ein ernsthaftes Problem, denn vergleichsweise gibt es im Speisebereich nur wenige Sitzplätze. Auch der normale Aufenthaltsbereich sowie die Arbeitszone sind nicht sonderlich groß. Somit ist diese Lounge, die mit Business-Tickets von Airlines, mit denen man einen Vertrag hat, Dragon Pass, LoungeKey, Priority Pass und allen gängigen Kreditkarten, die zum Zutritt berechtigen, zuänglich ist, rasch überlaufen. Ganz unabhängig von Airline, Status, Buchungsklasse und Karten kann man sich auch “einkaufen”: 39 Euro werden fällig, wobei es beispielsweise mit der ÖAMTC-Mitgliedskarte einen Rabatt gibt.

Im Gegensatz zur AUA-Lounge kommen im Kühlschrank der SkyLounge überwiegend Kunststoffflaschen zum Einsatz. Lediglich Mineralwasser, Säfte, Bier und andere alkoholische Getränke gibt es aus Glasbehältern. Die Flaschen sind aber in der Regel größer dimensioniert. Die Auswahl ist sowohl bei Softdrinks als auch beim Alkohol grundlegend und nicht besonders exklusiv. Die meisten Produkte stammen aus Österreich.

Auch die Kaffeeauswahl ist kleiner als in der Vienna Lounge bzw. jener von Austrian Airlines. Dafür gibt es mehr Teesorten. Die Speisen stammen ebenfalls aus dem Hause Donhauser, jedoch ist die Auswahl im direkten Vergleich mit den beiden Mitbewerbern geringer. In der Regel gibt es eine Suppe, ein Fleisch-Hauptgericht so wie eine vegetarische Hauptspeise, kalte Snacks bzw. Frühstück, Mehlspeisen und Knabbereien. Hinsichtlich der Vielfalt haben die beiden anderen Lounges deutlich mehr zu bieten. Besonders beim Obst kann die SkyLounge definitiv nicht punkten.

Das Personal von Donhauser ist natürlich auch in der SkyLounge auf Zack. Zu Stoßzeiten, also wenn dieser exklusive Wartebereich regelrecht überläuft, kommen die Mitarbeiter mit dem Aufräumen, Abservieren und Reinigen kaum noch hinterher. Zwar hat DoN deutlich mehr Beschäftigte als vormals Do&Co im Einsatz, aber wenn subjektiv empfunden jeder Quadratmillimeter der Lounge von den Passagieren genutzt wird, ist es immer noch zu wenig. So stehen leere Gläser und Teller auch mal länger herum. Dem Servicepersonal einen Vorwurf zu machen wäre unfair, denn eher sollte der Flughafen Wien darüber nachdenken, ob es sein muss, dass diese Lounge extrem eng bestuhlt ist und man offensichtlich nicht wirklich darauf achtet, ob überhaupt genügend Sitzplätze für alle Gäste vorhanden sind. So ärgerlich es im Individualfall dann ist, aber wenn voll, dann voll.

In der SkyLounge gibt es selbstverständlich kostenloses WLAN, über das auch ePapers gratis heruntergeladen werden können. Es kommt das Netzwerk der Flughafen Wien AG zum Einsatz. Steckdosen sind zumindest im Arbeitsbereich ausreichend vorhanden. Das Angebot an gedruckten Zeitungen ist – ähnlich wie bei Austrian Airlines – im Zuge der Corona-Pandemie sehr stark reduziert worden.

Die SkyLounge ist eine typische Flughafenlounge, die jedoch aufgrund des Umstands, dass sich jeder einkaufen kann, zu Stoßzeiten hoffnungslos überlastet ist. Ruhig und entspannt ist es dann nicht mehr. Außerhalb der Rush Hours ist meistens nur wenig los, so dass man in Ruhe Essen, Trinken, Arbeiten und so weiter kann. Einen eigenen Ruhebereich wie bei der AUA oder in der Vienna Lounge gibt es aber nicht. Für Raucher steht vor der Tür eine Box zur Verfügung. Generell ist die SkyLounge nicht für sehr lange Aufenthalte konzipiert, sondern eher für eine gefühlte halbe Stunde vor dem Boarding. Leider bietet dieser exklusive Wartebereich keinen Ausblick auf das Vorfeld, denn es gibt keine Fenster nach außen.

Das neue Flaggschiff: Vienna Lounge

Der mit großem Abstand größte exklusive Wartebereich am Flughafen Wien ist die Vienna Lounge. Diese befindet sich unmittelbar nach dem Verlassen von Sicherheitskontrolle und Duty Free Shop im Obergeschoss des Terminals 2. Zugänglich ist sie über einen Aufzug. Der Besuch dieser Lounge bietet sich besonders an, wenn man ab B, C oder D fliegt. Es ist zwar möglich diese zu nutzen, wenn man ab F oder G fliegt, jedoch muss man dann einen Shuttlebus zum Terminal 3 nutzen. Das macht den Terminalwechsel mühsam. In Zukunft – noch ohne konkreten Termin – soll sich das durch ein Verbindungsbauwerk ändern.

Wie bereits eingangs erwähnt: Derzeit können zahlende Passagiere sowie Inhaber von Kreditkarten, mit denen man bereits einen Vertrag hat sowie Business-Class-Reisende von kooperierenden Fluggesellschaften die Vienna Lounge nutzten. Priority Pass, Dragon Pass und Lounge Key werden mangels Verträgen noch nicht akzeptiert. Das soll sich in naher Zukunft ändern, wobei man durchaus kritisch anmerken kann, dass die Flughafen Wien AG fast zwei Jahre Zeit hatte, um die notwendigen Vereinbarungen abzuschließen, so dass gleich vom Start weg alle Zutrittskarten akzeptiert worden wären.

Die Vienna Lounge ersetzt ihre Vorgänger, die sich bei den B-Gates, den D-Gates bzw. quasi an gleicher Stelle im Obergeschoss befunden haben. Dies sollten Non-Schengen-Passagiere berücksichtigen, denn direkt im Bereich der D-Gates gibt es keinen exklusiven Wartebereich mehr. Der reguläre Eintrittspreis beträgt 49 Euro für eine Person bzw. 98 Euro für zwei Personen. Zeitlich befristet gibt es eine Eröffnungsaktion: 29 Euro für einen Passagier bzw. 49 Euro für zwei Passagiere.

Großzügig dimensioniert ist die Vienna Lounge auf jeden Fall. Im Vergleich mit ihren Mitbewerbern bietet sie eine nahezu unendliche Kapazität und ist auch dafür ausgelegt: Man hat den Buffetbereich ausgesprochen groß gestaltet. Es gibt sehr viele Zapfanlagen und Kaffeemaschinen, so dass es auch bei starkem Betrieb zu keinen längeren Wartezeiten kommen dürfte. Die Auswahl an Speisen und Getränken ist deutlich umfangreicher als in der Sky- bzw. AUA-BusinessLounge. Das gilt insbesondere für den alkoholischen Bereich.

Im Gegensatz zu den beiden anderen exklusiven Wartebereichen nutzt die Vienna Lounge für die Ausgabe von Wasser, Cola und Co Zapfanlagen. Flaschen werden nur bei alkoholischen Getränken sowie bei Säften verwendet. Teeliebhaber sollten hier ebenfalls auf ihre Kosten kommen, denn es gibt viele verschiedene Beutel. Das Personal von Donhauser ist hier – ähnlich wie in der AUA-Lounge – auf Zack.

Die Speisen stammen ebenfalls von Donhauser. Es gibt verschiedene warme und kalte Speisen, Frühstück, eine reichhaltige Obstauswahl sowie lokale Mehlspeisen. Auch hier ist man darauf bedacht nach Möglichkeit typische österreichische Gerichte vorzuhalten. Der Speisebereich der Lounge ist übrigens zweigeteilt: Es gibt eine Zone, die eher zum normalen Essen einlädt und eine andere, die ein bisschen Kaffeehaus-Flair hat. In letzterer stehen zusätzliche Kaffeemaschinen sowie Mehlspeisen zur Auswahl.

Die Vienna Lounge hat auch einen eigenen Bereich für Kinder sowie einen eigenen Wickelraum. Das ist für Familien mit jungen Kindern wirklich ein großer Pluspunkt, denn der Flughafen hat definitiv auch an die Bedürfnisse der allerjüngsten Kunden gedacht. In den unterschiedlich gestalteten Aufenthaltsbereichen gibt es so gut wie an jedem Platz eine Steckdose sowie USB und USB-C-Anschlüsse.

Sehr offensichtlich ist aufgrund des sich unterscheidenden Designs bzw. der Möbel, dass es Zonen gibt, in denen gemütliches Beisammensitzen oder aber Relaxen bzw. Ausruhen eher erwünscht ist. Positiv ist hervorzuheben, dass Reisende, die eher ein bisschen für sich sein wollen, viele etwas abgelegene “Ecken” finden, in denen es besonders ruhig ist.

Eine Garderobe, in denen man Mäntel und/oder Jacken abgeben kann, Duschen und Betten sind in der Vienna Lounge vorhanden. Letztere müssen über die Rezeption reserviert werden. Hinsichtlich der Anzahl der Toiletten hat sich die Flughafen Wien AG nicht lumpen lassen. Nahe der Arbeitszone befindet sich eine sehr große Anlage und auf der anderen Seite der Lounge noch eine zweite, die ein bisschen kleiner ist. So Wartezeiten vor dem “stillen Örtchen” solle es hier eigentlich nicht kommen.

Der bereits erwähnte Arbeitsbereich ist deutlich größer als bei Austrian Airlines bzw. in der SkyLounge und mit unterschiedlichem Mobiliar ausgestattet. Farblich hebt dieser sich durch andersfarbige Möbel ab. Das Design erinnert stark an sogenannte Co-Working-Spaces. Steckdosen sowie Anschlüsse für USB und USB-C sind an jedem Arbeitsplatz vorhanden. Laptops, die mittels USB-C aufgeladen werden, haben aber das Nachsehen. Die USB-C-Dosen liefern nicht genug Power, um den tragbaren Computer laden zu können. Daher muss auf das klassische Ladegerät in die klassische Steckdose ausgewichen werden.

Die Flughafen Wien AG stellt auch in der Vienna Lounge schnelles WLAN-Internet bereit. Über dieses können kostenlose ePapers abgerufen werden. Gedruckte Zeitungen gibt es fast keine mehr, was jedoch auch in den beiden anderen Lounges der Fall ist. Besonders positiv hervorzuheben ist die große Glasfront, die einen guten Ausblick auf die Gangways der Piers D und C sowie das sich dazwischen befindliche kleine Vorfeld liefert. Man bekommt durchaus einiges zu sehen.

Als einzige Lounge hat man auch einen Außenbereich. Dieser ist nicht sonderlich groß, aber von der Terrasse aus lassen sich die Flugzeuge gut beobachten. Fotografen können von diesem Punkt aus das eine oder andere Foto machen, denn man kann sich – in gutem Abstand zur Glasscheibe – auf eine Betonschwelle stellen und problemlos über die Scheibe fotografieren. Dennoch fehlt im Außenbereich noch ein wenig Liebe zum Detail, denn man hätte durchaus ein paar Tische und Sessel aufstellen können, so dass man draußen verweilen kann. Derzeit gibt es nichts, außer Aschenbecher für Raucher.

Und genau diese Passagiere sollten jetzt gut aufpassen: In den Terminalbereichen B und C gibt es seit der Wiedereröffnung keine Raucherbereiche mehr. Das “Kammerl”, das sich am Rande des C-Kreisels befand, wurde ersatzlos geschlossen. Die einstigen Hinweise wurden schwarz abgeklebt. Raucher, die ab den Bereichen B oder C fliegen, sollten nun berücksichtigen, dass die Außenterrasse der Vienna Lounge die einzige Möglichkeit für eine Zigarette oder Pfeife vor dem Boarding ist. In den Zonen D, F und G gibt es weiterhin “Räucherkammerl”.

Die Vienna Lounge ist sehr gut gelungen und setzt am Flughafen Wien, der in der Vergangenheit nicht gerade für gute exklusive Wartebereiche bekannt war, neue Maßstäbe. Man hat weit mehr zu bieten als die SkyLounge bzw. die AUA-Business-Lounge. Wenn man regulär bezahlen muss und die Eröffnungsaktion abgelaufen ist, hat das künftig auch seinen Preis. Negativ kann man bezüglich Vienna Lounge nur drei kleine Punkte festhalten: 1.) Der Umstand, dass man noch keine Verträge mit gängigen Lounge-Karten abgeschlossen hat und es in diesem Terminalkomplex keine Alternative gibt, ist einem internationalen Flughafen unwürdig. Es war in zwei Jahren coronabedingter Schließung wirklich genug Zeit. 2.) Der “Windfang”, über den man auf die Außenterrasse gelangt, ist weder klimatisiert noch belüftet. Bereits Ende April 2022 wurde es darin unangenehm heiß, gefühlt als ob man mit voller Montur eine Sauna betreten würde. Das ist wirklich nicht gerade toll und hier sollte der Airport etwas unternehmen. 3.) Die Außenterrasse ist zwar klein, aber ein paar Sessel und eventuell auch Tische wären toll. Man sollte sich einfach ein Beispiel an der eigenen Tochtergesellschaft in Malta nehmen, denn dort gibt es eine tolle Lounge-Terrasse am Dach, die zum Verweilen einlädt.

Fazit: Vienna Lounge top, aber ungeschickt für F/G-Passagiere erreichbar

In der Theorie ist es egal ab welchem Gatebereich man fliegt, denn man kann mittels Shuttlebus zwischen den Sicherheitsbereichen der Terminals 2 und 3 wechseln. Allerdings sollte man wissen wo die Abfahrtspunkte sind und ausreichend Zeit einplanen, um das Boarding nicht zu verpassen. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte bei Abflug ab den Bereichen F und G eher in die SkyLounge oder in die AUA-Lounge gehen. Letztere hat mehr zu bieten und obendrein – sofern man keine Lounge- oder Statuskarte hat – mit 35 Euro auch noch einen billigeren Eintrittspreis. Auch ist es hier ruhiger, man hat einen besseren Ausblick und es gibt mehr Auswahl am Buffet. Nur zu Stoßzeiten sollte man berücksichtigen, dass Wartezeiten am WC entstehen können.

Wer ab B, C oder D fliegt, macht mit der Vienna Lounge keinen Fehler. Gut, es gibt in diesem Komplex ja auch keine andere Lounge. Unabhängig davon ist der Besuch ein interessantes Erlebnis, denn man rechnet schlichtweg nicht damit, dass es am Flughafen Wien eine so große Lounge mit so vielen Möglichkeiten gibt. Wer die Dach-Lounge der FWAG-Tochter in Luqa (Malta) kennt, wird übrigens vieles wiedererkennen. Zahlreiche Elemente wie Waschbecken, WC-Türen, teilweise auch Möbel, kommen eins zu eins gleich auch in Malta zum Einsatz. Welch Wunder, es ist ja der gleiche Konzern.

Non-Schengen-Passagiere (D und G) sollten unbedingt bei ihrem Loungebesuch berücksichtigen, dass alle genannten exklusiven Wartebereiche vor der polizeilichen Passkontrolle sind. Man sollte besonders im Hochsommer eventuelle Warteschlangen bei der Zeitkalkulation für den Fußmarsch zum Gate berücksichtigen. Das gilt besonders dann, wenn man die SkyLounge bzw. die AUA-Lounge aufsicht und ab D fliegt bzw. die Vienna Lounge nutzt und ab G fliegt.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass dem Flughafen Wien mit der Vienna Lounge ein guter Wurf gelungen ist und es bleibt zu hoffen, dass man die momentan hohe Qualität halten kann. In der oftmals überlaufenen SkyLounge tut man sich dabei schon schwer und von den manchmal chaotischen Zuständen, die vormals in der Flughafenlounges in den Bereichen B und D geherrscht haben, soll hier gar keine Rede sein.

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Jan Gruber ist Leitender Redakteur von Aviation.Direct. Zuvor war er seit 2012 in selbiger Funktion bei AviationNetOnline (vormals Austrian Aviation Net) tätig. Er ist auf Lowcost-Carrier, Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region und tiefgehende Recherchen spezialisiert.

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