
Rückgabe der Zertifizierungsbefugnis an Boeing durch die Luftfahrtbehörde
Die US-amerikanische Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration hat beschlossen, dem Flugzeugzeughersteller Boeing die eigenständige Ausstellung von Lufttüchtigkeitszeugnissen für neu gebaute Maschinen der Baureihen 737 Max und 787 Dreamliner wieder vollständig zu gestatten. Diese behördliche Entscheidung markiert den Endpunkt einer mehrjährigen Phase restriktiver Kontrollen, die infolge schwerwiegender Mängel in der Produktion und der Qualitätssicherung verhängt worden waren. Ab dem 20. Juli 2026 übernimmt der Konzern die finale Abnahme seiner Flugzeuge wieder in eigener Regie, bleibt jedoch unter fortlaufender Beobachtung der Aufsichtsbehörde. In der Fachwelt wird dieser Schritt differenziert diskutiert, da er einerseits eine Normalisierung der industriellen Prozesse signalisiert, andererseits jedoch angesichts der Historie des Herstellers hohe Anforderungen an die Zuverlässigkeit der internen Kontrollsysteme stellt. Historischer Rückblick auf den Entzug der Eigenzertifizierung Die Entziehung der Berechtigung zur eigenständigen Ausstellung von Lufttüchtigkeitszeugnissen war die Folge tiefgreifender Krisen bei Boeing. Für die Kurz- und Mittelstreckenbaureihe 737 Max wurde das Verfahren im Jahr 2019 ausgesetzt, nachdem zwei schwere Abstürze von Maschinen der Fluggesellschaften Lion Air und Ethiopian Airlines auf softwarebasierte Konstruktionsfehler und unzureichende Dokumentationen zurückzuführen waren. Die Luftfahrtbehörde übernahm daraufhin die physische Inspektion und Zertifizierung jedes einzelnen neu produzierten Flugzeugs dieses Typs, um ein direktes Kontrollorgan in den Werken zu etablieren. Im Jahr 2022 weitete die Behörde diese Maßnahme auf die Langstreckenbaureihe 787 Dreamliner aus. Hier waren bei internen und externen Überprüfungen erhebliche Fertigungsmängel festgestellt worden, unter anderem unzulässige Spaltmaße an den Rumpfsegmenten aus Kohlenstofffaser-Verbundwerkstoffen sowie Verunreinigungen im Produktionsprozess. Die Auslieferungen mussten über Monate hinweg komplett gestoppt werden. Die Rücknahme der Zertifizierungsbefugnis bedeutete für den Hersteller








