
Politischer Konflikt in Lettland über Millionen-Kredit für Air Baltic verschärft sich
Die lettische Ministerpräsidentin Evika Siliņa sieht sich angesichts einer geplanten Finanzspritze für die nationale Fluggesellschaft Air Baltic mit einer schweren Regierungskrise konfrontiert. Siliņa erklärte öffentlich ihre Bereitschaft, den Fortbestand ihrer Koalition zu riskieren, um einen kurzfristigen Überbrückungskredit in Höhe von 30 Millionen Euro (rund 35,4 Millionen US-Dollar) für den Carrier abzusichern. Das Kabinett hatte die Finanzhilfe bereits am 31. März 2026 bewilligt, doch die notwendige Bestätigung durch das Parlament wurde aufgrund politischer Blockaden vertagt. Der Konflikt droht nun die Stabilität der amtierenden Regierung aus der konservativen Partei „Neue Einheit“, dem Bündnis der Grünen und Bauern (ZZS) sowie den Progressiven zu sprengen. Hintergrund der Spannungen sind Forderungen des Koalitionspartners ZZS, die Unterstützung des Kredits an personelle Konsequenzen zu knüpfen. Berichten zufolge verlangt das Bündnis den Rücktritt des Verkehrsministers Kaspars Briškens, der der Partei „Die Progressiven“ angehört. Briškens steht seit Längerem wegen der finanziellen Schieflage der staatlichen Fluggesellschaft und Verzögerungen bei Infrastrukturprojekten unter Druck. Sollten die Progressiven die Koalition verlassen, würde die Regierung von Siliņa ihre parlamentarische Mehrheit verlieren. Die Ministerpräsidentin betont jedoch, dass die Sicherung der Liquidität von Air Baltic Vorrang vor parteipolitischen Differenzen habe, da die Airline eine zentrale Rolle für die wirtschaftliche Anbindung des Baltikums spiele. Die Fluggesellschaft Air Baltic bereitet derzeit einen Börsengang (IPO) vor, der für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant ist. Der nun debattierte Kredit wird von Experten als kritisch angesehen, um den operativen Betrieb bis zur Kapitalaufnahme am freien Markt aufrechtzuerhalten. Das Unternehmen hatte zuletzt mit hohen Kosten für Triebwerkswartungen und Zinszahlungen zu kämpfen, konnte








